Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN)
Abgeordneter Bundestag 2009-2013
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Angaben zur Person
Hans-Christian Ströbele
Geburtstag
07.06.1939
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Friedrichshain - Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost
Ergebnis
46,8%
Landeslistenplatz
5, Berlin
(...) Nur, die Zerschlagung der Energiemonopole ist wohl mit der derzeitigen Bundestagsmehrheit überhaupt nicht zu machen, denn da steht wohl die enge Verbundenheit der Koalitionspartner mit diesen Konzernen dagegen, die so viel Profit erzielen, daß dabei für die Parteien immer weiter etwas davon abfällt. Da müßte wohl noch viel mehr passieren, damit daraus etwas wird. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
27.07.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,
in einer früheren Anfrage an Ihre Person, hinsichtlich der wirtschaftlichen Verwertung von Cannabispflanzen, wurde ich von Ihnen (in sehr höflicher Form) getadelt, dass ich nicht alle Formen der Verwertung dieser Pflanze in Betracht zog. Die vorherrschende Nutzung der ältesten Kulturpflanze seit Menschengedenken bereitet mir jedoch immer noch einige Kopfschmerzen!

Dieser Rohstoff wächst um ein vielfaches schneller nach als Holz, dass bei entsprechender und vor allem wirtschaftlicherer Behandlung, allen Eigenschaften dieses Rohstoffes gleichsteht, wenn nicht sogar diesen übertrifft.

Der medizinische Wert ist mir ebenfalls bekannt. (Wer heilt, hat Recht!!!)

Ein kürzlich gesendeter Beitrag vom MDR zeigt, dass sogar Bürger die nur durch Zufall und Unkenntniss (Vogelfutter im Komposst) diese Pflanzen gedeien liessen, in Konflickt mit dem Gesetz geraten!? Schlimm genug, dass nur wenige diese Pflanze überhaupt identifizieren können! Den Vorwurf der Ungesetzlichkeit empfinde ich als lachhaft!

Was ist hier Ihrer Meinung nach Dummheit und was ist gekaufter Willen des Gesetzgebers?

Ist die Lobby der Holzverwerter und der Pharmaindustrie so stark, dass eine ökologische Nutzung dieser Pflanze in gewollte Vergessenheit geraten soll?

Das Internet ist übervoll von genialen Nutzungsmöglichkeiten dieser Pflanze!!!

Ist die Betäubungsmittelverordnung eine willkommene Norm für die Pharma- und Holzindustrie, um den Anbau dieser Nutzpflanze zu unterbinden? Mittlerweile gibt es Züchtungen bei denen der THC- Gehalt so gering ist, dass man ein ganzes Feld "rauchen" könnte ohne eine Wirkung zu erzielen! Diese Argumentation ist also obsolet!

Abgesehen von anderen Zielen Ihrer Partei (die bei mir Kopfschütteln auslösen). Wie gedenken Sie, bei einer eventuellen Regierungsbeteiligung, diesen Missstand der Ressourcenverschwendung und Erkenntnisignoranz Einhalt zu gebieten.

MfG
Antwort von Hans-Christian Ströbele
bisher keineEmpfehlungen
28.07.2011
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Ja es stimmt, bei der Verfolgung von Hanf und Cannabis gibt es die verrücktesten Geschichten. Viele Menschen müssen darunter leiden.
Wie Sie wissen unterstütze ich die Forderung, Hanf insgesamt zu entkriminalisieren und den Anbau zu legalisieren, obwohl ich niemand rate, Cannabis zu konsumieren, sondern alle auffordere drogenfrei zu leben.
Der Konsum von Hanf aber ist viel weniger gefährlich als der von Alkohol nicht nur für die Konsumenten, sondern auch für die Mitmenschen. Keine Droge kann zu so schlimmen Verbrechen beitragen wie der in Deutschland millionenfach konsumierte und oft gefeierte Alkohol. Auch deshalb halte ich an meiner Forderung fest: Gebt das Hanf frei !

