Rolf Schwanitz (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Rolf Schwanitz
Geburtstag
02.04.1959
Berufliche Qualifikation
Diplomjurist, Diplomingenieurökonom
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Plauen
Wahlkreis
Vogtlandkreis
Ergebnis
15,9%
Landeslistenplatz
3, Sachsen
weitere Profile
Die SPD tritt für den Abzug der auf deutschem Boden gelagerten Atomwaffen ein. Entsprechende parlamentarische Initiativen meiner Fraktion im Deutschen Bundestag werde ich unterstützen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Rolf Schwanitz
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.08.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Schwanitz,

Sie haben den Laizismus für sich als Thema entdeckt.

In der Bundeswehr gibt es das Kommando: "Helm ab, zum Gebet !"
Würden Sie Atheisten empfehlen, die in der Bundeswehr dienen, dieses Kommando nicht auszuführen.


15 Jahre gedient in einer Armee, 3 Monate in einer Wehr
Antwort von Rolf Schwanitz
bisher keineEmpfehlungen
05.09.2011
Rolf Schwanitz
Sehr geehrter Herr ,

der von Ihnen genannte Befehl wird in der Bundeswehr im Rahmen des "Großen Zapfenstreichs" verwendet. Bei dem großen Zapfenstreich handelt es sich um eine militärische Zeremonie, oder wie es in der entsprechenden Dienstvorschrift heißt, eine "militärmusikalische Veranstaltung", die eine lange Tradition hat und sich in ihrer heutigen Form hauptsächlich während der Zeit der Befreiungskriege 1813/1815 herausgebildet hat. Viele Elemente des Zapfenstreichs erscheinen deshalb heute sicher nicht mehr zeitgemäß. In der Bundeswehr gibt es aber meines Erachtens beim Thema Trennung von Staat und Kirche größere Probleme - bspw. Militärseelsorge, lebenskundlicher Unterricht, Gottesdienste - als dieses Zeremoniell. Mir sind auch keine Beschwerden (dies könnte ich denjenigen empfehlen, die sich von diesem Befehl beeinträchtigt fühlen) über diesen Befehl bekannt.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Schwanitz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
16.08.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Schwanitz,

aus DER SPIEGEL vom Nr. 32 vom 8.8.11, S. 62 ff. mit der Überschrift ”Welt am Abgrund”:
”Die Versuchung liegt nahe, die Staatsschulden wegzuinflationieren. Inflation bedeutet eine schleichende Enteignung der Bürger. Die deutsche Schuldenquote von 83% der Wirtschaftsleistung ist angesichts der älter werdenden Gesellschaft zu hoch. Wer soll den Berg in den nächsten Jahrzehnten noch abtragen?”

Violettvideo Kirchenfinanzen - wie sich die Kirchen in Deutschland ...
www.youtube.com Min. - 28. Dez. 2010 - Hochgeladen von TheAbacus42
Ein Violettvideo von Abacus basierend auf Daten aus dem Violettbuch Kirchenfinanzen von Carsten Frerk. Die Einnahmen durch ...

In diesem Video ist nachhörbar und nachlesbar, dass die staatlichen Einnahmeverluste wegen der steuerlichen Absetzbarkeit der Kirchensteuer sich im Jahr durchschnittlich auf 3 Milliarden Euro belaufen.
Daneben sind Zuwendungen für kirchliche Zwecke ebenfalls steuerlich absetzbar (§ 51 Abgabenordnung).
Laut Video entstanden dem deutschen Steuerzahler durch Kirchenprivilegien in 2009 Verluste von mehr als 19 Milliarden Euro.

Tragen diese Belastungen dazu bei, dass die Staatsschulden höher werden, die Inflationsgefahr größer wird und viele Menschen ihr Erspartes ganz oder teilweise verlieren?

Fehlt in der SPD der politische Wille zur Beseitigung dieser Belastungen?

