Karin Müller (DIE GRÜNEN)
Abgeordnete Hessen 2009-2014
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Angaben zur Person
Karin Müller
Geburtstag
12.10.1962
Berufliche Qualifikation
Soziologin M.A.
Ausgeübte Tätigkeit
 MdL, Verwaltungsangestellte
Wohnort
-
Wahlkreis
Kassel-Stadt II
Ergebnis
12,9%
Landeslistenplatz
15, über Liste eingezogen
Wir Grüne setzen uns für eine stärkere Regulierung und Besteuerung der Finanzmärkte ein. (...) Die Finanzmärkte sollen der Realwirtschaft dienen und der Kontrolle der Politik unterworfen sein. Weitere Informationen zu grüner Finanzmarktpolitik und zu mehr Verbraucherschutz auf den Finanzmärkten finden Sie hier:

www.gruene-bundestag.de

www.gruene-bundestag.de

Über eine "Wettidee" von Banken habe ich bisher noch nichts gehört, diese Angabe ist mir neu. (...)
Parlamentarische Arbeit
Fragen an Karin Müller
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Schulen
04.06.2011
Von:

Guten Tag Frau Müller,

welche Position nehmen Sie zur Schulpflicht ein?
Käme die Öffnung der hiesig sehr eng gefassten Schulpflicht in Angleichung an die Verhältnisse westlicher Nachbarländer als Gebetsanliegen für Sie in Frage?
Wenn Sie mir in Angelegenheit der Schulpflicht ansatzweise vergleichbar denken sollten: Würden Sie sich im Landtag für die Öffnung der Schulpflicht hin zu einer Bildungspflicht unter Aufsicht des Staates stark machen und versuchen zu helfen, auch auf Regierungsebene Ängste abzubauen, die insbesondere gegenüber jedweder Art von weltanschaulicher Minderheit bestehen? Wobei ich auch an dieser Stelle immer wieder betonen möchte, dass Schulpflichtablehnende mehrheitlich ihre Ablehnung keineswegs religiös begründen.
Stand die Schulpflicht denn schon einmal im hessischen Landtag zur Diskussion? Wenn ja, inwiefern?

Freundliche Grüße
Antwort von Karin Müller
1Empfehlung
06.06.2011
Karin Müller
Sehr geehrte Frau !

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Seit Beginn meiner Mandatszeit im hessischen Landtag 2009 sind mir keine Initiativen oder Diskussionen zur Abschaffung der Schulpflicht bekannt. Die Schulpflicht ist in der Hessischen Verfassung im § 56 Abs. 1 geregelt und bedürfte einer Verfassungsänderung. Am Grundsatz der allgemeinen Schulpflicht will niemand etwas ändern.

Auch ich selbst halte das Festhalten an einer gemeinsamen Beschulung für den richtigen Weg. Gemeinsames Lernen und vor allem die vielfältigen sozialen Kontakte innerhalb der Schule sind in der Regel nicht ersetzbar und nur in extremen Ausnahmefällen eine Alternative.

Sicherlich ist die Motivation zur Abschaffung der Schulpflicht im Kern das Wohl der Kinder. Meine Einschätzung ist allerdings, dass man den Kindern keinen Gefallen tut. In meinem Bekanntenkreis kenne ich durchaus Fälle, die in anderen Ländern der "Homeschooling-Bewegung" angehörten, im Nachhinein aber nicht noch einmal denselben Weg für Ihr Kind bestreiten würden.

Mit der Stärkung der Schulvielfalt kann allerdings der Staat dazu beitragen, dass nicht nur ein Bildungs- und Erziehungsmodell für die Eltern und Kinder bereitsteht.

Daher kann ich einer allgemeinen Bildungspflicht als Alternative zur Schulpflicht nicht zustimmen.

Mit freundlichen Grüßen
Karin Müller, MdL
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Schulen
09.06.2011
Von:

Geehrte Frau Müller,

gibt es nicht genügend Möglichkeiten, auch außerhalb einer Schule gemeinsam zu lernen und vielfältige soziale Kontakte zu knüpfen? Als Schüler einer Minderheit hatte ich in den zwei von mir besuchten Schulen niemals den Eindruck, dass Weltanschauung und Lebensstil der Mitschüler wirklich als "vielfältig" zu bezeichnen wären. Ein gemeinschaftliches Lernen kam selbst unter Freunden bestenfalls für eine kurz bevorstehende Klausur zustande.

