Olaf Michael Ostertag (DIE LINKE)

Olaf Michael Ostertag
Jahrgang
1969
Berufliche Qualifikation
Schauspieler, Autor, Regisseur
Ausgeübte Tätigkeit
Kabarettist, Entertainer
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Steglitz - Zehlendorf
Ergebnis
5,5%
Landeslistenplatz
8, Berlin
(...) Daher kann ich sowohl für meine Partei als auch für mich persönlich sagen: Wir kämpfen für deutliche Einkommensverbesserungen im Öffentlichen Dienst, auch und gerade in Berlin. (...)
 
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Frage zum Thema Wirtschaft
19.08.2009
Von:

Guten Tag Herr Ostertag!

Ich habe kürzlich ein sehr interessantes Wahlplakat mit Ihrem Vorsitzenden Gregor Gysi darauf gesehen. Er verspricht "Reichtum für alle"! Um welche Summe handelt es sich dabei? Ich würde gern wissen, wieviel meine Stimme Wert ist.

Ein Wähler
Antwort von Olaf Michael Ostertag
1Empfehlung
20.08.2009
Olaf Michael Ostertag
Guten Tag Herr !

Vielen Dank für Ihre Frage. Der Slogan "Reichtum für alle" bezieht sich auf den früher von der SPD gewählten Slogan "Wohlstand für alle", der sich wiederum auf den gleichnamigen Buchtitel des früheren Wirtschaftsministers Ludwig Erhard (CDU) bezog.

Gemeint ist damit in unserem Falle, dass die Gesellschaft jedem Mitglied garantiert, am allgemein erzielten Wohlstand und am Zuwachs teilzuhaben. Die Untergrenze wird dabei durch das ALG-II-Niveau definiert, das wir für einen Single auf 500,- € zuzüglich Kosten für Unterkunft und Heizung (nach ortsüblicher Vergleichsmiete = Mietspiegel) sowie unabweisbare Mehrbedarfe anheben wollen. Da wir für eine völlige Streichung des Sanktionsparagrafen 31 (SGB II) eintreten, ist somit eine Untergrenze definiert, unter die niemand mehr rutschen kann. Heute ist das anders; seit Einführung der "Hartz-IV"-Gesetzgebung ist es legal, Hilfebedürftigen im Einzelfall jegliche Unterstützungsleistung zu verweigern. Das wollen wir rückgängig machen (bis einschließlich 2004 war es selbstverständlich, dass man in Deutschland niemanden verhungern lassen darf).

Da wir gleichzeitig für einen allgemein verbindlichen gesetzlichen Mindestlohn von 10,- €/Std. in dieser Legislaturperiode eintreten und für eine Anhebung des Grundfreibetrags bei der Einkommenssteuer sowie die Beseitigung der "kalten Progression" sind, heben wir das Einkommensniveau der überwiegenden Mehrheit in der Gesellschaft spürbar an. Das ist dann vielleicht noch nicht wirklich Reichtum für alle, aber eine sehr viel fairere Möglichkeit zur Teilhabe am allgemeinen gesellschaftlichen Reichtum. Zumal die Steigerung der Nachfrage die Möglichkeit eröffnet, sich auf dem Binnenmarkt wirtschaftlich erfolgreich zu betätigen.

Falls Sie allerdings unsere Aussage so verstanden haben, dass wir Ihnen einen Festbetrag auf Ihr Konto überweisen, sofern Sie DIE LINKE wählen, dann muss ich Sie enttäuschen. WählerInnenstimmen sind sehr viel mehr wert als Geld und daher unbezahlbar.

Herzlichst, Ihr

Olaf Michael Ostertag
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Frage zum Thema Soziales und Familie
31.08.2009
Von:

Guten Tag Herr Ostertag!


Wie stehen Sie zu den Zielen der Linken, dass man einen Mindestlohn von 10 EURO einführen will. Welche Argumente führen Sie für diese Einführung an.

Meiner Meinung nach ist ein Mindestlohn ein Vorschlag, den man auf gar keinen Fall durchsetzen darf. Der Mindestlohn würde viele Arbeitgeber vertreiben, ein einfaches Beispiel zeigt dies ganz gut:
Wie soll der Dönerverkäufer A seinen Angestellten B mit 10 Euro pro Stunde bezahlen, wenn Dönverkäufer A nicht mehr als 10 Eure pro Stunde verdient?Er muss ihm wohl kündigen.
Dieses Phänomen würde in vielen Brnachen so ähnlich von Statten gehen und hinzukommt, dass Deutschland für Arbeitgeber immer unatraktiver wird.Außerdem würde es mehr und mehr Schwarzarbeiter geben, da sich einige Arbeitgeber es sich nicht mehr leisten können jmd. so viel Geld zu zahlen.
Wie kann man bei solchen Aussichten von Mindestlohn und "Reichtum für Alle" werben?
Desweiteren verstehe ich nicht so ganz den Sinn des Mindestlohns bzw. wird es zu unfairen Gehältern kommen.
Beispielsweise verdient ein Zimmermann pro Stunde 11,50 EURO. Um an diesen Job zu kommen hat er sich in der Schule angestrengt und einen guten Mittleren Schulabschluss gemacht.Wenn man jetzt den Mindestlohn einfführen würde, dann würde eine Putzfrau (oder nehmen sie einen x. beliebigen Beruf), die teilweise ÜBERHAUPT keinen Abschluss hat, einen Mindestlohn von 10 Euro bekommen.Der Unterschied zwischen den beiden sind lediglich 1,50 Euro.Ist das faiere Sozialpolitik?