Helfen nur Kirchenaustritte?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Rolf Schwanitz
1Empfehlung
30.09.2011
Rolf Schwanitz
Sehr geehrter Herr ,

die Veröffentlichungen von Carsten Frerk zu den Finanzen der Kirchen sind mir bekannt. Bei der von Ihnen genannten Zahl von 19 Milliarden Euro handelt es sich um die Gesamtsumme der Zahlungen bzw. Begünstigungen des Staates an die Kirchen. Darunter befinden sich Leistungen, die ich nicht für gerechtfertigt halte, aber auch Zahlungen bspw. für den Betrieb von Krankenhäusern, Schulen oder Kindergärten, die der Staat ohnehin leisten müsste. Der Staat würde in diesen Fällen also kein Geld einsparen. In der SPD wird über die Sinnhaftigkeit bestimmter Zahlungen an die Kirchen durchaus diskutiert, wir stehen aber sicherlich erst am Anfang der Debatte.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Schwanitz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
07.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Schwanitz

Sie sprechen sich gegen die Rede des Papstes vor dem Bundestag aus.

Ich war letztes Jahr in England als der Papst zu Besuch war. England hat bis auf einige historische Relikte einen strengen Laizismus, so wie Sie sich ihn vorstellen. Vor dem Besuch war die Presse sehr kritisch gegen den Papstbesuch. Im englischen Parlament, dem ältesten Parlament der Welt, sitzen sehr stolze Abgeordnete. Alle sind direkt gewählt, es gibt dort keine Abgeordneten, die den eigenen Wahlkreis nicht gewinnen können, dann aber über die Landesliste ins Parlament gelangen. Diese Abgeordneten haben daher grosse demokratische Legitimität. Der weitaus grösste Teil der Abgeordneten ist nicht katholisch, sehr viele dürten überhaupt nicht religiös sein. Ein ganzer Teil dürfte dem Katholizismus sogar kritisch gegenüber stehen.

Als der Papst aber vor den Parlamentariern sprach, waren alle da. Sie hörten geduldig zu, klatschten höflich Beifall. Es gab keine Boykottaufrufe von Parlamentariern, es gab keine Parlamentarier, die aus Protest nicht hingegangen wären. Das hiess nicht, dass jeder Parlamentarier mit der Rede einverstanden war. Nein, aber man hörte wenigstens zu, man war eben tolerant.

Sie sind der Meinung, der Papst solle nicht vor dem Bundestag sprechen, werden zur Rede nicht hingehen und meinen, auch andere Abgeordnete sollten nicht hingehen. Warum halten Sie es für richtig, dass sich Bundestagsabgeordnete anders verhalten als die Mitglieder des englischen Parlamentes?

Weiter haben Sie im Juli einen Brief an alle SPD-Abgeordneten geschrieben, in dem Sie die Abgeordneten aufforderten, zu der Rede nicht hinzugehen. Zwei Tage später haben Sie dann aber empört bestritten, dass es sich um einen Boykottaufruf gehandelt habe. Offen gestanden, erinnert mich das ein bisschen an Bill Clinton, der behauptete, Oralverkehr sei kein Sex. Wenn Sie einen Brief an alle Abgeordnete schreiben, um zum Nichtbesuch aufzufordern, was unterscheidet das von einem Boykottaufruf?
Antwort von Rolf Schwanitz
1Empfehlung
30.09.2011
Rolf Schwanitz
Sehr geehrter Herr ,