Tut man denn mit einer hier doch sehr rigoros gehandhabten Schulpflicht jedem Kind und Jugendlichen einen Gefallen? Wenn Eltern ihren Kindern keinen Gefallen mit Lernen daheim tun, warum sollte dann ausgerechnet die vom Staat verordnete Schule zum Wohlgefallen der jungen Menschen sein?
Werden Kinder überhaupt angehört? In genügend Fällen haben doch schon Kinder bestätigt, dass sie selbst nicht die Schule besuchen oder an bestimmten Gruppenangeboten teilnehmen wollen. Warum wird hierbei grundsätzlich eine Manipulationstätigkeit der Familie unterstellt, der gegenüber sich der Staat behaupten muss, weil die Kinder angeblich zu keinem eigenen Urteil in der Lage sind?
Und ein Jugendlicher? Um die Entscheidung bzw. den Wunsch eines angehenden Erwachsenen kümmert sich dabei doch ebenso wenig irgendjemand. Grundsätzlich weiß "die Allgemeinheit" oder der "Staat" ja besser, was für den Einzelnen das Beste ist, selbst dann, wenn es gegen vitale Interessen spricht.

Sehen Sie nicht einen Weg, auch im Bildungsbereich Partizipation und Selbstbestimmung junger Menschen zu stärken? Diese Programmatik kann in der Bildung doch nur mit einhergehender Anerkennung anderer Lernformate als dem der Schule ermöglicht werden.

Welche Möglichkeiten erkennen Sie für Opfer von Mobbing, Gewalt und Intoleranz an Schulen? Was ist machbar, was sollte verbessert werden? Jedenfalls ist die momentane Rechtslage für Schulgeschädigte (durch Schulsituation Erkankte) nicht vorteilhaft.

MfG
hebr. / gr. Tobias
Antwort von Karin Müller
bisher keineEmpfehlungen
21.06.2011
Karin Müller
Sehr geehrter Herr ,

bitte entschuldigen Sie zunächst die falsche Anrede in meiner letzten Antwort.

Nach wie vor halte ich die allgemeine Schulpflicht für notwendig, um allen Kindern ein Recht auf Bildung zu gewähren und soziale Kontakte zu ermöglichen. Grundlage des grünen Bildungs-Verständnisses ist dabei die individuelle Förderung von Anfang an, was aber nur durch mehr pädagogische Freiheit für die einzelne Schule erreicht werden kann.

Die von Ihnen angesprochenen Themen Mobbing, Gewalt und Intoleranz an Schulen werden in der Öffentlichkeit und auch in den politischen Parteien oft diskutiert. Meiner Meinung kann hier aber nicht die Lösung sein, deshalb die allgemeine Schulpflicht infrage zu stellen. Vielmehr müssen wir ein Klima in den Schulen fördern, das einen angenehmen Lern- und Lebensort schafft. Hierbei sollte auf verstärkte Gewaltprävention gesetzt werden, durch mehr Schulsozialarbeit und Schulpsychologen.
In einzelnen, schwerwiegenden Fällen sieht das Hessische Schulgesetz die Möglichkeit des Unterrichtes außerhalb der Schule vor, welche vom Staatlichen Schulamt gestattet werden kann (§ 60 Abs. 2 HSchG).

Mit freundlichen Grüßen
Karin Müller, MdL
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Finanzen
05.08.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Decker,
sehr geehrte Frau ,
sehr geehrte Frau Schott,

unsere Abgeordneten

soeben höre ich im Rundfunk, dass in besonderen Banken Wetten laufen, die den Untergang des Euro zum Inhalt haben.
Demzufolge gibt es auch Bestrebungen in den Banken, den Wettgewinn eizustreichen.

Was tun Sie dagegen?

Ich gehe davon aus, dass eine Antwort wegen der Ferien binnen 3 Wochen erfolgen kann.
Mit freundlichem Gruß
R.
Antwort von Karin Müller
bisher keineEmpfehlungen
13.08.2012
Karin Müller
Sehr geehrter Herr ,

wir Grüne setzen uns für eine stärkere Regulierung und Besteuerung der Finanzmärkte ein. Dazu gehören unter anderem die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer und nach einer Schuldenbremse für Banken die ein Mindestverhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme vorschreibt. Aber auch die nach weitreichenden Verbote des Zockens mit Nahrungsmitteln und nach verbessertem Schutz für BankkundInnen.

Die Finanzmärkte sollen der Realwirtschaft dienen und der Kontrolle der Politik unterworfen sein.
Weitere Informationen zu grüner Finanzmarktpolitik und zu mehr Verbraucherschutz auf den Finanzmärkten finden Sie hier:

www.gruene-bundestag.de

www.gruene-bundestag.de

Über eine "Wettidee" von Banken habe ich bisher noch nichts gehört, diese Angabe ist mir neu.

Mit freundlichen Grüßen

Karin
X
Antwort empfehlen
Ihre Frage an Karin Müller
Sie befinden sich auf einer Archivseite. Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.