Heide Rühle (GRÜNE)
Abgeordnete EU

Grunddaten
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Psychologin
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Baden-Württemberg
Bundeslistenplatz
3
weitere Profile
(...) Vielen Dank für Ihre Frage, die ich sehr gerne beantworte. Sie spielen auf die Veröffentlichungen der Seite lobbyplag.eu an. (...)
Parlamentarische Arbeit
16.04.2013
Deckelung von Banker-Boni
JA
16.04.2013
Verknappung von CO2-Zertifikaten
JA
13.03.2013
EU-Finanzplan 2014-2020
NEIN
04.07.2012
ACTA-Abkommen
NEIN
03.07.2012
Einführung neuer LKW-Fahrtenschreiber
JA
13.06.2012
Entschließungsantrag zum Waffenhandel
JA
13.06.2012
Zollvergünstigungen für Entwicklungsländer
NEIN
19.04.2012
Einheitliche Besteuerung von Energieträgern
NEIN
15.04.2012
Fluggastdaten-Abkommen mit den USA
NEIN
01.12.2011
Neuer Verhaltenskodex für Abgeordnete
JA
28.09.2011
Anforderungen an die haushaltspolitischen Rahmen der Mitgliedstaaten
JA
28.09.2011
Durchsetzungsmaßnahmen
JA
28.09.2011
Haushaltspolitische Überwachung
NEIN
28.09.2011
Überwachung der Wirtschaftspolitiken
NEIN
28.09.2011
Verfahren bei übermäßigem Defizit
NEIN
28.09.2011
Vermeidung makroökonomischer Ungleichgewichte
JA
13.09.2011
Neue Bestimmungen für FRONTEX-Einsätze
enthalten
06.07.2011
Frauenquote für Führungspositionen
JA
05.07.2011
Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen
JA
23.06.2011
Europaweite Regeln für Onlinegeschäfte
JA
23.06.2011
Verbot von Atommüllexporten
enthalten
07.04.2011
Gemeinsame Sicherheitsstandards bei AKW
nicht beteiligt
08.03.2011
Einführung einer Finanztransaktionssteuer
JA
20.10.2010
Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs
enthalten
22.09.2010
Verbesserte Durchsetzung von Urheberrechten
nicht beteiligt
08.07.2010
SWIFT-Abkommen II
NEIN
07.07.2010
Deckelung von Banker-Boni
JA
16.06.2010
Bessere Lebensmittelkennzeichnung
JA
16.06.2010
Einführung der Lebensmittel-Ampel
JA
19.05.2010
Verbot des Fleischklebers Thrombin
JA
09.02.2010
Bestätigung der EU-Kommission
NEIN
24.11.2009
Internetsperren (Telekom-Paket)
JA
Fragen an Heide Rühle
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
19.02.2013
Von:

Warum wird so ein wichtiges Abkommen wie TAFTA das alle EU Bürger betreffen wird im Geheimen Verhandelt ?
Antwort von Heide Rühle
bisher keineEmpfehlungen
28.02.2013
Heide Rühle
Sehr geehrter Herr

vielen Dank für Ihre Frage, die ich Ihnen gerne beantworte.

Die Grünen setzen sich schon seit Jahren für mehr Transparenz, insbesondere bei so wichtigen und weitreichenden Verhandlungen wie dem TAFTA ein. Hier haben wir leider - auf deutscher wie auf europäischer Ebene - keine Mehrheit. Die Europäische Kommission und der Rat argumentieren, dass in den Verhandlungen für Freihandelsabkommen EU Interessen am besten geschützt würden, wenn die Verhandlungen nicht öffentlich sind und Verhandlungspositionen und Zwischenstände nicht bekannt sind.

Seit dem Vertrag von Lissabon erhalten einzig und allein die Mitglieder im Handelsausschuss des Europäischen Parlaments die Dokumente der Verhandlungen, diese dürfen jedoch nicht weitergeben werden. Am Ende muss im Ratifizierungsprozess des TAFTA zwar das Europäische Parlament über die Verträge abstimmen. Jedoch ist es dem Parlament dann leider nur noch möglich, den Verträgen als ganzes zuzustimmen oder sie abzulehnen. Eine mehr als unbefriedigende Situation.