für mich ist die Tatsache, dass ein religiöses Oberhaupt im Plenarsaal des Deutschen Bundestages sprechen durfte, ein Verstoß gegen die verfassungsrechtlich gebotene Neutralität des Staates. Die einzig glaubwürdige Konsequenz meiner Auffassung konnte daher nur das Fernbleiben von der Veranstaltung sein. Die verfassungsrechtliche Situation in Großbritannien ist dagegen eine andere, weshalb sich offenbar auch die Mitglieder des Parlaments anders verhalten. Abgesehen davon hat der Papst dort auch nicht in der dem Plenarsaal des Deutschen Bundestags vergleichbaren "Chamber of the House of Commons" sondern in der Westminster Hall gesprochen. Anwesend waren mehr als 2000 Gäste, unter denen sich unter anderem auch Parlamentarier befanden. Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass ich keinen Brief an alle SPD-Abgeordneten geschrieben habe, in welchem ich dazu aufgefordert habe, nicht zur Rede des Papstes zu gehen. Ich habe viel mehr meine Haltung und Meinung öffentlich gemacht.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Schwanitz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Schwanitz,

vor einigen Wochen haben Sie einen Brief an alle SPD-Abgeordneten zum Papstbesuch geschrieben.

www.rp-online.de

Dieser Brief, den Sie nie veröffentlicht haben, ist im anhängenden Bericht zitiert. Da dieser Brief in Ihrer Funktion als Abgeordneter geschrieben worden ist, ist es angemessen, wenn ein Wähler um Erklärungen zu den Inhalten dieses Briefes bittet, die etwas schwer zu verstehen sind. Bezüglich der folgenden bekanntgewordenen Zitate bitte ich daher höflich um Erklärungen:

Sie haben geschrieben, der Papst halte die Mehrheit der Deutschen für verdammungswürdig. Worauf stützen Sie diese Behauptung?

Sie sagen, zwei Drittel der Deutschen, die nicht katholisch seien, würden "stigmatisiert". Wie begründen Sie diese Ansicht, insbesondere im Lichte der Tatsache, dass der Papst bei seiner Reise sowohl Vertreter der evangelischen Kirche, des Zentralrates der Juden und islamische Vertreter trifft?

Sie behaupten, der Papst sei ein "absolutistischer Monarch". Wie begründen Sie das? Der Papst ist offensichtlich weder ein Monarch noch sehe ich die Parallelen zur Macht von Ludwig XIV. Der Papst verfügt auch weder über eine Armee noch über ein nennenswertes Staatsgebiet.

Schliesslich behaupten Sie, der Papst trage die Mitschuld an "der Unterdrückung, Ausbeutung und Stigmatisierung von Millionen Menschen". Wen konkret unterdrückt der Papst oder wen konkret beutet er aus?

Zuletzt möchte ich fragen, warum Sie den Brief nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Noch eine Zusatzfrage:

Malte Lehming, ein Redakteur des linksliberalen Tagesspiegels, hat geschrieben, dass Linke über den Katholizismus kaum anders hetzen als Rechtspopulisten über den Islam.

www.tagesspiegel.de

Teilen Sie diese Ansicht von Herrn Lehming?

Mit freundlichen Grüssen



Antwort von Rolf Schwanitz
4Empfehlungen
30.09.2011
Rolf Schwanitz
Sehr geehrter Herr ,

meine Erklärung habe ich veröffentlicht. Sie finden Sie unter hpd.de

Ich gehe davon aus, dass der Papst an die für unfehlbar gehaltenen Glaubenssätze der katholischen Kirche glaubt. Sie finden diese im so genannten Neuner-Roos (Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung von Josef Neuner, Heinrich Roos, Karl Rahner und Karl-Heinz Weger), einem Standardwerk, welches u.a. in der Theologenausbildung Verwendung findet. Danach werden all jene Menschen, die sich wissentlich nicht für den katholischen Glauben entscheiden, für verdammungswürdig gehalten. Als Beleg ließen sich viele Lehrsätze zitieren.