Sie haben auch Recht damit, daß Hanf eine uralte deutsche und europäische Nutzpflanze ist, die für unendlich viele gute Zwecke über Jahrtausende gedient hat und noch heute dienen könnte.
So ist sie auch eine echte Alternative zum Holzanbau und als Grundstoff für die alternative Erzeugung von Energie.
Trotzdem fürchte ich, daß wir noch lange auf die Legalisierung warten müssen.

Der Druck aus den USA, den Drogenkrieg nicht zu vernachlässigen, und die Angst der Parteien davor, in der Öffentlichkeit und insbesondere von den Massenblättern als Verharmloser von Drogen und gar als Drogenfreund denunziert zu werden, ist zu groß.
Viele Abgeordneten haben nichts gegen Legalisieren, aber trauen sich nicht das laut zu sagen.
Das ist meine Erfahrung, wenn ich in Gesprächen im Deutschen Bundestag das Thema anspreche.

Ganz zarte Fortschritte sind bei der Freigabe für medizinische Zwecke inzwischen in Sicht.
Und Hanf mit nur ganz geringem THC-Gehalt wird inzwischen schon wieder Legal und mit behördliche Genehmigung angebaut, auch in Brandenburg.
Wo sollte ich auch sonst meine Hanf-Jeans, Hanf-Jacken oder Hanf-Schuhe her bekommen.

Für die volle Legalisierung von Hanf aber brauchen wir noch einen langen Atem.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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Frage zum Thema Keine Panzer an Saudi-Arabien verkaufen
29.07.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

ich habe die Frage, warum die deutsche Regierung 200 Panzer an Saudi-Arabien liefert, nur um wahrscheinlich billiges Öl zu bekommen - an eine Regierung, die ein offensichtlich brutales Regime führt und ihre Leute unterdrückt? Brauchen wir das wirklich als ein Land, das relativ fortgeschritten ist was alternative Energien angeht? Müssen wir wirklich so jemanden unterstützen, nur um weiterhin billiges Öl für unser Land zu bekommen. Das finde ich nicht gut. Warum machen wir das?

, 23 Jahre




Die Frage wurde gestellt im Rahmen der Aktion duhastdiemacht.de, die u.a. von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Jugendportal des Deutschen Bundestags "Mitmischen.de" und dem Förderprogramm der Europäischen Union "JUGEND IN AKTION" unterstützt wird. duhastdiemacht.de will das demokratisches Bewusstsein bei Jugendlichen fördern und ihre Bereitschaft zum Engagement stärken. Gefördert wird das Portal von der Robert Bosch-Stiftung.

Mehr Infos zum Wahljahr 2011 hier auf duhastdiemacht.de.
Antwort von Hans-Christian Ströbele
2Empfehlungen
31.07.2011
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Die Frage habe ich auch, warum genehmigt die Bundesregierung überhaupt ein so perfides Geschäft, wenn sie es denn getan hat. Bisher ist sie nicht geständig und gibt diese Genehmigung nicht zu. Das geht so aber nicht. Deshalb habe ich am Wochenende Organklage beim Bundesverfassungsgericht einreicht, um das Schweigen zu brechen und wenigstens als Parlamentarier Auskunft zu erhalten. Der Deutsche Bundestag hat einen Anspruch darauf.
Ich glaube übrigens nicht, daß das Öl der Grund für die Lieferung der Panzer wäre. Das können wir auch woanders herbekommen.
Nein, es geht wohl ums Geschäft. Ein 1,3-Milliarden-Auftrag für die Rüstungsindustrie ist kein Pappenstiel. Und das schafft oder erhält ja auch Arbeitsplätze in Deutschland.
Dem will sich die Bundesregierung wohl nicht versagen. Vielleicht fördern auch "nützliche Aufwendungen" (Schmiergelder) das Geschäft, wie damals unter der Regierung Kohl.

