Martin Güll (SPD)

Martin Güll
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Hauptschullehrer
Ausgeübte Tätigkeit
Schulleiter der Hauptschule Markt Indersdorf
Wohnort
-
Stimmkreis
Dachau
Landeslistenplatz
25, Oberbayern
Es ist in der Tat notwendig, durch großen Werbeaufwand auf den drohenden Klimawandel aufmerksam zu machen. Mir kommt es bisher so vor, als wenn die Menschen in Deutschland den Klimawandel in einem anderen Kontinent vermuten. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung
07.08.2008
Von:

Hallo Herr Güll,
wir betreiben in Röhrmoos für die Grundschule eine Hausaufgabenbetreuung und einen Deutsch-Förderkurs für Kinder mit Migrationshintergrund. Dies wäre eigentlich eine staatliche Aufgabe. Aber ohne unsere Initiative geschähe nichts. Wir stellen fest, dass die Gemeinde uns fördert, dass aber die Fördermittel des Freistaates für solche Initiativen sehr gering sind. So können wir nicht genügend bezahlen um ausreichend Personal für die Förderungen finden. Wie stellen Sie sich vor, diese Situation zu verändern.
Zum anderen frage ich, wie Ihre Vorstellungen in Bezug auf die dritte und vierte Startbahn beim Flughafen sind.

Mit freundlichen Grüßen
C.
Antwort von Martin Güll
9Empfehlungen
08.08.2008
Martin Güll
Sehr geehrter Herr ,

aus Ihren Äußerungen kann ich nicht genau entnehmen, ob es sich bei Ihrer Initiative um die offizielle Mittagsbetreuung für Grundschüler handelt, die vom Staat leider auch nicht angemessen gefördert wird, oder um eine private Initiative. Die Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund ist eigentlich Aufgabe der Grundschule in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten. Dafür sind Lehrerstunden durch das Staatliche Schulamt bereit zu stellen. Ohne jetzt die genauen Hintergründe in Röhrmoos zu kennen, weiß ich als Schulleiter, dass sowohl in der Sprachförderung für ausländische als auch für deutsche Kinder noch viel mehr passieren muss. Meine bildungspolitische Zielsetzung setzt bei der individuellen Förderung aller Kinder mit Eintritt in die erste Bildungsstätte, also dem Kindergarten an. Die Schule hat mit dem Prinzip der individuellen Förderung dafür Sorge zu tragen, dass kein Kind auf dem langen Weg durch die verschiedenen Schulformen verloren geht. Allein werden das die Lehrerinnen und Lehrer nicht schaffen, schon gar nicht in den häufig immer noch zu großen Klassen. Man wird immer Unterstützung von außen brauchen. Initiativen wie die Ihre muss man einbinden und entsprechend mit Finanzmittel ausstatten. Im Bereich der schulischen Förderung für alle Kinder gibt es wirklich noch viel zu tun. Gerne würde ich mir Ihre Aktivitäten genauer vor Ort anschauen. Bitte nehmen Sie mit mir über meine Homepage www.bildung-hat-vorfahrt.de Kontakt auf.

Zur dritten Startbahn gibt es für mich eine klare Haltung: Nein! Wir müssen den Luftverkehr verringern und nicht ausbauen, schon im Interesse unserer Kinder. Die Auswirkungen des Klimawandels spüren wir in diesem Sommer doch wieder mehrmals die Woche. Jetzt gilt es, klare Signale zu setzen!

Vielen Dank für Ihr Interesse.
Herzliche Grüße
Martin Güll
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Frage zum Thema Bildung
08.08.2008
Von:

Welche Bedeutung hat das Fach Religion in der Hauptschule?
Antwort von Martin Güll
11Empfehlungen
08.08.2008
Martin Güll
Sehr geehrter Herr ,

das ist eine wirklich interessante Frage, die kürzlich auch einmal mit dem für unsere Region zuständigen Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger erörtert habe.

Als Schulleiter sage ich Ihnen: Religion müsste wieder eine zentrale Bedeutung bekommen, aber als Grundwertevermittlung. Mit großer Sorge sehe ich, wie das Fach Religion als Unterrichtsfach von den allermeisten Schülerinnen und Schülern immer weniger wertgeschätzt wird. Oft ist Religion das Fach mit den meisten Unterrichtsstörungen. Das ist eine sehr bedauerliche Entwicklung. Der Religionsunterricht ist oft einfach nicht mehr zeitgemäß. Meine Vorstellungen gehen vielmehr in die Richtung, wie sie an der Bodenseesschule in Friedrichshafen, eine der besten Ganztagsschulen und unter kirchlicher Trägerschaft, praktiziert wird. Weg vom Unterrichtsfach Religion, hin zur gelebten Religion im Schulalltag. Wer soll den Kindern und Jugendlichen denn sonst noch christliche Werte beibringen, wenn nicht die Religionsgemeinschaften. Zu glauben, dies können aber in 45-Minuten-Portionen wie in den letzten Jahrzehnten geschehen, ist für mich langsam utopisch. Die meisten Schüler haben keinen Bezug mehr zu Kirche und ihren Ritualen, weil ihre Eltern diesen auch nicht mehr haben. Deshalb muss man - wie in so vielen Dingen in der Bildungspolitik - neue Wege suchen und auch dann gehen. Das Festhalten an den alten Strukturen und Zöpfen bringt uns da nicht weiter.

