Patrick Breyer (Piratenpartei)
Abgeordneter Landtag Schleswig-Holstein

Grunddaten
Patrick Breyer
Jahrgang
1977
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
Kiel
Wahlkreis
Landeslistenplatz
4, über Liste eingezogen
(...) Die Nichtumsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland zu kritisieren, ist eine vollkommen inakzeptable Position. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.06.2012
Von:

Moin moin Patrick Breyer,

die folgende Frage richte ich an Sie als den Vorsitzenden der Piratenfraktion im schleswig-holsteinischen Landtag.

Die Piratenpartei SH und die Jungen Piraten haben die beiden Volksinitiativen von Mehr Demokratie e.V. für mehr Demokratie in Schleswig-Holstein aktiv als Bündnispartner unterstützt.

Im nun vorliegenden Koalitionsvertrag von SPD-B90G-SSW ist aber insbesondere der Anlass für die 2. Initiative (Mehr Demokratie in Schleswig-Holsteins Gemeinden und Kreisen) nicht berücksichtigt. Nach wie vor soll die so wichtige Angelegenheit der Bauleitplanung, die in anderen Bundesländern den Hauptanlass für Bürgerbegehren und -entscheide darstellt, in Schleswig-Holstein der direkten Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger vorenthalten bleiben.

Werden Sie als Abgeordneter der Piratenfraktion im schleswig-holsteinischen Landtag sich von einem Ministerpräsidentenkandidaten schriftlich, bevor er evtl. Ihre Stimme bei der Wahl zum Ministerpräsidenten bekommt, bestätigen lassen, dass er die Anliegen von Mehr Demokratie e. V. (u .a. Zulassung der Bauleitplanung bei Bürgerbegehren und –entscheiden) in einem entsprechenden Änderungsgesetz umsetzen wird, um auf diesem Wege (nicht nur) Ihren Wählerinnen und Wählern den unbedingten Willen der Piratenabgeordneten zur Demokratisierung unseres Gemeinwesens zu demonstrieren?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Patrick Breyer
bisher keineEmpfehlungen
14.06.2012
Patrick Breyer
Sehr geehrter Herr ,

es freut mich, dass Sie sich für die wichtige Initiative für Mehr Demokratie in Schleswig-Holsteins Gemeinden und Kreisen einsetzen. In der Tat sollen nach dem Willen der Koalition die wichtige Angelegenheit der Bauleitplanung, die in anderen Bundesländern den Hauptanlass für Bürgerbegehren und -entscheide darstellt, in Schleswig-Holstein der direkten Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger vorenthalten bleiben.

Wir haben dies im zuständigen Innenausschuss kritisiert und darauf verwiesen, dass auch Bayern eine solche Beteiligungsmöglichkeit hat. Auch haben wir Herrn Albig anlässlich unseres Gesprächs am Montag persönlich darauf angesprochen. Er hat angekündigt, sich zusammen mit dem Innenminister Breitner die Sachlage in Bayern und anderen Bundesländern anzusehen.

Nichtsdestrotrotz hat der Landtag diese Woche (gegen die Stimmen von PIRATEN und FDP) die Volksinitiative abgelehnt. Wir bedauern dies sehr.

Ob und welche Piratenabgeordnete ihre Wahl des Ministerpräsidenten von dieser Frage abhängig gemacht haben, kann ich nicht sagen, weil wir das Wahlgeheimnis auch untereinander respektieren. Ich selbst habe die Frage in meine Wahlentscheidung als Negativpunkt einfließen lassen. Ich weise allerdings darauf hin, dass die Mehrheit der an einer Umfrage teilnehmenden Piraten in Schleswig-Holstein für die Wahl von Herrn Albig zum Ministerpräsidenten war, und zwar auf der Grundlage des vorliegenden Koalitionsvertrags.

Beste Grüße,
Patrick Breyer
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.06.2012
Von:

Moin Patrick,

im Artikel www.vorratsdatenspeicherung.de schreibst du:
"Überraschend plädierte auch der innenpolitische Sprecher der Grünen Wolfgang Wieland für eine Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland."

