Reinhard Bütikofer (DIE GRÜNEN)
Abgeordneter EU-Parlament 2009-2014
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Angaben zur Person
Reinhard Bütikofer
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Politiker
Ausgeübte Tätigkeit
Politiker, MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Berlin
Bundeslistenplatz
2
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(...) Die Opposition gegen ACTA hat einige Erfolge erzielt, aber die Entscheidung ist noch nicht gefallen. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Finanzen
25.04.2011
Von:

Werter Herr Bütikofer,

stimmt es, dass ein EU - Beamter zur Hochzeit 4 freie Tage bekommt?
Wenn sein Kind heiratet 2 freie Tage?
Erhält er 2 freie Tage bei einem Umzug?
Und erhält er gegenüber dem Bürger 330€ Kindergeld pro Monat?
Studiert sein Kind, erhält er dann 220€ im Monat?
Erhält er pro Jahr einen Skiurlaub im Wert von 932€?
Werden für die Kinder der EU-Beamten zusätzlich Sprachkurse bezahlt?
Wenn ein deutscher EU - Beamter nach Hause fliegt, erhält er dann vier freie Tage?
Und stimmt es, dass ein EU - Beamter monatlich mehr NETTO als Brutto verdient?
Werden EU - Beamte nach ihrer Funktion, oder nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung (Studium) bezahlt?
Es klang so unglaublich was mir jemand erzählt hat, dass ich gleich einmal nachfragen musste.

Mit freundlichem Gruß

E.
Antwort von Reinhard Bütikofer
1Empfehlung
09.05.2011
Reinhard Bütikofer
Sehr geehrter Herr ,

hier die Antworten zu Ihren Fragen:

Stimmt es, dass ein EU-Beamter zur Hochzeit 4 freie Tage bekommt?
Ja, wenn es seine eigene ist.

Wenn sein Kind heiratet 2 freie Tage?
Ja.

Erhält er 2 freie Tage bei einem Umzug?
Ja, aber nur wenn er in ein anderes Land umzieht.

Und erhält er gegenüber dem Bürger 330€ Kindergeld pro Monat?
Nein, es sind 372,61 abzüglich (ggf.) des nationalen Kindergeldes.

Studiert sein Kind, erhält er dann 220€ im Monat?
Es sind 252,81, wenn das Kind im Inland studiert, und das Doppelte, studiert das Kind im Ausland. Dafür haben die Kinder von EU-Beamten keinen Anspruch auf nationale Studienförderung wie BAFöG in Deutschland.

Erhält er pro Jahr einen Skiurlaub im Wert von 932€?
Nein.

Werden für die Kinder der EU-Beamten zusätzlich Sprachkurse bezahlt?
Nein.

Wenn ein deutscher EU-Beamter nach Hause fliegt, erhält er dann vier freie Tage?
Nein. Deutsche Beamte kriegen in der Regel 1-2 Reisetage. Bei einem griechischen oder finnischen Beamten können es bis zu 6 Reisetage (Distanz größer als 2000 km) werden.

Und stimmt es, dass ein EU-Beamter monatlich mehr NETTO als Brutto verdient?
Nein. Allerdings kann das Brutto-Basisgehalt (ohne Zulagen) geringer sein als das Netto (mit Zulagen). Das ist auch in Deutschland möglich.

Werden EU-Beamte nach ihrer Funktion oder nach ihrer abgeschlossenen
Ausbildung (Studium) bezahlt?
Nach der Funktion. Die kriegt man nur mit der entsprechenden Ausbildung.

Mit freundlichen Grüßen,

Reinhard Bütikofer
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Frage zum Thema Gesundheit
06.05.2011
Von:

Sehr geehrter Hr. Bütikofer,

ich wüsste gerne von Ihnen, wie einerseits Ihre Position, andererseits die Position des EU-Parlamentes zum Thema Diät-Lebensmittel aussieht.