Die Bundesregierung wird damit aber völlig unglaubwürdig mit ihren Beteuerungen, Demokratie und Menschenrechte seien Leitfäden deutscher Außenpolitik und ihr Herz schlage für die Demokratiebewegungen in den arabischen Staaten. Denn Sie haben ja so Recht, Saudi-Arabien tritt die Menschenrechte im eigenen Land mit Füßen, läßt keine Demokratie zu, sondern bleibt ein absolutistisches Königreich. Und fast was noch schlimmer ist, Saudi-Arabien hilft in den Nachbarländern bei der blutigen Unterdrückung von Demokratiebewegungen, wie kürzlich erst mit einer Intervention in Bahrein, wo auch mit Panzern aus Saudi-Arabien gegen das Volk vorgegangen wurde. Deutsche Panzer dürfen dafür nicht geliefert werden, das sehen die Rüstungsexportrichtlinien ausdrücklich vor.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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Frage zum Thema Internationales
30.07.2011
Von:

Lieber Herr Ströbele,

es wird oft ein Marshallplan für Griechenland gefordert, aber nicht konkret gesagt, wie dieser aussehen soll.Meiner Ansicht nach hat Wolfgang Schäuble hier den ersten vernünftigen Vorschlag gebracht: Griechenland in einen riesigen Solarpark für Europa umzuwandeln--das hätte den Vorteil, dass Griechenland mittel- und langfristig eine sichere Einnahmequelle hätte
mittels derer es seine Schulden begleichen kann und Europa Strom.Warum dehnt man diese Idee nicht auch auf die sonnenreichen, mediteranen PIGS-Länder Spanien, Portugal und Italien aus? Die bisherigen Abermilliarden der EU, die in diese Länder flossen,womit Häfen, Flughäfen, Eisenbahntrassen und Straßen/Autobahnen finanziert wurden(in der Hoffnung einer neuen Infrastruktur würden neue industrielle Kerne folgen) haben ja keine neuen Indutsrien geschaffen, ja diese Länder blieben vor allem nur auf Landwirtschaft, Tourismus und Immobilienblasen fokusiert. So aber hätte man einen konkreten Nutzen.Mit den produzierten Solarstrommengen würden sich dann auch die Frage lösen, wie etwa ein atomkraftabhängiges Land wie Frankreich (80% des Stroms aus Atomkraft) seine Energielücke schliessen könnte.Es gilt nun die Energiewende zu europäisieren und Europa auch mittels der Energiewende wieder eine Vision zu geben. Haben die Grünen schon Schäubles Vorschlag zu einer Europäisierung der Energiewende aktiv aufgenommen und setzen sie sich hierfür auch in der EU ein?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Hans-Christian Ströbele
bisher keineEmpfehlungen
31.07.2011
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr Oster.

Die Grünen fordern und propagieren schon lange den Bau von Solaranlagen in den Ländern Südeuropas und noch besser in Afrika, weil dort die Energieerzeugung durch Sonnenlicht viel ertragreicher wäre als in dem an Sonnenschein armen Deutschland. Nur müssen die Länder rund um das Mittelmeer das auch wollen. Da ist noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten, denn wir können nicht einfach vorschreiben, welche Energieerzeugung sie ausbauen sollen. Manche schwören noch auf AKWs, Öl und Kohle. Aber aus Kreta weiß ich, daß etwa für die Warmwasserproduktion schon auf vielen Häusern Aufbereitungsanlagen zu sehen sind. Die Staaten und Völker lernen also auch dazu.

Noch gibt es einen Marschallplan für Griechenland nicht und auch keine Finanzierung. Aber wenn es dazu kommt, ist sicher auch richtig, ganz wesentlich auf Hilfen und Finanzierung von Solaranlagen und anderen Produktionsmöglichkeiten von Energie aus erneuerbare Ressourcen zu setzen. Das funktioniert in Deutschland, schafft hier Arbeitsplätze und Wohlstand, dann müßte es in den Ländern mit viel mehr Sonne noch besser klappen.
Konkret zu dem Vorschlag von Schäuble konnte die grüne Fraktion bisher noch zu keiner gemeinsamen Auffassung kommen, weil Parlamentsferien und 90 Prozent der Abgeordneten gar nicht in Berlin sind, sondern im Wahlkreis oder in Ferien. Auf der Fraktionsklausur in den ersten Septembertagen können wir uns auch mit diesem Thema befassen.

