Martin Häusling (DIE GRÜNEN)
Abgeordneter EU-Parlament 2009-2014
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Martin Häusling
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Biobauer
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Hessen
Bundeslistenplatz
10
(...) Für deren Handel  braucht es sowohl auf deutscher als auch auf europäischer Ebene einheitliche Regeln. In vielen Mitgliedstaaten werden e-Zigaretten als  Genussmittel betrachtet, einige Länder haben die nikotinhaltigen Liquids als Arzneimittel eingestuft. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Wirtschaft
29.01.2014
Von:

Guten Tag.

Zum Stand und zum Verfahren der TTIP-Verhandlungen EU<>USA hätte ich an Sie folgende (Verständnis-) Fragen:

1. Warum wurden die seit Juli 2014 laufenden Verhandlungen abgebrochen, bzw. sind sie nur vertagt (und bis wann)?

2. Wie ist der genaue Verfahrensablauf. Der Rat hat eine "Kommission" mit den Verhandlungen betraut. Falls es zu Ergebnissen kommt, wie tritt ein solches Abkommen dann in Kraft? Ist es vom EU-Parlament und/oder allen nationalen EU-Parlamenten zu ratifizieren?

3. Wie ist Ihre Positionen zu diesem beabsichtigten "Freihandels"-Abkommen, bzw. zur "Inverstors-Partnership"? Sind Sie grundsätzlich dafür/dagegen und wenn ja: mit welchen Inhalten?


M f G

Antwort von Martin Häusling
bisher keineEmpfehlungen
26.02.2014
Martin Häusling
Sehr geehrter Herr ,

zu Ihren Fragen:
1. Warum wurden die seit Juli 2013 laufenden Verhandlungen abgebrochen, bzw. sind sie nur vertagt (und bis wann)?

Antwort: Aufgrund der wachsenden Kritik an den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen - insbesondere an den Konzernklagerechten - hat die EU-Kommission entschieden, die Verhandlungen in diesem Punkt (und nur in diesem, die Verhandlungen laufen zu allen anderen Themenbereichen weiter) auszusetzen und eine dreimonatige öffentliche Anhörung zu starten. Die Klauseln zu Konzern-Klagerechten können in der Praxis bewirken, dass private US-Konzerne gegen europäische Umwelt- und Sozialgesetze klagen, wenn ihre anvisierten Gewinne dadurch geschmälert werden. Ein Aushebeln demokratischer Prozesse wäre die Folge. Das darf es nicht geben. Allerdings kommt diese Anhörung reichlich spät, sie hätte im Vorfeld der Verhandlungen durchgeführt werden müssen und nicht nur zu den Investitionsschutzklauseln sondern zu allen wesentlichen Inhalten, die verhandelt werden sollen.

2. Wie ist der genaue Verfahrensablauf. Der Rat hat eine "Kommission" mit den Verhandlungen betraut. Falls es zu Ergebnissen kommt, wie tritt ein solches Abkommen dann in Kraft? Ist es vom EU-Parlament und/oder allen nationalen EU-Parlamenten zu ratifizieren? Antwort: Das alleinige Verhandlungsmandat hat die Europäische Kommission, das heißt Federführend der Handelskommissar de Gucht. Vorgesehen ist, dass die Kommission das Abkommen unter höchster Geheimhaltung aushandelt. Nationale Parlamente und das Europäische Parlament dürfen bei dem bisher vorgesehenen Prozedere nur NACH den Verhandlungen zum kompletten Paket mit Ja oder Nein stimmen. Inhaltlich haben weder die nationalen Parlamente noch das EU-Parlament ein Mitspracherecht.Meine Forderung dazu ist: Ein wirklich transparenter Prozess zu einem fairen Freihandelsabkommen muss anders laufen. Die Kommission muss die Verhandlungen komplett auszusetzen und für alle wesentlichen Inhalte des Freihandelsabkommens Anhörungen in allen Mitgliedstaaten durchführen und dabei alle Interessensvertreter und betroffenen Gruppen berücksichtigen sowie die Parlamente der Mitgliedstaaten und insbesondere das Europäische Parlament im Verhandlungsprozess intensiv und direkt mit einbeziehen.

