Monika Lazar (DIE GRÜNEN)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Angaben zur Person
Monika Lazar
Jahrgang
1967
Berufliche Qualifikation
Bäckerin und Betriebswirtin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Leipzig II
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Sachsen
Für mich als Beiratsmitglied des Bündnisses für Demokratie und Toleranz, die den Ehrenpreis an die junge Frau mit verliehen hat, ergibt sich keine neue Situation solange über den Fall nicht entschieden wurde, da in unserem Lande die Unschuldsvermutung gilt, hat das auch für die junge Frau zu gelten. Nach Ausgang des Gerichtsverfahrens wird vom Beirat zu beraten sein, wie wir dann mit der neuen Situation umgehen, selbstverständlich wird das Ergebnis dann auch öffentlich bekannt gegeben. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
24.03.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Lazar,

ich bin 10 Jahre alt und besuche die 4. Klasse der Laborschule in Dresden. In meiner Schule sehe ich manchmal Kinder mit Begeisterung mit Kriegsspielzeug spielen. Die Kinder glauben scheinbar, dass Krieg wie ein Spiel ist, bei dem es knallt und pufft. Ich finde das sehr brutal. Krieg ist sehr grausam und durch ihn sterben täglich tausende von Menschen! Ich denke dass Kriegsspielzeug und Killerspiele Kindern das Gefühl verleihen, Gewalt gehöre zum Alltag!

Durch den Amoklauf von Winnenden diskutiert man zu Zeit über das Verbot von Gewaltspielen. Warum verbietet man denn nicht auch den Import und die Produktion von Kriegsspielzeug?

Vielen Dank fur Ihre Antwort schon im voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Monika Lazar
6Empfehlungen
14.04.2009
Monika Lazar
Lieber ,

vielen Dank für deine Nachricht. Es freut mich, dass du dich so kritisch mit Kriegsspielzeug und dem Verhalten deiner Mitschülerinnen und Mitschüler auseinandersetzt. Ich kann Deine Sorgen nachvollziehen.

Auch ich finde es schlimm, wenn Kinder mit täuschend echt aussehenden Spielzeugwaffen aufeinander losgehen. Doch pauschale Verbote können das Problem nicht lösen. Der Großteil des Kriegsspielzeuges wird gar nicht in Deutschland hergestellt, sondern aus anderen Ländern zu uns gebracht. Das heißt, dass wir die Produktion gar nicht verbieten können, sondern höchstens den Import.

Ich finde es wichtiger, den Kindern zu vermitteln, was Gewalt und Krieg für betroffene Menschen tatsächlich bedeutet. Sie müssen lernen, zwischen Spiel und Realität zu unterscheiden. Ich fände es gut, wenn Du mit Deinen Mitschülerinnen und Mitschülern über Kriegsspielzeug sprichst und vielleicht andere, gewaltfreie, Spiele vorschlägst. Vielleicht kannst Du ja auch einen Lehrer oder eine Lehrerin anregen, das Thema im Unterricht zu besprechen.

Viele Grüße

Monika Lazar
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.03.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Lazar,
anlehnend an die Frage von Philipp über die Ursachen des Amoklaufes von Winnenden vermisse ich in der öffentlichen "Behandlung" dieses furchtbaren Ereignisses die Frage nach den Ursachen der psychologischen Behandlung und dem evt. Einsatz von Medikamenten beim Täter. Auch wenn ärztliche Schweigepflicht in diesem Fall bestehe, sollte doch offen gelegt werden, ob der Amokläufer Antidepressiva eingenommen hat (wirkt Wochen nach) und wie diese Einnahme persönlichkeitsverändernd wirken kann.

Können Sie mir in der Beantwortung dieser Frage helfen?
Mit freundlichen Grüßen aus dem Striegistal
Antwort von Monika Lazar
11Empfehlungen
02.04.2009
Monika Lazar
Liebe Frau ,

der Amoklauf von Winnenden war ein Schock für uns alle. Gerade bei mir als Sächsin, kamen sofort wieder die schrecklichen Bilder aus Erfurt in den Sinn - sicher ging es Ihnen da ähnlich. Ich bin keine Ärztin, daher kann ich über die Wirkungen von Antidepressiva keine wissenschaftlichen Aussagen treffen. Doch natürlich haben diese Medikamente Auswirkungen auf die Psyche, depressive Symptome werden bekämpft, Betroffene werden durch sie überhaupt erst therapiefähig gemacht. Über Spekulationen, ob die möglicherweise eingenommenen Medikamente Nebenwirkungen hervorgerufen haben oder Tim K. eventuell erst durch diese Antidepressiva zu dieser schrecklichen Tat verleitet wurde, möchte ich mich nicht beteiligen. Diese Frage wird Mediziner und Wissenschaftler beschäftigen müssen.

Ich als Politikerin spreche mich aber gegen eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht aus. Sie ist ein hohes Gut in unserer Demokratie, der Amoklauf von Winnenden sollte nicht dafür benutzt werden, dieses auszuhebeln.

