Monika Gärtner-Engel (AUF)

Monika Gärtner-Engel
Jahrgang
1952
Berufliche Qualifikation
Diplom-Sozialpädagogin
Ausgeübte Tätigkeit
freie Publizistin
Wohnort
Gelsenkirchen
Stadt
Gelsenkirchen
Ergebnis
1,2%
(...) Wir sind in der Zeit stark geworden im Gegenwind. Bei uns konzentriert sich fundierte und kompetente Sachkenntnis, wie man in unserer Politik zum Hans-Sachs-Haus und Cross Boarder Leasing gut sehen kann. Wir legen uns auch mit "großen Tieren" an und bringen Licht in das Dunkel wichtiger Vorgänge. (...)
 
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Frage zum Thema Finanzen
16.08.2009
Von:

Im Kommunalen Wahlbündnis Wir in Mülheim wurde auch Groß versprochen das alle Gelder die die Stadträte erhalten Wir zugute Kommen,nicht einzelnen Personen!Dies war Leider nicht der Fall einer hat sich Jahre lange Gelder in die Eigene Tasche getan,schlimm genug aber noch Schlimmer ist das die anderen solange Geschlafen haben! Wie wollen Sie das Verhindert das Ihnen das nicht auch Passiert? Mein Misstrauen kommt von Meiner Arbeit her ich muß Jeden Tag mit Jemanden zusammen Arbeiten den ich bei den Betriebswahlen gewählt,und für den ich auch noch Werbung gemacht habe!Heute ist er Arrogant, Abgehoben,eine ganz Abgezockter Linker Kerl! Der Offen Zuggibt das Menschen nicht so wichtig sind wen es der Sache Dient muß man Menschen Opfern!!Den Sozialismus den er mir seit Jahren mir Vorspielt den Will ich nicht! Wie wollen Sie verhindern das Menschen nicht abheben?
Antwort von Monika Gärtner-Engel
7Empfehlungen
20.08.2009
Monika Gärtner-Engel
Hallo P,

