Marianne Burkert-Eulitz (DIE GRÜNEN)

Marianne Burkert-Eulitz
Jahrgang
1972
Berufliche Qualifikation
Volljuristin, Erziehungswissenschaftlerin
Ausgeübte Tätigkeit
Selbständige Rechtsanwältin Schwerpunkt Familienrecht, Jugendhilferecht, Verfahrensbeistand für Kinder
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Friedrichshain-Kreuzberg WK 6 , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
28,8%
Landeslistenplatz
29, Friedrichshain-Kreuzberg
(...) Ich darf auch darauf hinweisen, dass wir Grünen im Abgeordnetenhaus die einzige Fraktion sind, die seit Bekanntwerden der Senatspläne gegen dieses Projekt konsequent aufgetreten sind. Die LINKE hat sich hier durch die SPD bei Koalitionsverhandlungen "weichkochen" lassen und auf der bezirklichen Ebene unterschieden sich teilweise auch die Positionen der betroffenen Kreisverbände. (...)
 
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Frage zum Thema Verkehr und Stadtplanung
11.09.2011
Von:
Fix

Sehr geehrte Frau Burkert-Eulitz,

durch ein Moderationsfehler wurden unsere Fragen nicht alle adressierten Volksvertreter-Kandidaten im Wahlkreis - Friedrichshain-Kreuzberg WK6 - gesendet.
Alle sollen Gelegenheit haben auf regionale Fragen Stellung zu nehmen.


Vielleicht gehören wir zu den Unentschlossenen, Protestwählern oder Immer-so-Wählern.

Ihre Chance: 0, 1, 2, 3 ... oder mehr Stimmen im WK 6 zu erhalten.

Es wurden bereits hinreichend Fragen zur "Groß-Berliner-Politik" behandelt, so dass wir unser Interesse auf die regionale Wahlkreis-Ebene beschränken möchten.

Was will Ihre Partei mit Ihrer Kandidatur im Wahlkreis 6 bewegen?


A 100

Unser Wahlkreis soll (nach Willen der "Volks"-Parteien) zum Durchläufer der umstrittenen Autobahnverlängerung - A 100 - werden.

1.) Wenn Sie nicht gegen diese Verlängerung sind, wie begründen Sie - im Zeitalter des Ressourcen- und Energiewandels - dessen Notwendigkeit und wo sehen Sie Nutzen für den Kiez?
2.) Für welche Maßnahmen zum Schutz der Wohngebiete wollen Sie sich einsetzen?


Lärmschutz

Unser Wahlkreis ist durch Wohngebiet, Mediaspree und Discotheken gekennzeichnet.

Gehören Discotheken-Beschallung und Event-Böller-Spektakel wirklich zum neuen Kiezflair dazu?
Wie viel Lärmschutz wollen Sie den Anwohnern einräumen?


Umweltzone

Nur geografisch gehört der Markgrafendamm zur Umweltzone.

Was meinen Sie?


Straßen/Wege

Die Bödikerstraße (Abschnitt Persius-/Laskerstraße) ist seit ca. 4-5 Jahren Baustelle der Wasserbetriebe bzw. seit 2-3 Jahren ein Provisorium des Bezirksamtes.

Was wollen Sie?


Zukunfts- oder Schicksalsfrage:

Bleibt unser Wohngebiet erhalten oder wird unser Wohngebiet eine Lärm-Schutz-Wall-Enklave zwischen Mediaspree, A100 und Discoland?


Das was die Partei im Großen will ist das Eine, wofür Sie sich als Volksvertreter für den Wahlkreis einsetzen wollen das Andere.


In Erwartung Ihrer Antwort (ggf. auch zur Entscheidungsfindung hilfreich)

mit freundlichen Grüßen

Familie F.
Antwort von Marianne Burkert-Eulitz
bisher keineEmpfehlungen
23.09.2011
Marianne Burkert-Eulitz
Sehr geehrter Herr Fix,

vielen Dank für Ihre Fragen. Ich bitte Sie um Ihr Verständnis dafür, dass ich Ihre Fragen nicht sofort beantworten konnte. Sie haben eine inhaltlich breite Spannweite und ich wollte Sie jetzt in der Endphase des Wahlkampfes nicht oberflächlich beantworten.
Nun zu Ihren Fragen im Einzelnen:


A-100: hier darf ich mich auf eine kurze Wiederholung beschränken, da sowohl ich selbst, als auch meine Partei bereits frühzeitig und konsequent auf allen politischen Ebenen gegen dieses unsinnige Projekt eingetreten sind. Die wohlbegründeten Argumente gegen die Verlängerung der A-100 wie etwa die Tatsache, dass Elsenbrücke und Puschkinallee zu Autobahnzubringern würden, dass durch das zu erwartende tägliche Mehraufkommen von vielen tausend zusätzlichen Kfz, von dem nicht zuletzt vor allem der Friedrichshainer Südosten vom Rudolf- bis zum Boxhagener Kiez betroffen wären und damit gewachsene Kiezstrukturen gefährdet wären, dürften ja inzwischen hinlänglich bekannt sein.