Es soll hier mit zwei Quellen sein Bewenden haben. So heißt es im Lehrsatz Nr. 85: "Wer nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt, die geschriebene wie die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen." Das Wort "ausgeschlossen" ist eine verharmlosende Übersetzung der griechisch-lateinischen Formel "anathema sit" (wörtlich übersetzt: "der sei verflucht"). Im ebenfalls als unfehlbare Entscheidung ausgewiesenen Lehrsatz Nr. 381 heißt es: "Die Kirche glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide, noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter, des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt." Dass diese Glaubenssätze stigmatisieren, liegt auf der Hand. Im Übrigen verwiese ich auf einen Artikel bei Telepolis, der sich mit der von Ihnen angesprochenen Frage beschäftigt: www.heise.de

In meiner Erklärung finden sich auch Ausführungen zur Rolle des Papstes als Staatsoberhaupt. Dass er zu Recht als Monarch bezeichnet werden kann, ergibt sich aus Art. 1, Abs. 1 des Grundgesetzes des Vatikanstaates. Dieser lautet: "Der Papst besitzt als Oberhaupt des Vatikanstaates die Fülle der gesetzgebenden, ausführenden und richterlichen Gewalt."

Die Verantwortung und Mitschuld an Unterdrückung, Ausbeutung und Stigmatisierung von Millionen Menschen ergibt sich aus den vom Papst und der katholischen Kirche verbreiteten Auffassungen bspw. zu Fragen der Frauenrechte oder der sexuellen Orientierung von Menschen.

Abgesehen davon, dass der Tagesspiegel wohl kaum als linksliberales Blatt bezeichnet werden kann, teile ich die Meinung von Herrn Lehming nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Schwanitz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Schwanitz,

ich interessiere mich sehr für die demokratische Legitimation der Abgeordneten:

Bei Ihnen ist es so, dass Sie bei der letzten Bundestagswahl nur 15,9 % der Erststimmen erzielt haben. Mir ist kein anderer Abgeordneter einer Volkspartei im Bundestag bekannt, der einen geringeren Erststimmenanteil hätte.

Bei der Bundestagswahl 1998 hatten Sie noch 37,7 % der Stimmen. Ihr Stimmenanteil ist seitdem sehr viel stärker gesunken als der der SPD bundesweit.

Die Wahlergebnisse ergeben sich aus der anhängenden Webseite:

de.wikipedia.org

Ihre Stimmanteile bei den Erststimmen sind nur minimal grösser als bei den Zweitstimmen, obwohl Abgeordnete der Volksparteien üblicherweise viel höhere Erststimmenanteile als Zweitstimmenanteile erzielen.

Die Stimmenzahlen sind so wie sie sind, obwohl Sie ja durchaus ein "Promi" sind. Sie waren Minister und Staatssekretär.

Ich weiss natürlich, dass die Bundesrepublik ein personalisiertes Verhältniswahlrecht vorsieht, aber in Ihrem Falle scheint es, dass die Wähler Sie nicht wollen, Sie aber trotzdem immer im Bundestag einen "Stammplatz" haben. Bitte verstehen Sie das nicht als persönlichen Angriff, aber:

Sind Sie angesichts Ihrer Wahlergebnisse noch ein demokratisch legitimierter Abgeordneter?

Als Vogtländerin fällt mir weiter auf, dass Sie, obwohl für den Aufbau Ost gewissermassen prädestiniert, nur selten im Zusammenhang mit ostdeutschen Themen in den Schlagzeilen auftauchen. Prominenz erlangen Sie nur immer mit Ihren anti-kirchlichen Auftritten, die für das Vogtland eigentlich überhaupt keine Relevanz haben. Auch auf abgeordnetenwatch.de betreffen die meisten Fragen nur Ihre anti-kirchlichen Forderungen. Als nicht parteigebundene Wählerin frage ich, was mir das nutzt und ob ein Zusammenhang dieses "Kampfes" mit Ihren Wahlergebnissen besteht.

Welchen konkreten Sinn hat Ihr "kämpferischer Atheismus" für das Vogtland?

