Jens Koeppen (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
27.09.1962
Berufliche Qualifikation
Elektro-Techniker
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Berkholz-Meyenburg
Wahlkreis
Uckermark - Barnim I
Ergebnis
25,9%
Landeslistenplatz
4, Brandenburg
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(...) Die Schließung der Kinderstation in Schwedt erfolgte aufgrund eines massiven Fachärztemangels. Der Chefarzt war auf Grund einer Erkrankung ganz ausgefallen und somit die Schließung ein bedauerlicher aber notwendiger Schritt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Koeppen!

Welt-online meldet am 20.01.2011:

"Krawattenzwang ja oder nein?

Im Bundestag ist der Streit um einen Krawattenzwang für Abgeordnete eskaliert. Die Schlips-Verweigerer Andrej Hunko (Linke) und Sven-Christian Kindler (Grüne) durften anders als geplant nicht als Schriftführer neben dem Bundestagspräsidenten Platz nehmen. "Das ist völlig absurd", kritisierte Hunko die Strafmaßnahme.

Ausgelöst wurde der Konflikt von Schriftführer-Obmann Jens Koeppen. Der CDU-Politiker hatte darauf bestanden, dass in dieser Funktion zwingend "eine Krawatte oder dem Entsprechendes" umzulegen sei. Nur so werde die Würde des Hauses angemessen gewahrt."

www.welt.de

Als eher freiheitlich eingestellter Mensch kann ich der von Ihnen vertreten Kleiderordnung wenig abgewinnen und erkenne darin einen anmassenden und wenig kollegialen Stil.

Ich bin zwar wie Sie der Ansicht, dass die Würde eines Parlaments ein großes Gut darstellt, sehe dieses Gut aber weder durch das Nichtanlegen einer Krawatte gefährdet noch durch das Anlegen dieses "überflüssigsten Kleiderstückes der Welt" garantiert oder befördert.

Ich vermute, dass die Manager der Hypo Real Estate ohne Ausnahme keine Krawattenmuffel sein dürften, nur leider hat das nicht die massive Bankenpleite verhindert, die von diesen Krawatten tragenden Herren entweder vorsätzlich oder grob fahrlässig mitverursacht wurde.

Frage 1:

Sollte sich die Würde des Parlaments nicht lieber in der sachbezogenen und verantwortlich betriebenen Arbeit der Abgeordneten und einem konstuktiv-kritischen kollegialen Verhalten erweisen - was auch ohne Krawatte möglich ist?

Frage 2:

Ist es der Würde des Parlamentes angemessen, wenn viele Abgeordnete neben der aufwendigen Abgordnetentätigkeit teils zahlreiche bezahlte Nebenjobs ausüben, welche die Unabhängigkeit in Frage stellen können?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Jens Koeppen
1Empfehlung
25.01.2011
Jens Koeppen
Sehr geehrter Herr ,

bezugnehmend auf Ihre Zuschrift möchte ich Ihnen folgendes übermitteln:

Das Bundestagspräsidium sowie der Ältestenrat haben sich mehrheitlich darauf verständigt, dass beim Dienst im Sitzungsvorstand die angesprochene angemessene Kleidung für die Schriftführer Standard sein sollte. Als Obmann der Schriftführer des Deutschen Bundestages habe ich diesen Wunsch entsprechend an meine Kolleginnen und Kollegen weitergegeben. Es geht nicht um die persönliche Selbstdarstellung eines Mitgliedes des Deutschen Bundestages, sondern um das Erscheinungsbild im Sitzungsvorstand während der Plenardebatten. Eine angemessene Kleidung ist auch Ausdruck des Respekts vor den Bürgern.

Mit besten Grüßen
Jens Koeppen MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.01.2011
Von:
Uwe

Sehr geehrter Herr Koepen,

Ihre Antwort an Herrn Schüller, lässt meiner Meinung nach mehr Fragen offen, als sie beantwortet.
Etwa die Frage ob nicht bei vielen Abgeordneten die Würde des hohen Hauses weniger durch unangemessene Kleidung als durch ihre Wortwahl beschädigt wird.

