Hans-Christian Ströbele (GRÜNE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Hans-Christian Ströbele
Jahrgang
1939
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Friedrichshain - Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
46,8%
Landeslistenplatz
-, Berlin
(...) Soweit ich weiß, soll die Bundesregierung beabsichtigen, bei den USA vorstellig zu werden, um die Gebühr zu verhindern. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
20.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

wie beurteilen Sie die Neubauplanung für eine Landeszentralbibliothek am Südrand des Tempelhofer Feldes und damit das Verschwinden der Amerika-Gedenkbibliothek aus Kreuzberg?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Hans-Christian Ströbele
bisher keineEmpfehlungen
19.08.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Die Amerika-Gedenkbibliothek möchte ich am Halleschen Tor nicht missen. Als Student habe ich sie als zentrale Berliner Bibliothek häufig und gern genutzt. Sie sollte dem Bezirk erhalten bleiben. Ich kann aber abschließend nicht beurteilen, ob bauliche oder finanzielle Gründe eine Verlagerung zwingend notwendig machen. In jedem Fall muß diese Traditionsbibliothek für die Bevölkerung des Bezirks leicht zugänglich in der Innenstadt sein.

Mit freundlichem Gruß

Ströbele
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Frage zum Thema Soziales und Familie
11.08.2009
Von:

Lieber Hans-Christian Ströbele,

heute sorgt eine Plakatkampagne der Grünen in Kaarst für Aufmerksamkeit. Auf dem Plakat wird die Rückansicht einer nackten Schwarzen Frau gezeigt. Auf dem Hintern sieht man die Hände einer weißen Frau.
Dazu wird der Slogan "Der einzige Grund, Schwarz zu wählen" verwendet.

In einer Stellungnahme verwehren sich die Grünen/Kaarst gegen den Vorwurf, das Motiv sei sexistisch und rassistisch. Vielmehr sei es so nicht gemeint gewesen und folglich könne es dies auch nicht sein.

Zur Stellungnahme der Kaarster Grünen möchte ich gerne auf gruene-kaarst.de verweisen - dort ist auch das Motiv zu sehen.

Mich würde dringend interessieren, wie Ihre Meinung zu diesem Motiv ist.

Mit den besten Wünschen,
Antwort von Hans-Christian Ströbele
5Empfehlungen
14.08.2009
Hans-Christian Ströbele
Liebe Frau .

Inzwischen habe mich zu dem Plakat kundig gemacht. Es gibt viele kritische Äußerungen aus der grünen Partei dazu.

Ich teile die Kritik an dem Plakat. Es ist völlig daneben Die Frau wird zum Objekt voyeristische Wahlwerbung gemacht. Foto und Text spielen unverantwortlich mit schlüpfrigen eindeutigen Zweideutigkeiten. Es ist geeignet, rassistische Assoziationen zu wecken. Deshalb sollte es so rasch, wie möglich abgehängt werden und verschwinden. Ich werde mich dafür einsetzen.

Mit freundlichem Gruß

Christian Ströbele
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Frage zum Thema Finanzpolitik
12.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

auf Ihrem aktuellen Plakat fordern Sie die Entwaffnung der Finanzmärkte.

Waren es nicht die Grünen mit Ihnen als stellv. Fraktionsvorsitzenden, die während der rot-grünen Regierungszeit die Finanzmärkte u. a. mit der Zulassung von Hedge-Fonds erst bewaffnet haben?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Hans-Christian Ströbele
3Empfehlungen
18.08.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Nein bewaffnet habe ich die Finanzmärkte nicht. Richtig ist, daß 2003, also unter Rot/Grün, ein Investmentmodernisierungsgesetz im Bundestag verabschiedet wurde und zwar einstimmig ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung - auch nicht von PDS-Abgeordneten. Soweit ich erinnere, war ich bei der Abstimmung nicht anwesend. Die Finanzpolitik gehörte nicht zu den Themen, mit denen ich damals im Bundestag befaßt war und in denen ich mich auskannte. Vor einer im Jahr 2008 bevorstehenden weltweiten Finanzkrise ahnte damals kaum einer etwas und ich selbst auch nichts.
Mit dem Investmentmodernisierungsgesetz sollten neben vielen anderen Regelungen im Finanz-und Wirtschaftsbereich nicht einfach Hedge-Fonds in Deutschland zugelassen werden, sondern der "Anlegerschutz verbessert", und, wie es in dem Gesetz ausdrücklich heißt, "erstmalig Regelungen zur Zulassung und Regulierung von Hedgefonds (Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken) ins Gesetz aufgenommen werden". Der deutsche Gesetzgeber versuchte die Zulassung solcher Fonds von mehr Transparenz, der Einhaltung von Melde-, Genehmigungs- und Rechnungslegungspflichten abhängig zu machen und damit erstmalig die Anleger zu schützen. Der Versuch erwies sich bald als unzulänglich und illusorisch, schon weil die Hedgefonds, die in Deutschland eifrig Kapitalanleger sammelten, weiter ihren Sitz im Ausland behielten. Gerade wegen der geforderten Kostentransparenz und der deutschen Regulierungsvorschriften haben sie von der Regelung für Deutschland, die in dem Gesetz vorgesehen war, fast gar keinen Gebrauch gemacht.
Zudem sind die "Giftpapiere", die die Auslöser für die Finankrise darstellen, nicht über den rechtlichen Rahmen des Inverstmentgesetzes geflossen. Dieser Handel lief über den grauen Kapitalmarkt, wobei deutschen Banken in der Regel nur Zweitbezieher waren. Das Gesetz konnte also auch diese Vorgänge nicht beeinflussen.