Mit freundlichen Grüssen,

Heide Rühle
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Frage zum Thema Wirtschaft
01.03.2013
Von:

Guten Tag Frau Rühle,

es ist sehr erfreulich, dass insbesondere Sie u.a sich gegen die Gefahr einer Trinkwasserprivatisierung sich einsetzen.

1)Wie beurteilen Sie die Chancen im Plenum des EP die Richtline der Dienstleistungskonzession noch so abzuändern, dass zumindest die Bereichsausnahme Wasser durchgesetuzt werden kann ?

2) Wie erfahre ich wer in der "berüchtigten" Steeeringkommision des EU-Binnenkommissars Michel Barnier sitzt. Es wird berichtet, dass hier fast ausschließlich Verteter der großen Wasserkonzerne sowie Verterer der dazugehörigen Industriebetriebe sitzen. Um den Beigeschmack einer strukturellen Korruption innerhalb der EU-Kommision und des IMCO´s nicht enstehen zu lassen, muß hier Transparenz erfolgen !

3) Wie erfahre ich wer diese "Berater"-Kommission zusammengestellt hat. ? M Barnier verneint verantwortlich für die Zusammenstzung gewesen zu sein.(ARTE Sendung Febr.) Wie kann man mit Herrn Barnier direkt in Kontakt treten ?

4) Welcher Druck aus der Bevölkerung (außer nur Unterschriften sammeln) ist überhaupt noch möglich, um der Gefahr der Trinkwasserprivatisierung im Besonderem sowie einer undemokratischen, von mächtigen Interessegruppen verfilzten Eu-Politik im Allgemeinen noch zu entgegnen ?
Ich hoffe sehr, dass Sie und Ihr Partei- Kollege Jan Philipp Albrecht, der mir eine sehr gute ausführliche Antwort gesendet hat, Erfolg haben werdet.

Mit freundlichen Grüßen

Varel
Antwort von Heide Rühle
1Empfehlung
13.03.2013
Heide Rühle
Sehr geehrter Herr ,


vielen Dank für Ihre Fragen.

Zu Ihren Fragen:



1) Vorab eine Erläuterung zum weiteren Verfahren, das jetzt angewandt werden wird: Die Richtlinie wird nicht im üblichen Gesetzgebungsverfahren beschlossen werden (Erste Lesung mit Ausschussabstimmung und Plenarabstimmung usw.) sondern im sog. Trilogverfahren. Das bedeutet, dass nach der Abstimmung im zuständigen Parlamentsausschuss nicht das komplette Plenum abstimmt, sondern dass direkt Verhandlungen mit Rat und Kommission aufgenommen werden. Das Plenum wird dann erst nach Abschluss der Verhandlungen als Ganzes über den Kompromiss mit den anderen Institutionen abstimmen. Dieses Verfahren soll die Gesetzgebung beschleunigen, es ist aber auch deutlich undemokratischer, weshalb wir es ablehnen. Die großen Fraktionen haben uns da leider überstimmt, so dass ich mich jetzt selbstverständlich an den Verhandlungen mit dem Rat beteiligen werde, um wenigstens einige Punkte in der Richtlinie zu verbessern und kommunale Spielräume so weit es geht zu erhalten.



Denn nein, die Richtlinie wird sich leider nicht verhindern lassen. Und auch eine Ausnahme des Wassers wird sich nicht erreichen lassen.

Wir haben im zuständigen Ausschuss im Europäischen Parlament den Antrag gestellt, Wasser vom Anwendungsbereich der Konzessionsrichtlinie auszunehmen, so wie es das Parlament beispielsweise für Glücksspiel oder Rettungs- und Katastrophendienste fordert. Leider gibt es dafür weder im Parlament noch im Rat eine Mehrheit, so dass diese Forderung in den jetzt anstehenden Verhandlungen gar nicht mehr debattiert werden wird.