Vielleicht lässt sich diese Frage ja mal mit enem interessierten Fachpublikum erörtern.

Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihre Anfrage

Martin Güll
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Frage zum Thema Verkehr, Infrastruktur und Stadtentwicklung
16.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Güll

Der Verkehrsminister ruft dazu auf mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.
In den Medien heißt es, dass sich die Deutschen zu wenig bewegen.
Der Umweltaspekt z.B. Feinstaubdiskussion, Spritpreise und der Klimawandel sprechen auch für das Fahrrad.
Aber wer gibt sich schon gerne in Gefahr?

Sind Sie schon mal als Radfahrer, von einem KFZ mit Tempo 100 und einem Seitenabstand von nur 50 cm überholt worden?
Ob nun Profi-, Hobbyfahrer oder Kinder mit dem Rad unterwegs sind, alle haben was gemeinsam, keine Knautschzone! Nicht jedem Kraftfahrzeugfahrer in der BRD scheint dies bewusst zu sein. Geschweige dem, das der Mindestabstand beim Überholen 1,5m betragen muss.
Wie wäre es bei zu geringen Abständen, mit drastischen Geldstrafen?
Bei anderen Verkehrsvergehen sind die Strafen vor kurzem erhöht worden!
Warum nicht auch dafür?
Der Radfahrer wird akzeptiert wenn er bei Olympia für Deutschland kämpft, wird er aber auf Deutschlands Straßen geschützt?

Sind Radwege sicher?

  • Es sind Fußgänger möglicherweise mit Hund, Inliner oder Traktoren darauf unterwegs. Sogesehn ist ein Radweg eher ein Mischweg!
  • Der Radfahrer ist nicht im Blickfeld der Kraftfahrtzeuge und wird beim Abbiegen zu spät gesehen!
  • An Hof Ausfahrten und Abzweigungen wird der Radfahrer durch Zäune und Hecken verdeckt, ein flüssiges vorwärts kommen ist nicht möglich!

Fährt aber ein Radfahrer auf der Straße weil er den Gefahren der Radwege entgehen will, verliert er die Rechtssicherheit wegen der Radwegbenutzungspflicht.
Jedoch behauptet Herr Ulrich Kasparick Bundesv.:
"Wir haben in Deutschland keine Radwegbenutzungspflicht"

Am Straßenverkehr nehmen wir alle teil, mit Fahrzeug oder als Fußgänger darum geht dieses Thema jeden an.
Ob Sportlicher-, Normaler- Radfahrer oder Kinder, diese gilt es alle zu schützen und nicht auf Radwege zu schicken die gefährlich sind.
Erst dann kann es wirklich sorgenfrei heißen "Deutschland bewegt sich".

Wie gedenken Sie diesen Problemen zu begegnen?

Mit freundlichen Grüßen
M.
Antwort von Martin Güll
9Empfehlungen
19.08.2008
Martin Güll
Sehr geehrter Herr ,

ich kann Ihre Erfahrungen als Hobby-Radfahrer sehr gut nachvollziehen. Die Rücksichtnahme auf andere ist aber eine generelles Problem unserer Gesellschaft.
In der Straßenverkehrsordnung ist nahezu alles geregelt, leider halten sich viele nicht in dem erforderlichen Umfang daran. Ich bin oft sehr schockiert, wie wenig beispielsweise der Verkehrsunterricht in den Schulen bei den Kindern bzgl. ihres Verhaltens im Straßenverkehr bewirkt. Hier ist viel Vorbildfunktion auch der Erwachsenen notwendig. Ihre Skepsis bzgl. der Radwege kann ich eigentlich nicht teilen. Ich bin sehr dafür, das Radwegnetz kräftig auszubauen. Allein von Hilgertshausen nach Markt Indersdorf wäre ein Radweg ein Segen. Hierfür werde ich mich in der Politik massiv einsetzen. Aber auch auf den Radwegen gilt: Rücksicht aufeinander muss selbstverständlich sein.

Herzliche Grüße
Martin Güll
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Frage zum Thema Bildung
20.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Güll,
an den Gymnasien fehlen Lehrer in div. Fächern und an den Hauptschulen ist praktisch der Notstand ausgerufen - es gibt, gemessen am Bedarf, offensichtlich kaum Nachwuchs. Betrachtet man sich die Altersstruktur mancher Kollegien ist durch die bevorstehende Pensionierungswelle mit noch größeren Lücken zu rechnen. Mich würde interessieren: 1. Welche Anstrengungen werden Sie unternehmen, um diese Lücken langfristig erst gar nicht entstehen zu lassen - Lehrer(aus)bildung?
2. ... die viel spannendere Frage, nachdem ausgebildete Lehrer (v.a. an der Hauptschule) ja nicht vom Himmel fallen werden: Was werden Sie in den nächsten Schuljahren (Bis Ihre Maßnahmen unter Punkt 1 greifen.) den Schulen anbieten können, um (zunächst einmal) effektiven Unterricht sicher zu stellen? Was werden Sie den Schulen anbieten, um individuelle Förderung möglich zu machen?
Vielen Dank für Ihre Antwort,
Antwort von Martin Güll
9Empfehlungen
23.08.2008
Martin Güll
Sehr geehrter Herr ,

