Otto Fricke (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Otto Fricke
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
21.11.1965
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Krefeld
Wahlkreis
Krefeld I - Neuss II
Ergebnis
12,3%
Landeslistenplatz
7, Nordrhein-Westfalen
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(...) Die FDP will den Emissionshandel, der sich bewährt hat, über die bisherigen Bereiche Industrie und Energie sowie Luftverkehr auch auf den gesamten Verkehrs- und Wärmesektor ausweiten und hierdurch bedingte Zusatzbelastungen für den Verbraucher durch Steuersenkungen ausgleichen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
20.03.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Fricke,

dem Kölner Stadtanzeiger vom 22.2.2012 konnte ich entnehmen, dass die Bundesfamilienministerin ein privates Projekt der Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer, nämlich das Archiv im sogenannten Frauen-Media-Turm in Köln, mit 600.000 EUR verteilt auf vier Jahre subventionieren wird. Der Bayenturm in Köln ist zugleich Sitz von Verlag und Redaktion.

Dem Artikel konnte auch entnommen werden, dass

1. zuvor die Landesregierung NRW eine weitere Förderung aus Gründen des Sparzwanges ablehnte (siehe auch ZEIT vom 16.2.2012, darin die zitierte Aussage der NRW-Frauenministerin:"Es gehört nicht zum Fördertatbestand des Frauenministeriums, Archive zu fördern.")
2. zuvor die Stadt Köln ebenso eine Unterstützung aus denselben Gründen verweigerte
3. nach Aussage des Ministeriums dieses Geld innerhalb weniger Tage und ohne Antrag zugesagt wurde
4. nach Aussage der Archivbetreiber pro Jahr lediglich etwa 250 (!) Personen das Archiv in Anspruch nahmen, ein bundesweites, öffentliches Interesse also auszuschließen ist
5. das Archiv nur begrenzt öffentlich zugänglich ist (laut ZEIT vom 16.2.2012 nur nach telefonischer Voranmeldung und gegen eine Gebühr von 5 EUR)

Da jeder weiß, dass man staatliche Unterstützung für private Projekte nur bei einem signifikanten öffentlichen Interesse und ganz sicher nicht innerhalb weniger Wochen und schon garnicht ohne nachvollziehbaren und begründeten Antrag erhält, möchte ich von Ihnen als Mitglied des Haushaltsausschusses wissen, ob Ihnen dieser Vorgang bekannt ist und wie Sie ihn vor dem Hintergrund der allenthalben beklagten, öffentlichen Finanzprobleme bewerten.

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Otto Fricke
2Empfehlungen
11.04.2012
Otto Fricke
Sehr geehrter Herr ,

