Portrait von Ulrike Höfken-Deipenbrock
Ulrike Höfken-Deipenbrock
Bündnis 90/Die Grünen
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Ulrike Höfken-Deipenbrock zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.
Frage von Martin H. •

Frage an Ulrike Höfken-Deipenbrock von Martin H. bezüglich Umwelt

Sehr geehrte Frau Höfken-Deipenbrock,

Im Deutschen Bundestag gab es eine Petition, die sich mit der Thematik Geo-Engineering befasste. Ein Thema, welches seit Jahren von offizieller Seite offenkundig verschwiegen und bisher in den Medien kaum einer Zeile gewürdigt wurde.

Wie stehen Sie persönlich zu diesem Thema?

Was können Sie zu diesem Thema mitteilen?

Sind Sie als Bundestagsabgeordnete ausreichend informiert?

Können Sie in Erfahrung bringen, warum die Öffentlichkeit, bei einem für die Gesundheit der Menschen und Tiere so wichtigen Thema, außen vorgelassen wird?

Ich danke für Ihre Antworten im Voraus.

Hochachtungsvoll

Martin Halweg

Portrait von Ulrike Höfken-Deipenbrock
Antwort von
Bündnis 90/Die Grünen

Sehr geehrter Herr Halweg,

erstmal möchte ich mich für ihre Fragen bedanken.
Das Thema Geoengineering wird nicht verschwiegen, sondern ist noch eine junge, relativ unbekannte Wissenschaft.

Natürlich setzen meine Partei und ich uns für Umweltschutz ein und wir wollen die Erderwärmung auf maximal 2 Grad begrenzen und Deutschland wieder zum Vorreiter der Klimapolitik machen: Bis 2020 wollen wir die CO2-Emissionen um mindestens 40 Prozent reduzieren.

Wir wollen unsere Klimaziele mit den nachfolgend aufgelisteten Punkten erreichen und dafür nicht auf eine Wissenschaft, wie Geo-Engineeing angewiesen sein, bei der man sich bei der Folgeneinschätzung völlig unsicher ist:
- konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien
- Verabschiedung eines nationalen Klimaschutzgesetzes, verbindliche Minderungsziele Formulierung von Sektorzielen (Verkehr, Wohnen, Landwirtschaft…), Erfolgskontrolle und Sanktionsmöglichkeiten bei Zielverfehlung
- massive Steigerung der Energieeffizienz u.a. durch ein ambitioniertes Energieeffizienzgesetz (Einführung von Top Runner Programm, Energiesparfonds, …)
- deutliche Absenkung der CO2-Grenzwerte für PKW (ab 2020 auf unter 80 g CO2/km)
- steuerliche Anreize für sprit- und CO2-sparsame Autos; Marktanreiz- und Forschungsprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro jährlich zur Förderung von neuen Ansätzen (Elektromobilität). Ziel: Mindestens zwei Millionen Elektrofahrzeuge bis 2020 in Deutschland
- Abschaffung des Steuerprivilegs für schwere Dienstwagen, KFZ-Steuer mit deutlicher CO2-Lenkungswirkung

Weiterhin unverzichtbar: der Abbau klimaschädlicher Subventionen und die Verhinderung des Neubaus von Kohlekraftwerken durch die Festschreibung hoher Effizienzstandards im Genehmigungsrecht (mindestens 58 Prozent elektrischer Wirkungsgrad) und der Ausstieg aus der Atomenergie.

Wir stehen neuen, vielversprechenden Forschungsansätzen aufgeschlossen gegenüber. Angesichts der Knappheit der Mittel müssen wir auf die Ansätze setzen, die kurz- und mittelfristig breite Erfolge bieten können und die Menschen überzeugen. Auch in Deutschland gibt es bereits erste konkrete Projekte zu Geoengineering, wie z.B. die Simulationsstudie "CO2-Reduzierung durch künstlichen Auftrieb im Ozean" unter Leitung des IFM-GEOMAR - Leibniz- Institut für Meereswissenschaften, bei der die Ergebnisse aber sehr ernüchternd ausfielen. Mit persönlichem Interesse verfolge Ich auch weiterhin die Projektergebnisse.

Mit freundlichem Gruß

Ulrike Höfken