Wir hätten uns ferner eine Richtlinie gewünscht, die lediglich die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes kodifiziert, jedoch nicht, wie jetzt, durch Detailregelungen das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen und Regionen immer weiter aushöhlt.



Aller angestrebten Verbesserungen zum Trotz sehe ich kaum Chancen, dass der Kompromiss über die gesamte Richtlinie, der am Ende der Verhandlungen zwischen Rat und Parlament stehen wird, von unserer Fraktion unterstützt werden kann.



2) Die von Ihnen angesprochene Steering Group wurde im Rahmen der European Innovation Partnership on Water eingesetzt. Die Zusammensetzung finden Sie hier: ec.europa.eu ec.europa.eu



Desweiteren existiert speziell zum Thema der öffentlichen Auftragsvergabe eine "Stakeholder-Expertengruppe für das öffentliche Auftragswesen". Auch hier sind die Namen der Mitglieder auf der Internetseite der Europäischen Kommission einsehbar, aber eben leider nur die Namen, d.h. keine weiteren Angaben zur beruflichen Tätigkeit, sie müssen sich nicht in das Transparenzregister für Lobbyisten eintragen, das Europäische Parlament erhält weder Einladungen noch Protokolle der Treffen der Gruppe usw. Diese mangelnde Transparenz ist wirklich ärgerlich.



3) Formal liegt die Zuständigkeit für die Steering Group bei Janez Potocnik, dem Kommissar für Umwelt, laut Kommissionswebsite hat er die Mitglieder eingeladen.



4) Öffentlicher Druck ist sehr hilfreich.

Eine erste Reaktion auf die breite öffentliche Diskussion in vor allem Deutschland und Österreich gibt es ja bereits: Kommissar Barnier hat in der Sitzung des Binnenmarktausschusses am 21. Februar zugesagt, das Thema Mehrspartenstadtwerke nochmals zu prüfen. Ein Stadtwerk, das rein öffentlich sei und Dienstleistungen im Wasserbereich für die Eignerkommune erbringe, könne nicht nur deshalb zu einer europaweiten Ausschreibung des Wasserbereichs verpflichtet werden, weil das Stadtwerk auch Leistungen im liberalisierten Energiebereich anbiete. Aber: Der Teufel liegt im Detail, noch liegt uns kein schriftlicher Vorschlag der Kommission vor. Da werde ich wachsam sein.



Und dann ist es natürlich wichtig, dass die Kommunen sich darüber bewusst sind, welche Veränderungen auf sie zukommen können. Denn das ist ganz wichtig: die Richtlinie schreibt keine Privatisierung vor, das darf eine europäische Richtlinie gar nicht. Sie erschwert allerdings die Dinge für die Kommunen, z.B. wenn sie bei der Erbringung von Dienstleistungen kooperieren, das ist das Problem. Dennoch müssen die Kommunen auf der Hut bleiben, damit sie den verbleibenden politischen Spielraum nutzen können.



Das ist jetzt sehr ausführlich geworden, aber ich wollte die Zusammenhänge nicht zu sehr verkürzen. Ich hoffe, damit konnte ich Ihre Fragen beantworten.



Mit freundlichem Gruß

Heide Rühle
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
04.03.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Rühle,

Mit der EU Agrarreform 2013 wird darüber entschieden wie unsere aller Lebensmittel in Zukunft produziert werden. Es werden die Weichen gestellt, ob weiterhin verstärkt industrielle Agrarstrukturen oder regionale kleinbäuerliche Landwirtschaft gefördert werden. Als Gärtner beobachte ich das Ringen, um die Agrarreform mit Interesse und mit Verwunderung habe ich verfolgt, wie die guten Vorschläge der EU-Kommission im Agrarrausschuß des EP, in dem Experten/innen aller Parteien sitzen, aufgenommen wurden. Statt größerer Transparenz und demokratischeren Umgang mit Steuergeldern war plötzlich das Gegenteil vernehmbar (Empfänger von Agrarsubventionen sollen geheim bleiben)

Es stellen sich für mich und für alle, die an einer nachhaltigen Landwirtschaft und an deren Lebensmittel interessiert sind, einige Frage, die ich gerne von Ihnen beantwortet hätte:

1.Wie lässt sich die Intransparenz bei der Vergabe/Empfang von Agrarsubventionen rechtfertigen?

