Lars Holster (SPD)
Abgeordneter Hamburg

Angaben zur Person
Geburtstag
19.11.1972
Berufliche Qualifikation
Versicherungskfm., Studium VWL/Germanistik auf Lehramt
Ausgeübte Tätigkeit
MdHB, Stellvertretender Schulleiter der Stadtteilschule Süderelbe
Wohnort
Hamburg
Wahlkreis
Bergedorf
Landeslistenplatz
29, über Liste eingezogen
weitere Profile
(...) Für die Feststellung der Leistungsfähigkeit der Referendarsausbildung in den fünf norddeutschen Ländern, in Hamburg in der Abteilung Ausbildung im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, sind in den Jahren 2006 und 2007 vom Institut für quantitative Marktforschung und statistische Datenanalysen "analytix" großangelegte Benchmarkinguntersuchungen durchgeführt worden. Insgesamt wurden in Hamburg vor allem die Ausbildung durch das Landesinstitut und die Ausbildungsinhalte, die zu den Bereichen System Schule, Lehrerrolle und Steuerung der eigenen Ausbildung gehören, von Referendarinnen und Referendaren, Ehemaligen und Schulleitungen mit überdurchschnittlich positiven Werten eingeschätzt. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Schulen
21.12.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Holster,

als Vater einer sechsjährigen, schulpflichtigen Tochter wende ich mich an Sie mit einer Frage, die mich schon seit Jahren umtreibt, die aber erst jetzt in den Fokus des familiären Lebens getreten ist. Es geht um die Schulferien, genauer gesagt um die Frühjahrsferien. Letztere sind, so viel ich weiß, ein hamburgisches Unikum. Andere Bundesländer schicken ihre Kinder um Ostern herum in den Urlaub, zu einer Zeit also, in der gemeinhin die ersten warmen Tage zu genießen sind – wenn nicht hier, dann auf jeden Fall irgendwo in Südeuropa. Die Hamburger Frühjahrsferien indes fallen im nächsten Jahr auf die ersten beiden Märzwochen, also mitten in den Winter (Sie erinnern sich sicher noch an das diesjährige Schneegestöber zu jener Zeit). Warum also gibt es diese Regel in Hamburg? Warum werden die Kinder der Hansestadt grade in der trostlosesten Jahreszeit zweimal – zu Weihnachten und im März – in die Ferien geschickt? Bei meiner kleinen Recherche stieß ich auf den Begriff "Skiferien". Sollten die im März meist noch guten Pistenverhältnisse in den Alpen und das Hobby einiger weniger Betuchten dieser Stadt schuld sein, dass meine Tochter Anfang März in die Ferien geschickt wird? Wenn dem so ist, Herr Holster, halte ich so eine von Partikularinteressen geleitete Regel für grundverkehrt, da unsozial. Und ich denke, es müsste gerade im Interesse der SPD liegen, so eine Regelung zu ändern.
In diesem Sinne verbleibe ich mit hoffnungsvollen und freundlichen Grüßen, Ihr

Hess
Antwort von Lars Holster
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28.01.2014
Lars Holster
Sehr geehrter Herr Hess,

vielen Dank für Ihre Frage an mich, auf die ich Ihnen gerne antworten möchte.

In der Tat ist es so, dass die Hamburger Frühjahrsferien zeitlich früher liegen als die Osterferien vieler Bundesländer. Dies hat natürlich auch Folgen für das Wetter, in den Ferien.
Es trifft sicherlich zu, dass die Wetterverhältnisse zur Zeit der Hamburger Frühjahrsferien im Durchschnitt der Jahre ungünstiger sind, als um die Zeit des Osterfestes, welches frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April fällt.

Die Lage eines Ferienzeitraumes richtet sich jedoch nicht nach den Wetterbedingungen.

Die Hamburger Frühjahrsferien verkürzen den Unterrichtszeitraum zwischen den Weihnachtsferien und Ostern. So entspricht der Zeitraum zwischen den Weihnachts- und den Frühjahrsferien ungefähr den Zeiträumen zwischen den übrigen Ferien.