Zusammenfassend kann man sagen, das Investmentgesetz hat die Finanzkrise weder beschleunigt, noch die Akteure wesentlich beeinflußt. Die spekulativen Finanzmärkte wurden leider nennenswert nicht reguliert, zur Kontrolle der internationalen Finanzmärkte wurde zu wenig getan, aber in Deutschland wurden die Finanzmärkte mit dem Gesetzt nicht bewaffnet, sondern versucht, wenigstens einer Teilentwaffnung vorzunehmen, die leider mißlang.

Ich wußte damals noch wenig über Hedgefonds und die Kapitalmärkte. Das war für mich alles kaum durchschaubar. Aber das, was ich damals schon wußte, trieb mich an die Seite von Herrn Müntefering, als dieser gegen die Heuschrecken zu Felde zog. Selten war ich so an seiner Seite wie auf diesem Feldzug. Das habe ich auch immer wieder in der Fraktion und sonstwo laut gesagt.

Im Mittelpunkt meines letzten Wahlplakates für 2005 findet sich dann folgerichtig auch die Szene, wie ich mit dem Fahrrad offensichtlich versuche, eine große Heuschrecke zu überfahren. Also bereits 2005 war die Bekämpfung der gefräßigen Heuschrecken eine meiner zentralen Wahlkampfforderungen.

Als dann 2008 die Finanzkrise auch in Deutschland aufschlug, habe ich mit der ganzen grünen Fraktion gegen das Finanzmarktstabilisierungsgesetz gestimmt. Dieses NEIN zu dem Gesetz im Bundestag war immer auch damit begründet, daß das Parlament damit sein Haushaltsrecht praktisch und ohne Not aufgibt und nicht mal sicherstellt, daß es von der Bundesregierung informiert wird, unter welchen Bedingungen die Hunderte von Milliarden Euro an Banken und Unternehmen ausgereicht werden. Wir haben die Forderungen nach Transparenz der Entscheidung der Bundesregierung und Mitbestimmung des Bundestages in zahlreiche Anträge im Parlament artikuliert und eingebracht. Wir haben uns für die Einsetzung des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung eines Teiles der Finanzkrise stark gemacht. Ich habe in zahlreichen parlamentarischen Anfragen versucht von der Bundesregierung Auskunft über die Finanzhilfen für Banken zu erhalten. Vergeblich.
Und ich werde mich, wie auf dem Wahlplakat angekündigt, nach der Wahl besonders für die Entwaffnung oder auch Unschädlichmachung der Finanzmärkte engagieren.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
14.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

in Ihrer Bundestagsrede zu den Ausschreitungen zum 1. Mai 2009 haben Sie gesagt:

"Wir müssen die Deeskalationsstrategie weiterentwickeln. Wir müssen nüchtern analysieren, wieso es an diesem 1. Mai (…) zu solchen Auseinandersetzungen gekommen ist. Danach müssen wir Schlussfolgerungen ziehen."

  • Ich wäre Ihnen dankbar wenn Sie die Ergebnisse der Analyse und die gewonnenen Schlussfolgerungen an dieser Stelle mitteilen könnten.

Gerne wüsste ich auch, wie Sie zu der Aussage von Professor Thomas Risse von der FU Berlin stehen, der im Interview mit dem amnesty international Journal darauf hinwies, dass es in Berlin "Räume begrenzter Staatlichkeit" gibt - also "Räume, in denen die Rechtsdurchsetzungsfähigkeit nicht gewährleistet und/oder das Gewaltmonopol nicht durchsetzbar ist."