Ich darf auch darauf hinweisen, dass wir Grünen im Abgeordnetenhaus die einzige Fraktion sind, die seit Bekanntwerden der Senatspläne gegen dieses Projekt konsequent aufgetreten sind. Die LINKE hat sich hier durch die SPD bei Koalitionsverhandlungen "weichkochen" lassen und auf der bezirklichen Ebene unterschieden sich teilweise auch die Positionen der betroffenen Kreisverbände. Was die SPD selbst betrifft, so ist die Politik hier noch widersprüchlicher und unglaubwürdiger. Das Projekt ist vom SPD-geführten Senat unter persönlichem Einsatz des Regierenden Bürgermeisters und der zuständigen Senatorin für Stadtentwicklung vorangetrieben worden und findet auch explizit im Wahlprogramm dieser Partei entsprechende Erwähnung. Auf der anderen Seite tritt hier bei uns im Wahlkreis der SDP-Direktkandidat glaubwürdig gegen dieses Projekt ein. Heute durfte ich in der Berliner Morgenpost lesen, dass der Verkehrsexperte der SPD-Fraktion seine Partei hier zum Umdenken bewegen möchte, um eine mögliche rot-grüne Koalition nicht an dieser Frage scheitern zu lassen. Wer in dieser Frage eine glaubwürdige Position vertritt, überlasse ich gerne Ihrer Einschätzung und mag Ihnen auch Hilfe bei Entscheidungsfindung am Sonntag sein ...

Schutz der Wohngebiete:
Was den Lärmschutz betrifft, Event-Böller-Spektakel nicht unbedingt zu unseren Vorstellungen vom Kiezflair in unserem Bezirk, zumindest nicht im Übermaß. Hier müssen immer beide Seiten betrachtet werden. Natürlich wollen wie Grüne nicht die Touristen aus unserem Bezirk vertreiben oder abschrecken, wie dies von mancher Seite oft vorgebracht wird. Wir wollen einen sanften Tourismus, bei dem die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt werden. Was wir auf keinen Fall wollen, ist der von Ihnen offensichtlich angedeutete "Sauftourismus" auf Kosten der AnwohnerInnen. Genau aus diesem Grund haben wir uns als grüne BVV-Fraktion in Friedrichshain Kreuzberg für die baurechtliche Einschränkung von Hostels in Wohngebieten eingesetzt und uns hier auch durchsetzten können. Was die Lärmbelästigung konkret betrifft, so besteht das Problem meinem Kenntnisstand nach darin, dass die rechtlichen Instrumente für den notwendigen Schutz der AnwohnerInnen durchaus vorhanden sind, wie bspw. Auflagen zum Einpegeln von Musikanlagen, zur zeitlichen Beschränkung des Außenausschanks u.ä. und von bezirklicher Seite auch eingesetzt werden. Das Problem etwa bei im Bedarfsfall erteilten Lärmminderungsauflagen ist vielmehr die Kontrolle der Einhaltung. Diese obliegt im Normalfall den Außendienstkräften des Ordnungsamtes, die nach einer Rahmenzeitvereinbarung ihren Dienst jedoch nur bis 22 Uhr versehen dürfen. Die wirklich notwendigen Kontrollen aber oft erst nach dieser Uhrzeit stattfinden müssten, da hier wohl die meisten Verstöße stattfinden dürften. Die dann zuständigen Polizeikräfte greifen dann nur in Notfällen ein. Hier muss auf landespolitischer mit einem breiteren Instrumentarium an Kontrollmöglichkeiten entgegengesteuert werden, da dieses Problem nicht nur unseren Bezirk betrifft, sondern etwa auch einige Quartiere im Prenzlauer Berg, auch hier wird der Bezirk vom Land weitestgehend sich selbst überlassen und z.B. die Dienstzeit des Ordnungsamtes ausgeweitet werden.