Viele Grüsse

Antwort von Rolf Schwanitz
1Empfehlung
30.09.2011
Rolf Schwanitz
Sehr geehrte Frau ,

ich gehe davon aus, dass Ihre Fragen keinen parteipolitischen Hintergrund haben. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass es bei der letzten Bundestagswahl viele Kandidaten (ob die SPD in Sachsen eine Volkspartei ist, lasse ich mal dahingestellt) gab, die ein schlechteres Erststimmenergebnis als ich hatten, u.a. auch von der SPD.

Mein Ergebnis von 1998 war sicherlich auch der damaligen besonderen Bewerbersituation geschuldet, die sich nicht mit den Verhältnissen von 2009 vergleichen lässt. Richtig ist, dass ich 2009 im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 weniger Erststimmen als die meisten anderen SPD-Kandidaten in Sachsen verloren habe. Richtig ist, dass SPD-Kandidaten in Sachsen 2009 nur in fünf Wahlkreisen (darunter vier in Großstädten, in denen die SPD traditionell stärker ist) ein besseres Erststimmenergebnis als ich erzielten. Richtig ist auch, dass es unter den vergleichbaren ländlich geprägten 11 Wahlkreisen in Sachsen nur einen (Mittelsachsen) gab, bei dem der Abstand zwischen Erststimme des SPD-Kandidaten und Zweitstimme für die SPD höher war als im Vogtlandkreis. Die meisten SPD-Kandidaten hatten in Sachsen sogar weniger Erststimmen, als die SPD Zweitstimmen erzielte. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben schlechtere Erststimmenergebnisse als ich, ohne dass deshalb ihre demokratische Legitimität in Frage gestellt wird.

Aus diesem Grund und weil die Verfassung die Legitimation durch Erststimmenwahl nicht höher bewertet als über die Zweitstimme, stellt sich diese Frage auch bei mir nicht. Stattdessen stellt sich mir eher die Frage, warum Sie nicht meinen vogtländischen FDP-Kollegen Joachim Günther in gleicher Weise bei Abgeordnetenwatch befragen. Schließlich erreichte er bei der letzten Wahl 9,5 Prozent der Erststimmen (3 Prozent weniger als die FDP Zweitstimmen erhielt) und war früher auch Regierungsmitglied (Promi). Sie könnten ihn auch nach seiner Medienpräsenz beim Thema Aufbau Ost befragen, immerhin war er ja für dieses Thema bei der FDP-Bundestagsfraktion verantwortlich. Ich halte mich in dieser Frage übrigens an die gute alte Tradition, dass sich ehemalige Regierungsmitglieder als Abgeordnete nicht zu den Themengebieten äußern, für welche sie früher in der Regierung verantwortlich waren. Deshalb lehne ich Medienanfragen zu Themen des "Aufbau Ost" in der Regel ab.

Ihr Eindruck ist richtig, dass ich wegen des Papstauftritts im Deutschen Bundestag vermehrt Medienanfragen erhalte habe. Auch wenn ich etwa 90 Prozent dieser Anfragen ablehne (mein Zeitbudget dafür ist sehr begrenzt, da der Haushaltsausschuss gerade den Bundeshaushalt 2012 und den Eurorettungsschirm berät), bringt dies eine gewisse Medienpräsenz mit sich, was wiederum sicherlich Ursache für die aktuellen Anfragen bei Abgeordnetenwatch ist. Allerdings betreffen - anders als Sie behaupten - nicht die meisten, sondern nur 7 der 60 von mir bei Abgeordnetenwatch beantworteten Fragen den Themenbereich Trennung von Staat und Religion.

Lassen Sie mich abschließend darauf hinweisen, dass ich in den letzten Jahren selten soviel Unterstützung erfahren habe, wie für den Vorschlag, einen laizistischen Arbeitskreis in der SPD zu gründen. Dies schließt auch die Reaktionen aus dem Vogtland mit ein.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Schwanitz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Rolf Schwanitz
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:

Ihre Frage wurde bisher nicht gestellt?
Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen. Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Spamschutz - wie viel ist 11 + 4:
  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de einverstanden. Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden. Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.