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Frage von Corinna S. •

Frage an Michael Siethoff von Corinna S. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrter Herr Siethoff,

über Internet habe ich erfahren, dass es in ihrer Heimatstadt gerade eine große Diskussion zum Thema Moscheebau gibt. Gerade kurz vor einer Wahl vermeiden PolitikerInnen großer Parteien sich zu so einem heiklen Thema zu äussern. Wie ist ihre Meinung zu diesem konkreten Thema "Moscheebau in Barendorf"?

Mit freundlichen Grüßen
Corinna Schade

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Antwort von
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Hallo Frau Schade,

ja vielen Dank für Ihre Frage und für Ihr Interesse. Nicht erst seit Duisburg-Marxloh entzünden sich ja immer wieder sehr emotionale Diskussionen zu dem Thema Moscheebau in Deutschland. Um auch die LeserInnen kurz ins Bild zu setzen, die die aktuelle Diskussion in Iserlohn nicht kennen:

In dem Ortsteil Barendorf möchte die Ahmadiyya-Gemeinde eine Moschee bauen. Die Ahmadiyya sind eine Abspaltung innerhalb des Islam. Gegen diesen Bau wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, bzw. ein Bürgerbegehren. Offiziell geht es bei diesem Begehren um die Parkplatzsituation in Barendorf, inoffiziell soll der Bau der Moschee verhindert werden.

Mir persönlich hat bisher noch niemand klar machen können, weshalb dieser Ahmadiyya-Gemeinde die Moschee verwehrt werden sollte. Sie sollen gegen das Christentum sein, antisemitisch und vom Verfassungsschutz überwacht werden. Letzteres ist laut wikipedia nicht der Fall und sie sind auch nicht mehr imperalistisch, als die katholische Kirche antiislamistisch ist. Jede Glaubensrichtung hat halt ihren Alleinvertretungsanspruch. Wir haben in Deutschland das grundgesetzlich verankerte Recht der Religionsfreiheit und das gilt auch für die Ahmadiyya-Gemeinde! Genau um diese Frage geht es und formaljuristisch um zunächst einmal nichts anderes. Da mir also niemand das Gegenteil beweist, bin ich für den Bau dieser Moschee, bzw. ja wenn sie denn wollen, sollen sie es halt machen.

Das andere islamische Gruppierungen sich gegen diese Gemeinde aussprechen, mag mich argumentativ auch nicht überzeugen. Die Zeugen Jehovas werden von der katholischen Kirche auch als Sektierer bezeichnet. Trotzdem bauen sie ihre Königssäle.

Die andere Frage ist die Frage der Integration und der Integrationsbereitschaft. Und diese Diskussion und das Bürgerbegehren zeigen da wohl mehr als deutlich, dass es da noch erhebliche Defizite hat! Da schließe ich mich selber auch durchaus ein. Der Islam ist mir fremd, die Riten und Vorstellungen im Einzelnen kenne ich nicht oder kaum. Angebote wie den Tag der offenen Moschee habe ich bisher auch nicht wahrgenommen. Die katholische Kirche kenne ich, da ich mal selber Messdiener war. Aus dieser Glaubensrichtung bin ich ausgetreten, trotzdem ist sie mir nicht fremd. Wir brauchen schon alle den Willen zum gemeinsamen Zusammenleben, ansonsten wird es immer wieder zu Reibungspunkten kommen. Und das natürlich von beiden Seiten!

Dass ein türkischer Ministerpräsident Erdogan diese Integrationsbereitschaft mehr als einmal konterkariert hat, ist klar. Aber deshalb können wir nicht seine Verfehlungen hier in Iserlohn konkret der Ahmadiyya-Gemeinde vorhalten, wie es z.B. das SPD-Mitglied Pinzler gemacht hat. Wie schon oben erwähnt, wir haben ein Grundgesetz, welches hier in Deutschland gilt und sich auch bewährt hat. Und das ist auch gut so!

Mit besten Grüßen

Michael Siethoff