3. Wie ist Ihre Position zu diesem beabsichtigten "Freihandels"-Abkommen, bzw. zur "Inverstors-Partnership"? Sind Sie grundsätzlich dafür/dagegen und wenn ja: mit welchen Inhalten? Antwort: Meine Position zu den Konzernklagerechten und auch zu dem bisher intransparenten undemokratischen Verhandlungsprozess habe ich oben dargelegt. Vor diesem Hintergrund bin ich zur Zeit für einen Abbruch der Verhandlungen zum TTIP. Weitere detaillierte Informationen können Sie meinem Positionspapier entnehmen. gruenlink.de

Mit freundlichen Grüßen
Martin Häusling
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Frage zum Thema Wirtschaft
04.02.2014
Von:

Sehr geehrter Herr Häusling!

Ich bitte Sie höflich freundlicherweise zum Thema TTIP folgende Fragen zu beantworten:

Wie sollen im jeweiligen Wirtschaftsraum der EU und der USA die Unternehmen über gleich einklagbare Chancen gleichgestellt werden? Wie sind in diesem Zusammenhang die eigenwirtschaftlichen Betriebe der hessischen Kommunen gefährdet?
Wie soll im Rahmen der Lebensmittelgesetze und Gesundheitsstandards das Vorsorgeprinzip, durch das Gefährdungsprinzip ersetzt werden? In welcher Weise werden hier die Verbandsklagerechte der Umwelt- und Gesundheitsverbände beschnitten?
In welcher Weise werden im Rahmen der Verhandlungen nicht die jeweils strengsten Regelungen übernommen, sondern die jeweils laxesten Regulierungen z. B. bei der Regulierung des Finanz- und Bankensektors?
In welcher Weise werden in Hinblick auf Umwelt-, Produktsicherheits-, Arbeitssicherheits- und Arbeitsgesundheitsstandards Industriestandards nicht abgesenkt, sondern angehoben? Stimmen Sie dem zu, dass gerade eine Verschärfung von Standards zu eine innovativen Welle führt und zu einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb um die besten Produkte?
In wieweit kritisieren die gängigen Wirtschaftsprognosen als nicht als die wahrscheinlichste, sondern als die optimistischste und in welcher Weise können Sie im Rahmen ihrer parlamentarischen Kontrolle eine wirksame Kontrolle dieser Prognosen garantieren?
Wie lässt sich das geplante Mediationsverfahren im Einzelfall gerichtlich überprüfen? Wie können privatwirtschaftliche Regressforderungen gegen die öffentliche Hand verfassungsrechtlich blockiert werden? In welcher Weise sind die eingesetzten Anwälte auch als eingesetzte Mediatoren einer Anwaltsgerichtsbarkeit weiterhin unterworfen?

Wie sieht abschließend der aktuelle Verhandlungsstand zwischen der EU und der USA aus und welche Position beziehen Sie?

Vielen Dank für die Beantwortung dieser Fragen.

Mit besten Grüßen, Hr.
Antwort von Martin Häusling
bisher keineEmpfehlungen
26.02.2014
Martin Häusling
Sehr geehrter Herr ,

meine Antworten im Einzelnen:

Wie sollen im jeweiligen Wirtschaftsraum der EU und der USA die Unternehmen über gleich einklagbare Chancen gleichgestellt werden? Wie sind in diesem Zusammenhang die eigenwirtschaftlichen Betriebe der hessischen Kommunen gefährdet?
Antwort: In Zeiten der Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit wird das geplante europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen sozusagen als Konjunkturpaket verkauft.Der Abbau von Handelshemmnissen soll angeblich dazu führen, dass der transatlantische Handel einen neuen Aufschwung erlebt. Tarifäre Handelshemmnisse sind Zölle, zum Beispiel auf Waschmaschinen oder Autos. Derzeit liegen die Zölle im Handel zwischen der EU und den USA bei durchschnittlich drei Prozent. Dies ist ein historisch niedriger Wert. Positive,volkswirtschaftliche Effekte einer weiteren Zollsenkung erscheinen in diesem Licht eher marginal. Dann gibt es da noch die sogenannten nichttarifären Handelshemmnisse. Diese umfassen auch Maßnahmen, die dem Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltschutzdienen, beispielsweise ein Importverbot von hormonbelastetem Fleisch oder die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Genau diese nichttarifären Handelshemmnisse haben die WTO-Verhandlungen immer wieder scheitern lassen,und genau auf diese haben es die Verhandlungsführer der USA ganz besonders abgesehen.Inwiefern sich das alles auf eine Gefährdung kommunaler Betriebe auswirken kann ist vollkommen unklar. In jedem Fall wären sie aber einem stärkeren internationalen Wettbewerb ausgeliefert, was Entscheidungen zu mehr Qualität und mehr Nachhaltigkeit oder auch das Einhalten höherer Arbeitsschutzstandards erschweren dürfte.

