Klaus Uwe Gerhardt (DIE GRÜNEN)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Angaben zur Person
Klaus Uwe Gerhardt
Geburtstag
-
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
-
Wahlkreis
Offenbach
Ergebnis
9,8%
Landeslistenplatz
16, Hessen
(...) CDU und FDP wollen jetzt nur das Schonvermögen erhöhen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Roland Koch (CDU) im Bundesrat sowohl das niedrige Schonvermögen als auch die harten Zumutbarkeitsregeln erst durchgesetzt hat. (...)
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Frage zum Thema Arbeit
14.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gerhardt,

soweit ich weiss, sind Sie einer der Ersten gewesen, der bereits in den 80er Jahren zum Bedingungslosen Grundeinkommen publiziert hat.
1. Wie sind Sie bereits damals zu diesem wichtigen Thema gekommen?
2. Und warum hat es von damals bis heute fast 30 Jahre gedauert, bis das Thema einige Relevanz erlangt hat?
3. Müssen wir nochmal 30 Jahre bis zur Realisierung eines BGEs warten?
4. Wie sieht Ihre Partei das?

Danke für Ihre eventuellen Antworten!
Antwort von Klaus Uwe Gerhardt
bisher keineEmpfehlungen
16.08.2009
Klaus Uwe Gerhardt
Hallo Röhrig,

danke für die Fragen, die ich so beantworten möchte:

Zu 1. Wie sind Sie bereits damals zu diesem wichtigen Thema gekommen?

Es waren drei Überlegungen: Erstens: Das Ende des so genannten "Keynesianischen Projektes" und des Siegeszuges der Angebotstheorie. Nun zeigt sich mit der Finanzkrise, dass Angebotstheorie und neoliberale Wirtschaftpolitik den Staat auszutrocknen durchaus gut für die Gewinne waren, aber schlecht für die Produktivität und übel für die Gesellschaft ausgehen können.

Zweitens: Ich entdeckte, dass Milton Friedman zwar einen wesentlich ungezügelten Kapitalismus anempfahl, aber gleichzeitig die Auseinandersetzungen der Arbeiterschaft mit den "wilden Streiks" neue gesellschaftliche Auseinandersetzungen in den Fabriken und in der Gesellschaft gebracht hatte. In den USA wurde die Negative Income Tax erprobt mit dem Ergebnis, dass das Arbeitsangebot keineswegs zusammenbrach.

Drittens: Die stärksten Kämpfe zwischen Arbeit und Kapital - ansonsten weltweit erkennbar - spielten sich in Italien ab - wilde Streiks in allen Fabriken. Die angelernten Arbeitsemigranten forderten eine automatische Lohnanpassung an die Inflation (scala mobile). Plötzlich forderten die Frauen einen Hausfrauenlohn, d.h. ein Einkommen, welches von der Werkbank in den Fabriken unabhängig war. Um neue Lebensformen zu entwickeln war "Lohn für Nichtarbeit" auch bei den Alternativen sehr beliebt. Berühmte Ökonomen und Nobelpreisträger sagten, die Studentenbewegung sei für diese Umwälzung verantwortlich. Das fanden meine Freunde und ich bemerkenswert. Und deshalb habe ich damals in meiner Diplomarbeit und in späteren Veröffentlichungen nachgeforscht, ob die Gesellschaft zusammenbrechen oder neu definiert werden könne und welche Rolle ein garantiertes Mindesteinkommen dabei spielen könnte.

Zu 2. Und warum hat es von damals bis heute fast 30 Jahre gedauert, bis das
Thema einige Relevanz erlangt hat?

Es gab mehrere Wellen der Diskussion. In den achtziger Jahren ebbte die Studentenbewegung langsam ab und damit auch die Fragen eines alternativen Lebens mit Staatsknete. In den neunziger Jahren hofften auch viele GRÜNE, dass es wieder mehr Beschäftigung geben könne, wenn Arbeit billiger würde und die Lohnnebenkosten durch eine Ökosteuer getragen werden würde. Mit den Hartz Reformen wurde klar, dass die Senkung der Löhne in die Armut führen würde. Die Gewerkschaften sind zudem schwächer geworden durch die Umstrukturierung, Flexibilisierung der Arbeit, Zeitarbeit oder unbefristete Arbeit. Ohne Mindesteinkommen und Mindestlohn schaffen wir es nicht, Armut zu verhindern.

Zu 3. Müssen wir nochmal 30 Jahre bis zur Realisierung eines BGEs warten?

Ich hoffe nicht. Das setzt aber voraus, dass die Schritte verträglich sind. Meine Idee ist "HARTZ Plus", welche ich in meiner Dissertation vorschlage.

Zu 4. Wie sieht Ihre Partei das?

Die GRÜNEN sind derzeit gespalten und die Position eines bedingungslosen Grundeinkommens noch nicht mehrheitsfähig.

Mit den besten Grüßen
Dr. Klaus-Uwe Gerhardt
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
26.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gerhardt!

Ich wende mich heute mit einigen Fragen zur Verkehrs- und Umweltpolitik an Sie.

Frage 1:

Wie stehen Sie zu der, zwar derzeit ausgesetzten ,aber immer noch geplanten Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG?