Somit sind in Hamburg die Ferienzeiträume regelmäßiger verteilt als in anderen Bundesländern. Die Unterrichtszeiträume zwischen den Ferien betragen in Hamburg ungefähr zwei Monate. In diesem Jahr sind es in Baden-Württemberg beispielsweise ca. 3,5 Monate zwischen Winter- und Osterferien. Das ist eine sehr lange und krankheitsanfällige Zeit für die Familien.

Da ich nicht nur Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft bin, sondern auch aus der Praxis als Lehrer und stellvertretender Schulleiter einer Stadtteilschule, kann ich berichten, dass diese gleichmäßigen Zeiträume für die schulische Organisation von großem Vorteil sind. Für Schülerinnen und Schüler ist ein Unterrichtszeitraum von 3 Monaten und mehr ohne Ferienunterbrechung eine hohe Belastung. Insofern richten sich die Hamburger Ferientermine nicht nach den Wetterbedingungen, sind aber meiner Meinung nach dennoch im Interesse der Schülerinnen und Schüler.
 
Bei den Frühjahrsferien handelt es sich um eine alte Hamburger Tradition, die seit den 1960iger Jahren praktiziert wird. Eine Bürgerbefragung hat ergeben, dass die Mehrheit der Hamburger Bürger diese Ferienzeitregelung begrüßt. Diese Ferienregelung lässt es zu, dass in Hamburg die sogenannten Maiferien eingeführt wurden, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Antwort die Gedanken verdeutlichen, die hinter der Hamburger Ferienzeitregelung stecken.

Für Rückfragen stehen ich und mein Abgeordnetenbüro Ihnen gerne zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Lars Holster
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
18.04.2014
Von:

Sehr geehrter Herr Holster,

bisher konnten Grundschullehrer in Hamburgs Schulen selbst entscheiden, mit welcher Methode sie Schülern Lesen und Schreiben beibringen. Mein Sohn wurde nach Jürgen Reichen (Lesen durch Schreiben) unterrichtet und hatte schnell einen Stempel (LRS). Förderung max. 1 Std. pro Woche. Er hat einen IQ von 115. Hätte ich nur meinem Bauchgefühl vertraut, dass die Methode nicht die richtige war, aber die Lehrerin beschwichtigte und ich vertraute ihr. Seit dem schnitt mein Sohn bei der HSP stets etwas besser als 5 Prozentpunkte ab. In der 6. Klasse rutschte er unter 5 und bekommt nun ein Jahr die dringend benötigte Lerntherapie bezahlt. Sie wird nur bis zur 6. Klasse gewährt - also kommt er ein Jahr in diesen Genuss. Das wird seine Defizite nicht ausgleichen. Wahrscheinlich wird er keinen Schulabschluss erreichen, obwohl wir kein bildungsferner Haushalt sind. Mein Sohn wird nicht der einzige Betroffene sein. Warum hat der Senat so lange zugesehen? Hier wurden ohne Not zukünftige Hartz 4 Empfänger herangezüchtet. Bereits 2004 wurde die Marburger Studie veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie belegen beispielsweise, dass der Unterricht mit "Lesen durch Schreiben" 16 % rechtschreibschwache Kinder produziert hat. Nach Klasse 2 steigt die Zahl der geschädigten Kinder auf dramatische 23 % an. Mein Sohn wurde 2007 eingeschult! Jürgen Reichen war in der Hamburger Lehrerfortbildung tätig-ein charismatischer Mensch. Es gibt also viele Geschädigt. Viel zu spät wurde seine Methode in Hamburg verboten. Die Schulen können selbst entscheiden, ob sie Lehrer, Lerntherapeuten oder Oberschüler in der Förderung einsetzen. Mein Sohn war an drei Schulen. An einer Schule war der Unterricht/die Förderung sehr gut, an den beiden anderen wirklich sehr schlecht. Eine der letzteren soll meinen Sohn zum Schulabschluss führen. Fördern statt wiederholen? - das machen Oberstufenschüler! Soll man den Schulen weiterhin diese Freiheiten lassen?

Herzlicher Gruß

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