Karl Bär (DIE GRÜNEN)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Karl Bär
Jahrgang
1985
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Student der Agrarwissenschaft, Islamwissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft
Wohnort
Fellach
Wahlkreis
Starnberg
Ergebnis
10,6%
Landeslistenplatz
12, Bayern
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(...) Es ist sogar gut, daß sie eine so schöne Auswahl haben. Denn ein schlechtes Ergebnis für Frau Aigner wäre ein gutes Zeichen gegen die verfehlte Landwirtschaftspolitik der CSU. (...)
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
01.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bär,

wie beurteilen Sie den Einfluß der "Weltberatungsfirmen" bzw. Karrierenetzwerken McKinsey, Roland Berger, KPMG, Ernst& Young, BCG u.a. auf Parteien, Firmen, Gewerkschaften, Behörden und Regierungen im In- und Ausland?

Finden Sie diesen Einfluß mit den Grundsätzen eines demokratischen Rechtsstaates und einer pluralistischen Gesellschaft vereinbar?

Falls ja, so bitte ich um eine Begründung.

Mit freundlichen Grüßen
W.
Gruppe Justizkontrolle Bayern/ Scientologyabwehr Deutschland
Antwort von Karl Bär
bisher keineEmpfehlungen
18.09.2009
Karl Bär
Sehr geehrter Herr ,

Ich beurteile den Einfluss der großen Beratungsfirmen als sehr groß, wenn auch unterschiedlich groß. Ihr Einfluss im Wirtschaftsleben ist sehr hoch, auch Regierungen beraten sie sind inzwischen so präsent und anerkannt, daß sogar Gewerkschaften und Kirchen auf ihre Dienste zurückgreifen. Ich glaube, daß meine Partei bisher weitgehend davon verschont ist und kann für die anderen nichts sagen.

Ich halte diesen Einfluss zwar für unangenehm, aber für mit einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft für vereinbar, insofern ich keine sinnvollen demokratischen Maßnahmen wüßte, die Beratung von Unternehmen, Behörden, ect. einzuschränken. Beratung ist ja erstmal etwas gutes.

Aber wir können einiges tun, um einen unbotmäßigen Einfluss einzelner Unternehmen oder Ideologien zu verhindern, indem wir eine vitale Gesellschaft und Demokratie schaffen. Ich will dazu ein paar Punkte nennen:

  • Es ist ein Problem, daß innerhalb der Wirtschaftswissenschaften wenig Selbstreflexion betrieben wird und daß sich in der Volkswirtschaftslehre ein sehr starker Mainstream gebildet hat. Die Wirtschaftswissenschaften sind Sozialwissenschaften, die menschliche Systeme erforschen und beschreiben und sollten sich eigentlich entsprechend reflektieren und ihre Theorien entsprechend formulieren. Solange in der Gesellschaft und bei vielen Fachleuten selbst der Eindruck besteht, daß die Wirtschaft quasi Naturgesetzen folgt, anstatt menschengemachten Strukturen, ist Beratung von Unternehmen oder Behörden oder politischen Akteuren in wirtschaftlichen Fragen fast notwendigerweise sehr einseitig und als Entscheidungsgrundlage öffentlich oder vor Aktionären gut verteidigbar. Aber die Realität entspricht dem nicht. Hier muß bei allen Beteiligten mehr reflektiert werden.

  • Wir können den Einfluss von Beratung und Lobbyisten auf die Politik auch verringern, indem wir auf allen Ebenen funktionierende Systeme für Direkte Demokratie einführen und Entscheidungen möglichst auf der untersten Ebene treffen, auf der diese Entscheidung sinnvoll getroffen werden kann.

  • Es würde außerdem helfen, Macht und Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Das hilft, intransparente Einflußnahme auf die Politik zu verhindern. Es wäre dabei auch sehr gut, wenn alle Parteien intern ihre EntscheidungsträgerInnen und - ganz besonders wichtig - Listenplätze in transparenten und demokratischen Verfahren besetzen würden, so wie wir Grünen es tun. Darüberhinaus sollten Menschen in Machtpositionen immer mal wieder ausgewechselt werden.

