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Frage von Andreas B. •

Frage an Wolfgang Albers von Andreas B. bezüglich Gesundheit

Werter Herr Albers,

Ihre Partei hat bei der Gesundheitsförderung u.a. die Position formuliert: "Einen Zwang zur Vorsorge lehnen wir ab."

Meiner Meinung nach werden gerade durch Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig Krankheiten erkannt und spätere hohe Gesundheitskosten reduziert.

Warum vertreten Sie diese Position?
Gerade durch die Kita- und Schuleingangsuntersuchungen hier in Lichtenberg wurden ja wichtige Daten gewonnen. Bitte begründen Sie Ihren Widerstand gegen die meiner Meinung nach sinnvollen Untersuchungen.

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Antwort von
DIE LINKE

Sehr geehrter Herr Barth,

vielen Dank für ihre Frage, obwohl ich die mit einiger Verwunderung gelesen habe, denn ich weiß nicht, worauf diese sich stützt.
In unserem Berliner Wahlprogramm, für dessen gesundheitspolitischen Teil ich mitverantwortlich bin, findet sich die von Ihnen zitierte Aussage: „Einen Zwang zur Vorsorge lehnen wir ab“ nicht. Ich habe es daraufhin noch einmal gründlich durchforstet, aber nichts dergleichen entdeckt. Damit wäre ihre Frage im Prinzip erledigt.
Natürlich gibt es auch entgegen ihrer Behauptung keinen „Widerstand gegen sinnvolle Untersuchungen“. Wie kommen Sie darauf?
Ich verstehe ihre Frage aber auch aus einem anderen Grund nicht.
Einmal abgesehen davon, dass mir die zitierte Aussage nicht bekannt ist.

Ich bin seit 30 Jahren ärztlich tätig, seit 1990 in verantwortlicher Oberarztfunktion. Aus dieser Erfahrung heraus sage ich Ihnen, dass es den von Ihnen postulierten „Zwang“ zur Vorsorge nicht geben kann.
Wie sollte der auch aussehen?

Aufklären und Einsicht fördern, Notwendigkeit erklären und überzeugen, ja. Aber erzwingen können Sie vernünftiges und gesundheitsgerechtes Verhalten bei niemandem, auch nicht im Interesse seiner eigenen Gesundheit. Und erst recht können Sie niemanden gegen seinen Willen, bei gesetzlich sehr genau definierten Ausnahmen, zu irgendeiner Untersuchung zwingen. Da ist zum Glück auch unser Grundgesetz davor.

Worauf wir hinwirken müssen, und da sehe ich zwischen uns wohl auch keinen Dissens, ist es, weg zu kommen vom Gesundheitssystem als Reparaturbetrieb, hin zu kommen zu einem umfassend vorbeugenden System.

Sie haben ja völlig recht, wir erheben sehr sorgfältig die Gesundheitsdaten unserer Kinder, um auf mögliche gesundheitliche Gefährdungen adäquat und vor allem rechtzeitig reagieren zu können und wir wollen den Ausbau der Prävention.

Deshalb werden wir hier in Berlin in der nächsten Legislaturperiode u.a. die Landesgesundheitskonferenz weiterentwickeln und lokale Gesundheitsprojekte weiter fördern, niedrig-schwellig, kieznah und kultursensibel.

Lichtenberg mit seiner Bürgermeisterin Christina Emmrich leistet auch auf diesem Gebiet Vorbildliches. Seit 2007 gibt es die „Ständige Lichtenberger Gesundheitskonferenz“ als Arbeitsgremium. Dazu kommt der jährliche Bericht zur Kindergesundheit, in dessen Auswertung die „Runden Tische Kindergesundheit“ in den Schwerpunktgebieten Neu-Hohenschönhausen und Lichtenberg-Mitte entstanden sind.
Damit das so bleibt und stetig weiterentwickelt werden kann, brauchen wir auch ihre Unterstützung am 18. September: Links wählen heisst DIE LINKE wählen.

Mit freundlichem Gruß
Dr. Wolfgang Albers