Gerriet Kohls (FREIE WÄHLER)

Gerriet Kohls
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Geograph M.A., Geoinformatiker M.Eng.
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Langenhagen
Wahlkreis
Leer / Borkum
Ergebnis
2,1%
Landeslistenplatz
-
Moin, Herr Gastmann!

Die Idee der Waffensteuer lehne ich ab. Die FREIEN WÄHLER pochen darauf, dass der Staat mit seinen Steuereinnahmen auszukommen hat. (...)
 
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Frage zum Thema Familie und Generationen
27.11.2012
Von:
Uwe

Sehr geehrter Herr Kohls,

im SonntagsReport kritisieren Sie die frühe Unterbringung von Kleinkindern in der Krippe. Was sind Ihre genauen Beweggründe dafür und wie machen Sie das mit Ihren eigenen Kindern?

Gruß
Uwe
Antwort von Gerriet Kohls
7Empfehlungen
28.11.2012
Gerriet Kohls
Sehr geehrter Herr ,

ich danke für Ihre Frage und antworte gerne. Dazu darf ich etwas ausholen.

Wenn es um die Frage geht, ob Kinder frühzeitig in Krippen, ab einem Alter von drei Jahren in Kindergärten und später nach der Grundschule am Nachmittag in den Hort gesteckt werden sollen, weil Vater und Mutter berufstätig sind, wird es interessant.

Die Verwahr-Karriere des Kindes lautet heute häufig so: "Krippe-Kindergarten-Hort", oder statt Hort die Ganztagsgrundschule. Das heißt, dass sich Kinder tagsüber oft über sechs bis acht Stunden in fremder Betreuung befinden. Dramatisch ist das für die Krippenkinder, die in einem Alter von drei Monaten bis zu drei Jahren täglich von der Mutter getrennt werden.

Früher war die Frau eine "Rabenmutter", wenn sie ihre Kinder vernachlässigte. Heute wird eine Frau oftmals schief angesehen, wenn sie nicht bereit ist, frühstmöglich nach der Geburt des Kindes, wieder zu arbeiten. Unser Leben und die Erwartungen an uns sind vielfach auf reine Wirtschaftlichkeit ausgerichtet (worden). Die Eltern sollen arbeiten, ihre Kinder werden in staatliche oder private Einrichtungen betreut. Dafür wird eine Menge Geld ausgegeben. Mit Bezuschussung seitens der Kommune kostet ein Krippenplatz deutlich über 1000 Euro pro Monat. Das geplante Betreuungsgeld für Mütter, die beim Kind bleiben wollen, ist dagegen als Herdprämie verunglimpft worden.

Die Diskussion um das Betreuungsgeld macht deutlich, dass von den Entscheidungsträgern die Bedeutung einer verlässlichen Mutter-Kind-Beziehung verkannt oder bewusst geleugnet wird. Denn niemand fragt, was besser für das Kind ist und ob die Mütter überhaupt so früh vom Kind getrennt werden möchten. Es ist schon traurig genug, dass heute vielfach das Einkommen aus einem anständigen Beruf nicht mehr ausreicht, um eine Familie zu ernähren; die Mütter daher oft gezwungen sind, Geld mitzuverdienen.

Seriöse, wissenschaftliche Befunde zur Krippenforschung beschreiben die Risiken aber eindrücklich und können eine bedenkenlose Befürwortung der Krippenbetreuung nicht unterstützen.

Die morgendliche Trennung des Kindes von der Mutter in der Krippe erzeugt beim Kind erheblichen Stress, der größer ist als bei manchem Manager im hektischen Berufsleben. Dieser Stress baut sich auch im Laufe des Tages nicht vollständig ab. Dadurch werden unsere Kinder krank. Beachtenswert: Die festgestellten Verhaltensauffälligkeiten waren sogar weitgehend unabhängig von der Qualität der vorangegangenen Betreuung.

Ich weise auf einen ganzseitigen Beitrag aus der FAZ vom Mittwoch, 04.04.2012, Nr. 81, Seite 7, unter dem Titel "Die dunkle Seite der Kindheit" hin. Hier stellt der Autor Dr. Rainer Böhm fest: "Kleinkindern dauerhaftem Stress auszusetzen, ist unethisch, verstößt gegen Menschenrecht, macht akut und chronisch krank!" Der Autor bezieht sich unter anderem auf Erkenntnisse, die im September 2011 während des Kinderärztekongresses in Bielefeld vorgestellt wurden.