Viele Grüße

Monika Lazar
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Frage zum Thema Sicherheit
06.04.2009
Von:

Beste Grüsse
Ich komme aus Grünau und hätte da mal ne Frage bezüglich des verschandelten Stadtbildes!
Wie kommt es Das fast ganz Grünau übersät ist mit Aufklebern wie " Ultras Chemie" "BSG Chemie" oder "Diablos Chemie" usw...
desweiteren überalle Geschmiere an Wänden Mülltonnen Haltestellen mit den selbigen Texten....
Jetzt meine Frage, Die Fangruppierung Diablos Chemie von dem Verein BSG Chemie Leipzig e.v. ist ja namentlich der Stadt oder Polizei bekannt warum werden da keine Sanktionen verhängt oder Konsequenzen für die Gruppe oder den Verein??? Kosten für die Reinigung eifach der BSG in rechnung stellen!!!Schliesslich weiss man ja woher diese ganzen Verunreinigungen kommen!!!! warum wird nicht der Konsens mit dem Fanprojekt von Chemie geführt? Warum greift die Stadt nicht endlich durch gegen diese Stadtbildsentsteller!!!
Antwort von Monika Lazar
17Empfehlungen
09.04.2009
Monika Lazar
Sehr geehrter Herr ,

es ist natürlich ärgerlich wenn das Stadtbild verschandelt wird. Bei Aufklebern handelt es sich dabei aber nur um eine vergleichsweise harmlose Form der Verschandelung. Hier können zwar die Übeltäter zu Verantwortung gezogen werden, in aller Regel aber nicht die Hersteller der Aufkleber. Also zumeist nicht die Vereine oder Gruppen die hinter den Aufklebern stehen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Ordnungswidrigkeiten, teilweise aber auch um Straftatbestände. Zuständig bleibt in jedem Fall das lokale Ordnungsamt, dass sie unter stadtordnungsdienst@leipzig.de erreichen.
Vereine dafür in Rechenschaft zu ziehen würde bedeuten, dass man Vereine für das Handlen selbst ernannter Anhänger verantwortlich macht. Ähnliche Problemlagen gibt es in Leipzig übrigens auch mit Aufkleber des Lokalrivalen LOK Leipzig. Würde man die Vereine dafür zu Rechenschaft ziehen, die meist die Aufkleber nicht einmal hergestelt haben, würde die Frage der Verantwortlichkeit geradezu verdreht. Bedenken Sie, dass dann gerade die Gegner versucht sein könnten, Aufkleber zu verteilen um den jeweiligen Rivalen in Misskredit zu bringen.
Nach meinen Beobachtungen sind zudem die meisten Aufkleber die in Grünau verteilt werden, von sogenannten freien Kräften (nazitisch eingestellte Gruppierung) angebracht worden. Gerade im Bereich der Stuttgarter Alle und in den Bereichen Lützner Strasse und Lausener Strasse Höhe WK 8 sind es vor allem Aufkleber mit nazistischem Inhalt die das Stadtbild verschandeln. Hier empfehle ich Kontakt mit der lokalen Bürgerinitative Buntes Grünau aufzunehmen, die mehrmals jährlich Reinigunsaktionen in Grünau durchführt.

Mit freundlichen Grüßen
Monika Lazar
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Frage zum Thema Kultur
10.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Lazar,

am Mittwoch habe ich über die Medien erfahren, dass das Waffenrecht umfassend geändert werden und insbesondere Paintball verboten werden soll.
Da ich Betreiber eines Paintballspielfeldes sowie Onlineshops bin, in dem Paintballartikel verkauft werden, trifft mich dieses Verbot besonders hart. Tausenden Händlern, Spielfeldbetreibern und deren Mitarbeitern wird die Existenzgrundlage entzogen. Millionen Bürgern werden von Politikern auf Grund ihres Hobbys als Kriegsspieler, Rechtsradikale und potentielle Amokläufer verunglimpft. Ich sehe uns als Bauernopfer im Wahlkampf....
Die Politik muss nach dem letzten Amoklauf irgendwie reagieren und da ist es eben am einfachsten Paintball zu verbieten. Paintball hat keine Lobby wie die Sportschützen, Jäger, Waffenhändler und Schützenvereine. Das keiner der Amokläufer je Paintball gespielt hat, sondern fast alle Mitglieder in Schützenvereinen waren, interessiert hier offensichtlich niemanden. Ebenfalls kann ich der Argumentation nicht folgen, dass Paintball spielen die Gewalt-Hemmschwelle herabsetzt, folglich müssten fechten, boxen sowie alle anderen Kampfsportarten ebenfalls verboten werden.
Meines Erachtens ist das Verbot blinder Aktionismus! Vielmehr sollte man dafür sorgen, dass Jugendliche keinen Zugang zu scharfen Waffen erhalten, sei es im Schießkeller, Sport- oder Schützenverein.
Als direkt Betroffener und (wahrscheinliche) ehemaliger SPD-Wähler interessiert mich ihre Meinung und Die ihrer Partei dazu.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Monika Lazar
21Empfehlungen
13.05.2009
Monika Lazar
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum von der Großen Koalition geplanten Paintball-Verbot. Ich sehe diesen Vorstoß ähnlich kritisch wie Sie, da er am eigentlichen Problem vorbeigeht.
Wir haben in Deutschland etwa 20 Millionen legale Waffen in Privathaushalten. Der Amokläufer von Winnenden lebte in einem Haus, in dem 15 Schusswaffen und und 6000 Schuss Munition lagerten. Unser Ziel ist es unter anderem, die Zahl der Waffen in Privathaushalten zu reduzieren. Insbesondere großkalibrige Waffen, die im Schießsport üblicherweise nicht zum Einsatz kommen, haben meiner Meinung nach nichts in den Händen von Privatleuten verloren.

