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Uda Heller
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Frage von Hagen H. •

Frage an Uda Heller von Hagen H. bezüglich Bildung und Erziehung

Sehr geehrte Frau Heller,

was ist aus Ihrer Sicht die Ursache des demografischen Wandels in Sachsen-Anhalt und wie sollte man damit politisch umgehen (bitte eine kurze Antwort)?

Wie kann aus Ihrer Sicht die Bundespolitik zur Stärkung des ländlichen Raumes in Sachsen-Anhalt beitragen?

Wie wird sich der ländliche Raum entwickeln, wenn so viele Grundschulen geschlossen werden, wie dies die CDU/SPD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt vorhat?

Kann bzw. soll aus Ihrer Sicht die SchulentwicklungsVO des Landes vom 30.5.2013 aufgehoben werden? Bitte begründen Sie Ihre Auffassung.

Welche Chancen sehen Sie, die Schließung vieler Grundschulen in Sachsen-Anhalt zu verhindern?

Vielen Dank schon vorab für die Beantwortung der Fragen.

Freundliche Grüße

Hagen Herholdt

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Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr Herholdt,

diese Fragen kann man nicht umfassend mit einem „ja“ oder „nein“ beantworten. Die Schulentwicklungsverordnung legt Schuleinzugsbereiche fest. Fragen Sie mich, ob ich dafür bin, kann ich Ihnen aus der Sicht meiner langjährigen Kreistagstätigkeit sagen. Einzugsbereiche negieren Schulprofile und nehmen den Eltern und Kindern Entscheidungsraum. Jedoch darf man bei dieser Diskussion nicht ausblenden, dass eben die Festlegung der Bezirke auch Planungssicherheit für die Schulen bringt. Fälle, bei denen Kinder per Losentscheid ihrer Schule zugewiesen bekommen, sind auch in LSA keine Seltenheit und sind die schlechtere Alternative zu Einzugsbereichen.

Fragen Sie mich aber zu den Schülerzahlen die die Verordnung hinsichtlich Zügigkeit und des Schulbestandes nennt, sage ich Ihnen klar, diese Verordnung nimmt den Gemeinden die Luft zum atmen. Schulstandorte prägen eine Region, eine Gemeinde, wie eine Kirche, die Freiwillige Feuerwehr und zum Teil auch der Sportplatz. Wer einer Region ihre Zukunft berauben will, muss Schulen schließen. Die angemessene Erreichbarkeit der Schulen sind Ausdruck der Lebensqualität. Will man auch den des demographischen Wandel entgegenwirken, müssen Regionen für junge Familien attraktiv sein. Eine erreichbare Schule ist dafür notwendig.

Die Chancen zur Verhinderung weiterer Schulschließungen sind mit Änderungen der Verordnung denkbar. Dazu müssen wir uns von derzeitigen Denkstrukturen auch lösen wollen. Wer sagt denn, dass Schule immer 7.30 oder 8.00 Uhr beginnen muss. Ich halte es für sehr gut möglich, dass nicht die Schüler befördert werden, sondern die Lehrkräfte im Rahmen der Möglichkeiten an verschiedenen Schulen zu verschiedenen Anfangszeiten zum Einsatz kommen. Schulanfangszeiten zu 12 Uhr sind da ebenfalls denkbar. Auch das in anderen Ländern erfolgreich durchgeführte parallel beschulen verschiedenen Klassenstufen sind im Primarbereich denkbar. Ich erkenne Möglichkeiten und weiß, dass ich keiner weiteren Schulschließung zustimmen würde. Schulen sind mit der Quell der Gemeinden, kulturell und sozial.

Eine Anmerkung sei mir noch erlaubt, ich hatte in den letzten drei Jahren durch mein Projekt "Übergangsmanagement Schule-Beruf" sehr viel mit Schul-bzw. Bildungspolitik zu tun, aber die Schulpolitik in Sachsen-Anhalt fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich von Bundestagsabgeordneten.

Freundliche Grüße aus dem Südharz - Uda Heller.