Adipositas, also Fettleibigkeit, gilt als eine der größten Bedrohungen unter den Zivilisationskrankheiten und wird von der WHO als Krankheit und als Epedemie bezeichnet. Die Ursachen sieht sie in unbewusster Ernährung und Bewegungsmangel. Quelle: www.euro.who.int

Die Nahrungsmittelindustrie macht derzeit Milliardenumsätze mit Diät-Lebensmitteln mit aberwitzig steigenden Zuwachsraten. Sie werden beworben mit blumigen Floskeln wie "Diät", "Fit", "Light", etc., eindeutig suggerierend, die Verwendung der Produkte könne zu Gewichtsverlust führen. Nach meiner Interpretation vermarkten sie damit das Konzept "Diät" (Gewichtsverlust ausschließlich durch den Verzehr bestimmter, genau vorgeschriebener Lebensmittel) als Therapie gegen Adipositas.

Studien zeigen, dass Diäten jeglicher Art nur bei 3% der Anwender zu einem Gewichtsverlust, dafür bei 60% der Anwender zu Gewichtszunahme führen. Zu diesem "Jojo-Effekt" gibt es verschiedene Erklärungshypothesen. Quelle: Dokumentation "Operation Bikini"

Nun zu meiner Frage: Wenn festgestellt wurde, dass Adipositas eine Krankheit, sogar eine Epedemie, ist und die Diät von der Nahrungsmittelindustrie und Medienlandschaft (z.B. Frauenmagazine) als Therapie beworben wird, ohne jede wissenschaftliche Grundlage (zumt Teil entgegegen), warum wird diesem Treiben nicht Einhalt geboten?

Hier wird adipösen Menschen durch die Einnahme von Wunderprodukten Heilung versprochen, entgegen der Lehrmedizin, die ein ganzheitliches Konzept aus Bewegung und Ernährungsumstellung verordnet. Warum wird diese bewusste Verbrauchertäuschung nicht untersagt?

Das Konzept Diät ist längst gescheitert und verhindert oder verzögert unnötigerweise das Angehen einer echten Therapie und darf nicht mehr beworben werden!

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Reinhard Bütikofer
2Empfehlungen
10.05.2011
Reinhard Bütikofer
Sehr geehrter Herr ,

Sie stellen mir eine Frage zu Adipositas? Da sind sie ja an den Richtigen geraten! Ich bin da ein Experte. Aber nur praktisch, nicht theoretisch. ;-)

Meine Diäten funktionierten immer. Eine Weile. Und dann, naja, Sie wissen schon.

Nun schreiben Sie: "Das Konzept Diät ist längst gescheitert und verhindert oder verzögert unnötigerweise das Angehen einer echten Therapie und darf nicht mehr beworben werden!"

Gescheitert? OK. Verbieten? Nein. Man kann nicht alles verbieten, was ungesund ist oder dick macht. Soviel fürsorgende Aufsicht des Staates ist ein sehr unattraktives Konzept. Denken Sie sich bitte eine andere Patentlösung aus!

Mit freundlichem Gruß,

Reinhard Bütikofer
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Frage zum Thema Soziales
18.05.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Bütikofer,

soeben hat die FDP das Grundeinkommen für Kinder in die politische Diskussion eingeführt. Aus diesem Anlaß möchte ich Sie hiermit fragen, wie Sie über das Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" denken.

Viele Grüße
Antwort von Reinhard Bütikofer
bisher keineEmpfehlungen
05.06.2011
Reinhard Bütikofer
Sehr geehrter Herr ,

Sie haben nach meiner Meinung zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" gefragt.

Ich bin kein Anhänger des sogenannten "Bedingungslosen Grundeinkommens", aber ich habe diese Diskussion intensiv geführt. Das Spektrum der konzeptionellen Ansätze, die unter dieser Überschrift verhandelt werden, ist recht groß. Manche davon, die aus dem rechten politischen Lager kommen, sehe ich als schlecht verhüllte Angriffe auf einen funktionsfähigen Sozialstaat an. Mit anderen lohnt sich die Auseinandersetzung mehr.

In meiner Partei wurde die Diskussion um dieses Thema, nicht zuletzt auf meine Initiative als damaliger Bundesvorsitzender, vor allem in der Zeit 2006/7 sehr intensiv geführt. Aus einer Kommission, der ich vorsaß, wurden dazu für den Parteitag in Nürnberg 2007 unterschiedliche Anträge vorbereitet, zu denen noch weitere Anträge aus sonstigen Parteigliederungen kamen. Am Ende setzte sich ein von mir maßgeblich formulierter Antrag mehrheitlich durch (Verhältnis etwa 60:40), der statt auf ein Bedingungsloses Grundeinkommen auf den Ausbau öffentlicher Infrastruktur und öffentlicher Güter den sozialpolitischen Schwerpunkt setzte. Den Antrag finden Sie hier: www.gruene-partei.de .