Wie soll im Rahmen der Lebensmittelgesetze und Gesundheitsstandards das
Vorsorgeprinzip, durch das Gefährdungsprinzip ersetzt werden?
Antwort: In der EU reicht ein VERDACHT auf Schädlichkeit aus, um ein Verbot bestimmter Stoffe zu rechtfertigen. In den USA ist jeder Stoff erlaubt, dessen Schädlichkeit nicht bewiesen ist. Aus Sicht der USA sind daher Vorsorgeprinzipien, wie sie die europäischen Verbraucher seit langem genießen, ein unzulässiger Protektionismus. Seit Jahren ist zum Beispiel die Grüne Gentechnik Konfliktthema in den EU-US-Agrarhandelsstreitigkeiten. Hauptkritikpunkt sind die langen Zulassungsverfahren und Anbauverbote für GVO. Laut US-Auffassung beruhen diese nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen. Das Gefährdungsprinzip fordert den Nachweis, dass ein Stoff schädlich ist. Dieser Nachweis ist aber für viele Stoffe erst dann wissenschaftlich abzusichern, wenn Menschen oder Natur eindeutig zu Schaden gekommen sind. Das schließt Vorsorgemaßnahmen auf Verdacht grundsätzlich aus und ist für uns Grüne untragbar.

In welcher Weise werden hier die Verbandsklagerechte der Umwelt- und Gesundheitsverbände beschnitten?
Antwort: Die Verbandsklagerechte würden durch ein Freihandelsabkommen nicht direkt rechtlich beschnitten. Sie hätten aber gegenüber den einklagbaren Interessen ausländischer Investoren nach meiner Einschätzung kaum noch ein wirksames Gewicht. In welcher Weise werden im Rahmen der Verhandlungen nicht die jeweils strengsten Regelungen übernommen, sondern die jeweils laxesten Regulierungen z. B. bei der Regulierung des Finanz- und Bankensektors?

In welcher Weise werden in Hinblick auf Umwelt-, Produktsicherheits-, Arbeitssicherheits- und Arbeitsgesundheitsstandards Industriestandards nicht abgesenkt, sondern angehoben?
Antwort: In Freihandelsabkommen werden Standards in der Regel auf den kleinsten gemeinsamen Nenner festgelegt, egal ob es um Bankenaufsicht oder um Arbeitsstandards geht. Das bilaterale Freihandelsabkommen für landwirtschaftliche Produkte zwischen der EU und Marokko, das im Oktober 2012 in Kraft getreten ist, bedroht zumBeispiel massiv Arbeitsplätze in der landwirtschaftlichen Produktion im Süden Europas. Dort steigt der Druck auf die Preise. Es wird noch billiger produziert, noch weniger auf Umweltschutz geachtet, Hilfsarbeiter werden noch schlechter bezahlt. Auch der NAFTA-Vertrag zwischen den USA, Kanada und Mexiko hat eher das Gegenteil bewirkt: Gewerkschaften beklagen Arbeitsplatzverluste in der Industrie, sinkende Löhne, das Unterlaufen von Arbeitsmindeststandards und wachsende Einkommensunterschiedeals Folge des Freihandels, weil Arbeitsstandards an das jeweils niedrigere Niveau angeglichen werden. Sogar der bisherige WTO-Chef Lamy hat Bedenken gegen den Freihandel der EU mit den USA. Zitat: »Die USA wollen das Abkommen als Defensivpakt gegen China. Die EUmuss wissen, ob sie da mitmachen will (…) Häufig führen entsprechende Vereinbarungen zu einer Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner (…).«Der europäische Gewerkschaftsverband für Ernährung, Landwirtschaft, Tourismus und Handel (engl. EFFAT) hat in einem Positionspapier zum Freihandel ebenfalls die Befürchtung geäußert, dass Arbeitnehmer von einem Freihandelsabkommen nicht profitieren würden.