Frage 2:

Wie werten Sie die Verkehrspolitik der letzten Jahre, besonders bezogen auf die Bahnreform seit 1994?

Frage 3:

Kennen Sie die aktuellen Marktanteile der Bahn (Personen und Güterverkehr) und deren Entwicklung innerhalb der letzten 10 Jahre?

Frage 4:

Wenn ja, halten Sie diese für ausreichend?

Frage 5:

Wären Sie bereit, die im Prinzip umweltfreundliche Bahn so mit zu gestalten bzw. umzugestalten, dass diese als eine kundenfreundliche und preiswerte Bahn angenommen wird und somit ihrer systemimmantenen Nachhaltigkeit gerecht werden kann?

konkretes Beispiel:

Frage 6:

Halten Sie die Fahrpreise des ÖPNV im Landkreis Offenbach für attraktiv und sozial gerecht?

Mit freundlichen Grüssen,

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
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Frage zum Thema Soziales und Familie
08.09.2009
Von:

Finden Sie Hartz IV gerecht?

Finden Sie es gerecht, dass Kinder einkommensschwacher Familien keine Nachhilfe bekommen und damit automatisch schlechter gestellt sind in den Schulen?

Finden Sie den einheitlichen Krankenkassensatz mit allen daraus resultierenden Konsequenzen gerecht?

Haben die GRÜNEN einen Großteil ihrer Prinzipien zugunsten der Macht verkauft?
Antwort von Klaus Uwe Gerhardt
bisher keineEmpfehlungen
09.09.2009
Klaus Uwe Gerhardt
Hallo Frau ,

danke für Ihre Frage. Ich habe mich dieser Frage in meiner Dissertation gewidmet ( siehe www.mindesteinkommen.de ). Bei einigen positiven Ansätzen (Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe) sind viele negative und ungerechte Elemente vorhanden. Das wird zum Glück auch im Wahlprogramm der GRÜNEN angesprochen. Die Fähigkeit zur Selbstkritik haben nicht viele. Wir GRÜNE schon.

CDU und FDP wollen jetzt nur das Schonvermögen erhöhen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Roland Koch (CDU) im Bundesrat sowohl das niedrige Schonvermögen als auch die harten Zumutbarkeitsregeln erst durchgesetzt hat.

Die GRÜNEN wollen außerdem Partnereinkommen anrechnungsfrei machen, eine Kindergrundsicherung einführen und die Regelsätze anständig erhöhen. Ich bin zusätzlich für die Einführung eines Grundeinkommens, weil selbst ein hoher Mindestlohn bei niedriger Arbeitsstundenzahl nichts gegen Armut ausrichten kann.

Schauen Sie doch mal auf meiner Homepage vorbei ( www.Klaus-Uwe-Gerhardt.de ). Da können Sie noch mehr erfahren. Heute Abend zeige ich im Bürgerhaus Hausen (Obertshausen) den Film über das Bedingungslose Grundeinkommen. Haben Sie Lust zu kommen?

Mit den besten Grüßen
Dr. Klaus-Uwe Gerhardt
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Frage zum Thema Umweltpolitik
24.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gerhardlt!

1.Leider haben Sie meine am 26.08.09 an Ihre Adresse gestellte Frage bis heute nicht beantwortet und ich gehe davon aus, dass 3 Tage vor der Wahl am 27.09.09 das vermutlich auch nicht mehr geschehen wird. Da Ihnen bisher erst 3 Fragen hier auf abgeordnetenwatch.de gestellt wurden (von denen Sie dankenswerterweise 2 beantwortet haben) frage ich mich, wieso Sie auf meine Anfrage betreffs Bahnprivatisierung und öffentlicher Personennahverkehr uns bisher keine sinnvolle Antwort zukommen lassen?

Das erstaunt mich, da das Thema ÖPNV eigentlich einmal zu den Kernkompetenzen der Grünen zählte bzw. noch heute zählen sollte.

Ihr Verhalten lässt mich aber befürchten, dass das Thema Nachhaltigkeit und Mobilität nicht zu Ihren Interessen gehören.

Frage 1: Könnten bzw. möchten Sie diese Befürchtung aus dem Weg räumen?

(am besten durch eine geignete Antwort auf meine Anfrage vom 26.08.09....)



Ich möchte zu meine damaligen Fragen vom 26.08.09 ergänzen:

Frage 2:

Glauben Sie, dass ein spontanes, einfaches und preiswertes Reisen mit Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln derzeit schon flächendeckend möglich ist?

Glauben Sie, dass wir derzeit eine umweltfreundliche "Mobilität für alle"
schon verwirklicht haben?


Bei Antwort mit "nein" oder einschränkendem Charakter:

Frage 3:

Würden Sie sich für eine solche "Mobilität für alle" verwenden = sprich für preiswertere Tarife sowie besserer Kundenservice im ÖPNV und mehr Fahrradwege einsetzen?

Frage 4: Was sollte eine Fahrt z.B. von Dreieich nach Frankfurt (Einzelfahrt ErwachsenerTarifzone 3 im RMV = aktuell 3,70€) nach Ihrer Vorstellung künftig kosten?

Mit freundlichen Grüßen,

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
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