Gerne würde ich auch wissen, wer entscheidet, wie angemessene Bekleidung aussehen soll. Wie verbindlich ist die Kleiderordnung des Bundestages? Wo ist die Kleiderordnung des Bundestagspräsidiums festgelegt?

Ist nicht auch zu fürchten, dass die Kleiderordnung auch durch formale Einhaltung der Vorgaben karikiert werden kann? Der Partei-Anzug der Partei die PARTEI etwa würde ja den formalen Kriterien genügen, aber wohl kaum ihren Vorstellungen von der Würde des Hauses entsprechen.

Auch bleibt die Frage des Herrn Schüller offen, wie angemessen eine Kleiderordnung ist, die auch von wenig würdigen Personengruppen geteilt wird. Nicht zuletzt ist eine solche Bekleidung in weiten Teilen der Bevölkerung nicht üblich, nicht einmal mehr als Sonntagsstaat. Könnte sich da nicht auch die Frage erheben, ob sich diese Menschen sich angemessen von Abgeordneten vertreten fühlen, die eine Kleidung tragen, die nicht die ihre ist?

Mit freundlichen Grüßen

Uwe
Antwort von Jens Koeppen
bisher keineEmpfehlungen
27.01.2011
Jens Koeppen
Sehr geehrter Herr ,

die Hinweise für die Bekleidung der Schriftführer im Sitzungsvorstand während der Plenardebatten sind, wie bereits erwähnt, ein Wunsch des Präsidiums und des Ältestenrates des Deutschen Bundestages.

Die Schriftführer sind eine Unterstützung für den Präsidenten sowie die Vizepräsidenten und -präsidentinnen. Das Präsidium verteilt gemäß der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages hierbei die Geschäfte und legt die entsprechenden Regeln fest.

Mit besten Grüßen

Jens Koeppen MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.01.2011
Von:
Uwe

Sehr geehrter Herr Koeppen

Ihre Antwort lässt weiterhin mehr Fragen offen, als sie klärt.

Herrn Schüller antworteten Sie:" Das Bundestagspräsidium sowie der Ältestenrat haben sich mehrheitlich darauf verständigt, dass beim Dienst im Sitzungsvorstand die angesprochene angemessene Kleidung für die Schriftführer Standard sein sollte" Sie sprechen also von einem "Wunsch des Präsidiums und des Ältestenrates des Deutschen Bundestages"

Diese Formulierungen erwecken den Eindruck, es gäbe eine verbindliche Kleiderordnung für Schriftführer nicht. Deshalb noch einmal meine Frage nach der Verbindlichkeit einer solchen Kleiderordnung.

Ich wurde mich freuen, wenn sie einen Verweis auf entsprechende Abschnitte etwa der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages liefern könnten, ein Link wäre besonders nett.


Mit freundlichen Grüssen

Uwe
Antwort von Jens Koeppen
bisher keineEmpfehlungen
28.01.2011
Jens Koeppen
Sehr geehrter Herr ,

gerne weise ich auf § 7, 8 und 9 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages hin. Außerdem möchte ich noch einmal betonen, dass die Hinweise zur Bekleidung aufgrund einer Entscheidung des Präsidiums sowie des Ältestenrates erfolgt sind. Zur Verbindlichkeit: "Der Präsident verteilt die Geschäfte" (§ 9 der Geschäftsordnung).

Mit besten Grüßen

Jens Koeppen MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
06.03.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Koeppen,

mich würde interessieren,was sie von der Schließung der Prenzlauer Geburtsstation halten. Und ob es ihrer Meinung nach eine Möglichkeit gibt,wie eine Kreisstadt wie Prenzlau wieder eine solche Station bekommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Jens Koeppen
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11.03.2011
Jens Koeppen
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, gerne möchte ich Ihnen meine Einschätzung mitteilen.

Die CDU Uckermark hat sich immer, das ist in allen Programmen nachlesbar, für den Erhalt der Krankenhausstandorte in der Uckermark eingesetzt. Als Kreisvorsitzender habe ich darauf persönlich immer großen Wert gelegt.

Der Erhalt der Geburtenstationen war immer unser Anliegen. Daher sind wir ganz klar gegen die Schließung der Geburtenstation im Prenzlauer Krankenhaus, die im Krankenhausentwicklungsplan des Landes Brandenburg festgeschrieben wurde. Dieser Plan ist jedoch die Grundlage für die Krankenhausentwicklung im Land, der insbesondere auf Patienten- und Fallzahlen erarbeitet wird.