Liest man das Wortprotokoll geht daraus eindeutig hervor, dass Herr Wieland GEGEN eine VDS ist. Lediglich die verfassungskonforme Umsetzung sei ein Problem.

Warum schreibst du sowas? Das hatte die Auswirkung, dass andere einen Artikel mit reißerischer Aufmachung schreiben, dass die Grünen im Hinterzimmer für eine VDS seien, was nicht wahr ist.
Ich wünsche mir, dass die Piraten nicht auch noch anfangen, pauschal gegen politische Kollegen (ja, es sind Kollegen, man möchte das Gleiche auf verschiedenen Wegen) wettern und sie schlecht machen.

Vielen Dank!
, Pirat

Klarmachen zum Ändern!
Antwort von Patrick Breyer
1Empfehlung
12.06.2012
Patrick Breyer
Lieber ,

im Sinne eines ehrlichen politischen Diskurses ist es auch mir wichtig, andere Volksvertreter respektvoll zu behandeln und nicht alleine aus parteipolitischen Motiven herabzusetzen.

Dem innenpolitischen Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion Wolfgang Wieland ist jedoch objektiv vorzuwerfen, dass er in nicht-öffentlicher Sitzung des Innenausschusses des Bundestages erklärt hat, die Vorratsdatenspeicherung zwar abzulehnen; in Bezug auf die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gelte aber: "Europäisches Recht ist umzusetzen, da kann es keinen vernünftigen Zweifel geben. Wir sehen keine Umsetzung, das ist die Kritik."

Die Nichtumsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland zu kritisieren, ist eine vollkommen inakzeptable Position. Die Nichtumsetzung entspricht dem Willen von zwei Dritteln der Deutschen, die nicht ohne jeden Anlass alle ihre Kontakte, Bewegungen und Internetnutzungen aufzeichnen und mitprotokollieren lassen wollen. Die EU-Richtlinie zur Vorratsspeicherung aller Verbindungsdaten verletzt unsere Grundrechte massiv und wird deswegen voraussichtlich im nächsten Jahr vom EU-Gerichtshof für ungültig erklärt werden.

Jetzt eine Einigung der schwarz-gelben Bundesregierung zu fordern, ist höchst kontraproduktiv, weil ein "Kompromiss" zwischen den Positionen von CDU/CSU und FDP nur auf eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung hinaus laufen könnte.

Ferner hat Herr Wieland der Bundesregierung vorgeworfen, dass sie sich nicht "wenigstens" auf "den Vorschlag der Bundesjustizministerin - Quick Freeze und 7 Tage IP-Adressen zu speichern", geeinigt habe. Damit hat er eine wenigstens siebentägige Protokollierung aller unserer Internetverbindungen gefordert, was vollkommen inakzeptabel ist, weil das Recht auf anonyme Information und Kommunikation über das Internet für Menschen in vielen Situationen unverzichtbar ist. Nähere Informationen zur IP-Vorratsdatenspeicherung findest du beim AK Vorrat ( www.vorratsdatenspeicherung.de ).

Es freut mich, dass sich Herr Wieland jetzt wieder öffentlich für eine Abschaffung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung ausspricht. Dies ändert aber nichts daran, dass er in der Sitzung des Innenausschusses hinter verschlossenen Türen und unter Innenpolitikern noch die Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung gefordert hat.

Diese Diskrepanz lässt daran zweifeln, ob sich die persönliche Meinung von Herrn Wieland als innenpolitischem Sprecher tatsächlich mit der ablehnenden Position der Grünen Bundestagsfraktion zur Vorratsdatenspeicherung deckt.