Es stimmt übrigens nicht, daß die Hilfen bei der Finanzierung einer Infrastruktur durch die EU-Länder in Portugal, Spanien, Italien und anderen Ländern nichts für die Wirtschaftsentwicklung gebracht haben. Ganz im Gegenteil gab es einen Entwicklungsschub für die Wirtschaft weit über die Landwirtschaft und den Tourismus hinaus im Industriebereich. Deshalb sind auch viele Löhne dort gestiegen und es kamen immer weniger Arbeitskräfte nach Deutschland.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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Frage zum Thema Finanzen
02.08.2011
Von:
Jan

Sehr geehrter Herr Ströbele,

verheiratete Paare profitieren bei der Steuer vom Ehegattensplitting. Paare, die nur zusammenleben und den Trauschein nicht haben, profitieren davon nicht. Bei Hartz4 müssen die Partner füreinander aufkommen, unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder nicht. Wieso werden Ehepaare im Vergleich zu Paaren, die nur zusammenleben bevorzugt und bei Hartz4 gibt es diese Bevorzugung nicht? Was macht ein Paar mit Trauschein besser, als ein Paar ohne Trauschein?

Mit freundlichen Grüßen

Jan
Antwort von Hans-Christian Ströbele
1Empfehlung
09.08.2011
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Besteuerung richtet sich nun mal nicht danach, ob die betroffenen Menschen besser oder schlechter sind. Steuern erhoben werden nach anderen Kriterien.
Das Ehegattensplitting, d.h. die Möglichkeit für Eheleute gemeinsam steuerlich veranlagt zu werden und damit gerade in traditionellen Ehen, in denen häufig nur einer berufstätig ist, Steuern zu sparen, haben wir Grünen von Anfang an kritisiert und abschaffen wollen. Auch in den letzten grünen Programmen findet sich die Forderung nach einer Änderung der Regelung des Ehegattensplitting als Möglichkeit, mehr Steuern einzunehmen.
Wir fordern auch, gleichgeschlechtliche Paare, die in eingetragener Partnerschaft leben, gleichzustellen.
Besser wäre aber die vollständige Abschaffung des Ehegattensplitting. Die Begründung für dessen Beibehaltung ist die Förderung der Ehe, die auch im Grundgesetz verankert ist. Das aber dürfte nicht mehr zeitgemäß sein.

Sie haben aber völlig Recht damit, daß die Berücksichtigung des Instituts der Ehe bei der Hartz IV-Regelung dann eigentlich auch erfolgen müßte. Aber die Ehe bei reichen Steuerzahlern scheint mehr wert zu sein als bei armen Hartz-IV-Empfängern.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
02.08.2011
Von:
Tim

Sehr geehrter Herr Ströbele,

aller Voraussicht nach wird der Flughafen Berlin-Tegel mit dem Bau des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg nicht mehr in seiner bisherigen Funktion verwendet. Für welche Nutzung des dann zur Verfügung stehenden Areals plädieren Sie als durch Direktmandat gewählter Bündnisgrüner? Halten Sie das rot-rote Vorgehen im Fall Tempelhof für politisch gerechtfertigt oder für einen Fehler?

Mit freundlichen Grüßen

Tim
Antwort von Hans-Christian Ströbele
2Empfehlungen
09.08.2011
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Dem Flughafen Tegel werde ich mehrere Tränen nachweinen. Er liegt so günstig und der in Schönefeld ist bisher jedenfalls ungemütlich und schwer zu erreichen.
Anderseits ist es auch nicht gut und nicht richtig, einen so stark frequentierten Flughafen mitten in der Stadt in dicht besiedelten Wohngebieten zu betreiben.
Über die Nutzung des Geländes habe ich mir noch nicht viele Gedanken gemacht und keine endgültige Meinung gebildet. Noch bin ich mehr damit befaßt, was aus dem Areal des ehemaligen Flughafen Tempelhof wird, zumal er direkt an der Grenze zu Kreuzberg meinem Wahlkreises liegt.
Vom derzeitigen Senat habe ich auch den Eindruck, daß er noch nicht so recht weiterweiß.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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