Es ist in der Tat richtig, dass gerade in der Hauptschule derzeit kaum Lehrernachwuchs zu verzeichnen ist. Dies ist um so fataler, weil die Alterspyramide in deser Schulart stark auf dem Kopf steht. Ein Grund für das Fehlen von Hauptschullehrern ist die mangelnde Attraktivität dieses Berufs: die schwierigsten Schüler, längere Arbeitszeit und schlechtere Bezahlung im Vergleich zu den Realschulen und den Gymnasien. Dass diese Voraussetzungen vor allem für Männer wenig einladend sind, liegt auf der Hand. Also muss man hier schnell Verbesserungen schaffen.

Kurzfristig kann man den Bedarf an Lehrern nur durch Anwerbung aus anderen Bundes- oder Nachbarländer decken. Das kostet natürlich ein paar Extra-EUR, die man auch bereit sein muss auszugeben.

Um effektiven Unterricht zu gewährleisten, vor allem die individuelle Förderung zu ermöglichen, braucht man neben ausreichend Lehrern gute und in der Praxis umsetzbare Konzepte, wie ich es in meinem Schulkonzept vorgestellt habe (s. meine Homepage www.bildung-hat-vorfahrt.de ). Dazu brauchen Schulen zunehmend professionelle Unterstützung durch Experten von außen, z.B. Handwerksmeister, aber auch Schulsozialpädagogen und Förderlehrer.

Bayern braucht insgesamt eine Neuausrichtung der Bildungspolitik, und zwar schnell. Die Landtagswahl bietet dafür die ideale Möglichkeit.

Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihr Interesse an der bayerischen Bildungspolitik

Ihr Martin Güll
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Frage zum Thema Verkehr, Infrastruktur und Stadtentwicklung
03.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Martin Güll,

wann kommt endlich die Ortsumfahrung Hebertshausen, und wann wird endlich mehr
für die Sicherheit durch getan, für die momentane Durchgangsstraße in Hebertshausen.
Da man mich schon beinahe, mehrmals an der Fußgängerampel zusammengefahren hat.
Ebenso reicht die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Km/h nicht aus,
da bei bestimmten Nebenstraßen, die auf die Hauptstraße führen,
sehr schlecht einsehbar sind, und es dadurch auch regelmäßig zu Unfällen kommt.
Tut endlich was für unsere Sicherheit und Gesundheit.


Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Martin Güll
3Empfehlungen
06.09.2008
Martin Güll
Sehr geehrter Herr ,

nach Rücksprache mit der Kreisrätin und SPD-Fraktionsvorsitzenden im Dachauer Kreistag, Marianne Klaffki, kann ich Ihnen folgenden Sachstand zu Ihrer Anfrage mitteilen:

Erst muss die Umfahrung Dachau "in trockene Tücher" gebracht werden, dann kann die Umfahrung Hebertshausen auf die Tagesordnung kommen und beraten werden. Ein entsprechender Beschluss des Kreisausschusses zur Wiederaufnahme und Behandlung im Kreistag nach obiger Abfolge besteht. Wir sind hier auch abhängig vom Freistaat Bayern, der die Zuschussfinanzierung und die Zuteilung der Finanzmittel in der Hand hat.

Das Thema Sicherheit bezüglich der derzeitigen Verkehrssituation ist in der Tat des Nachdenkens wert. Die gerade, gut ausgebaute Straße verleitet natürlich, eher am oberen Limit (50 km/h) zu fahren. Nach meinem Kenntnisstand ist eine Beschränkung auf 30 km/h wie in Wohngebieten auf einer Staatsstraße nicht möglich. Sehr gute Erfahrungen haben andere Gemeinden und Städte mit baulichen Maßnahmen (Verengungen, Mittelstreifen im Fußgängerübergangsbereich etc.) gemacht. Ich werde Ihre Sorgen mit meinen Parteikollegen im Gemeinde- und Kreisrat erörtern. Möglicherweise können sie diesbezüglich in den Gremien aktiv werden. Ich plädiere auch dafür, diese viel befahrene Straße häufig durch die Verkehrsüberwachung kontrollieren zu lassen. Wenn es den Autofahrern massiv an den Geldbeutel geht bzw. Punkte in Flensburg oder gar Fahrverbot zu erwarten sind, dann werden sie ihr Verhalten noch am ehesten verändern.

Ich werde Ihre Anfrage mir selbst zu Herzen nehmen, denn man ist - gerade in Eile - immer verleitet, eher einmal zu schnell zu fahren und andere in Gefahr zu bringen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Herzliche Grüße
Martin Güll
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