Interessanterweise griff dieser beschlossene Antrag allerdings einige Anregungen aus der Diskussion um ein Bedingungsloses Grundeinkommen positiv auf. So heißt es dort: "Es ist möglich und sinnvoll, einzelne Ziele und Elemente der Grundeinkommens-Debatte in das Konzept der bedarfsorientierten Grundsicherung aufzunehmen, aber das ist kein Einstieg in den Systemwechsel zum bedingungslosen Grundeinkommen für alle." Ein Beispiel dafür war übrigens die "Kindergrundsicherung". Dieser Ansatz ist dann von der Grünen Bundestagsfraktion weiter verfolgt worden. Sie finden dazu im Netz etwa eine Presseerklärung der Grünen Bundestagsfraktion von Anfang 2010: www.gruene-bundestag.de .
Es ist daher nicht ganz so, dass die FDP das Thema als Erste entdeckt hätte.

Mit freundlichen Grüßen,

Reinhard Bütikofer
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Frage zum Thema Finanzen
01.06.2011
Von:

Guten Tag Herr Bütikofer,

Als Bedingung für weitere EU Hilfen für Griechenland ist unter anderem die Privatisierung von vielen öffentlichen Einrichtungen.

Ich habe zwei Fragen an sie.

1. Was halten generell sie von dem Konzept öffentliche Einrichtungen zu privatisieren bzw. in PPP´s zu unterhalten.

2. Denken Sie, dass es langfristig Griechenland hilfreich ist diese Einrichtungen zu Verkaufen bzw. in PPP´s zu unterhalten.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Reinhard Bütikofer
bisher keineEmpfehlungen
05.06.2011
Reinhard Bütikofer
Sehr geehrter Herr Barthelmess,

Sie haben mir zwei Fragen gestellt, die beide nicht leicht zu beantworten sind, und schon gar nicht mit einfachen Ja-Nein-Antworten.

Ein einheitliches "Konzept", öffentliche Einrichtungen zu privatisieren, kenne ich nicht. Ich kenne allerdings die - neoliberale - Ideologie "Privat vor Staat", für die jede Privatisierung grundsätzlich richtig ist; und die lehne ich ab. Genau so wenig allerdings bin ich dafür zu haben, nun eben im Gegenzug jegliche Privatisierung zu dämonisieren. Es kommt auf den konkreten Fall an und auf die Umstände. Kann man sich eventuell mit einer Privatisierung Spielräume verschaffen, die man dringend für andere Prioritäten braucht? Oder gibt man mit einer Privatisierung auf Dauer Handlungsoptionen aus der Hand? Nicht vorstellen kann ich mir, dass Privatisierung dort sinnvoll ist, wo ein natürliches Monopol besteht; denn in Privathand ist ein natürliches Monopol noch schwerer zu kontrollieren als ohnehin.

Nehmen wir Beispiele. Die französische EDF ist staatlich. Ist sie ökologisch fortschrittlicher als die deutschen Atomkonzerne E.on und RWE? In Spanien ist das Stromnetze eine PPP, mit 25% Staatsanteil, die von den privaten Anteilseignern in entscheidenden Fragen nicht überstimmt werden können. Warum nicht, wenn es funktioniert? Privatisierung von öffentlicher Wasserversorgung finde ich nicht richtig. Aber dann gibt es auch viele Einzelfälle, in denen nur konkrete Untersuchung hilft. Ich erinnere mich noch gut an Berichte des Landesrechnungshofes Baden-Württemberg aus den neunziger Jahren, in denen er detailliert vorrechnete, dass eine Privatisierung - ich glaube, es ging um Klinikwäschereien - für die öffentliche Hand am Ende teurer käme, und daß public private partnerships (PPP) keineswegs immer vorteilhaft seien. Umgekehrt finde ich aber kein grundsätzliches Argument dafür, dass die staatliche Rothaus-Brauerei in Südbaden unbedingt in Landeshand bleiben müsste.