2. Wie stehen Sie zur Entkoppelung der Agrarsubventionen von verbindlichen ökologischen Kriterien?

3. Wie ist das Hofsterben (zw. 2007-2013 mussten ein Viertel aller Höfe aufgeben, vor allem Kleinbetriebe) in der EU zu stoppen? Haben regional produzierende, kleinbäuerliche Höfe, die wesentlich mehr Menschen beschäftigen, in der EU überhaupt einen Platz?

4. Ist die Biodiversitätsstrategie der EU mit dem Agrarausschuß Vorschlag vereinbar, wenn Monokulturen auf 80% der Flächen möglich bleiben und die ökolog. Vorrangflächen von 7 % auf 3 % schrumpfen sollen?

5. Setzen Sie sich für kleinbäuerliche Strukturen im Parlament ein? Wie?

Mir ist bewusst, dass dies nicht Ihr Resort ist, aber dennoch sind Sie in der Abstimmung am 12. März stimmberechtigt, ich erhoffe mir daher, dass Sie sich kritisch mit den Vorschlägen ihrer Partei - Agrarexperten auseinandersetzen und sich ihre Meinung zu den oben genannten Fragen bilden. Danke.

Ich freue mich von Ihnen zu hören,

mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Heide Rühle
bisher keineEmpfehlungen
25.03.2013
Heide Rühle
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen, die ich Ihnen gerne beantworte. Da die Agrarpolitik, wie Sie bereits bemerkt haben, nicht mein Ressort ist, habe ich die Antworten mit dem agrarpolitischen Sprecher der Fraktion GRÜNE/EFA, Herrn Martin Häusling, abgestimmt. Für eine bessere Lesbarkeit habe ich die Antworten hier direkt unter Ihre Fragen gesetzt. Ich hoffe, wir konnten Ihnen Ihre Fragen ausführlich beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Heide Rühle


1.Wie lässt sich die Intransparenz bei der Vergabe/Empfang von Agrarsubventionen rechtfertigen?

Die Fraktion der Grünen im Europäischen Parlament setzt sich für eine volle Offenlegung bei der Vergabe von Agrarsubventionen ein!
Wir haben sehr bedauert, dass der EuGH im Jahre 2010 entschied, die Veröffentlichung von personenbezogenen Daten zu Agrarsubventionen auszusetzen. Alleine die Nordmilch AG hatte im Jahre 2009 nach der Online-Auskunft der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) 51 Mio. Euro erhalten. Diese Information wurde leider unzugänglich. Insgesamt ist es für die Öffentlichkeit aber wichtig zu erfahren wie die Mittel eingesetzt werden, ob für Umweltmaßnahmen oder für den Bau großer Mastställe. Dass die Menschen in Europa Transparenz wollen, zeigt nicht zuletzt eine Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahre 2011, der zufolge über 60% der Menschen Informationen darüber erhalten wollen, welche Betriebe Agrarsubventionen erhalten.
Wir Grüne wollen daher eine öffentliche Debatte über die Agrarpolitik führen und dafür ist es wichtig zu wissen, bei wem das Geld ankommt.
Dass Agrarkommissar Ciolos nun einen erneuten Anlauf machte, was die Offenlegung der Daten anbelangt ist sehr gut. Und auch, dass bei der Abstimmung des Europäischen Parlaments am 13. März die Mehrheit der Abgeordneten für den Ansatz der Kommission stimmte. Der Agrarrat sah dies anders. Nun gilt es, dass der Berichterstatter und Verhandlungsführer des Parlaments stark bleibt und die Parlamentsposition gegenüber dem Rat behauptet.

