Sehr geehrter Herr

.
Ja es stimmt, bei der Verfolgung von Hanf und Cannabis gibt es die verrücktesten Geschichten. Viele Menschen müssen darunter leiden.
Wie Sie wissen unterstütze ich die Forderung, Hanf insgesamt zu entkriminalisieren und den Anbau zu legalisieren, obwohl ich niemand rate, Cannabis zu konsumieren, sondern alle auffordere drogenfrei zu leben.
Der Konsum von Hanf aber ist viel weniger gefährlich als der von Alkohol nicht nur für die Konsumenten, sondern auch für die Mitmenschen. Keine Droge kann zu so schlimmen Verbrechen beitragen wie der in Deutschland millionenfach konsumierte und oft gefeierte Alkohol. Auch deshalb halte ich an meiner Forderung fest: Gebt das Hanf frei !
Sie haben auch Recht damit, daß Hanf eine uralte deutsche und europäische Nutzpflanze ist, die für unendlich viele gute Zwecke über Jahrtausende gedient hat und noch heute dienen könnte.
So ist sie auch eine echte Alternative zum Holzanbau und als Grundstoff für die alternative Erzeugung von Energie.
Trotzdem fürchte ich, daß wir noch lange auf die Legalisierung warten müssen.
Der Druck aus den USA, den Drogenkrieg nicht zu vernachlässigen, und die Angst der Parteien davor, in der Öffentlichkeit und insbesondere von den Massenblättern als Verharmloser von Drogen und gar als Drogenfreund denunziert zu werden, ist zu groß.
Viele Abgeordneten haben nichts gegen Legalisieren, aber trauen sich nicht das laut zu sagen.
Das ist meine Erfahrung, wenn ich in Gesprächen im Deutschen Bundestag das Thema anspreche.
Ganz zarte Fortschritte sind bei der Freigabe für medizinische Zwecke inzwischen in Sicht.
Und Hanf mit nur ganz geringem THC-Gehalt wird inzwischen schon wieder Legal und mit behördliche Genehmigung angebaut, auch in Brandenburg.
Wo sollte ich auch sonst meine Hanf-Jeans, Hanf-Jacken oder Hanf-Schuhe her bekommen.
Für die volle Legalisierung von Hanf aber brauchen wir noch einen langen Atem.
Mit freundlichem Gruß
Ströbele