Ich bin 16 Jahre alt und interessiere mich sehr für Politik. Aus diesem Grund ist es mir sehr wichtig ihre Sicht der Dinge zu erfahren, weil ich mit Den Linken rein gar nichts anfangen kann und sie in meinen Augen nur Ziele haben, die die Unterschicht anspricht bzw. Leute die wenig verdienen.
Ich weiß, dass dieses Schreiben viel Kritik enthält. Umso wichtiger ist mir, dass ich eine sachbezogene Stellungnahme von ihnen zu dieser Problematik kriege.

Über eine baldige Stellungnahme von ihnen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
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Frage zum Thema Außenpolitik
03.09.2009
Von:

Wie stehen Sie zum Beitritt der Türkei in die EU?
Antwort von Olaf Michael Ostertag
bisher keineEmpfehlungen
27.09.2009
Olaf Michael Ostertag
Sehr geehrter Herr ,

seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird mit der Türkei nun schon über eine Beitrittsperspektive zur EU verhandelt. Selbstverständlich müssen dabei Fortschritte in den Kriterien Menschen-, Frauen-, Bürgerrechte, Selbstbestimmungsrechte der Minderheiten und Geschichtsbetrachtung, Rechtssicherheit usw. nachgewiesen werden, und somit bleibt auch auf Seiten der Türkei weiterhin einiges zu tun.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Griechenland, Spanien und Portugal waren Anfang der 70er Jahre noch Militärdiktaturen und Ende der 70er bereits Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft. Viele Fortschritte in der Innenpolitik dieser Länder wurden erst nach dem Beitritt erzielt und eben durch die Mitgliedschaft entscheidend vorangebracht. Diesen Ländern wurde hier ein Vertrauensvorschuss in ihre Reformfähigkeit entgegengebracht, den die heutige EU der Türkei glattweg verweigert. Daher kann ich jede Äußerung verstehen, die aus türkischer Sicht den Sinn einer EU-Mitgliedschaft anzweifelt. Das ist eine Entwicklung, die nicht im Interesse Deutschland und der EU sein kann und deshalb mit einer Beschleunigung des Beitrittsprozesses beantwortet werden muss. Sperenzchen wie die "Perspektive einer privilegierten Partnerschaft" à la CDU lehne ich ab.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Michael Ostertag
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Frage zum Thema Finanzpolitik
03.09.2009
Von:

Der öffentliche Dienst hinkt - besonders in Berlin-der allgemeinen Einkommenssituation sehr hinterher. Was halten Sie von erheblichen Einkommensverbesserungen?
Antwort von Olaf Michael Ostertag
bisher keineEmpfehlungen
27.09.2009
Olaf Michael Ostertag
Sehr geehrter Herr ,

wie DIE LINKE insgesamt befürworte auch ich die Verbesserung der allgemeinen Einkommenssituation und den Ausbau des Öffentlichen Dienstes. Allerdings muss es erlaubt sein zu differenzieren: die allgemeine Einkommenssituation hat sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert, sondern es ist zu einem Absinken der Reallöhne gekommen. Im Vergleich zur Privatwirtschaft steht dabei der Öffentliche Dienst noch gut da, zumindest dort, wo die Strukturen erhalten geblieben sind und nicht Aufgaben in externe Strukturen verlagert wurden.

In Berlin ist der Senat bewusst einen anderen Weg gegangen. Ausgangssituation ist die extrem angespannte Haushaltslage, die mit ursächlich vom von der Vorgängerregierung zu verantwortenden Bankenskandal erzeugt wurde. Hier waren Einsparungen beim Personal unumgänglich. Damit dabei Entlassungen möglichst weitgehend vermieden werden konnten, entschied sich die SPD/LINKE-Koalition für den Ausstieg aus der Tarifgemeinschaft der Länder und die Möglichkeit, in Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di über Arbeitszeitverkürzung ohne vollen Lohnausgleich mehr Personal zu halten als es bei Verbleib in der Tarifgemeinschaft möglich gewesen wäre.

Nun hatte der SPD/LINKE-Senat bis zur Finanzkrise durchaus Erfolge bei der Haushaltskonsolidierung vorzuweisen und daher bis letztes Jahr keinen Anlass mehr, sich der Rückkehr in die Tarifgemeinschaft und damit die Angleichung an das Gehaltsniveau der anderen Länder zu widersetzen. DIE LINKE streitet inzwischen gegen die SPD dafür, weiterhin an der Rückkehr festzuhalten und auch zuvor deutliche Einkommensverbesserungen festzuschreiben. Daher kann ich sowohl für meine Partei als auch für mich persönlich sagen: Wir kämpfen für deutliche Einkommensverbesserungen im Öffentlichen Dienst, auch und gerade in Berlin.

Abschließend lassen Sie mich bitte anmerken: Es tut mir sehr leid, dass ich nicht früher dazu kam, Ihre beiden Fragen zu beantworten. Bis zum letzten Tag war ich in den diversen öffentlichen Wahlkampfaktivitäten so eingebunden, dass es mir nicht gelang, meinen online-Verpflichtung nachzukommen. Dafür kann ich Ihnen versichern, dass ich alle meine Aussagen selbst treffe und sie mir nicht von Zuarbeitern formulieren lasse. Oder wie es ein geflügeltes Wort ausdrückt: Hier kocht der Chef noch selbst.

Mögen Sie mir die Verspätung verzeihen und hoffentlich mit meiner Antwort einigermaßen zufrieden sein.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Michael Ostertag
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