vielen Dank für deine Frage.
Vorneweg: Zu den Erfahrungen in Mülheim kann ich natürlich nichts sagen, das musst du mit den Kollegen dort klären! Doch grundsätzlich sprichst du eine sehr wichtige Frage und Erfahrung an: Wie oft hat man erlebt, dass ein Kollege solidarisch und kämpferisch war – und kaum sitzt er zwei Jahre im Betriebsrat, womöglich freigestellt – und schon ist er wie umgedreht: Egoistisch, auf sein Pöstchen und nur noch auf Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung aus! Daraus resultiert die berechtigte und für gesellschaftsverändernde Bewegungen fundamentale Frage: Wie kann man verhindern, dass Menschen, die sich zunächst ehrlich für z.B. AUF oder im Betriebsrat eingesetzt haben, später von den Problemen der Bevölkerung abheben, in die eigene Tasche wirtschaften, ihre Ansprüche, mit denen sie angetreten sind, verraten. Im Wahlkampf verweisen uns viele auf die Entwicklung der Grünen, die mit sozialen und ökologischen Ansprüchen ihre Posten im Parlament angetreten haben, wovon heute nur bei wenigen noch was übrig ist. Das zeigt, wie veränderlich die Denkweise ist! Es gibt in dieser Gesellschaft ein ganzes System der kleinbürgerlichen Denkweise, um die Leute negativ zu beeinflussen mit Egoismus und Selbstsucht mit dem Ziel, dass man bestechlich und korrumpierbar wird. Uneigennützigkeit, Kampfgeist und Solidarität wird damit zerstört. Von dieser gesellschaftlichen Macht wird zunächst jeder beeinflusst – die Frage ist, wie man damit fertig wird. Wir von AUF Gelsenkirchen haben uns das Problem seit unserer Gründung bewusst gemacht und Methoden gefunden, wie wir damit fertig werden können. Die wichtigste Methode waren die Grundsätze von AUF Gelsenkirchen und die Kandidatengrundsätze – ihre Verwirklichung sowie eine aktive, kritische, solidarische und zugleich wachsame Mitgliedschaft. Unsere Kandidaten legen sich z.B. fest, "keinerlei Zuwendungen in Geld- oder Sachspenden für eigene Vorteile anzunehmen". So werden Sitzungsgelder und persönliche Zuwendungen gespendet und in den letzten 4 Jahren sind über 113.000 Euro an Spenden zusammen gekommen, die für die Arbeit von AUF und sinnvolle Projekte verwendet werden. Die Rolle der Mitglieder hat einen hohen Stellenwert. In den Grundsätzen ist z.B. festgelegt, dass bei gravierenden Verstößen gegen die Grundsätze, die Mandatsträger "durch die Mitgliederversammlung mit 2/3 Mehrheit wieder abgewählt werden können". Es gibt eine regelmäßige Rechenschaftslegung und lebendige Kontrolle dieser Regelungen, damit negative Entwicklungen rechtzeitig erkannt und darauf reagiert werden kann. Auch wir haben schon Rückschläge bekommen und ein Mitglied musste deshalb aus AUF ausgeschlossen werden, weil wir zu lange zugeschaut und zeitweilig Verstöße gegen die gemeinsam festgelegten Spielregeln toleriert haben. Manchmal ist das auch gar nicht auf den ersten Blick so einfach zu entscheiden: Soll die strikte Selbstverpflichtung für die Spenden auch für Hartz IV Empfänger gelten, die so wenig Geld haben? Wir haben uns entschieden: Ja! Dafür können aus den Spenden alle AUF-Mitglieder (und nicht nur die Mandatsträger!) ihre Unkosten gleichermaßen abrechnen. So ist die politische Arbeit nicht vom Geldbeutel abhängig. Diese Auseinandersetzungen haben uns vor allem bestärkt, unsere Grundsätze konsequent zu vertreten und dazu noch mehr Überzeugungsarbeit zu machen. Und die positiven Ergebnisse sprechen für sich und entwickeln eine große Anziehungskraft. Was wir hier im Kleinen machen, hat natürlich eine gesellschaftspolitische Dimension. In diese Richtung müssen auch Lehren gezogen werden aus der Zerstörung hoffnungsvoller Ansätze für den Sozialismus. Er wurde nicht von außen, sondern von innen zerstört – durch die Veränderung der Denkweise führender Funktionäre. Daraus können und müssen positive Lehren gezogen werden und Fehler, die gemacht wurden, müssen nicht wiederholt werden, wenn sie gründlich verarbeitet sind.
Auch dafür ist deine Frage von großer Bedeutung.

Herzliche Grüße

Monika Gärtner-Engel
Ergänzung vom 20.08.2009
Hallo P,

vielen Dank für deine Frage.

Vorneweg: Zu den Erfahrungen in Mülheim kann ich natürlich nichts sagen, das musst du mit den Kollegen dort klären!

Doch grundsätzlich sprichst du eine sehr wichtige Frage und Erfahrung an: Wie oft hat man erlebt, dass ein Kollege solidarisch und kämpferisch war – und kaum sitzt er zwei Jahre im Betriebsrat, womöglich freigestellt – und schon ist er wie umgedreht: Egoistisch, auf sein Pöstchen und nur noch auf Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung aus!

Daraus resultiert die berechtigte und für gesellschaftsverändernde Bewegungen fundamentale Frage: Wie kann man verhindern, dass Menschen, die sich zunächst ehrlich für z.B. AUF oder im Betriebsrat eingesetzt haben, später von den Problemen der Bevölkerung abheben, in die eigene Tasche wirtschaften, ihre Ansprüche, mit denen sie angetreten sind,
verraten.

Im Wahlkampf verweisen uns viele auf die Entwicklung der Grünen, die mit sozialen und ökologischen Ansprüchen ihre Posten im Parlament angetreten haben, wovon heute nur bei wenigen noch was übrig ist.

Das zeigt, wie veränderlich die Denkweise ist! Es gibt in dieser Gesellschaft ein ganzes System der kleinbürgerlichen Denkweise, um die Leute negativ zu beeinflussen mit Egoismus und Selbstsucht mit dem Ziel, dass man bestechlich und korrumpierbar wird. Uneigennützigkeit, Kampfgeist und Solidarität wird damit zerstört. Von dieser gesellschaftlichen Macht wird zunächst jeder beeinflusst – die Frage ist, wie man damit fertig wird.

