Marco Wanderwitz (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Marco Wanderwitz
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
10.10.1975
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt/Volljurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hohenstein-Ernstthal
Wahlkreis
Chemnitzer Umland - Erzgebirgskreis II
Ergebnis
41,2%
Landeslistenplatz
-, Sachsen
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(...) Die Tarifautonomie genießt Verfassungsrang und ich werde mich nicht an ihrer Zerstörung beteiligen, indem der Staat entgegen den Verhandlungen der Tarifpartner Branchenmindestlöhne festlegt. (...) Die "Lohnfindung" des Sozialismus war Teil des Scheiterns der DDR. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Wanderwitz,

der Presseberichterstattung nach haben Sie als Mitglied des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung dafür gestimmt, dass Bundestagsabgeordnete keine freies Rederecht mehr besitzen, sondern nur noch dann reden dürfen, wenn ihre Fraktion es erlaubt. Ich beziehe mich folgende Presseberichterstattung darüber:

Rederecht im Bundestag: Fraktionen planen Maulkorb für Abgeordnete
Quelle: www.sueddeutsche.de

Bundestag: Fraktionen wollen Rederecht der Parlamentarier einschränken
Quelle: www.spiegel.de

Wie begründen Sie Ihre Entscheidung, sich selbst und ihren Bundestagsabgeordnetenkollegen einen Maulkorb zu verpassen? Degradieren Sie sich dadurch nicht selbst zum Stimmvieh?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Marco Wanderwitz
bisher keineEmpfehlungen
16.04.2012
Marco Wanderwitz
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Frage.

Im Kreise des Ältestenrates, der Fraktionsgeschäftsführer und auch des 1. Ausschusses wurde die zu Grunde liegende Problematik ausführlich besprochen. Zwischen den Fraktionen gibt es Redezeitkontingente nach deren Stärke. Die jeweiligen Fachpolitiker der Fraktionen stellen in der Debatte die Mehrheitsmeinung der Fraktion dar, ggf. bei weniger eindeutigen Mehrheiten das Meinungsbild. Wenn nun, wie in den vergangenen Monaten erfolgt, in der Debatte einige wenige Kollegen am Ende mit der Darstellung ihrer abweichenden Meinung fast die gleiche Zeit reden, wie die Darstellung der Mehrheitsmeinung, verzerrt dies die Realitäten. Fraktionen sind wichtiger Bestandteil des Parlaments, nicht zuletzt, da sie die Arbeitsfähigkeit des Bundestages auch dadurch sicherstellen, dass in ihnen die Meinungsfindung ihrer Mitglieder stattfindet. Wenn jeder Abgeordnete zu jedem Thema sprechen würde, fände keine Wahlkreisarbeit mehr statt, wären wir in endlosen Debatten in Berlin "gefangen". Die Fraktionen sind in der Innenordnung demokratisch aufgebaut, dementsprechend kommen ihre Redner auch so zu Stande. Gleichwohl ist hier ein schmaler Grad zwischen Rechten eines jeden Abgeordneten und der Funktionsfähigkeit des Parlaments. Wir müssen gangbare Wege finden, dass beidem Rechnung getragen wird. Diese Diskussion werden wir in den nächsten Wochen weiterführen im parlamentarischen Verfahren.


Mit freundlichen Grüßen
Marco Wanderwitz
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.04.2012
Von:

Könnten Sie bitte einmal erläutern, warum das Rederecht der Abgeordneten im Bundestag zukünftig verstärkt durch die Fraktionen kontrolliert und eingeschränkt werden soll? Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie als Mitglied des die Gesetzesvorlage vorbereitenden Ausschusses einem aufmerksamen Wähler eine stichhaltige Begründung geben könnten.

Mit freundlichem Glückauf!
Dr.
Antwort von Marco Wanderwitz
bisher keineEmpfehlungen
16.04.2012
Marco Wanderwitz
Sehr geehrter Herr Dr. ,

besten Dank für Ihre Frage. Gerade habe ich hier die ähnliche Frage von beantwortet, und möchte darauf verweisen. Da Sie ja aus der Heimat kommen: Gern stehe ich auch zum persönlichen Gespräch zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Marco Wanderwitz
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Wanderwitz,

die beiden "Unionsparteien" werben zwar in unterschiedlichen, voneinander geschiedenen Regionen um ihre Wähler, sind aber oft nicht einig, konkurrieren im Bundestag bzw. der Regierung auch und ich vernehme zunehmend Verdruß z.B. wegen der Sonderrolle der CSU.

Als die beiden Parteien nach dem Kriege gegründet wurden, gab es m.W. nicht wenige Befürworter eines betont antiliberalistischen, antikapitalistischen Weges hin zu einem Christlichen Sozialismus, nämlich um verehrte Persönlichkeiten wie Jakob Kaiser (CDU) und Josef Müller (CSU), die unter dem NS-Regime auch persönlich gelitten hatten, zum Beispiel in Haft waren.

Im Ahlener Programm war als eine Lehre diese enthalten:
"Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden" (1).

Das erste Grundsatzprogramm der CSU bedauerte noch die Zerrüttung (auch) des privaten Lebens im totalitären System des NS und bekannte sich zur ewigen Gültigkeit der christlichen Sittengesetze (2).

Hierzu habe ich folgende Fragen:

1. Warum läßt man die CSU und die CDU nicht endlich in ganz Deutschland gegeneinander antreten?
2. War die oben zitierte Einschätzung bzw. Lehre der CDU- Gründer Ihrer - heutigen - Ansicht nach falsch?
3. Werden Ihrer Ansicht nach bei den Führungskräften der real existierenden CSU von heute die christlichen Sittengesetze so hoch gehalten, wie das deren Gründern vorschwebte?
4. Wie ist das in der CDU?
5. Soll es bei diesen Einschätzungen so bleiben oder sollte sich etwas ändern?
6. Hätten Sie Interesse, mit uns gemeinsam an der baldigen Gründung einer (Gesamt-) Deutschen Christlich Sozialen Union oder auch einer Partei des Christlich Demokratischen Sozialismus aktiv mitzuwirken (worum ich bitte)?

Mit frdl. Grüßen
Dipl. Med. W. M.
Deutsches Institut für Totalitarismusabwehr


1) www.kas.de
2) www.hss.de
Antwort von Marco Wanderwitz
bisher keineEmpfehlungen
21.05.2012
Marco Wanderwitz
Sehr geehrter Herr ,

seit ich politisch denken kann, gibt es die Unionsfamilie aus den Landesverbänden der CDU, so in meiner sächsischen Heimat, und der CSU im Freistaat Bayern. Die gegenseitige Befruchtung empfinde ich dabei als ebenso positiv, wie die vielen Grundgemeinsamkeiten. Nach alledem guten Miteinander stellt sich mir die Frage nach einem Gegeneinander nicht.

Grundsatzprogramme sind auch immer Spiegel der Zeit, in der sie Geltung erlangten. Beide Unionsparteien haben ihre Programmatik regelmäßig überarbeitet - heute gilt die jeweils letzte Version. Die von Christsozialen und Christdemokraten maßgeblich entwickelten Soziale Marktwirtschaft ist dabei einer der Kernbestandteile.

Wir machten und machen Politik auf der Basis des christlichen Menschenbildes. Oft sind allerdings in der Tagespolitik Kompromisse, bspw. in Koalitionen, nötig. Dass die in Verantwortung Stehenden dabei auch persönlich eine Vorbildfunktion haben, ist selbstverständlich. Dass Menschen fehlbar sind, ebenso.

Mit freundlichen Grüßen
Marco Wanderwitz
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