über Ihre Frage zum Frauenmediaturm (FMT) habe ich mich sehr gefreut, gerade weil dieses Beispiel ein klassischer Fall politischer Abwägung darstellt und sehr gut beschreibt in welchem Spannungsverhältnis sich Haushaltspolitik bewegt.
Hier steht der allgemeine Sparzwang gegenüber dem berechtigten Interesse an diversifizierter "kultureller" Förderung. Für fast jeden Posten im Haushalt werden Sie Befürworter oder Gegner finden, die ein Projekt gefördert sehen wollen oder eben nicht. Diese Bundesregierung versucht sich in einem ausgewogenen Maße zwischen Haushaltskonsolidierung und geeigneter Rahmensetzung respektive gezielter Förderung in den Bereichen Wirtschaft, Steuern, Infrastruktur, Bildung und Kultur.
Deutschland hat eine Tradition in einer ausdifferenzierten Kultur- und Bildungsfinanzierung und damit nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gesamtgesellschaftlich national wie international eine große Anerkennung erlangt. Auch sehe ich Kultur- immer auch als Bildungsförderung, wenngleich diese primär in der Hand der Bundesländer liegt.
Gerne gehe ich auch auf Ihre Fragen im Detail ein. Die Gründe, warum die rot-grüne Landesregierung die Förderung gestrichen hat, sind mir nicht klar geworden. Begründet wurde die Kürzung zwar mit der zwingenden Haushaltskonsolidierung, wir wissen jedoch, dass genau diese Landesregierung mit ihrem Haushalt wegen einer zu hohen Neuverschuldung mit Urteil des Landesgerichtshofes gescheitert ist. In diesem Zusammenhang wurde die Förderung mit "frauenpolitischem Bezug" nicht etwa gekürzt, sondern für 2011 um knapp 13,5 Mio. von ca. 44 Mio. auf 57,5 Mio. Euro erhöht. Also wurden die freigewordenen Mittel nicht etwa gekürzt, sondern nur anderweitig verwendet.
Grundsätzlich kann ich Ihrer Argumentation, dass nur noch Projekte mit einem hohen öffentlichen Interesse gefördert werden dürfen, folgen, spiegelt sich darin ja eine ganz aktuelle Debatte wieder www.welt.de dennoch kann man auch hier anderer Auffassung sein. Wenn wir uns z.B. die Grundlagenforschung im Bereich der Biomedizin oder anderer Fachbereiche anschauen, ist zunächst das öffentliche Interesse als gering einzustufen, langfristig ist sie jedoch Ausgangspunkt für technische Innovation und für eine auf Nachhaltigkeit zielende Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Diese Beispiele ließen sich für verschiedene Universitätsfächer, Theater, Kunstprojekte etc. fortführen. Aber in der Vielfalt unserer Wissenschaft, unserer Bildung und Kultur liegt auch die Stärke der deutschen Gesellschaft. Dies sollte bei den notwendigen Einschnitten im den Haushalten nicht vergessen werden. Darüber hinaus haben die Ministerien auch im Rahmen Ihrer zugebilligten Budgets den notwendigen Spielraum, um verschiedene Projekte zu fördern.
Im Rahmen meiner Auseinandersetzung mit ihrer Anfrage, habe ich mich nun beim Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend informiert und möchte Ihnen nachfolgend die Begründung des Ministeriums zuleiten:
Die Unterstützung des FrauenmediaTurms soll im Kontext einer Projektförderung erfolgen. Die Grundlagen hierfür finden sich in den Richtlinien über die Gewährung von Zuschüssen und Leistungen für Aufgaben der Gleichstellung von Frau und Mann. Der Bund gewährt dabei nach Maßgabe der §§ 23, 44 BHO, der zu §§ 23, 44 BHO erlassenen Verwaltungsvorschriften und nach dieser Richtlinie Zuschüsse und Leistungen nach Kapitel 1702 Titel 684 21 des Bundeshaushalts für Aufgaben der Gleichstellungspolitik (Projektförderung).
Zugesagt wurde gegenüber dem FrauenmediaTurm die Bereitstellung von Mitteln für den Fall einer positiv abgeschlossenen Prüfung einer Förderung gemäß den Anforderungen der BHO.
Die Bundesregierung ist der Ansicht, dass das Dokumentieren des Ringens um Emanzipation nicht nur für die Kontinuität einer wirklichen Gleichberechtigung der Geschlechter von großer Bedeutung ist. Ein gesichertes Archiv zur Geschichte der Emanzipation wäre auch für die folgenden Generationen ein lehrreicher Augenöffner. Grundsätzlich ist festzustellen, dass das Archiv "FrauenmediaTurm" solche wertvollen Dokumente von erheblicher Bedeutung für die Frauenpolitik und deren neuere Geschichte bezogen auf die gesamte Bundesrepublik enthält, die bundesweit zugänglich gemacht sind. Aus gesellschafts- und frauenpolitischen Gründen ist es das Ziel der Bundesregierung, dass dieses Archiv als Ort der Dokumentation von zeitgeschichtlich wichtigen Entwicklungsprozessen erhalten bleibt."
Trotz mancher Meinungsverschiedenheiten mit Frau Schwarzer, gebe ich ihr Recht, dass die Frage der Gleichstellung von Mann und Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und in Zukunft ein überaus relevantes Thema für unser Land war, ist und bleibt.