  • Worum es mir bei beiden Themen geht, ist ist die Frage, wie man staatliche Autorität positiv definieren kann. Das vermisse ich nämlich in Ihrer Rhetorik.


Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Hans-Christian Ströbele
3Empfehlungen
17.08.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr ,

Deeskalationsstrategien können nur auf Grund aller zugänglichen Erkenntnisse für konkrete Ereignisse der Vergangenheit oder der Zukunft diskutiert werden. Abstrakte Kriterien und Diskussionen bringen wenig. Vor allem müssen möglichst alle Betroffenen einbezogen werden. Ich bin nicht Mitglied des Abgeordnetenhauses und deshalb auch nicht des dortigen Innenausschusses. Mir liegen die Auswertungen der Polizei der Ereignisse vom letzten 1. Mai in Kreuzberg nicht vor. Ich weiß nur, daß ich einiges anders erlebt hatte, als es in den polizeilichen Verlautbarungen der Tage danach geschildert wurde, so zum Beispiel das, was während der Demonstration am Rand des Mariannenplatz und in der Muskauer Straße passiert ist. Spätestens vor den nächsten Großereignissen wie dem 1. Mai 2010 muß die Auswertung erfolgen, damit alle daraus die richtigen Schlußfolgerungen ziehen können, um Gewaltauseinandersetzungen zu verhindern.

Die Aussage von Prof. Busse kannte ich nicht. Räume in Berlin, in denen das Gewaltmonopol nicht durchsetzbar ist, kenne ich nicht. Vielleicht kann Prof. Busse sagen, welche er meint, auf Grund welcher konkreter Feststellungen und überhaupt,was er unter "Räume" in diesem Zusammenhang versteht. Sind das ganze Stadtteile oder Kieze oder Straßenzüge, Hauskomplexe oder einzelne Häuser ? Als eine Zeitung schrieb, der Wrangelkiez sei eine "no go area", bin ich mehrfach dort gewesen und habe Kolleginnen gefragt, die dort wohnen. Wir waren uns einig, daß wir dort gehen, stehen und mit Passanten plaudern konnten, wie sonst und sonstwo auch. Ich wollte Journalisten einladen zu einem Rundgang. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Es wird viel gesagt, geschrieben und zuweilen dramatisiert. Vor realen Problemen wie Vorkommnissen mit lautstarken oder auch manchmal gewalttätigen Streitereien, nächtlichem Lärm, zu viel Alkoholgenuß auf der Straße soll man die Augen nicht verschließen, aber doch die Kirche im Dorf lassen.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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Frage zum Thema Finanzpolitik
14.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

Ist die Geldschöpfung im Zusammenhang mit der Finanzkrise ein Thema für Sie persönlich oder bei den Grünen allgemein?

Mich läßt das Thema seit 2 Jahren nicht mehr los und ich frage mich warum die Geldschöpfung seit Beginn der Finanzkrise nicht in aller Munde ist. Mittlerweile halte ich die Tatsache, daß die Geldschöpfung zu über 90% durch Kreditvergabe privater Banken erfolgt für den größten Konstruktionsfehler unserer Gesellschaft.
Siehe hierzu:
www.bundesbank.de
www.davidkorten.org

Ich hoffe Sie finden die Zeit sich der Thematik ein wenig zu nähern...mir ist es unbegreiflich das kein Politiker in Zeiten der Finanzkrise über die Geldschöpfung spricht, die die Grundlage unseres Finanzsystems ist. David Korten kann ich Ihnen nur ans Herz legen.

Mit freundlichen Grüßen



Musiker
Antwort von Hans-Christian Ströbele
bisher keineEmpfehlungen
01.10.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Die Geldschöpfung ist nach meiner Wahrnehmung bei den Grünen allgemein und in der Fraktion kein großes Thema. Jedenfalls habe ich dazu noch kein Gespräch mitbekommen.
Allerdings hat für mich ein Wissenschftler namens Sergej Goryonoff einige Ausarbeitungen zur Finanzkrise und ihrer Bewältigung gefertigt. Für diesen ist Geldschöpfung ein großes Thema. Ich muß ihn nur darauf ansprechen, dann sprudeln die Thesen und Überlegungen dazu nur so aus ihm. Er ist sicher gern bereit, sich mit ihnen darüber auszutauschen.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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