Stimmen Sie dem zu, dass gerade eine Verschärfung von Standards zu einer innovativen Welle führt und zu einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb um die besten Produkte?
Antwort: Eine Verschärfung von Standards ist, wie oben dargelegt, nicht zu erwarten.In wieweit kritisieren die gängigen Wirtschaftsprognosen als nicht als die wahrscheinlichste, sondern als die optimistischste und in welcher Weise können Sie im Rahmen ihrer parlamentarischen Kontrolle eine wirksame Kontrolle dieser Prognosen garantieren? Antwort: Die von der EU-Kommission berechneten Effekte sind Langfristeffekte, die ihre volle Wirkung erst im Ablauf von 10-20 Jahren erreichen. Die optimistischen Prognosen gehen demnach nach einem Ablauf von 15 Jahren von einer Erhöhung des EU-BIP um nur 0,48 % aus. Das zusätzliche Wachstum in der EU pro Jahr beträgt dabei nur 0,034 Prozentpunkte. Eine fundierte Kontrolle derartiger Prognosen ist Abgeordneten des Europäischen Parlaments schlicht nicht möglich. Aber auch ohne diese "optimistischen Prognosen" im Detail nachrechnen zu können, zeigen die Zahlen, dass die Vorteile verschwindend gering sind.

Wie lässt sich das geplante Mediationsverfahren im Einzelfall gerichtlich überprüfen? Wie können privatwirtschaftliche Regressforderungen gegen die öffentliche Hand verfassungsrechtlich blockiert werden? In welcher Weise sind die eingesetzten Anwälte auch als eingesetzte Mediatoren einer Anwaltsgerichtsbarkeit weiterhin unterworfen?
Antwort: Vorweg: Die Urteile der Schiedsgerichte in einem Investor-Klageverfahren sind verbindlich und müssen von den Beteiligten angenommen werden, also der Staat muss, wenn er verliert, zahlen. Konkret heißt das, dass private US-Konzerne Klagerechte gegen europäische Umwelt- und Sozialgesetze bekommen. Die Verhandlungen sind geheim. Die Gerichtsbarkeit wird bei diesen Schiedsgerichten nicht von unabhängig gewählten oder staatlich eingesetzten Richtern, sondern von Rechtsanwälten ausgeübt. Mehrere Anwaltsfirmen haben sich auf diese Prozesse spezialisiert; die acht größten von ihnen hatten 2011 einen Umsatz von etwa 13 Milliarden Dollar. In über 3000 Freihandels- und Investitionsabkommen sind solche Schiedsgerichte verankert. Ende 2012 waren mindestens 518 Klagen anhängig. Im Visier der Klagen: Chemikalienverbote, Umweltauflagen, Patentgesetze, Raucher/-innenschutz, Umschuldungs- und Gleichstellungspolitiken, Preisdeckelungen bei Wasser und Energie, zurückgenommene Privatisierungen. Dieses ganze Verfahren stellt ein Rechtssystem dar, das neben unserem nationalen und demokratischen Rechtswesen steht, es hebelt die Demokratie aus, macht politische Volksvertretung überflüssig und das Aufstellen von Rahmenbedingungen für eine nachhaltige, ökologische und soziale Entwicklung unseres Wirtschaftens in Europa nahezu unmöglich. Das ist für uns Grüne nicht akzeptabel.

