Michael Weidner
MLPD
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Frage von Matthias J. •

Frage an Michael Weidner von Matthias J. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrter Herr Weidner,

realisitisch betrachtet ist jede Stimme für Ihre Partei eine verlorene Stimme. Wo besteht der relevante Unterschied zwischen der MLPD und z. B. der Partei "Die Linke", die immerhin geringe Chancen hat, in den Bundestag einzuziehen? Können Sie bitte darlegen, warum es Sinn machen soll, Sie oder Ihre Partei zu wählen? Sind Stimmen für Sie und andere linke Splitterparteien nicht am Ende genau die Stimmen, die am Ende einer SPD-geführten Regierung fehlen und somit Schwarz-Gelb erst ermöglichen?

Antwort von
MLPD

Sehr geehrter Herr Junk,

ich halte eine Stimme für die Internationalistische Liste/MLPD für die einzig nicht verlorene Stimme, weil sie die antikapitalistische Richtung stärkt. Jede Stimme für eine bürgerliche Partei ist dagegen eine verlorene Stimme, weil sie den herrschenden Verhältnissen nicht wirklich etwas entgegensetzt. Ich gehe mit Ihnen nicht einig, dass eine SPD-geführte Regierung automatisch besser wäre als eine Schwarz-Gelbe. Hat doch eine SPD/Grünen-Regierung die Hartz-Verarmung-Gesetze beschlossen, mit dem Kosovokrieg 1999 den ersten Kriegseinsatz von deutschem Boden nach dem II. Weltkrieg geführt. Die Führung der Partei „Die Linke“ strebt nach Regierungsbeteiligung mit genau dieser SPD und diesen Grünen. Damit wärmt sie die Illusionen in die Reformierbarkeit des Kapitalismus auf, die doch gerade ständig an der Wirklichkeit in Deutschland und weltweit zerplatzen. Die Entwicklung der Linken zeigt: Nicht sie zähmt den Kapitalismus, sondern sie selbst wird, wie schon die Grünen, vom Kapitalismus gezähmt.

Die Frage ist doch, wie kommen tatsächliche gesellschaftliche Veränderungen zustande? Das kann nur eine Arbeiter- und Volksbewegung, die sich im Kampf auf der Straße, in den Betrieben usw. um soziale, ökologische und Friedensfragen immer enger zusammenschließt. Diesem Gedanken ist die Internationalistische Liste/MLPD und ihre Kandidaten verpflichtet. Deshalb machen wir auch keine Versprechungen, sondern fordern in unserem Wahlprogramm auf: „Mach mit! Damit sich wirklich etwas ändert“ und das über die Wahlen hinaus. Ist es nicht an der Zeit, sich vom kleineren Übel-Gedanken zu lösen und das größte Übel, den Kapitalismus – Imperialismus, ins Visier zu nehmen?

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weidner