Joschka Langenbrinck (SPD)
Abgeordneter Berlin

Angaben zur Person
Joschka Langenbrinck
Geburtstag
30.04.1985
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Student
Wohnort
Britz/Köllnische Heide
Wahlkreis
Neukölln WK 3 über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
36,3%
Landeslistenplatz
6
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(...) Berlin ist eine wachsende Stadt. (...) Nur können wir die Fläche Berlins nicht vergrößern. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
17.04.2013
Von:

Berlin hat a) über 315 Baufelder <1ha, d.h. genügend Bauplätze um benötigte Wohnungen zu bauen. b) keine Metropole dieser Welt verfügt über so eine Fläche wie das Tempelhofer Feld. Es ist einzigartig in seiner Klimafunktion, in seiner Nutzbarkeit für Freizeit und Erholung und einer der bedeutendsten Orte Berliner Geschichte c) die Mehrheit der Berliner möchte das das Tempelhofer Feld so bleibt wie es ist. Frage: warum will die Politik den Status Quo dieses Feld unbedingt verändern? Was werden Sie tun um sich als mein(e) Abgeordnete(r) für den Erhalt des Tempelhofer Feldes einzusetzen?
Antwort von Joschka Langenbrinck
3Empfehlungen
29.04.2013
Joschka Langenbrinck
In Berlin besteht die zwingende Notwendigkeit, neuen und Wohnraum zu schaffen. Wir müssen die Verdrängung von Mietern an den Stadtrand aufhalten, die explodierenden Mieten eindämmen und neuen, bezahlbaren Wohnraum in City-Lage schaffen. Mit seinem riesigen Flächenpotential für den Bau von Wohn- und Gewerbeflächen kann auf eine Entwicklung des Tempelhofer Feldes daher nicht verzichtet werden. Beim Tempelhofer Feld reden wir ja nicht über ein Fußballfeld, sondern über eine Fläche von ca. 300 ha.

Pläne, das Tempelhofer Feld komplett zu bebauen, gibt es nicht, das wäre auch absurd. Wir wollen über 230 ha Freifläche erhalten und bis 2025 als behutsam angelegte Grünfläche mit etlichen Freizeitmöglichkeiten entwickeln. Damit ist die freibleibende Fläche immer noch größer als der Tierpark in Mitte und fast viermal so groß wie der Volkspark Hasenheide gleich nebenan. Das Tempelhofer Feld lädt damit auch weiter zum Skaten, Laufen und Sonnen ein.

Die geplante Bebauung des Feldes wird sich dementsprechend ausschließlich auf die Randflächen des Tempelhofer Feldes beziehen. Insgesamt können rund 5000 Wohnungen und etwa 7000 Arbeitsplätze geschaffen werden und gleichzeitig der Charakter des Ortes als Freizeitmöglichkeit vieler Berliner erhalten bleiben. Denn im Zusammenhang mit der Randbebauung sollen auch Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, wie z.B. Sport- und Freizeitflächen und Kindertagesstätten, gebaut werden, um die bestehenden Defizite im Umfeld zu beheben.

Natürlich wurde auch über die Klimafunktion des Tempelhofer Feldes diskutiert. Sämtliche Planungsschritte wurden von Klimaexperten begleitet und umfangreiche klimaökologische Untersuchungen gemacht. Diese haben gezeigt, dass es aus klimatischen Gründen nicht erforderlich ist, das gesamte Feld unbebaut zu lassen. Wichtig ist, an den richtigen Stellen ausreichend dimensionierte Schneisen für den Luftaustausch zu lassen und diese wurden mit den sogenannten "grünen Fugen" in die Planung mit eingebracht.

Eine der größten Herausforderungen, vor denen unsere Stadt steht, ist die wachsende Bevölkerung: Berlin zieht immer mehr Neu-Berliner an. Allein im letzten Jahr haben wir 40.000 Einwohner dazu gewonnen, bis 2020 wird Berlin 250.000 Einwohner mehr haben, darunter insbesondere Single-Haushalte - quasi ein komplett neuer Bezirk. Das Tempelhofer Feld ist dabei unser großes Ass im Ärmel: Hier kann das größte und ganzheitlich planbare Wohnungsbaupotenzial Berlins auf einer zentralen und landeseigenen Fläche vorbereitet und koordiniert umgesetzt werden.