Was den griechischen Fall betrifft, muss ich zunächst gestehen, dass ich nicht weiß, was alles dort auf der Privatisierungsliste steht. Allerdings weiß ich nicht, ob der griechische Staat ganz ohne Privatisierungen aus seinem Defizit heraus finden kann. Sicher: Ich fürchte, die Privatisierungsliste wird zu lang, weil die Liste der Beiträge, die diejenigen zu leisten haben, die von Korruption und sozialem Ungleichgewicht am meisten profitiert haben, zu kurz wird. Aber adressiere ich diese Frage ausreichend, wenn ich nur ins Auge gefasste Privatisierungen kritisiere?

Insgesamt attestiert die OECD dem derzeitigen Kurs der griechischen Regierung, dass er das Land mittel- und langfristig aus der Misere führen könne. (Wenn der Rest Europas solidarisch ist und die Menschen in Griechenland nicht von der Fahne gehen, sollte man wohl hinzufügen.) Ich würde lieber eine Orientierung der griechischen Politik am Konzept eines Green New Deal sehen. Darin sähe ich mehr Chancen für das Land. Aber kann ich versprechen, dass das ganz ohne Privatisierungen ginge? Nein.

Mit freundlichen Grüßen,

Reinhard Bütikofer
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Frage zum Thema Wirtschaft
22.06.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Bütikofer,

vielleicht erinnern Sie sich an unsere kurze Begegnung im Berliner Hauptbahnhof nach der großen Anti-Atom-Demo am 18.09.2010, wo Sie mein "cooles outfit" lobten (mit Schlips, Jackett und Mantel brachte ich eine eher seltene Facette in die Demo-Vielfalt).

Meine Frage an Sie ist aktuell:

Unterstützen Sie die grüne Parteispitze in Deutschland bei der Zustimmung zum Merkelschen sog. "Atomausstieg", der die konsequente Energiewende hin zu 100% Erneuerbarer Energie in Deutschland bis 2022 verzögern, erschweren und deckeln wird und obendrein noch zwei weitere Legislaturperioden lang das Restrisiko von Hintertürchen und Ausstiegs-Ausstiegen birgt?

Oder unterstützen Sie die Forderung der Anti-Atom-Bewegung und Ihrer eigenen grünen Basis (zusammen mit über 80% aller Menschen in Deutschland!) zur schnellstmöglichen Energiewende und zum Stillegen ALLER Atomkraftwerke in Deutschland innerhalb der nächsten Legislaturperiode, also spätestens 2017 (was realistisch möglich ist laut Umweltbundesamt, Greenpeace, SolarFörderVerein Aachen, BEE und vielen anderen ernstzunehmenden Konzepten)?

Bitte erläutern Sie mir Ihre Haltung und die wesentlichen Beweggründe, damit ich Sie, falls nötig, mit guten Argumenten für eine wirklich grüne Politik - also für eine Energiewende, die diesen Namen auch verdient - gewinnen kann.

Mit herzlichen Grüßen,
(50), Dipl.-Ing. mit drei Kindern, Weberstr. 1 b, 23552 Lübeck
Antwort von Reinhard Bütikofer
bisher keineEmpfehlungen
29.06.2011
Reinhard Bütikofer
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage formuliert Alternativen, die sich meines Erachtens so nicht stellten und nicht stellen.

Es steht nicht auf der einen Seite die "Zustimmung zum Merkelschen sog. " und auf der anderen Seite die "Forderung der Anti-Atom-Bewegung und Ihrer eigenen grünen Basis". Wir Grüne haben bei unserer Bundesdelegiertenkonferenz eine eigenständige Position formuliert, die von der großen Mehrheit der Vertreterinnen und Vertreter der "eigenen Basis" unterstützt wurde. Dabei haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Meinungen auch in der Anti-Atom-Bewegung insgesamt durchaus nicht einheitlich sind, sondern ebenfalls eine gewisse Spannbreite haben.

Ich unterstütze die beim Parteitag beschlossene Position. Die Gründe dafür finden sich in dem Antrag, der angenommen wurde. Sie finden ihn hier:
www.gruene-partei.de
Zudem:
www.gruene-partei.de

Mit freundlichen Grüßen,

Reinhard Bütikofer
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