Wenn Sie das Original lesen wollen, dann finden Sie den Beitrag unter diesen Link:

www.kohls.biz

Aus diesem neuen Wissen ist zu fordern, dass Eltern eine Wahlmöglichkeit haben und über Risiken und Nebenwirkungen der Krippenbetreuung umfassend aufgeklärt werden. Angestrebt werden sollte, dass Kinder bis zum dritten Geburtstag in der Familie betreut werden. Die Familien müssen dabei finanziell unterstützt werden. Denn ohne Familien und ohne Kinder gibt es auf absehbarer Zeit keinen (deutschen) Staat mehr. Das scheint aber für einige linke Politiker auch das angestrebte Ziel zu sein. Es ist der eigentliche Grund für die bewusste Benachteiligung insbesondere von christlich ausgerichteten Familien.

Ich selber habe drei Kinder im Alter von sieben, fünf und drei Jahren. Das jüngste Kind ist zu Hause. Die beiden älteren sind erst mit vier Jahren in den Kindergarten gekommen. Vormittags viereinhalb Stunden im christlichen Kindergarten, bis zum Mittagessen dort, sind völlig ausreichend, um dem Kind auch gleichaltrige Spielkameraden und Abwechslung zu bieten. Das ältere Kind geht jetzt in die zweite Klasse der Grundschule. Eine Nachmittagsbetreuung wollen wir als Eltern nicht.

Es grüßt Sie

Gerriet Kohls
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Frage zum Thema Umwelt
16.12.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Kohls,

welches Konzept haben Sie und Ihre Partei dem Klimawandel entgegen zu wirken ?
Antwort von Gerriet Kohls
1Empfehlung
17.12.2012
Gerriet Kohls
Sehr geehrte Frau ,

zunächst einmal ein Dankeschön für Ihre Frage. Das Thema "Klimawandel" begleitet uns inzwischen seit Jahren. Es wurden viele Thesen auf- und Computerberechnungen mittels Klimamodelle angestellt.

Ich habe mich intensiv als Geograph und Geoinformatiker mit diesen Dingen beschäftigt und verweise in diesem Zusammenhang auf einen Zeitungsartikel von mir, der im März 2007 in Namibia erschienen ist:

www.az.com.na

Bezeichnenderweise wurde der Artikel in einer afrikanischen Zeitung abgedruckt, obwohl ich auch etliche deutsche Printmedien damit "beglückt" hatte. Aber vom Zeitgeist abweichende Meinungen, erst recht zur "heiligen Kuh" Klimawandel, sind hier nicht erwünscht.

Für mich steht hingegen nach langem Studium und abwägen vieler Argumente fest, dass der menschenverursachte Klimawandel ausfällt. Es gibt keinen "stummen Frühling" und unsere Wälder sterben auch nicht. Noch nicht einmal das Erdöl ist bis 2010 aufgebraucht worden. Diese Szenarien wurden uns seit den 70er-Jahren von immer mehr Wissenschaftlern, Journalisten und Zukunftspropheten prognostiziert.

Nun wird erstmal nichts daraus. Genauso, wie aus den ganzen Weltuntergangsvorhersagen der Vergangenheit auch nichts geworden ist. Wenn es nicht Gottes Wille ist, kann ja auch nichts daraus werden, denn es gibt weit und breit keinen Ozean, wo der Globus hinein passen würde.

Der letzte UNO-Weltklimagipfel in Doha/Katar hat es auch wieder gezeigt. Es gibt kein effektives weltumspannendes politisches Steuerungsmittel und die Ansichten über den angeblich menschengemachten Klimawandel gehen unter den Mitgliedsstaaten weit auseinander. Außerhalb der EU beteiligen sich noch zehn Staaten am Kyoto-Protokoll. Trotz schöner Worte und Statements der Staatsmänner kann unter dem Strich festgehalten werden: Das Kyoto-Protokoll mit seinen Vereinbarungen zur weltweiten CO²-Senkung ist auf ganzer Linie gescheitert.

Festzuhalten bleibt aber, dass die Erde kein statisches System ist. Der Wandel gehört zum Wesen der Erde. Wie dramatisch ist doch der (Klima-)Wandel innerhalb des Tageslaufs. Manchmal ist "glutheiß der Tag und eiskalt die Nacht". Mit den Jahreszeiten verhält es sich ebenso. "Anpassung" heißt daher für mich das Stichwort.

Wir haben uns hier und heute nicht auf fiktive Wandel in einigen Jahrzehnten einzustellen, sondern wir müssen unser Leben jetzt gestalten. Das heißt, dass wir auf Veränderungen unserer Umwelt reagieren müssen. Auf diesem Gebiet haben gerade die Friesen jahrhunderte alte Erfahrungen. Ich denke hier an den Deichbau.

Dabei müssen wir auch die zuverlässige Energieversorgung im Auge behalten. Nach der so genannten Energiewende mit der Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke muß für Ersatz gesorgt werden. Hier halte ich den Ansatz der FREIEN WÄHLER für richtig. Die Energie sollte vor Ort erzeugt werden. Sonnenergie, Biogas und Windenergie werden sicher eine Rolle spielen. Aber auch hier muß mit Augenmaß gehandelt werden. Die Landschaft mit Windrädern zustellen ist nicht der Königsweg.

