Katrin Göring-Eckardt (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
03.05.1966
Berufliche Qualifikation
Theologiestudium
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Ingersleben
Wahlkreis
Gotha/ Ilm-Kreis
Ergebnis
5,4%
Landeslistenplatz
1, Thüringen
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(...) Die allermeisten Polizistinnen und Polizistinnen machen ihre Arbeit aber verantwortungsvoll und arbeiten mit Deeskalationsstrategien. Allerdings darf auch nicht jeder Protest gegen Polizeimaßnahmen als polizeifeindlich interpretiert werden. Gerade bei den von Ihnen angesprochenen Protesten gegen Stuttgart 21 war der Adressat nicht die Polizei, sondern die Politik der Landesregierung und die übertriebenen Maßnahmen des damaligen Innenministers. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.01.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Göring-Eckardt,

bei der gestrigen Günther Jauch Sendung (08.01.2012) haben Sie das hier gesagt: ´´Wir brauchen einen starken Bundespräsidenten´´

Wieso müssen Berufspolitiker immer ´´wir´´ sagen ?
Wer ist ´´wir´´ ? Meinen Sie mit ´´wir´´ die Berufspolitiker der Grünen, SPD, CDU/ CSU und FDP ?
Und falls sie mit ´´wir´´ die deutsche Bevölkerung meinen - wieso braucht das deutsche Volk überhaupt einen Bundespräsidenten ? Ist das nicht einfach eine Bevormundung ? Wäre es nicht besser, dass deutsche Volk zu fragen, ob sie dieses Amt und die ungeheuren Kosten überhaupt noch braucht ?

Zu den Kosten: 200 000 Euro Pension pro Jahr und das bis zum Ende. Schließlich noch ein Auto + Fahrer und ein Büro.

Ist es nicht so, dass man uns seit der Agenda2010 ständig sagt, dass wir sparen müssen ? Wieso spart man dann nicht erst bei Berufspolitikern und nicht bei der Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik ? Zu dem Thema Sozialpolitik habe ich eine umfassende Liste gefunden: www.ak-sozialpolitik.de

Wie man sieht gab es unter der Rot-Grünen Regierungen die meisten und die radikalsten Änderungen und Kürzungen im sozialen Bereichen.

Kosten: www.focus.de

Können Sie mir sagen wieso ich laut Ihrer Meinung einen Bundespräsidenten brauche ?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Katrin Göring-Eckardt
1Empfehlung
25.01.2012
Katrin Göring-Eckardt
Sehr geehrter Herr ,

Das Amt des Bundespräsidenten ist aus meiner Sicht wichtig und bereichernd für unsere parlamentarische Demokratie. Zunächst ist der Bundespräsident das Staatsoberhaupt und vermindert so die Macht des Regierungschefs. Dies ist historisch begründet und in einer gefestigten parlamentarischen Demokratie nicht mehr zwingend notwendig, dient jedoch einer Aufgabenteilung zwischen Regierungschef und Staatsoberhaupt.
Die Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland haben allesamt und jeder auf seine ihm eigene Weise die Macht ihres Wortes in den Dienst des Landes und der Gesellschaft gestellt. Und eben darum geht es auch bei dem verwendeten "wir".

Das Amt des Bundespräsidenten findet sich im Übrigen in unserem Grundgesetz. Nun kann man unterschiedlicher Auffassung über Wirkung, Möglichkeiten und Ausgestaltung sein, die verfassungsgemäße Antwort heißt jedoch:

(Art. 82, Abs. 1) "Die nach den Vorschriften dieses Grundgesetzes zustande gekommenen Gesetze werden vom Bundespräsidenten nach Gegenzeichnung ausgefertigt und im Bundesgesetzblatte verkündet. […]"
(Art. 58) "Der Bundespräsident vertritt den Bund völkerrechtlich. Er schließt im Namen des Bundes die Verträge mit auswärtigen Staaten. Er beglaubigt und empfängt die Gesandten."