Mit freundlichen Grüßen
Otto Fricke
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Frage zum Thema Finanzen
31.03.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Bundestagsabgeordneter Fricke,

können Sie mir die unklare Haltung der FDP zum ESM erklären? Ihr Parteivorsitzender Rösler erklärte, daß es mit den Liberalen keine Aufstockung des ESM mehr gibt.
www.liberale.de

Bereits einen Tag später nach dieser Pressemitteilung entschieden die Finanzminister der EU den ESM auf 800 Milliarden Euro aufzustocken.
derstandard.at

Ist das nun Wortbruch? Müßte nicht jetzt die FDP die Koalition kündigen oder zumindest Rösler zurücktreten?

Jetzt wird in allen Gazetten diese Aufstockung als Brandmauer oder gar als "Atombombe" verkauft. Können Sie mir das mal erklären, wenn die FDP behauptet je niedriger der ESM angesetzt ist, je geringer sind die Gefahren für den deutschen Steuerzahler, wenn andererseits alle Welt bereits nach Billionen schreit, weil das sicherer sei (auch für den deutschen Steuerzahler)?

Wie oft wurde der Rettungsschirm EFSF bereits das "aller allerletzte" Mal erhöht?

Heute lese ich, daß Schäuble mal so locker weitere 40 Milliarden Euro in den IWF rüberschiebt. Hat über diese riesige Summe auch der Bundestag ein Mitspracherecht?
www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de

Was will man damit erreichen, wenn der EFSF parallel zum ESM weiterläuft? Geplant war doch eine Ablösung? Blicken unsere Bundestagsabgeordneten überhaupt noch durch oder müssen sie wieder erklären, ich stimme für den ESM, ohne mich auszukennen?

Wieso haben Abweichler zu diesem Thema in Ihrer Faktion (und auch bei den anderen) kein Rederecht.
www.facebook.com

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Finanzen
31.03.2012
Von:
Uwe

Guten Tag Herr Fricke,

wenn der Rettungsschirm installiert ist, darf der Gouverneursrat Zugriff auf die deutschen Staatsfinanzen nehmen.
Ist es richtig, dass dann innerhalb von 7 Tagen Gelder aus Deutschland angefordert werden können?
Ist es richtig, dass es dagegen kein Widerspruchsrecht gibt?
Ist es richtig, dass Sie dieser Vereinbarung im Bundestag zustimmen werden?
Wenn ja, wie sehen Sie in unseren GG verankerten demokratischen Kontrollpflichten?
Wie erklären Sie dann dem Bürger Ihre politische Verantwortung für diese intransparente Vereinbarung?
Woher nehmen Sie die Gewissheit dass weder Renten- noch Krankenkassen Gelder beisteuern müssen?

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Frage zum Thema Verbraucherschutz
02.04.2012
Von:

Hallo

war 2009 mehr netto für alle ein wahlkampftrick ?
zuvor sagte man bei jeder gelegenheit der staat hat geld wie heu

mfg


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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.04.2012
Von:

Sehr geehrte Herr Fricke,

der Presseberichterstattung nach haben Sie als Mitglied des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung dafür gestimmt, dass Bundestagsabgeordnete keine freies Rederecht mehr besitzen, sondern nur noch dann reden dürfen, wenn ihre Fraktion es erlaubt. Ich beziehe mich folgende Presseberichterstattung darüber:

Rederecht im Bundestag: Fraktionen planen Maulkorb für Abgeordnete
Quelle: www.sueddeutsche.de

Bundestag: Fraktionen wollen Rederecht der Parlamentarier einschränken
Quelle: www.spiegel.de