Wie sieht abschließend der aktuelle Verhandlungsstand zwischen der EU und der USA aus und welche Position beziehen Sie?
Antwort: Aufgrund der wachsenden Kritik an den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen - insbesondere an den Konzernklagerechten -  hat die EU-Kommission entschieden, die Verhandlungen in diesem Punkt auszusetzen und eine dreimonatige öffentliche Anhörung zu starten. Allerdings kommt diese Anhörung reichlich spät, sie hätte im Vorfeld der Verhandlungen durchgeführt werden müssen und nicht nur zu den Investitionsschutzklauseln sondern zu allen wesentlichen Inhalten, die verhandelt werden sollen. Meine Position zu den Konzernklagerechten und auch zu dem bisher intransparenten undemokratischen Verhandlungsprozess habe ich oben dargelegt. Meine Forderung dazu ist: Ein wirklich transparenter Prozess zu einem fairen Freihandelsabkommen muss anders laufen. Die Kommission muss die Verhandlungen komplett aussetzen und für alle wesentlichen Inhalte des Freihandelsabkommens Anhörungen in allen Mitgliedstaaten durchführen und dabei alle Interessensvertreter und betroffenen Gruppen berücksichtigen sowie die Parlamente der Mitgliedstaaten und insbesondere das Europäische Parlament im Verhandlungsprozess intensiv und direkt mit einbeziehen. Passiert dies nicht, bin ich für einen Abbruch der Verhandlungen zum TTIP.  Weitere detaillierte Informationen können Sie meinem Positionspapier entnehmen. gruenlink.de

Mit freundlichen Grüßen
Martin Häusling
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
20.02.2014
Von:

Sehr geehrter Herr Häusling,

im Zusammenhang mit meiner Meinungsfindung zur diesjährigen Europawahl möchte ich Sie fragen, wie Sie sich zu den Plänen der Kommissarin für Inneres, der Schwedin Cecilia Malmström, stellen, die eine Neufassung der Europäischen Richtlinien zur Regelung des privaten Waffenbesitzes vorsehen?

Mit freundlichen Grüßen, eine aussagekräftige Antwort erwartend,

Antwort von Martin Häusling
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26.02.2014
Martin Häusling
Sehr geehrter Herr ,

ein Verbot für den Verkauf von Waffen und Munition im Internet unterstütze ich voll.Darüber hinaus befürworte ich die Absicht der Kommission, gesetzliche Regelungen zum Waffenbesitz in Europa zu vereinheitlichen.

Für Gewalttaten  - der eigentliche Kern des Waffenproblems -, sind jedoch sozioökonomische Gründe entscheidend, nicht die bloße Verfügbarkeit von Feuerwaffen. Dieses Problem lösen Waffengesetze nicht. Hier brauchen wir andere Wirtschaftsperspektiven in Europa, die nicht nur ökologisch, sondern auch in sozialer Hinsicht nachhaltig sind.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Häusling
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.03.2014
Von:

Sehr geehrter Herr Häusling! Ist es möglich eine umfassende Zusammenfassung über den Unsinn und die Risiken des geplanten Freihandelsabkommen mit den USA von Ihnen zu bekommen. Ich würde diese anschließend auf meiner Homepage "APO-Troisdorf" veröffentlichen. Danke für Ihre Mühe. Mit freundlichem Gruss!
Antwort von Martin Häusling
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04.04.2014
Martin Häusling
Sehr geehrter Herr ,

Ihr Interesse freut mich! Auch wenn der öffentliche Widerstand gegen das
Abkommen bereits viel bewirkt hat, ist das Ziel noch längst nicht erreicht
und jede weitere Aufklärung über die Risiken, die aus meiner Sicht die
Chancen weit überwiegen und damit gegen den Abschluss eines solchen
Abkommens sprechen, von Nutzen.

Seit ca einem Jahr beschäftige ich mich als agrarpolitischer Sprecher
meiner Fraktion sehr intensiv mit dem Thema. Unter anderem habe ich eine
Studie "TTIP, No we can´t..."[1] herausgegeben, die ausführlich die
Risiken in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz
sowie für Europas Rechtsstaatlichkeit und Demokratie beschreibt.

Auf meiner Homepage finden Sie auch zahlreiches weiteres Material zum
Thema. Artikel,[2] den Bericht von einer Tagung zum Thema mit zahlreichen 
Akteuren der europäischen und amerikanischen Zivilgesellschaft sowie der
EU-Kommission[3] sowie den Verweis auf einen kürzlichen SWR-Bericht zur
"Gefährliche Geheimnisse[4]".