Wir von AUF Gelsenkirchen haben uns das Problem seit unserer Gründung bewusst gemacht und Methoden gefunden, wie wir damit fertig werden können. Die wichtigste Methode waren die Grundsätze von AUF Gelsenkirchen und die Kandidatengrundsätze – ihre Verwirklichung sowie eine aktive, kritische, solidarische und zugleich wachsame Mitgliedschaft. Unsere Kandidaten legen sich z.B. fest, "keinerlei Zuwendungen in Geld- oder Sachspenden für eigene Vorteile anzunehmen". So werden Sitzungsgelder und persönliche Zuwendungen gespendet und in den letzten 4 Jahren sind über 113.000 Euro an Spenden zusammen gekommen, die für die Arbeit von AUF und sinnvolle Projekte verwendet werden.

Die Rolle der Mitglieder hat einen hohen Stellenwert. In den Grundsätzen ist z.B. festgelegt, dass bei gravierenden Verstößen gegen die Grundsätze, die Mandatsträger "/durch die Mitgliederversammlung mit 2/3 Mehrheit wieder abgewählt werden können"/.

Es gibt eine regelmäßige Rechenschaftslegung und lebendige Kontrolle dieser Regelungen, damit negative Entwicklungen rechtzeitig erkannt und darauf reagiert werden kann.

Auch wir haben schon Rückschläge bekommen und ein Mitglied musste deshalb aus AUF ausgeschlossen werden, weil wir zu lange zugeschaut und zeitweilig Verstöße gegen die gemeinsam festgelegten Spielregeln toleriert haben. Manchmal ist das auch gar nicht auf den ersten Blick so einfach zu entscheiden: Soll die strikte Selbstverpflichtung für die Spenden auch für Hartz IV Empfänger gelten, die so wenig Geld haben? Wir haben uns entschieden: Ja! Dafür können aus den Spenden alle AUF-Mitglieder (und nicht nur die Mandatsträger!) ihre Unkosten gleichermaßen abrechnen. So ist die politische Arbeit nicht vom Geldbeutel abhängig.

Diese Auseinandersetzungen haben uns vor allem bestärkt, unsere
Grundsätze konsequent zu vertreten und dazu noch mehr Überzeugungsarbeit
zu machen. Und die positiven Ergebnisse sprechen für sich und entwickeln
eine große Anziehungskraft.

Was wir hier im Kleinen machen, hat natürlich eine gesellschaftspolitische Dimension. In diese Richtung müssen auch Lehren gezogen werden aus der Zerstörung hoffnungsvoller Ansätze für den Sozialismus. Er wurde nicht von außen, sondern von innen zerstört – durch die Veränderung der Denkweise führender Funktionäre. Daraus können und müssen positive Lehren gezogen werden und Fehler, die gemacht wurden, müssen nicht wiederholt werden, wenn sie gründlich verarbeitet sind.

Auch dafür ist deine Frage von großer Bedeutung.

Herzliche Grüße

Monika Gärtner-Engel
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Frage zum Thema Familie
24.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Gärtner-Engel,

Ich habe eine Frage zum Thema Familienpolitik:

Nach meinem Empfinden kommt die Familienpolitik zur Zeit etwas in Schieflage, da zwar die öffentliche Betreuung der Kinder vom Kleinkindalter an (Horte, später Ganztagesschule...) massiv gefördert und ausgebaut wird, um Familien zu entlasten, bei denen sowohl der Vater als auch die Mutter erwerbstätig sind. Andererseits geraten aber die Familien immer mehr ins Hintertreffen, in denen die Mutter sich ganz bewusst für ein Leben als Hausfrau und Mutter bzw. "Familienmanagerin" entscheidet. Es sollten nach meiner Überzeugung nicht nur die berufstätigen Frauen im Fokus stehen. Auch die "Nur-Mütter", die sich durchaus selbstbewusst für diesen anderen Weg entschieden haben, leisten einen wesentlichen Beitrag für unser Gemeinwesen und ihre Lebensleistung sollte entsprechend respektiert und anerkannt werden - ideell und finanziell. Dasselbe gilt selbstredend entsprechend auch für sogenannte "Hausmänner".