  • Die Geschäftsbeziehungen von Behören und Regierungsinstitutionen müssen transparent sein und es gehört ein Lobbyregister eingeführt. Transparenz hilft, die Öffentlichkeit informiert zu halten und dadurch die Politik demokratisch zu kontrollieren.

Schöne Grüße,

Karl Bär
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
07.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bär,

1. Kampf gegen den Terror: Werden Sie sich einsetzen, um Guantanamo-Häftlinge auch in Deutschland aufzunehmen?

2. Prävention von Menschenrechtsverletzungen: Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um die Rechte von Frauen und Mädchen während und nach bewafffneten Konflikten zu wahren?

3. Rechte und Schutz für die Opfer von Menschenhandel: Mit welcher Priorität unterstützen Sie die Umsetzung der Konvention des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels und die Opferschutzrichtlinie (2004/81/EG)?

MfG
(Mitglied von Amnesty International - Sektion München)

Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.
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Frage zum Thema Soziales und Familie
13.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bär,

sie geben bei Kandidatencheck auf die Frage nach der Abschaffung der Bundeswehr zur Antwort ja, mit dem Zusatz "und damit auch der Ersatzdienst".

WIe begründen Sie diese Aussage? Wie soll Ihrer Ansicht nach der mögliche Wegfall der Zivildienstleistenden ausgeglichen werden?

Ich bedanke mich im Voraus für eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Karl Bär
bisher keineEmpfehlungen
18.09.2009
Karl Bär
Sehr geehrte Frau ,

Ich möchte neben dem Wehrdienst auch die Ersatzdienste abschaffen, weil ich keine Zwangsdienste in Deutschland haben will.

Für den einen mag der Zivildienst eine gute Erfahrung sein, eine Möglichkeit zwischen Schule und Studium oder zwischen Ausbildung und Beruf nochmal eine Zeitlang etwas anderes zu machen oder ähnliches. Es spricht nichts dagegen, daß diese Leute weiterhin freiwillige soziale oder ökologische Jahre absolvieren. Gerade auch die Nachfrage nach FSJ - oder FÖJ - Plätze von jungen Frauen zeigt, daß das auch ohne Zwang gemacht werden kann. Wenn der Wehr- und der Ersatzdienst abgeschafft wird, müssen die Möglichkeiten FSJ oder FÖJ oder ähnliche zu machen ausgebaut werden. Diese Möglichkeit besteht.

Für andere aber bedeutet der Zivildienst etwas ganz anderes. Es gibt auch junge Männer, die sich durch diesen Zwangsdienst in ihren besten Jahren für ein Jahr geparkt sehen; die anstatt zu tun, was sie mit ihrem Leben planen, monatelang für ca. 1,11€ pro Stunde simple Arbeiten erledigen müssen. Das kann doch nicht sein.
Manchmal wird darüber diskutiert, die Wehrpflicht abzuschaffen und stattdessen eine Arbeitspflicht für alle einzuführen. Gegen diese Vorschläge wende ich mich mit meiner Aussage im KandidatInnencheck. Ich will keine Zwangsdienste für junge Leute.

Nun gibt es das Problem, daß viele Zivis sehr sinnvolle Arbeiten, gerade im sozialen Bereich, sehr günstig - um nicht zu sagen: für einen unmöglich niedrigen Lohn - erledigen. Fällt mit der Wehrpflicht auch der Ersatzdienst weg, so fehlen diese billigen Arbeitskräfte. Auf dieses Problem die folgenden beiden Antworten:

Einen Teil der Lösung dieses Problems bieten Freiwillige. Wie ich im ersten Absatz beschrieben habe, gibt es viele junge Männer, die ihren Zivildienst als Bereicherung empfinden und viele junge Frauen, die es freiwillig tun. Die Abschaffung von Wehr- und Ersatzdienst muß also mit einer Kampagne für die Freiwilligendienste einhergehen und die Vergabe dieser Plätze gut strukturieren.
Ich finde es aber nicht richtig, junge Menschen zu Arbeiten zu zwingen, die sie nicht tun wollen. Der zweite Teil meiner Lösung für das Problem heißt daher: Wenn diese Arbeiten nötig sind, dann sollte professionelles Personal dafür bezahlt werden. So schafft die Abschaffung der Wehrpflicht sogar noch Arbeitsplätze.