2. Wie stehen Sie zur Entkoppelung der Agrarsubventionen von verbindlichen ökologischen Kriterien?

Wir haben uns in den Verhandlungen zu der Ausrichtung der zukünftigen Agrarpolitik im Parlament für ein verpflichtendes Greening eingesetzt, d.h. für eine Bindung der Direktzahlungen an Umweltauflagen. Zu diesen Umweltauflagen gehört unserer Ansicht nach die Einhaltung einer Fruchtfolge, die über eine bloße Anbaudiversifizierung hinaus geht oder der Erhalt des Grünlandes. Wir sind der Ansicht, dass ein Verbot der Umwandlungen des Grünlandes zu einem Stichtag notwendig ist, der in der Vergangenheit liegt, denn sonst ist zu befürchten, dass viele landwirtschaftliche Betriebe ihre Wiesen noch vor der Umsetzung der Reform umpflügen. Darüber hinaus haben wir uns dafür eingesetzt, dass der Kommissionsvorschlag angenommen wird, nämlich 7% ökologische Vorrangflächen vorzuhalten, auf denen z.B. Hecken und Terrassen eingerichtet werden können.

Einige unserer Grünen Forderungen haben über die Fraktion hinaus Resonanz gefunden und haben zur Verbesserungen der legislativen Berichte der GAP-Reform geführt. Das heißt die Berichte konnten im Vergleich zur Abstimmung im konservativen Agrarausschuss verbessert werden.

So konnten wir erreichen, dass der Vorschlag, wie er im Plenum verabschiedet wurde, keine Ausnahmen von Greeningauflagen für zertifizierte Anbausysteme vorsieht, die die Mitgliedstaaten zu definieren haben.

Dennoch, auch wir sind mit dem Ergebnis der Abstimmung im Plenum nicht zufrieden. Die Anbaudiversifizierung lässt auch in Zukunft den Anbau von Monokulturen zu und die fehlende Bindung der Greeningprämie an die Basisprämie wird dazu führen, dass gerade intensiv wirtschaftende Betriebe lieber auf die Greeningprämie verzichten und weiter intensivieren.

3. Wie ist das Hofsterben (zw. 2007-2013 mussten ein Viertel aller Höfe aufgeben, vor allem Kleinbetriebe) in der EU zu stoppen? Haben regional produzierende, kleinbäuerliche Höfe, die wesentlich mehr Menschen beschäftigen, in der EU überhaupt einen Platz?

Wir Grünen treten für eine Stärkung der ländlichen Regionen ein. Wir sehen gerade in Maßnahmen wie der Stärkung von Kooperativen oder der Stärkung kurzer Verarbeitungsketten wichtige Ansatzpunkte, um die Produktion in landwirtschaftlichen Betrieben zu halten.
Wichtig ist auch die stärkere Vernetzung der Landwirtschaft mit dem zuliefernden und verarbeitenden Sektor und vor allen Dingen auch mit den Verbrauchern. Wir kritisieren stark, dass heute etwa 20% der Betriebe etwa 80% der Direktzahlungen erhalten.
Leider haben bei der Abstimmung im Plenum zwei Stimmen gefehlt, um eine Obergrenze der Direktzahlung bei 200.000 Euro einzuführen, nun wird bei 300.000 Euro gekappt. Da sich eine Allianz aus Sozialdemokraten und Konservativen dafür aussprach Genossenschaften von der Kappung auszunehmen, wird es darüber hinaus fraglich wer von der Regelung überhaupt betroffen ist. Dass sich die konservative Bundesregierung auch noch dafür einsetzt es den Mitgliedstaaten zu überlassen, ob sie die Kappung überhaupt einführen wollen, zeigt wie absolut wichtig es wird, die Bundesregierung in die Pflicht zu nehmen.
Auch wenn wir mit dem Ergebnis insgesamt nicht zufrieden sind, so haben wir Grüne Akzente gesetzt. Auch wir lehnen es strikt ab, dass Mittel für die Entwicklung der ländlichen Räume genutzt werden können, um die Mittel für die Direktzahlungen der landwirtschaftlichen Betriebe aufzustocken.