Ihnen herzlichen Dank fürs Weiterverbreiten! Ubrigens, auch das TTIP kann
"abgewählt" werden, schon am 25. Mai 2014 bei den Europawahlen.

Links:
[1] www.martin-haeusling.eu
[2] www.martin-haeusling.eu
[3] www.martin-haeusling.eu
[4] www.3sat.de

Mit freundlichen Grüßen

Martin Häusling
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
26.03.2014
Von:

Sehr geehrter Herr Häusling!

Der SoVD hatte eine Umfrage zur Massentierhaltung durchgeführt. Das Ergebnis wurde in der Ausgabe 3/2014 veröffentlicht. Danach sind 94 % für eine Einschränkung der Massentierhaltung. Wird Ihre Partei auf die Meinung dieser sozial engagierten und lebenserfahrenen Menschen reagieren und die EU-Regeln zur Tierhaltung so verschärfen, dass sie den GG Artikel 20a entsprechen und für eine wirkungsvolle Überprüfung dieser Regeln sorgen? Oder ist weiterhin zu befürchten, dass die Lobby der Fleischindustrie Vorrang vor der Meinung der Bürger hat?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Martin Häusling
1Empfehlung
04.04.2014
Martin Häusling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail. Das Ergebnis der Umfrage des SoVD hat auch uns
außerordentlich gefreut, gibt es uns doch den so wichtigen öffentlichen
Rückhalt für unsere Politik, die auf Klasse statt Masse setzt.
Dafür reicht die alleinige Festschreibung des Tierschutz als Wert im
Grundgesetz und übrigens auch in den europäischen Verträgen nicht aus,
obwohl selbst dafür jahrelanges bürgerschaftliches und politisches
Engagement vonnöten war.  Das Staatsziel Tierschutz muss seine
Festschreibung in ganz konkreten Gesetzen und, wie auch von Ihnen benannt,
anspruchsvollen und verbindlichen Haltungsvorschriften wieder finden, die
sich am Tierwohl orientieren und eine artgemäße Haltung sicherstellen.
Wir wollen, dass die Ställe den Bedürfnissen der Tiere angepasst werden
und nicht die Tiere an den Stall. Qualzuchten und Käfighaltung müssen
europweit beendet und Stallanlagen nur noch mit wirksamen Abluftfilterungen
genehmigt werden.

Die Orientierung auf Masse statt Klasse ist ein Irrweg. Sie ist eine
Haltung, die nicht nur Tiere krank macht. Sie schadet uns allen - Menschen
und Umwelt - in Deutschland, Europa und weltweit. Sie verursacht horrende
Folgekosten durch die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden, die leider
nicht die Erzeuger dieser Produktionsweisen bezahlen müssen, sondern die
Gesellschaft. Das ist nicht gerecht. Darum ist es so wichtig, dass wir in
ganz Europa - so schwer und langwierig der Widerstand gegen die
agrarindustrielle Lobby sein mag - die Erzeugung von Lebensmitteln an eine
nachhaltige, d.h. tier- und umweltgerechte Erzeugung binden.

Für unsere Politik können wir Grünen jegliche Form von Unterstützung
gebrauchen! Die Macht der Verbraucher spielt dafür eine entscheidende
Rolle. Weder wollen wir dabei vorschreiben noch verbieten, dennoch gilt:
Billig-Fleisch kommt teuer! Wir wollen, dass Massentierhalter ihren Profit
nicht länger auf Kosten der Tiere, Umwelt und Gesellschaft erwirtschaften.
"Wir haben es satt", heißt es alljährlich im Januar, wenn Zehntausende
gegen eine solche Politik auf die Straße gehen. Wir sind dabei, weil wir
Grüne auf eine bäuerliche, regionale und umweltgerechte Landwirtschaft
setzen. Die Bürgerinnen und Bürger haben es in der Hand, für eine andere
Agrarpolitik mit Ihrer Stimme einzutreten. Das nächste Mal am 25. Mai
2014.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Häusling
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