Schöne Grüße,
Karl Bär
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Frage zum Thema Arbeit
21.09.2009
Von:

Lieber Karl Bär,

im Kandidatencheck habe ich gesehen, dass Du für die Lockerung des Kündigungsschutzes bist.

Was versprichst Du Dir davon?

Freundliche Grüße

Antwort von Karl Bär
bisher keineEmpfehlungen
25.09.2009
Karl Bär
Lieber ,

Ich möchte den Kündigungsschutz nicht lockern. Das war ein fahrlässiger Fehler und leider läßt der Kandidatencheck von abgeordnetenwatch nicht zu, Fehler zu korrigieren.

Daß es ein Fehler war, merkt man hoffentlich auch an dem Text (zu jeder Frage darf jedeR Befragte noch 300 Zeichen schreiben), den ich dazu abgegeben habe. Da Fordere ich eine bessere Absicherung von LeiharbeiterInnen, befristet Beschäftigeten und in Selbstständigkeit ausgelagerten "Angestellten". Und das paßt wirklich nicht zusammen mit einer Lockerung des Kündigungsschutzes.

Menschen, die Arbeiten, müssen ihr Leben planen können. Unsere Rechte für Beschäftigte sind ein großer zivilisatorischer Fortschritt, den ich nicht aufgeben möchte.

Schöne Grüße,
Karl Bär
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Frage zum Thema Umweltpolitik
23.09.2009
Von:

Lieber Karl Bär,

gibt es Überlegungen der Grünen, im Wahlkreis Starnberg einen Ratschlag zur Vergabe der Erststimme zu geben?

Freundliche Grüße


Ps. @abgeordnetenwatch.de: mir hat bei der Themenauswahl das Thema "Politik allgemein/Parteipolitik" gefehlt...
Antwort von Karl Bär
1Empfehlung
25.09.2009
Karl Bär
Lieber ,

Wir haben keine Überlegungen angestellt, eine Empfehlung für die Erststimme auszugeben. Ich kämpfe ohnehin vor allem um die Zweitstimmen. Die Zweitstimmen sind für uns viel wichtiger.

Ich würde mich ja freuen, wenn der Herr Barthel das Direktmandat gewinnen könnte, ich halte es nur für so unwahrscheinlich, daß wir uns die Mühe nicht machen, eine Empfehlung für ihn abzugeben.
Außerdem gibt es in unserem sehr ländlichen und recht wohlhabenden Wahlkreis viele Gegenden, in denen die Grünen in den letzten Wahlen immer vor der SPD lagen. Es wäre aus Motivationsgründen falsch, das nicht auch in neues Selbstbewußtsein umzusetzen.

Der Landesverband der Grünen hat für einige Wahlkreise in München und Nürnberg dazu aufgefordert, eine Empfehlung für die SPD herauszugeben, um Überhangmandate bei der CSU zu verhindern. Das gilt aber nur für München und Nürnberg, weil wir der SPD in Bayern sonst keine Direktmandate zutrauen. Es ist in der Tat so, daß die Überhangmandate die Wahl mit entscheiden könnten und ich kann jedem, der in einem Wahlkreis wohnt, in dem es knapp werden könnte, empfehlen SPD zu wählen. Ich zähle diesen Wahlkreis aber nicht dazu. Wieder anders steht es in Berlin, Stuttgart und Hamburg: Dort kämpfen Grüne um Erststimmen, weil wir eine Chance auf die Direktmandate haben.

Die interessante Frage bei den Erststimmen im Wahlkreis 224 aber wird: Wieviel bekommt Frau Aigner. Ich habe da eine gewisse Hoffnung, daß sie deutlich verliert gegenüber dem letzten Mal (59%), weil sie als Ministerin bei Themen, die den Leuten hier im Wahlkreis nahe gehen, vor allem Gentechnik und Milchpreise, kein gutes Bild abgegeben hat.

Dafür ist es aber egal, ob die WählerInnen Herrn Barthel oder Frau Leuthäusser-Schnarrenberger oder mir die Stimme geben. Es ist sogar gut, daß sie eine so schöne Auswahl haben. Denn ein schlechtes Ergebnis für Frau Aigner wäre ein gutes Zeichen gegen die verfehlte Landwirtschaftspolitik der CSU.


Schöne Grüße,
Karl Bär
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