Mit freundlichen Grüßen,
Katrin Göring-Eckardt
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
19.01.2012
Von:

Zur Zeit- finde ich - wird gegen den Bundespräsidenten eine unwürdige Kampagne geführt. Bei allen Fehlern, die er gemacht hat wäre es an der Zeit auch an das christliche Gebet zu erinnern --- vergieb uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern! Kann es sein, das so etwas in der Politik nicht gilt? Kann es sein, das es in der Politik nichts Wichtigeres gibt? Dann wären die Politiker geradezu Dünnbrettbohrer angesichts von etwa 2 Bill. € Staatsschulden( incl. Garantien) Ich bin geradezu entsetzt, wie oberflächlich sich an Nebensächlichkeiten verbissen wird. Auch wenn ich die Umstände des Verhaltens von BP Wulf nicht gerade geradlienig finde, haben die Parteien offenbar erschreckende Demokratiedefizite. Ich finde das beschämend. Es gibt auch noch das Ausland, das alles möglicherweise als Lachnummer einordnet. Wie ist Ihre Meinung?
Antwort von Katrin Göring-Eckardt
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25.01.2012
Katrin Göring-Eckardt
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage. Kern der Debatte um unseren Bundespräsidenten ist, ob Christian Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen gegen das Ministergesetz verstoßen hat. Diese Frage wird nicht nur in den Medien diskutiert, sondern auch juristisch untersucht und im niedersächsischen Landtag in Form von Fragen an die Landesregierung und Auskünften seitens der Landesregierung gegenüber den Fraktionen beleuchtet. Der Bundespräsident selbst hat erklärt, vollumfänglich für Transparenz in der Angelegenheit sorgen zu wollen. Solange trotz dieser Ankündigung immer neue Details aus seiner Amtszeit als Ministerpräsident an die Öffentlichkeit gelangen wird sich die Debatte nicht beruhigen. Es liegt somit bei unserem Bundespräsidenten, die angekündigte Transparenz herzustellen und auf diese Weise die Debatte zu einem Ende zu führen.

Mit freundlichen Grüßen,
Katrin Göring-Eckardt
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Frage zum Thema Soziales
02.02.2012
Von:

Hallo

was tun Sie bzw Partei für erwerbsunfähige---Hartz4 (Grundsicherung)bis Lebensende
oder für Mindestrente ?

MFG
Antwort von Katrin Göring-Eckardt
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14.03.2012
Katrin Göring-Eckardt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, Sie sprechen ein wichtiges Thema der grünen Programmatik an.

Was die Grundsicherung bei Hartz IV angeht, fordern wir Grünen eine Regelersatzerhöhung für Alleinstehende auf 420 Euro monatlich. Dieser Satz muss natürlich an die etwaigen Preiserhöhungen angepasst werden.

Bündnis 90/ Die Grünen verfolgt einen umfassenden Ansatz zur Bekämpfung der Altersarmut in engem Kontakt mit Kommunal- Sozialverbänden und Gewerkschaften. Bei Menschen, die besonders von Altersarmut bedroht sind, muss bereits während der Erwerbszeit oder der Arbeitssuche wie oben beschrieben präventiv angesetzt werden. Bei der Alterssicherung fordern wir Grüne eine gerechte Unterstützung der Rentnerinnen und Rentner und wollen die Einführung einer Garantierente.
Der Kampf gegen Altersarmut geht unserer Meinung zudem über die rein finanziellen Aspekte hinaus und sollte auch altersgerechtes Wohnen, Teilhabe am öffentlichen Leben, Gesundheit und Leben in Würde ermöglichen.


Mit freundlichen Grüßen,

Katrin Göring- Eckardt
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Frage zum Thema Gesundheit
28.03.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Göring-Eckardt,

das Thema Zeitumstellung beschäftigt jedes Jahr wieder die meisten Mitbürger. Inwieweit setzen Sie sich für die Abschaffung der Sommerzeit ein? Das eine EU-einheitliche Lösung gefunden werden muss, ist mir bewusst.

Mit freundlichen Grüßen

P.
Antwort von Katrin Göring-Eckardt
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16.04.2012
Katrin Göring-Eckardt
Sehr geehrte Herr ,

es gibt sehr unterschiedliche Meinungen zur Frage der Sommerzeit. Gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung sind in Einzelfällen nicht auszuschließen. Die dürften insbesondere Menschen betreffen, die ohnehin unter Schlafstörungen leiden. Allerdings gehen Schlafforscher davon aus, dass diese kleiner als bei einem "Jet-Lag" sind.