Für uns sind aber nicht NUR die Zahlen ausschlaggebend, sondern es geht um den Erhalt eines gut geführten Krankenhauses in der Kreisstadt Prenzlau. Ein Krankenhaus mit Grundversorgung und mit einem oder mehreren Spezialgebieten, in dem sich die Patienten gut aufgehoben fühlen, in dem Ärzte, Krankenschwestern und das Pflegepersonal gern arbeiten und eine Zukunftssicherung haben.

Für dieses Ziel kämpfen wir derzeit, unter anderem mit der Unterschriftenaktion des Stadtverbandes Prenzlau, der durch die CDU Uckermark vorbehaltlos unterstützt wird. Erfolge sind bereits erkennbar: wir haben die Entscheidungsträger aus ihrer Lethargie geholt. Sowohl die GLG als auch die Verwaltungen in Uckermark und Barnim sehen nun Gesprächsbedarf.

Unser Ziel ist und bleibt der Erhalt eines guten und wichtigen Krankenhauses. Für dieses Ziel müssen und werden wir tabulos über alles sprechen: entweder eine gute Integration innerhalb der GLG, und nicht das 5. Rad am Wagen, oder aber auch über einen Trägerwechsel oder eine Privatisierung. Wichtig ist das Ergebnis.

Auf Grund der geringen Geburtenzahlen in Prenzlau ist eine echte Geburtenstation derzeit eher unwahrscheinlich, jedoch nicht unmöglich. Entscheidend ist der politische und gesellschaftliche Wille.

Mit besten Grüßen

Jens Koeppen MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
30.03.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Koeppen,

ich richte diese Frage im besonderen auch an u.a. Sie in Ihrer Funktion eines aktiven Mitgliedes der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft.

Nach über einem Jahrzehnt aktiv erworbener Erfahrungen im Rahmen online geführter Diskussionen begrüße ich ausdrücklich die Etablierung von Institutionen wie denen der E-Petition des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages und des assoziierten Diskussions-Forums sowie von "Adhocracy".

Der politische Diskurs und die demokratische Teilhabe ist, damit beschäftigt sich die Kommission eingehend, einem grundlegenden Wandel unterworfen. Die sich durch das Internet und andere digitale Medien ergebenden Möglichkeiten verheißen mannigfaltige, neuartige Strukturen politischer Partizipation und Kommunikation. Die diesbezüglich grundlegenden Weichenstellungen haben einen eminent richtungsweisenden Charakter in bezug auf die Etablierung einer damit assoziierten demokratischen Wirklichkeit. Die demokratische Verantwortung der Enquete-Kommission ist somit in Hinblick auf ihre die Zukunft entscheidend mitgestaltende Einflußnahme kaum hoch genug einzuschätzen. Ich möchte, u.a. auch vor dem Hintergrund der jüngst gemachten und beobachteten Erfahrungen, diese Frage auf nur einen Teilaspekt fokussieren: Die Moderation des Forums des Petitionsausschusses setzt die Richtlinien des Forums um. Hierzu gehört z.B. die Löschung von Beiträgen, die "in keinem sachlichem Zusammenhang zum Anliegen der Petition" stehen. Hierbei zeigte sich, welch unruhestiftendes und diskussionsbeeinflussendes Potential diesem Vorgehen innewohnt. Entsprechend habe ich das Thema "Qualitätssicherung auf dem Gebiet der Moderation" gestartet. Ein analoger "thread" ist in Adhocracy unter "Netzwerkbefähigung der Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter" zu finden. Mich würde interessieren, welche Stellung Sie persönlich zu dieser Thematik beziehen.

Mit freundlichen Grüßen
C.
Antwort von Jens Koeppen
bisher keineEmpfehlungen
03.04.2012
Jens Koeppen
Sehr geehrter Herr ,

das Internet ist das freiheitlichste und effizienteste Informations- und Kommunikationsforum der Welt. Es hat unser Leben über alle Grenzen hinweg massiv beeinflusst und birgt eine ungeheure Dynamik und riesige Chancen.