Immer mehr Einwohner heißt, dass immer mehr - und bezahlbare - Wohnungen gebraucht werden, vor allem Single-Wohnungen. Die Zeiten, als Berlin abertausende leerstehende Wohnungen hatte, sind vorbei. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass wir weg kommen müssen von unserer Denke "Ja, ist sinnvoll, aber bitte nicht vor meiner eigenen Haustür". Wir müssen offen sein für positive Veränderungen, die unsere Stadt voran bringen.

Ich wohne zwei U-Bahn-Stationen entfernt, bin also selber im Sommer häufig auf dem Feld und habe es in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt. Trotzdem stehe ich einer Randbebauung des Tempelhofer Flugfeldes aus den genannten Gründen positiv gegenüber und auch - oder gerade - aus Neuköllner Sicht begrüße ich das. Mit der Randbebauung wird der Schillerkiez abgerundet und durch die entstehenden sozialen Einrichtungen und Freizeitmöglichkeiten werden Defizite im Umfeld ausgeräumt.

Die Randbebauung wird den Freizeitspaß auf dem Tempelhofer Feld nicht großartig einschränken. Das Tempelhofer Feld wird auch in Zukunft offen sein für alle Berliner, gleichzeitig aber Wohn- und Arbeitsraum für die Bedürfnisse einer wachsenden Stadt bieten.
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
30.01.2014
Von:

Lieber Herr Langenbrinck,

ich verfolge seit Monaten mit Interesse (und auch Unmut) die Debatte um das Tempelhofer Feld zwischen Senator Müller und der 100% Initiative.

Herr Müller argumentiert immer wieder damit, dass eine angemessene Bürgerbeteiligung von Beginn an stattgefunden hat und auch weiterhin stattfindet.

Ich frage mich, wo diese Beteiligungen tatsächlich erfolgen? Die öffentlichen Veranstaltungen, die ich besucht habe, erschienen mir eher Informationsveranstaltungen zu sein. Mit Podiumsdiskussion im Verhältnis 4:1 (Baubefürworter vs. Gegner).

Ich würde gerne wissen, ob unter die Bürgerbeteiligung zu den Plänen für das Tempelhofer Feld auch die facebook-Seite der Tempelhofer Freiheit gezählt wird. Es heisst ja, dass ein Internetdialog stattfindet, ist diese Seite damit gemeint?(hier passiert m.E. kein Dialog, es werden lediglich Infos verteilt, auf ernstgemeinte kritische anmerkungen jedoch so gut wie gar nicht reagiert.) Es ist zwar auch nur eine "kleine" seite mit rund 2800 likes, aber immerhin...

Außerdem interessiert mich, auf welche Weise die Zählung der Personen, die die Schaustelle Wohnen auf dem Feld besuchen, ausgewertet wird.

Was werden Sie dafür tun, dass sich die Bürger in Zukunft gehört und ernstgenommen fühlen?

Ich habe diese Fragen auch an Herrn Müller geschickt. Da dieser jedoch selten bis kaum auf Fragen hier im abgeordnetenwatch reagiert, schicke die Frage auch an Sie.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Joschka Langenbrinck
1Empfehlung
01.02.2014
Joschka Langenbrinck
Sehr geehrte Frau ,

Ich finde es gut, dass das Volksbegehren erfolgreich war. Eine bessere Bürgerbeteiligung gibt es nicht: Wir alle werden die Möglichkeit haben darüber abzustimmen, ob das Feld so bleiben soll, wie es ist. Oder ob es eine RANDBEBAUUNG geben soll.

50% der gültigen abgegebenen Stimmen beim Volksbegehren entfielen auf Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg. Die anderen 50% auf die anderen 9 Bezirke, jeweils zw. 1,5% und 6,7%. Ich bin gespannt, wie die Bürger in Marzahn-Hellersdorf (Abstimmquote beim Volksbegehren: 1,5%) beim Volksentscheid abstimmen werden, die - so möchte ich behaupten - das Tempelhofer Feld selten nutzen, aber ein Interesse daran haben dürften, ob es zeitnah mehr bezahlbare Wohnungen in der Innenstadt gibt, damit der Wohnungsmarkt entspannter wird und die Mieten nicht mehr so rasant steigen.