Soweit es um den Markgrafendamm geht, so möchte ich mich an dieser Stelle nur auf die Feststellung beschränken, dass dieser nicht zur Umweltzone gehört, so wie auch schon der Kollege von der LINKEN darauf hingewiesen hat.


Was das von Ihnen beschriebene Problem in der Bödikerstr. bzw. des Baustellenprovisoriums der Wasserbetriebe betrifft, so kann ich Ihnen dazu derzeit keine entsprechende Antwort geben, da mir dazu die entsprechenden Informationen fehlen. Als Jugend- und Sozialpolitikerin war ich mit einzelnen Baustellenproblematiken nicht befasst und ich müsste erst beim Bezirksamt nachfragen. Dazu reicht aber die Zeit nicht mehr aus. Hier kann ich Ihnen leider nur einen allgemeinen Rat geben: machen Sie gegebenenfalls Druck auf das Bezirksamt, gerade für solche Fälle sind hier Bürgersprechstunden eingerichtet worden, um die zuständigen Verwaltungen auf derartige Missstände aufmerksam zu machen. Es gibt auch die Möglichkeit der EinwohnerInnenanfrage im Rahmen der Sitzungen der BVV.

Abschliessend noch zu Ihrer "Schicksalsfrage", was die Zukunft unseres Stadtteils betrifft:

Sowohl unsere Fraktion im Abgeordnetenhaus als auch wir Grünen in Friedrichshain Kreuzberg haben in der vergangenen Legislaturperioden alles getan, damit Friedrichshain eben gerade nicht zu einer Lärmschutzwallenklave zwischen A-100, Mediaspree und lärmenden Discotheken wird. Den Einsatz der Berliner Grünen gegen die A-100 habe ich oben bereits beschrieben, Gleiches gilt für den Schutz der Anwohner gegen Party- und Discolärm. Beim Thema Mediaspree hat unsere grüne Fraktion sowie der persönlichen Einsatz unseres grünen Bürgermeister, die sich hier auf den erfolgreichen Bürgerentscheid stützen konnten, zumindest dazu beitragen können, einen gewissen Fortschritt zu erreichen. Dank des erfolgreichen Bürgerentscheides 2008, auf den wir uns politisch stützen konnten, gibt es keine neue Autobrücke. Der rot-rote Senat hat daraufhin unverhohlen damit gedroht, dem Bezirk die Zuständigkeit für dieses Vorhaben zu entziehen und die BVV entschied in diesem Jahr mit Stimmen der SPD und der LINKEN gegen die Ziele der Bürgerentscheides. Sie sehen also, politisch muss der Kampf für den Erhalt unserer Wohngebiete auf bezirklicher, als auch auf Landesebene konsequent weitergeführt werden, und genau dies möchte ich als grüne Abgeordnete im Abgeordnetenhaus auch tun.

In der Hoffnung, Ihnen bzw. Ihrer Familie bei der Entscheidungsfindung für die bevorstehende Wahl in der Kürze der mir zu Verfügung stehenden Zeit weitergeholfen zu haben, verbleibe ich insoweit mit freundlichen Grüßen.

Ihre Marianne Burkert-Eulitz
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Frage zum Thema Medien, Kultur und Sport
12.09.2011
Von:

Ich bin freiberufliche Musikschullehrerin an mehreren staatlichen Musikschulen der Stadt Berlin. Wir bekommen demnächst neue Honorarverträge, da wir scheinselbstständig sind. Gut 90 Prozent der Berliner Musikschul-Lehrkräfte sind Honorarlehrer. Für die Honorare gelten Sätze, die für Nebenberufler mit Fachhochschulabschluss ausgelegt sind. Die Honorarkräfte sind jedoch überwiegend hauptberuflich an den Musikschulen tätig und haben einen Hochschulabschluss. Wir als Honorarkräfte der Berliner Musikschule arbeiten bereits jetzt unter prekären finanz. Verhältnissen:
bekommen keine vollständige Honorarfortzahlung im Krankheitsfall, keinen Mutterschutz, haben
kaum Alterssicherung zu erwarten, sind ohne Angabe von Gründen kündbar, genießen nahezu keinen arbeitsrechtlichen Schutz, werden gegenüber angestellten Lehrkräften erheblich schlechter bezahlt und müssen durch bezirkliche Willkür bei Aufnahmestopps oft monatelange Honorarausfälle hinnehmen.
Mit einem neuen Dienstvertrag droht sich unsere Situation abermals zu verschlechtern.
Ich habe KollegInnen, die trauen sich keine Familie zu gründen, weil sie nicht wissen wie sie diese ernähren sollten. Als Musiker findet man in Friedrichshain kaum eine bezahlbare Wohnung und man findet auch sehr schwer eine Wohnung weil man ja "Krach" macht und kein regelmäßiges Einkommen nachweisen kann. Wir befürchten im Rahmen der Änderung des Dienstvertrags u.a. Streichung der Honorafortzahlung im Krankheitsfall, eine Studenbegrenzung auf 15 Unterrichtsstunden pro Woche, kein Honorar bei Absage des Unterrichts von Seiten des Schülers, den Wegfall der Durchbezahlung durch die Ferien. Wir bitten Sie, als Partei der Grünen sich gegen diese neuen Bestrebungen zu wenden und uns mit einem Tarifvertrag, bzw. einer Festanstellung eine sicherere finanzielle Basis zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Marianne Burkert-Eulitz
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16.09.2011
Marianne Burkert-Eulitz
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Fragen.

