Guido Klamt (ÖDP)

Guido Klamt
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
Chemotechniker
Ausgeübte Tätigkeit
Forschung Elektroauto
Wohnort
Gerlingen
Wahlkreis
Leonberg , Stimmen (Wahlkreis): 466
(...) Ebenso ist dies bei der Müllverwertung der Fall. Große Müllverbrennungsanlagen geben mehr Profit als die Sortierung des Mülls mittels Alternativverfahren. (...)
 
weitere Profile auf abgeordnetenwatch.de
Persönliche Website
www.oedp-ludwigsburg.de
Fragen an Guido Klamt
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Gesellschaft
27.02.2011
Von:

Wie ist Ihre Position zur vollständigen Trennung von Staat und Religion?
Mehr als 40% der Bevölkerung sind mittlerweile konfessionsfrei – bei den Jugendlichen sind es mehr als 50%.
Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass christliche Kirchen eine Rolle im Staat spielen müssen. Die menschliche Ethik hat sich meist gegen den Widerstand der Kirchen weiterentwickelt (Bsp. Gleichberechtigung der Frau, u.v.a).
In Deutschland ist die Trennung von Staat und Religion unvollständig und gleicht mehr einer intransparenten gegenseitigen Förderung als einer Trennung wie sie z.B. in Frankreich (Laizismus) in der Verfassung verankert und nach der französischen Revolution vollzogen wurde. Dies wird an vielen Beispielen deutlich.
Der konfessionsfreie Bevölkerungsanteil ist strikt gegen die anhaltende direkte und indirekte Finanzierung der Kirchen (19 Milliarden im Jahr 2009) durch den "Staat" (durch alle Steuerzahler, auch konfessionsfreie).
Statt die staatliche Finanzierung auszuweiten und möglicherweise auch islamischen Religionsunterricht zu finanzieren, sollte der gesamte Religionsunterricht an den Schulen durch ein integratives Pflichtfach zur Wertevermittlung (wie in Berlin "Ethik" und in Brandenburg "LER") ersetzt werden.
Deshalb ist die Einschränkung der staatlichen Privilegien der christlichen Kirchen angebracht, statt der Ausweitung auf Muslime und islamische Einrichtungen. Wie stehen Sie dazu?
Die Gehälter von Bischöfen usw. werden vom Staat aus dem allg. Steueraufkommen, nicht etwa aus der Kirchensteuer bezahlt, also auch von Nichtkirchenmitgliedern und Anders-gläubigen gemäß einer 200 Jahre alten Vereinbarung.
Die Bürger haben in dieser Zeit ihr Vermögen mehrfach verloren. Nur die Kirche, die ihr Vermögen oft auf dubiose Weise von den Bürgern erlangt hat, scheint unangefochten einen Rechtsanspruch zu erhalten.
Konfessionsfreie möchten die Staatsleistungen an die beiden christlichen Kirchen beenden und – wo unvermeidlich – ablösen! Wie stehen Sie dazu? mfg
Antwort von Guido Klamt
1Empfehlung
28.02.2011
Guido Klamt
Sehr geehrter Herr ,

Politisch sollten Staat und Kirche klar getrennt sein. Es gibt meines Erachtens keine konkreten Verflechtungen zwischen Kirche und Staat, aber der meinungspolitische Einfluss spielt insbesondere in noch stärker religiös geprägten Regionen und Ländern (Bayern und auch BW) durchaus eine Rolle. In Bayern zeigt sich dies am Kruzifix-Streit, ob also in allen Klassenzimmern ein Kreuz hängen soll/darf. Schulen sind beispielsweise ein politisch neutraler Raum, so dass ich hier durchaus der Meinung bin, keine religiösen Symbole auszuhängen. Anders wäre dies bei Schulen in kirchlicher Trägerschaft.