Weshalb ich der Meinung bin, dass wir eine Randbebauung auf dem Tempelhofer Feld brauchen, habe ich hier in meiner Antwort auf die Frage vom 17. April 2013 ausführlich geschrieben, auf die ich gern verweise.

Sie haben in Ihrem Leserbrief ( www.neukoellner.net ) in Zweifel gezogen, ob überhaupt bezahlbare Wohnungen am Rand des Tempelhofer Felds gebaut werden sollen. Geplant ist, dass in dem neu entstehenden Quartier am Tempelhofer Damm zwei städtische Wohnungsbaugesellschaften und eine Genossenschaft bis zu 1700 Wohnungen bauen - mit mind. 50% bezahlbaren Wohnungen zw. 6-8 EURO pro m2 für kleine und mittlere Einkommen. Zusätzlich soll es günstiges, studentisches Wohnen geben. Es wird kein Luxus-Quartier entstehen, sondern eine Berliner Mischung. Und das Wichtigste (die letzten Wochen haben immer wieder gezeigt, dass man nicht oft genug darauf hinweisen kann): 230 ha des Feldes (größer als der Tierpark) bleiben Grünfläche, nur am Rand soll gebaut werden.

Berlin ist eine wachsende Stadt. Bis 2030 werden 230.000 Neu-Berliner erwartet. Eigentlich könnten wir damit einen 13. Bezirk aufmachen. Nur können wir die Fläche Berlins nicht vergrößern. Also muss es andere Lösungen geben. Allein in unserem Bezirk werden 21.000 Neu-Neuköllner bis 2030 erwartet. Wo sollen die denn alle hin? Es sind ca. 11.000 neue Wohneinheiten erforderlich. Wo Bau-Möglichkeiten in unserem Bezirk bestehen, hat eine entsprechende Studie ergeben ( www.berlin.de ).
Vor diesem Hintergrund können und dürfen wir beim Thema Wohnungs-Neubau den
Rand des Tempelhofer Felds nicht außer Acht lassen.

Und Sie haben es in Ihrem Leserbrief selbst geschrieben: Durch die Wohnungsknappheit werden Berliner, die sich die Mieten insb. (aber nicht nur) innerhalb des S-Bahn-Rings nicht mehr leisten können, an den Berliner Stadtrand verdrängt. Wollen Sie Banlieues am Stadtrand haben, wie es sie z.B. in Paris gibt? Ich nicht. Dass die Entwicklung längst läuft, belegen die neuesten Zahlen
www.morgenpost.de .
Heißt im Umkehrschluss: her mit neuen, bezahlbaren Wohnungen, vor allem in der Innenstadt!

Wer gegen steigende Mieten ist, kann nicht gegen die Randbebauung des Tempelhofer Felds sein.

Was die Bürgerbeteiligung betrifft, empfehle ich Ihnen die Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage ( pardok.parlament-berlin.de ) eines Kollegen der Piratenfraktion. Darüber hinaus kann ich Ihnen keine weiteren Informationen liefern, ich bin nicht der Pressesprecher von Senator Müller.

Freundliche Grüße

Joschka Langenbrinck
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
01.02.2014
Von:

Lieber Herr Langenbrinck,

vielen Dank für den Link zu der Piraten-Anfrage.

Wie erklären Sie sich, dass trotz der ausführlichen Darlegung der bereits erfolgten und laufenden Bürgerbeteiligung durch Frau Lüscher, die Oppositionsfraktionen im Abgeordnetenhaus nach Kundgebung des erfolgreichen Bürgerbegehrens zum Erhalt des Tempelhofer Feldes, gerade diese Beteiligung anzweifeln?

Was werden Sie und Ihre Partei dafür tun, dass sich dies ändert?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Joschka Langenbrinck
1Empfehlung
01.02.2014
Joschka Langenbrinck
Sehr geehrte Frau ,

das müssen Sie die Kolleginnen und Kollegen der Oppositionsfraktionen fragen, weshalb sie die bereits erfolgte und laufende Bürgerbeteiligung - trotz der (Sie bezeichnen diese selbst als) ausführlichen Darlegung durch Frau Lüscher in der Antwort des Senats auf die Kleine Anfrage des Piraten-Kollegen - anzweifeln. Das steht doch schwarz auf weiß.

Freundliche Grüße & alles Gute

Joschka Langenbrinck
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