Die von Ihnen beschriebenen Probleme sind mir aus meinem eigenen Freundeskreis gut bekannt, d.h.: die prekäre soziale Situation, in der sich freischaffend Unterrichtende insbesondere im Musikbereich befinden. Das Problem der Scheinselbständigkeit und die damit einhergehende Prekarität, was den Lebensunterhalt als auch die soziale Absicherung betrifft, stellt sich meinem Kenntnisstand leider nicht nur bei den MuskischullehrerInnen, sondern insgesamt im künstlerischen Bereich. Hier steht die Landesebene in der Verantwortung. Dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg werden im Rahmen der Haushaltsmittel vom Land Berlin zu wenige finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Der Bezirk verfügt hier nur über einen sehr schmalen Fonds zur Kulturförderung mit dem er das gerade in Friedrichshain-Kreuzberg ungeheuer große kulturelle Potential fördern kann. Hierzu gehören das Theater, die bildenden Künste, Literatur (Bibliotheken) ebenso wie die Musik, die der Bezirk finanziell unterstützt, soweit ihm dies möglich ist. Wie gesagt besteht eine finanzielle Abhängigkeit des Bezirkes vom Land Berlin. Wenn es auf Landesebene eine Kulturförderung gibt, dann findet diese vor allem bei den großen Häusern statt. Substantielle Änderungen können hier nur über entsprechende landespolitische Weichstellungen erreicht werden, für die mich als Friedrichshainer Abgeordnete selbstverständlich einsetzen würde.

Was konkret die von Ihnen beschriebenen Arbeitsbedingungen sowie den neuen Dienstvertrag betrifft, so sind solche Zustände, vor allem wenn sie sich verfestigen und ausbreiten, natürlich nicht tolerierbar. Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dass es ein unhaltbarer Zustand ist, wenn fertig an der Hochschule ausgebildete MusikpädagogInnen am Rande des Existenzminimums leben müssen, und dies ohne nennenswerte sozial- oder arbeitsrechtliche Mindeststandards. Dies betrifft auch die bezirklichen Musikschulen, bei denen es so gut wie keine neuen Festanstellungen mehr gibt. Ich bin eine Verfechterin der öffentlichen Musikschulen, konnte ich doch selbst an diesen Angeboten partizipieren. Musikalische Bildung für Kinder und Jugendliche halte ich für eine wichtige und positive Erfahrung für diese. Ich halte den Abbau der musischen Bildung im Land Berlin für unverantwortlich. Hier gibt es massiven politischen Handlungsbedarf in der nächsten Legislaturperiode.

Gleiches gilt übrigens auch für die immer knapper werdenden bezahlbaren Probenräume oder Ateliers. Auch hier müssen auf der Landesebene mehrere Instrumente eingesetzt werden. Neben den allgemeinen Maßnahmen, die wir gegen immer stärker steigenden Mieten einsetzen wollen (Zweckentfremdungsverbotsverordnung, größerer Anteil an landeseigenen Wohnungen) wäre hier bspw. an eine Stärkung des Atelierprogramms beim Senat zu denken, ähnliches ist sicher auch für Proberäume im musikalischen Bereich denkbar.

Ich denke, ich konnte Ihnen meine Meinung zu den von Ihnen beschriebenen Problematiken darstellen und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Ihre Marianne Burkert-Eulitz
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