Die Vermischung von Kirche und Staat bei den Finanzen ist sicherlich ein Problem. Für Gehälter ist eindeutig die Kirche zuständig und sollte diese aus der Kirchensteuer bezahlen. Allerdings muss man auch anerkennen, dass die Kirchen in Deutschland viele soziale Aufgaben wahrnehmen, sei es die Trägerschaft von Kindergärten oder die soziale Betreuung. Dies sind Aufgaben, die, wenn nicht über Kirchensteuern, dann doch über die Allgemeinheit, also über Steuern, zu finanzieren sind. Demnach würde eine Abschaffung der Kirchensteuer (oder Reduzierung) sicherlich keine große finanzielle Entlastung für die in der Kirche befindlichen Mitbürger bringen. Aber ich sehe durchaus, dass Deutschland eines der wenigen Länder ist, die eine erzwungene Kirchenabgabe haben. Deshalb könnte ich mich durchaus mit der Abschaffung der Kirchensteuer anfreunden und würde die Finanzierung von Kindergärten und anderen sozialen Diensten über die allgemeine Steuer abdecken.

Die Abschaffung des Religionsunterrichts und die Einführung von Ethik sehe ich aber kritisch. Deutschland ist ein Land mit christlichen Grundwerten und dies soll auch so bleiben. Deshalb soll auch der katholische und evangelische Religionsunterricht seinen Platz an der Schule haben, parallel dazu Ethik für konfessionslose. Es ist aber unstrittig, dass im Religionsunterricht mehr als bisher noch auch auf die anderen Religionen eingegangen werden muss, so dass kein Platz für Vorurteile gegenüber Andersgläubigen entsteht. Kinder sehen ja in unterschiedlichen Religionen noch nichts trennendes sondern sind eher neugierig. Einen islamischen Religionsunterricht an Schulen könnte ich mir nur dort vorstellen, wo entsprechend viele islamische Schüler vorhanden sind, dann aber auf Deutsch und von hier ausgebildeten Lehrern.

Mit freundlichen Grüßen
Guido Klamt
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Arbeit und Wirtschaft
05.03.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Klamt!

Ihre Antwort auf die Frage nach Trennung von Staat und Kirche regt bei mir eine viel wichtigere Frage an! Wie stehen Sie zur Trennung von Staat und Wirtschaft?
Beispiele: Die Tabaklobby hat jahrzehntelang Einfluss ausgebübt, um echten Nichtraucherschutz und Prävention zu verhindern.
Lobbygruppen verkünden, es ist gar nicht möglich, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen und die Politik folgt dem durch Straßenbau. Gleichzeitig werden sinnlose und zu teure Prestigeprojekte, wie Stuttgart 21 und die So-da- Brücken in Thüringen realisiert.
Obwohl Energie auf fossiler Grundlage endlich ist wird der Ausbau regenerativer Energien nur halbherzig vorangetrieben.
Das mir seit 1996 bekannte Kryo-Recycling für Kunststoffe und Elektroschrott hat bis heute keine Umsetzungchance bekommen, obwohl es vielversprechende Möglichkeiten bietet, natürliche Ressourcen zu schonen. Skandale haben mehrfach gezeigt, dass der Ausbau der Müllverbrennung nicht ohne korrupte Beeinflussung gelaufen ist.
Bei der Gesundheit dominiert die Pharmaindustrie die Forschung, während alternative Heilmethoden und die Vermittlung gesundheitsförderlichen Verhaltens ein Schattendasein führen.
Wie will die ÖDP das ändern und was garantiert, dass die ÖDP sich nicht genauso wie die Grünen in Koalitionen von ihren Positionen abwendet?
Wie stehen Sie zu den Eckpfeilern der katholischen Soziallehre "Solidarität, Subsidiarität, Personalität und Gemeinwohl" und was bedeuten die für Sie?