Es stellen sich vor diesem Hintergrund neue Aufgaben für die Netzpolitik und für andere politische Bereiche. Die Enquete Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" im Deutschen Bundestag arbeitet daher seit über 2 Jahren an den Themen der digitalen Welt, mit ihren großen Chancen, aber auch den Herausforderungen, die Digitalisierung und die moderne Kommunikation mit sich bringen.

Unser Ziel ist es, die Möglichkeiten des Internets für alle Lebensbereiche optimal nutzbar zu machen, die moderne Informations- und Kommunikationsgesellschaft zu stärken sowie die wirtschaftliche Betätigung durch die Digitalisierung zu fördern.

Anbieter und Nutzer müssen sich frei und sicher im Netz bewegen können. Dazu muss es, wie in jeder funktionierenden Gesellschaft oder community, Regeln und Leitplanken geben - auch wenn das nicht gern gehört wird. Politik beginnt mit dem Akzeptieren der Realitäten und deshalb müssen solche Leitplanken moderat und zielführend eingesetzt werden.

Die Bürgerbeteiligung ist von Anfang an ein wichtiger Bestandteil der Enquete Kommission. Daher haben wir den 18. Sachverständigen berufen - den Bürger.

Viele neue Tools wurden eingerichtet, die im Deutschen Bundestag erstmalig "getestet" werden und sich aus meiner Sicht bewährt haben, zum Beispiel Microsites, Foren, Etherpad und Enquetebeteiligung.de. Vieles ist noch zu behäbig und wird noch nicht vielseitig genug genutzt, aber der Anfang ist getan.

Ähnlich verhält es sich mit der E-Petition des Deutschen Bundestages. Ziel ist es, über die übliche Arbeitsweise hinaus zu gehen und den Bürger schneller und direkt zu erreichen. Auch hier stecken wir noch in den Kinderschuhen, aber zunehmend mehr Menschen machen von dem Angebot Gebrauch.

Daher möchte ich auch nicht, dass wir im Vorfeld alles kleinreden, sondern konstruktiv an Verbesserungen arbeiten. Gern schaue ich mir auch Ihre Vorschläge diesbezüglich an. Ich halte Regeln und Richtlinien für die Moderation öffentlicher Foren für unabdingbar, wenn die Foren nicht in die Bedeutungslosigkeit oder in eine Diskussionsschieflage (z.B. Kneipenjargon) geraten sollen. Das ist zum einen wichtig für eine gepflegte Diskussionskultur, die ich auch - und gerade in der neuen Kommunikation - für außerordentlich wichtig halte, und zum anderen für den Schutz der Persönlichkeit vor etwaigen Angriffen oder Beleidigungen. Wer mit offenem Visier streitet, wird auch wahr genommen und von anderen Teilnehmern akzeptiert. Daher halte ich die Regel der Einschränkung von Beiträgen, die "in keinem sachlichen Zusammenhang zum Anliegen der Petition" stehen, für gerechtfertigt, wobei eine Moderation die Beteiligung nicht einschränken oder unterdrücken sollte. Ich denke allerdings nicht, dass das bei der E-Petition der Fall ist.

In anderen Foren ist vielleicht eine lockere Moderation durchaus denkbar. Wir haben darauf zu achten, dass jeder mitgenommen wird, sowohl der netzaffine digital native, als auch der Gelegenheitsnutzer oder Anfänger. Niemand soll und darf abgeschreckt oder ausgegrenzt werden. Wir müssen dieses Verständnis füreinander aufbringen und Brücken bauen zwischen der sogenannten virtuellen und realen Welt, zwischen "Community" und "Internetausdrucker". Das ist meiner Meinung nach eine der größten Herausforderungen.

Auf meiner Homepage moderiere ich Beiträge ebenfalls. Sie dürfen in keinem Fall eine Person beleidigen oder diffamieren und dürfen keinen extremistischen Hintergrund haben. Jeder, der sich sachlich und themenorientiert beteiligt, ist dagegen herzlich eingeladen.

In diesem Zusammenhang bedanke ich mich bei Ihnen für die übermittelten Anregungen.

Mit besten Grüßen

Jens Koeppen MdB
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