Daher meine Frage:
Wie stehen Sie zur Forderung nach einem sogenannten Betreuungsgeld, das ab dem Jahr 2013 (warum eigentlich erst dann!?) an Eltern gezahlt werden soll, die sich dafür entscheiden, dass ein Elternteil auf die finanziellen Vorzüge der Erwerbstätigkeit verzichtet, um sich der Erziehung der Kinder zu widmen, die ja laut Grundgesetz Recht und Pflicht zuförderst der Eltern sein soll (und nicht des Staates)?

Übrigens: Man kann natürlich immer argumentieren: Es ist kein Geld da. Aber da entgegne ich: Für die öffentliche Betreuung der Kinder ist ja ganz offensichtlich auch Geld da...

Mit freundlichen Grüssen und besten Wünschen,
Ihr
Antwort von Monika Gärtner-Engel
2Empfehlungen
26.08.2009
Monika Gärtner-Engel
Lieber !
Vielen Dank für Ihre Frage.

Zunächst möchte ich betonen, dass Frauen und Familien die freie Wahl haben sollen, ob die Frau/ der Mann berufstätig ist oder sich (zeitweilig) auf die Kindererziehung und die (reichliche) Arbeit in der Familie konzentriert. Deshalb kritisieren wir auch eine Tendenz, die Löhne soweit abzubauen, dass eine Familie nur noch durch zwei Verdiener ernährt werden kann. Der Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen wollen oder müssen, stehe ich dennoch kritisch gegenüber.
Meiner Meinung nach werden Frauen - und teilweise auch Männer - durch dieses Betreuungsgeld dazu animiert, zu Hause zu bleiben, evtl. ihren Beruf aufzugeben usw. Damit würde staatlich gefördert, eine eigenständige Berufstätigkeit aufzugeben und damit würden auch die Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt. Die Verantwortung für die Erziehung und Bildung der Kinder wird tendenziell verstärkt wieder den Familien aufgeladen.
In ihren Ansprüchen auf eventuell einmal nötiges Arbeitslosengeld oder die Rente zahlen insbesondere Frauen die Zeche für einen langfristigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben.
Deshalb trete ich hauptsächlich ein für eine qualitativ hochwertige Betreuung und Erziehung von Kindern in Tagesstätten, Ganztagsschulen, Sportvereinen, Jugendhäusern usw, wozu natürlich auch entsprechend gut ausgebildetes (und bezahltes!) Personal eingestellt werden muss.
Ich gebe Ihnen voll und ganz recht, dass das Argument der "leeren Kassen" völlig verfehlt ist. Wir haben ja vor kurzem erlebt, wie die Bundesregierung 500 Milliarden Euro über Nacht an Banken und Konzerne verschenkt hat! Seitdem hat das Argument der leeren Kassen vollends an Glaubwürdigkeit verloren.
Dabei kann mir sicher jede Mutter und auch jeder Vater zustimmen, wenn ich - auch aus eigener Erfahrung mit meinen drei Kindern - sage, dass Kindergärten und Ganztagsschulen mit dem entsprechenden Programm und Ausstattung ebenso wie genügend qualifizierten Kräften das Sozialverhalten, den solidarischen Umgang unter Jugendlichen und Kindern eher fördern und stärken können als eine einzelne Kleinfamilie dies kann. Das macht selbstverständlich die enge Beziehung der Kinder zu ihren Eltern und die familiäre Erziehung nicht überflüssig – ergänzt und bereichert sie aber unbedingt.

Kurz und gut: die finanziellen Voraussetzungen für eine Wahlfreiheit der Familien über die Berufstätigkeit beider Elternteile müssen vorhanden sein; das hauptsächliche Instrument dafür ist aber die Lohn- und Gehaltspolitik. Staatlich gefördert werden sollte vorrangig die optimale Ausstattung der gesellschaftlichen, familienergänzenden Kinderbetreuung.

Mit freundlichen Grüßen

Monika Gärtner-Engel
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