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Frage von Torsten L. •

Frage an Jochen Hartloff von Torsten L. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

Sehr geehrter Herr Hartloff,

ich hätte eine Frage bzgl. der Hochschulen, genauer gesagt bzgl. des Hochschulzugangs in Rheinland-Pfalz, an Sie:
In Deutschland gibt es ja nach wie vor im Ländervergleich eine zu geringe Anzahl an Hochschulabsolventen. Meiner Meinung nach wird diese Entwicklung durch die Einführung von Studiengebühren in einzelnen Bundesländern aber zusätzlich verschärft. Deshalb meine Frage: Wie lange kann sich Rheinland-Pfalz noch dem Druck widersetzen, keine Studiengebühren ein zu führen? Daraus ergibt sich für mich auch folgende Anschlussfrage:
Sollte es in Rheinland-Pfalz weiterhin ein gebührenfreies Studium geben, wird es aus den umliegenden Bundesländern zu großen Wanderbewegungen von Studenten in Richtung Rheinland-Pfalz geben. Wie kann man seinen eigenen „Landeskindern“ den nun einen Studienplatz garantieren? Ich bedanke mich für die Bearbeitung meiner Fragen schon an dieser Stelle bei Ihnen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Torsten Luft

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Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Luft,

Vielen Dank für Ihre Fragen. Ich werde mir größte Mühe geben und versuchen, Ihre Fragen umfassend zu beantworten. Zu Ihrer ersten Frage: Rheinland-Pfalz wird mit einer SPDRegierung keine Studiengebühren erheben, so viel ist sicher. Auch wir teilen Ihre Auffassung, dass Bildung das höchste Gut der Menschen ist und es muss auch weiterhin möglich sein, das junge Menschen aus finanzschwächeren Familien einen freien Zugang zu unseren Universitäten erhalten. Deshalb setzen wir auf unser Studienkontenmodell. Studienkonten belohnen unsere Studenten auch für ein zügiges Studium, indem Restguthaben für kostenfreie Weiterbildungsmaßnahmen und Zweitstudien eingesetzt werden können. Wir wollen, dass der Staat den Hochschulen die notwendigen Kosten für einen Studienplatz vergütet. Nun kommen wir zu Ihrer zweiten Frage: Bei der Hochschulfinanzierung wollen wir das so genannte Verursacherprinzip einführen. Das bedeutet, einfach gesprochen, nicht das Bundesland, welches die Studienplätze zur Verfügung stellt, sondern das Herkunftsland des Studenten, soll bezahlen. Ähnlich wird dies im Übrigen in der Schweiz geregelt. Damit erhoffen wir uns auch endlich produktive Wettbewerbsstrukturen, zu deren größten Profiteuren die Studenten zählen. Natürlich werden wir dafür Sorge tragen, dass alle unsere „Landeskinder“ mit einem qualifizierten Abitur und damit dem Recht auf Hochschulzugang einen Studienplatz in Rheinland-Pfalz erhalten und somit an unseren Hochschulen ein Studium beginnen können. Das Land hält im Gegensatz z. B. zu Bayern mehr Studienplätze vor, als diese von Landeskindern in Anspruch genommen werden. Ich hoffe sehr, dass ich Ihnen mit meinen Antworten behilflich sein konnte. Sollten Sie weitere Nachfragen zu diesem oder anderen Themen haben, so wenden Sie sich gerne an mich.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Hartloff, MdL