Wie begründen Sie Ihre Entscheidung, sich selbst und ihren Bundestagsabgeordnetenkollegen einen Maulkorb verpassen zu wollen? Degradieren Sie sich dadurch nicht selbst zum Stimmvieh?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Otto Fricke
1Empfehlung
25.05.2012
Otto Fricke
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Sorge um die parlamentarische Vielfalt im Deutschen Bundestag. Zu der Frage des Rederechts einzelner Abgeordneter im Plenum des Deutschen Bundestages haben mich zahlreiche, teilweise gleichlautende Schreiben erreicht. Ich erlaube mir daher, Ihnen über Abgeordnetenwatch eine Antwort zukommen zu lassen, die auch andere Bürgerinnen und Bürger erhalten haben.
Ich möchte Ihnen meine persönliche Sicht der Dinge darlegen und Ihnen mit dem Link zu zwei Pressemitteilungen meines Kollegen Jörg van Essen die Meinung der Fraktion darstellen www.liberale.de . Daneben finden Sie hier eine gemeinsame Pressemitteilung von MdB van Essen und MdB Altmaier www.joerg-van-essen.de beraten-werden Herr van Essen hat die Problematik auch in einem Interview auf WDR5 www.wdr5.de
Um es direkt vorab zu sagen: einen "Maulkorb" wird es mit mir nicht geben. Für mich persönlich ist das Rederecht für jeden Abgeordneten ein hohes Gut, zumal ich als "Haushälter" sehr oft in der Position stecke, eine andere Meinung zu haben als meine Fraktionskollegen.
Die Frage wann ich diese im Plenum sage, also nicht ob, ist nach meiner Meinung eine Frage die ich mit meinen Fraktionskollegen absprechen muss. Deswegen entscheidet ja auch die Fraktion in einem demokratischen Verfahren bzw. in Zusammenarbeit in der Fraktionssitzung, wer für die Fraktion reden soll.
Aus meiner persönlichen Sicht möchte ich noch hinzufügen, dass die Frage ob man redet, ob man eine Erklärung zu Protokoll, eine Kurzintervention oder eine persönliche Erklärung abgibt auch von der Bedeutung der Debatte nicht getrennt werden kann. Letztlich muss für den Bürger eine eigene Meinungsbildung möglich sein. Insofern muss eine Debatte im Ergebnis immer so sein, dass sie für den Zuhörer/Zuschauer/Leser eine Möglichkeit bietet, die Argumente selbst zu wägen. Wenn es nun aber so wäre, dass jeder der 600 Abgeordneten sich jedes Mal zu Wort melden kann, würde dies dem Bürger in letzter Konsequenz gar nicht mehr die Möglichkeit geben, eine eigene Einschätzung zu finden.
Natürlich spielt bei der Frage, wann und wo der einzelne Abgeordnete (durch den Bundestagspräsidenten) in eine Debatte einzubringen ist eine große Rolle, ob das Für und Wider sich bereits durch unterschiedliche Fraktionsmeinungen ergibt, oder ob, wie im Fall der Euro-Entscheidung, vier Fraktionen der gleichen Meinung sind und nur einzelne Abgeordnete eine andere Meinung vertreten. Denn es geht im Plenum weniger um die Frage welche Fraktion redet, sondern welche Argumente von wem in welche Richtung in die Diskussion eingebracht werden.
Letztlich hat dies 60 Jahre lang im Rahmen eines "gentlemen/-women agreement" funktioniert und wenn es nach mir ginge, könnte es auch dabei bleiben, wobei dann sowohl Fraktion als auch einzelne Abgeordnete das große Ganze weiterhin im Auge behalten müssen.
Es geht also nicht um die Beschneidung von Grundrechten für Abgeordnete, sondern lediglich um das Wie der Handhabung. Letztlich wird eine Lösung gefunden werden, die sowohl dem freien Mandat, als auch der Mehrheitsentscheidung einer Fraktion Rechnung trägt.
Ich hoffe, diese kurze Einschätzung und Information war für Sie ein hilfreicher, wenngleich später Beitrag zur Diskussion.

Herzliche Grüße,

Ihr Otto Fricke
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