Die Große Koalition traut sich nicht, große Lösungen voranzutreiben. Zu stark scheint die Angst vor der Waffen-Lobby und den Schützenvereinen zu seien. Stattdessen will man nun kurz vor der Bundestagswahl das Paintballspielen verbieten - wenn der Anlass nicht so traurig wäre, müsste man fast darüber lachen. Wenn, wie in Ihrem Fall, nicht nur der Freizeitspaß, sondern auch die berufliche Existenz gefährdet ist, geht es in der Tat zu weit.

Diesem Placebo der Großen Koalition werde ich nicht zustimmen. Stattdessen werde ich mich für von meiner Fraktion ausgearbeiteten Ziele einsetzen, welche im Antrag "Abrüstung in Privatwohnungen -- Maßnahmen gegen Waffenmissbrauch" formuliert sind. Sie finden ihn unter: dip21.bundestag.de

Mit freundlichen Grüßen

Monika Lazar
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
16.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Lazar,

an Schulen (Hort) und Kindertageseinrichtungen wird an verschiedenen Tagen die Einrichtung geschlossen. Ebenso ist in den Sommerferien der Schulhort für 3 Wochen (manchmal 2 Wochen) geschlossen. Wenn beide Elternteile arbeiten, bringen diese Schließzeiten häufig Probleme um Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Auch bekommt man eine Ferienzeit-Urlaubsplanung aufgedrängt, die sich nicht (immer) mit dem Beruf vereinbaren lässt. Manche Firmen machen Betriebsferien, die durchaus zu einer anderen Zeit sein können, als der Schulhort geschlossen hat.
Dass die Träger der Einrichtung dafür sorgen sollen, dass die Kinder betreut werden hilft nicht weiter. Die Kinder werden in andere Einrichtungen gesteckt, was dem Verlangen nach einem stabilen Umfeld entgegen wirkt.

Warum ist es nicht möglich, dass Kinderbetreungseinrichtungen (Hort, Kindergarten) wie in der DDR an jedem Arbeitstag (Mo-Fr) zur Verfügung steht? Es kann nicht sein, dass Träger von Kindertageseinrichtungen wegen Fortbildungsmaßnahmen die Einrichtung komplett 2 Tage schließen. Leider hat die Politik diese Verantwortung von sich auf die Träger übertragen, diese scheinen damit aber teilweise überfordert zu sein. Es wäre schön, wenn die Gesetze entsprechend angepasst werden, um Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Auch Ihnen ist sicherlich bekannt, dass Kinder die Zukunft einer Gesellschaft sind und derzeit leider sehr viel dafür getan wird, um zu verhindern das mehr Kinder geboren werden.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Monika Lazar
6Empfehlungen
20.05.2009
Monika Lazar
Sehr geehrter Herr ,

ich stimme Ihnen zu: Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Wir müssen deshalb ein Klima schaffen, in denen Kinder willkommen sind und Eltern für die vielfältigen Anforderungen des Berufs- und Familienlebens ausreichende Unterstützung erhalten. Dazu gehört für Bündnis 90/Die Grünen alles, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert. Wir fordern eine qualitativ hochwertige, verlässliche, ganztägige Betreuung für alle Kinder bis zum 12. Lebensjahr. Dabei müssen Bund und Länder zusammenwirken, da die gesetzgeberischen Kompetenzen auf die Ebenen verteilt sind. Zu dem Thema haben wir in dieser Wahlperiode mehrere parlamentarische Anträge im Bundestag eingebracht. Leider konnten wir sie aufgrund fehlender politischer Mehrheiten bisher nicht durchsetzen. Doch wir bleiben dran. In unserem Wahlprogramm weisen wir wieder auf die Notwendigkeit besserer Betreuung und Bildung hin. Auch sind wir der Meinung, dass es einen Rechtsanspruch darauf für jedes Kind geben muss. Ihre Erfahrungen mit dem Hort zeigen einmal mehr, dass sonst nicht überall für Kinder und Eltern praktikable Lösungen geschaffen werden. Weitere Infos über unsere Vorschläge zu einer guten Familienpolitik finden Sie hier: www.gruene-bundestag.de

Mit freundlichen Grüßen
Monika Lazar
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