Sehr geehrter Herr

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ich bedanke mich für Ihr Schreiben und das darin zum Ausdruck gebrachte Interesse am Umweltschutz. Im Zusammenhang mit dem Verwendungsverbot bleihaltiger Munition im Staatsforst NRW stellen Sie die Frage nach der Luftschadstoffbelastung durch Feuerwerke.
Die Belastung der Luft durch Feuerwerke lässt sich am besten durch den Vergleich der Konzentrationen des Feinstaubs (PM10) und seiner Inhaltsstoffe vor, während und unmittelbar nach dem Silvesterfeuerwerk ermitteln. Vereinzelte über das Jahr verteilte Feuerwerke sind demgegenüber vernachlässigbar.
Das Landesumweltamt NRW (LANUV) misst regelmäßig die Konzentration des PM10 und der besonders toxischen Metalle Arsen, Blei, Cadmium und Nickel im PM10. An ausgewählten Messstellen wurden in den letzten Jahren auch die Konzentrationen von Kalium, Kalzium, Natrium und Magnesium im PM10 bestimmt. Weitere für Feuerwerke typische Metalle wie Barium, Lithium, Strontium oder Lanthaniden wurden vom LANUV nicht bestimmt. Die Ergebnisse der diskontinuierlichen Messungen zeigen folgendes:
Die Konzentrationen des PM10 sind zum Zeitpunkt des Silvesterfeuerwerks, v. a. bei austauscharmen Wetterlagen, erhöht. Besonders drastisch war dies in der Neujahrsnacht 2008/2009 anhand kontinuierlicher Messungen des PM10 zu beobachten. Die Konzentrationen des PM10 stiegen zu Beginn des 1.1.2009 bis auf Werte über 1000 µg/m³ an. An diesem Tag war weiträumig der Grenzwert für das Tagesmittel des PM10 (50 µg/m³) überschritten. Die Konzentrationen von Arsen, Blei und Cadmium stiegen am 1. Januar 2009 in ungefähr gleichem Maße an, wie die diskontinuierlichen Messungen zeigten.
Die Konzentrationen der toxischen Schwermetalle Arsen, Blei, Cadmium und Nickel werden durch das Silvesterfeuerwerk nicht so stark erhöht, dass mit Gesundheitsgefahren zu rechnen ist.
Die Konzentrationen der für Feuerwerke typischen Metalle Kalium und Magnesium sind, bedingt durch das Silvesterfeuerwerk am 1. Januar, gegenüber den Konzentrationen am 2. Januar und dem Jahresmittel deutlich erhöht.
Fazit: Feuerwerke führen zu erhöhten Konzentrationen von Staub und einigen Metallen, das von den Metallverbindungen ausgehende Gefährdungspotenzial ist aber gering.
Aufgrund dieser Erkenntnisse sehe ich keinen akuten politischen Handlungsbedarf.
Mit freundlichem Gruß
Johannes Remmel