Sehr geehrte Frau

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Sie sprechen ein Problem an, auf das ich ohne eine umfassende Einschätzung der Situation nicht antworten kann. Zumindest nicht, wenn ich möchte, dass meine Antwort richtig verstanden wird.
In Deutschland hat der Alkoholkonsum Tradition und wird von der überwiegenden Mehrheit als Kulturerbe verstanden. Als Beispiel gebe ich den Spruch: "Bier ist kein Alkohol, Bier ist flüssiges Brot" an. Viele Eltern unterschätzen den Konsum von Alkohol vollkommen. Schauen wir doch nur mal auf die Schulhöfe. Was bei einem Schulfest in aller Regel als erstes aufgebaut wird, ist der Bierwagen und das schon an Grundschulen. Die Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder. Was daraus resultiert: Jugendliche und teilweise schon Kinder treffen sich zum Trinken auf Plätzen und in Parks weil es cool ist. Nur in ganz seltenen Fällen spielt die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen die Hauptrolle für das Saufen . Auch hier ein Beispiel: In einer Radiosendung im öffentlich rechtlichen Rundfunk berichtete ein Arzt vom erschreckensten Beispiel, das er in Verbindung mit Alkoholkonsum bei Jugendlichen erlebt hat. Ein Vater holte seinen 14jährigen Sohn aus dem Krankenhaus ab, nachdem dieser mit fast 3 Promille fast gestorben wäre. Zur Begrüßung klopfte der Vater seinem Sohn auf die Schluter und sagte: So, nun bist du ein Mann. Mit diesen Beispielen und meiner Analyse der Situation wird vielleicht deutlich, warum ich weiter gehen würde als das, was in Düsseldorf angedacht ist, nämlich den Alkoholkonsum ab 24 Uhr auf bestimmten Straßen in der Altstadt zu verbieten. Ich denke, das Problem wird hierdurch nur an andere Stellen verlagert. Ich bin für ein generelles Alkoholverbot in der Öffentlichkeit rund um die Uhr auf Krefelder Stadtgebiet. Ausnahmen sollen bei der Stadt beantragt werden beispielsweise für Biergärten, Schützenfeste oder Kirmes. So kann die Stadt sicher gehen, dass es jemanden gibt, der verantwortlich ist für den ungezügelten Alkoholkonsum. Verkäufer von Alkohol und Eltern müssen mit in die Verantwortung gezogen werden, wenn es darum geht, dass Menschen, aber insbesondere Jugendliche und Kinder, ungezügelt Alkohol zu sich nehmen. Dabei geht es mir nicht nur darum, Randale, Pöbeleien und andere Begleiterscheinungen zu verhindern, es geht mir vor allem darum, die Gesundheit derjenigen zu schützen, die trinken, weil sie glauben es wäre cool.
Zu Frage 2:
in meinen Zielen für die kommenden Jahre bin ich auf die Problematik eingegangen, dass Hochschulabsolventen der Fachhochschule Niederrhein nicht in Krefeld gehalten werden können. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, in Krefeld ein Gründerzentrum zu schaffen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, die Kaserne an der Kempener Allee dafür zu nutzen. In diesem Zentrum erhalten die Absolventen der Hochschule, aber auch andere Firmengründer, die Möglichkeit, befristet Räume für einen sehr geringen Betrag zu mieten, wenn sie sich in Krefeld selbständig machen. In enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein, der IHK und der Handwerkskammer sollen die Firmengründer beim Start in die Selbständigkeit unterstützt werden. Nun wird sich nicht jeder Hochschulabsolvent selbständig machen, aber durch Firmengründungen entsteht auch ein Bedarf an Arbeitskräften. Da liegt es nahe, auf Personen zurückzugreifen, die an der gleichen Hochschule den Abschluss gemacht haben wie der Firmengründer. Damit wir die Situation für sie und andere Studenten nach dem Studium verbessern können, ist es wichtig, die Idee eines Gründerzentrums und weitere Verbesserungen schnell in die Tat umzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Krings