Zur Änderung der Sommerzeitregelung bedarf es einer einvernehmlichen Lösung auf europäischer Ebene. Eine Initiative von Bündnis 90/Die Grünen ist derzeit nicht geplant.

Mit freundlichen Grüßen,

Katrin Göring-Eckardt
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Frage zum Thema Gesundheit
30.03.2012
Von:

Sehr verehrte Frau Göring-Eckardt,

Meine Frage zur Praxisgebühr
Der erklärte Sinn einer Praxisgebühr, wie sie von der Rürup-Kommission, der Politik, den Krankenkassen und den Ärzten für prinzipiell sinnvoll gehalten wird, sollte es sein, die Versicherten zu einer sparsameren Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen anzuhalten.

Ich benötige regelmäßig das Medikament Omeprazol. Die Packung reicht in etwa drei Monate. Um die Kosten für die Kassen und auch mein Kosten zu reduzieren (bin Rentner mit sinkender Kaufkraft), habe ich mir das Medikament am Anfang und am Ende jedes 2. Quartals verschreiben lassen. Ich habe damit im Jahr in 2 Quartalen keine Kosten verursacht.
Das funktionierte in 2011 auch wunderbar. Als ich das jetzt auch so machen wollte, wurde mir von der Sprechstundenhilfe ausgerichtet, dass dieses Medikament im Quartal nur einmal verschrieben werden darf.

Meine Frage:
Hat es hier Gesetzesänderungen gegeben, dass diese von mir getätigte Praxis nicht mehr möglich ist oder welche Gründe sprechen für die Vorgehensweise meines Hausarztes ?
Über eine Antwort würde ich mich freuen

Gruß H.
Antwort von Katrin Göring-Eckardt
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12.04.2012
Katrin Göring-Eckardt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Praxisgebühr.

Die Auskunft, die sie in der Praxis ihres Hausarztes erhalten haben, ist zutreffend. Die Ärztinnen und Ärzte sind gehalten, bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln maximal die in einem Quartal erforderliche Anzahl zu verschreiben. Dadurch soll gewährleistet werden, dass der Arzt bzw. seine Mitarbeiterinnen den Patienten regelmäßig sehen und damit zum Beispiel mögliche Änderungen im Gesundheitszustand rechtzeitig bemerken können. Dazu kommt, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel, wenn sie in zu hohen Dosen genommen werden, erhebliche Gesundheitsschäden verursachen können. Auch deshalb wird die verordnungsfähige Menge auf den Quartalsbedarf begrenzt. Geregelt ist das in den Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen. Ein eigenes Gesetz gibt es dafür nicht.

Die veränderte Vorgehensweise Ihres Hausarztes entspricht also durchaus den Vorschriften. Und er tut auch gut daran, sich so zu verhalten. Ansonsten kann es zu Abrechnungsproblemen mit der Kassenärztlichen Vereinigung bzw. den Krankenkassen kommen und auch haftungsrechtliche Ansprüche gegen ihn - sofern Patientinnen und Patienten zu Schaden kommen - sind nicht auszuschließen.

Ich verstehe, dass das für Patientinnen und Patienten, die - wie Sie - dauerhaft auf ein ganz bestimmtes Arzneimittel angewiesen sind, ärgerlich ist. Die Verordnungsobergrenze kostet Zeit und Geld. Andererseits sind die Argumente, die für den Quartalsbezug vorgebracht werden, ernst zu nehmen.

Einiges an "Ärgerpotenzial" könnte man aber aus dieser Angelegenheit nehmen, wenn man sich endlich entscheiden könnte, auf die Praxisgebühr zu verzichten. Es hat sich gezeigt, dass diese keine sinnvolle Steuerungswirkung hat. Von Arztbesuchen abgehalten werden allenfalls Personen mit geringen Einkommen - und vieles deutet darauf hin, dass dazu auch Arztbesuche gehören, die medizinisch eigentlich notwendig wären. Vor diesem Hintergrund würde ich es begrüßen, wenn der Arztbesuch wieder ohne "Eintrittsgebühr" möglich wäre. Damit wäre auch gewährleistet, dass sie ihre Arzneimittelverordnung erhalten, ohne dass Ihnen über die Arzneimittel-Zuzahlung hinaus Unkosten entstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Göring-Eckardt
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