Es weckt böse Erinnerungen an die rot-grüne Regierungszeit, während der - unter Beteiligung von Herrn Wieland und anderen - ein regelrechter Überwachungswahn um sich gegriffen hat, mit dessen Folgen wir bis heute leben müssen. Eine lange Liste der damals beschlossenen Überwachungsgesetze findest du auf meiner Homepage: www.daten-speicherung.de . Vor dem Hintergrund der damaligen rot-grünen "Kompromisse" reagiere ich besonders empfindlich, wenn sich in der zentralen Frage der Vorratsdatenspeicherung wieder ein mögliches grünes Einknicken andeutet. Zumal die Grünen in Baden-Württemberg, obwohl die SPD dort nur den Juniorpartner der Regierung stellt, einem Koalitionsvertrag zugestimmt haben, demzufolge man bei der Vorratsdatenspeicherung bloß auf die Einhaltung der Grenzen des Bundesverfassungsgerichts achten will, das eine bis zu sechsmonatige Vorratsdatenspeicherung für grundgesetzkonform hält. Erfreulicherweise ist in Schleswig-Holstein, wo wir PIRATEN deutlich Druck in der Frage der Vorratsdatenspeicherung gemacht haben, nun erstmals eine klare Absage an jede Form der Vorratsdatenspeicherung vereinbart worden.

Mit freundlichem Gruß,

Patrick
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.08.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Breyer,

Auszug aus der Startseite - Katja Dörner(Grüne im Bundestag)
katja-doerner.de/
Du bist hier: Katja Dörner » Kindersoldaten

Höchst problematisch sind bereits die einseitig beschönigenden Maßnahmen der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, die gezielt junge Menschen ansprechen sollen. Die Bundesregierung hält es für unproblematisch, wenn die negativen Seiten der Tätigkeiten bei den Streitkräften – Töten, physisch oder psychisch verwundet oder auch getötet werden – verschwiegen werden, wenn die jungen Menschen dadurch nur erst mal zum Wehrdienstberater gelockt werden. Über Gefahren und Risiken soll erst in den Beratungsgesprächen gesprochen werden. Statt einer umfassenden Aufklärung über die Risiken einer Tätigkeit bei den Streitkräften erhalten die Jugendlichen und ihre Eltern ein Merkblatt mit den Pflichten der Soldatinnen und Soldaten, das sie zu unterschreiben haben.

Aus dem Gesetz gegen Unlauteren Wettbewerb:
§ 4 Beispiele unlauterer geschäftlicher Handlungen Unlauter handelt insbesondere, wer
2. geschäftliche Handlungen vornimmt, die geeignet sind, geistige oder körperliche Gebrechen, das Alter, die geschäftliche Unerfahrenheit, die Leichtgläubigkeit, die Angst oder die Zwangslage von Verbrauchern auszunutzen;
Zur Anwendbarkeit: Die Bundeswehr konkurriert bei der Personalsuche mit zivilen Arbeitgebern und anderen Freiwilligendiensten.

In Bedingt einsatzbereit: Bundeswehr gehen die Soldaten aus - NDR.de
daserste.ndr.de
31. März 2011 –
sagte der Wehrbeauftragte Robbe: Es darf bei der Werbung nicht unterlassen werden, darauf hinzuweisen, daß der Soldat Leben und Gesundheit riskiert.

Verstößt die Bundeswehr gegen das Gesetz gegen Unlauteren Wettbewerb?
Falls Sie das trotz der Äußerung des Wehrbeauftragten verneinen: Aus welchen Gründen?
Rechtfertigen hoheitliche Aufgaben einen Verstoß gegen das UWG?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Patrick Breyer
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05.11.2012
Patrick Breyer
Sehr geehrter Herr ,

es freut mich, dass sie sich für mehr Transparenz und Risikoaufklärung junger Menschen, die von der Bundeswehr umworben werden, einsetzen. Ich unterstütze Ihr Anliegen. Jedoch ist der Landtag, dem ich angehöre, für die Bundeswehr nicht zuständig. Daher empfehle ich Ihnen, eine Petition beim Deutschen Bundestag einzureichen.

Beste Grüße,

Patrick Breyer
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