Sehr geehrter Herr

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zunächst vorweg: Die Freien Wähler sind in Ihrer Position für die endgültige Abstimmung, ob das Objekt am Overfeldweg an den Marokkanischen Elternverein oder an den ebenfalls bietenden Unternehmer verkauft wird, noch offen. Wir haben uns allerdings auf folgende Punkte festgelegt:
Als Stadt im Nothaushalt muss Leverkusen sich für eine gesicherte Finanzierung des Ankaufs entscheiden und ebenso für den Bieter, der nennenswert mehr bezahlen würde.
Die angebotene Kaufsumme muss jedoch unter den Aspekt des vorgelegten Konzeptes gewichtet werden. Das Konzept des Elternvereins liegt vor. Sie benennen aus diesem Konzept Punkte, die auch ich persönlich für überlegenswert halte.
Am Ende darf nicht unberücksichtigt bleiben, wenn ein Unternehmen innerhalb eines bereits bestehenden Gewerbegebietes einen Betrieb mit Arbeitsplätzen anbietet, der auch Gewerbesteuer für die Stadt generiert.
Solche Überlegungen müssen wir vor unserer Entscheidung anstellen, die - wie angedeutet - noch offen ist, die sich aber an den drei Kriterien ausrichten wird.
Zu Ihrer Frage gehören auch einige Einschätzungen zum Projekt selbst und zum Stadtteil Bürrig. Einige Aspete des Konzeptes des Elternvereins, die Sie hervorheben, sind auch aus meiner Sicht begrüßenswert. Eben darum haben wir die Stadtverwaltung aufgefordert, parallel zum jetzigen Bieterverfahren im Zweifel dem Elternverein ein anderes, passendes Objekt im Stadtgebiet anzubieten. Es erschließt sich mir nicht, warum allein das Haus am Overfeldweg geeignet sein sollte. Gleiches gilt natürlich auch für den Mitbieter, wobei eine Präferenz für ihn die Tatsache darstellt, dass es sich am Overfeldweg um ein für Gewerbe ausgewiesenes Areal handelt.
Insgesamt teile ich Ihre Einschätzung zum Stadtteil Bürrig nicht ohne weiteres. Bürrig ist vor allem ein traditionelles Wohngebiet. Die Größe des Stadtteils nach Fläche vereint natürlich sehr verschiedene Einrichtungen vom reinen Wohnen über kleine Gewerbeansiedlungen bis hin zum Currenta-Entsorgungszentrum. Mich besorgt, dass in Bürrig in den letzten Jahren verschiedene Geschäfte der Nahversorgung geschlossen haben. Das gilt z.B. für den früheren Edeka an der Erzberger Straße vor einen Jahren oder aktuell die Metzgerei Paffrath. Als zeitweiliger Anwohner in Bürrig ist mir das sehr präsent und ich bedaure die Entwicklung. Sie werden mir aber nicht ernsthaft erläutern wollen, dass die Ansiedlung des Integrationshauses am Overfeldweg diesen negativen Trend verändern könnte. Da sind
andere Maßnahmen erforderlich.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Scharf