Mit bestem Gruß,

Antwort von Guido Klamt
bisher keineEmpfehlungen
06.03.2011
Guido Klamt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne gebe ich Ihnen Antwort.
Staat und Wirtschaft sind viel zu stark verknüpft. Zahlreiche Politiker sitzen in Aufsichtsräten und verdienen sich noch eine goldene Nase nebenbei. Außerdem wird durch Spenden von Konzernen und Firmen ein erheblicher Einfluss auf die Parteien ausgeübt. Welche Partei wird eine Entscheidung treffen, die sich auf einen Spender eventuell negativ auswirkt? Keine. Deshalb ist die einzige Möglichkeit zu einer unabhängigen Politik das Verbot von Firmenspenden. Solange dies noch nicht Realität ist, kann man nur einer Partei vertrauen, die keine Firmenspenden annimmt. Die ÖDP ist die einzige Partei, die dies satzungsgemäß ausschließt. Alle anderen nehmen Spenden von Firmen nur allzu gerne an. Auch die Linken (im Jahr 2009 177.000 Euro), obwohl deren Kandidaten oftmals dies bestreiten, aber der Rechenschaftsbericht vom Bundestag lügt nicht. So haben im Jahr 2008 auch die Piraten Firmenspenden angenommen, dies machte rund 25% ihrer gesamten Spendeneinnahmen aus!
Die ÖDP steht für eine ehrliche Politik und kann durch Firmenspenden nicht auf den falschen Weg gebracht werden, so wie bei den Grünen geschehen. Bei allen Großprojekten ist die Beeinflussung durch große Konzerne spürbar. So spendet ein Hersteller großer Tunnelbaumaschinen an die CDU in BW. Jeder kann dabei denken, was er will. Jedenfalls wäre die Realisierung von S21 ein großes Geschäft für diese Firma.
Die Pharmaindustrie ist auch daran interessiert, ihre eigenen Pfründe zu sichern. Dafür muss natürlich dafür gesorgt werden, dass alternative Methoden möglichst nicht gefördert werden.
Ebenso ist dies bei der Müllverwertung der Fall. Große Müllverbrennungsanlagen geben mehr Profit als die Sortierung des Mülls mittels Alternativverfahren.
Die ÖDP steht für neue Möglichkeiten offen. Deshalb stehen wir auch dem Kryo-Recycling durchaus positiv gegenüber.
Bezüglich Ihrer Frage zur katholischen Soziallehre: Die genannten Grundsätze sind auch für die Politik der ÖDP von Bedeutung. Im Grundsatzprogramm der ÖDP heißt es zum Welt- und Menschenbild: "´Ich und wir´, Verantwortung und Weitsicht". Jeder Mensch braucht Entfaltungsmöglichkeiten, andererseits trägt aber jeder Mensch auch Verantwortung für das Gesamte. Jede politische Entscheidung muss daraufhin geprüft werden, ob sie dem Gemeinwohl dient und ob dieses Gemeinwohl auch langfristig Bestand hat. Die gegenwärtige Politik bedient zu stark Einzelinteressen und richtet sich zu sehr nach kurzfristiger Profitmaximierung und ruiniert so letztendlich die Umwelt, Gesellschaft und Finanzen. Hier muss ein Sinneswandel eintreten und für diesen Sinneswandel mache ich mich stark.



Mit freundlichen Grüßen
Guido Klamt
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Familie und Soziales
21.03.2011
Von:

WIE STEHEN SIE ZU KINDERGARTENGEBÜHREN? Sollten diese nicht zumindest im letzten Jahr vor Schulbeginn kostenfrei sein?
Antwort von Guido Klamt
bisher keineEmpfehlungen
22.03.2011
Guido Klamt
Sehr geehrte Frau ,

danke für Ihre Anfrage. Ich teile Ihre Ansicht, dass zumindest vorläufig das letzte Kindergartenjahr verpflichtend und somit gebührenfrei sein sollte. Vorläufig deshalb, da die ÖDP die Einführung eines Erziehungsgehalts fordert. Dies könnte so aussehen, dass der betreuende Elternteil ein Erziehungsgehalt abhängig von der Kinderzahl erhält (bei drei Kindern unter 7 Jahren ein volles durchschnittliches Gehalt, bei einem Kind die Hälfte davon). Dies könnte weiter so gestaltet sein, dass ab dem vierten Lebensjahr bis zum siebten Lebensjahr (Kindergartenzeit) dieses Erziehungsgehalt um einen Betrag verringert wird, dafür automatisch der Halbtagskindergartenbesuch gebührenfrei ist.

Mit freundlichen Grüßen
Guido Klamt
X
Antwort empfehlen
Ihre Frage an Guido Klamt
Sie befinden sich auf einer Archivseite. Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.