4. Ist die Biodiversitätsstrategie der EU mit dem Agrarausschuß Vorschlag vereinbar, wenn Monokulturen auf 80% der Flächen möglich bleiben und die ökolog. Vorrangflächen von 7 % auf 3 % schrumpfen sollen?

5. Setzen Sie sich für kleinbäuerliche Strukturen im Parlament ein? Wie?

Ja, wir setzen uns für kleinbäuerliche Strukturen ein. Für die kleinsten Betriebe sind gut ausgestaltete Kleinlandwirteprogramme notwendig, die aber insbesondere dann zum Erfolg führen, wenn die Vernetzung in der Region gegeben ist (zu Frage vier).

Das ist nicht nur für die Landwirtschaft wichtig sondern auch für die Entwicklung der Region. Und jeder Lebensmittelskandal zeigt uns von neuem, wie wichtig eine regionale Erzeugung ist.

Wir setzen uns darüber hinaus insgesamt für eine nachhaltigere Wirtschaftsweise ein. Gerade diejenigen, die extensiver wirtschaften werden Auflagen wie das Greening viel einfacher erfüllen als jene, die auf Intensivierung setzen. Deshalb sind Schlupflöcher durch nationale Zertifizierungsprogramme auch absolut nicht zielführend. Wir setzen uns gegen die weitere Industrialisierung der Landwirtschaft ein und für sinnvolle Regelungen zum Beispiel über Forschung und Entwicklung und den Schutz vor Patenten.
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Frage zum Thema Wirtschaft
20.04.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Rühle,

mich interessiert, wie Sie bei der Abstimmung bezüglich des CO2-Zertifikatehandels abgestimmt haben und was Ihre Beweggründe dafür waren.

Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße aus Mannheim
(38J.)
Antwort von Heide Rühle
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25.04.2013
Heide Rühle
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Die Fraktion der Grünen hat den Vorschlag der Kommission unterstützt, 900 Millionen Emissionszertifikate erst zu einem späteren Zeitpunkt zu versteigern, entsprechend habe ich auch abgestimmt. Derzeit ist der Preis der Zertifikate so niedrig, dass kein Anreiz besteht, Verschmutzungen zu vermeiden. Der Markt ist in dem Fall also nicht in der Lage, den CO2-Ausstoß zu senken. Nun mag genau das durchaus das Interesse der konservativ-liberalen Mehrheit im Europäischen Parlament sein, denn so können sie eine ernsthafte Klimapolitik verhindern.

Ich hoffe, damit konnte ich Ihre Frage beantworten.

Mit freundlichem Gruß
Heide Rühle
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
18.05.2013
Von:

Sehr geehrte(r) Abgeordnete(r)

Als Mitglied des Ausschusses für Verbraucherschutz der EU können Sie mir hoffentlich weiterhelfen.

Von der EU Kommission wurde ein Verbot von offenem Olivenöl in Restaurants ab 2014 beschlossen. Nicht etwa von Salz, Pfeffer bzw. Balsamico oder Essig, nein, ausschließlich Olivenöl. Das ganze wurde als Verbraucherschutzmaßnahme begründet.
Geklagt hatten laut Presseberichten 4 große Olivenöl Hersteller, der Restaurantgast müsse schließlich wissen wessen Öl er konsumiere. Daraufhin hat eine Expertenkommission der EU-Kommission vorgeschlagen dieses Verbot zu erlassen was daraufhin nun auch geschehen ist. Für mich sieht das überhaupt nicht nach Verbraucherschutz aus, es riecht gewaltig nach Korruption.
Mich würde nun interessieren, wer genau hat geklagt (Olivenöl Hersteller), wer ist bzw. war die sogenannte Expertenkommission (Namen) und wer hat in der EU-Kommission für dieses Verbot gestimmt (Namen)?
Können Sie mir weiterhelfen bzw. woher kann ich diese Informationen bekommen?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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