Zumindest für Familienhaushalte könnte die Zukunft auch in einer deutlichen Verminderung des Stromverbrauchs liegen. Die Ausleuchtung der Wohnräume kann inzwischen mit LED-Lampen vorgenommen werden. Hier bietet sich sogar die Möglichkeit, autark zu werden. Über eine leistungsfähige 12 V - oder 24 V - Batterie lassen sich diese LED’s betreiben. Die Batterie kann wiederum über ein Solarmodul geladen werden. Das gibt es schon lange im Campingbereich. Inzwischen sind die einzelnen Bausteine eines solchen Systems aber viel leistungsfähiger als früher.

Ebenso könnte die Nutzung der Erdwärme (Geothermie) auf mittlere Sicht viel stärker genutzt werden. Für die Industrie werden wir auch auf Erdgas zur Gewinnung elektrischer Energie setzen müssen. Denn es gibt sensible Anlagen, die einen Stromausfall nicht vertragen ohne dass ein immenser Schaden eintreten würde. Und ich gehe davon aus, dass wir weiterhin eine führende Wirtschaftsnation bleiben wollen.

Ich hoffe, ihnen meine Meinung einigermaßen deutlich dargelegt zu haben und

verbleibe mit freundlichen Grüßen

Ihr

Gerriet Kohls
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
23.12.2012
Von:

Hallo Herr Kohls,

nach dem Amoklauf in Newtown USA kommen auch in Deutschland wieder Forderungen nach Verschärfungen des Waffengesetzes. Als Jäger bin ich davon betroffen. Eine der Forderungen ist, eine Art Waffensteuer einzuführen. Wie stehen Sie zu dieser Idee?


Mit freundlichem Gruß

H.
Antwort von Gerriet Kohls
2Empfehlungen
27.12.2012
Gerriet Kohls
Moin, Herr !

Die Idee der Waffensteuer lehne ich ab. Die FREIEN WÄHLER pochen darauf, dass der Staat mit seinen Steuereinnahmen auszukommen hat. Die bisherigen Steuererhöhungen haben dazu geführt, dass der Staat auch immer mehr Geld ausgegeben hat. Angehäufte Schulden werden in der Regel von Bund und Ländern nicht wieder abgetragen. Der Steuerzahlerbund listet jedes Jahr auf, wo der Staat das Geld zum Fenster hinaus wirft. Die Euro-Rettungsaktionen sind in letzter Zeit hinzu gekommen und zeigen ebenfalls, dass der Staat mit seiner Steuergier ein Fass ohne Boden werden kann. Die Belastung des Bürgers durch Steuern und Abgaben ist viel zu hoch. Hier muß dringend entgegen gewirkt werden - dies erstmal zum Grundsätzlichen.

Nicht nur die über 350.000 deutschen Jäger wären von der Waffensteuer betroffen, sondern auch die über 2 Mio. Sportschützen in den Schützenvereinen. Sport und Hobby dürfen nach meiner Ansicht nicht besteuert werden, weil dann ausgesuchte kleine Gruppen davon betroffen wären. Ist auf diesem Gebiet das Tor erstmal geöffnet, kann die Steuerfantasie frei walten. Dann kann beispielsweise mit gleichem Recht auch der Besitz der Gasflasche von Hobbytauchern besteuert werden.

Auch als Steuerungsinstrument zur Verhinderung von Straftaten mit Schusswaffen eignet sich die Waffensteuer nicht, denn mit Waffen in legalem Besitz (einschließlich Polizeiwaffen!) werden kaum Straftaten begangen. Unfälle mit Todesfolge oder gar vorsätzliche Tötungen gibt es so gut wie nicht mit diesen Waffen. Das Risiko im Straßenverkehr oder durch einen Hausunfall ums Leben zu kommen, ist um ein vielfaches höher. Ausnahmetaten durch kranke Menschen, wie der Amoklauf von Winnenden vor vier Jahren, setzen nicht unbedingt eine Schusswaffe als Tatwerkzeug voraus.

Der Waffenerwerb ist schon jetzt in Deutschland vollumfänglich gesetzlich geregelt. Die Hürden, um legal in den Besitz einer Schusswaffe zu gelangen, sind sehr hoch. Sportschützen besitzen zudem vor allem Luftdruckwaffen und Kleinkalibergewehre, die speziell für den Wettkampf konzipiert sind. Verbrecher können damit nichts anfangen.

Jäger sind schon per Gesetz dazu gezwungen, die "richtige" Waffe zur Jagdausübung zu verwenden. Es gibt kleines und großes Wild, Haar- und Federwild mit der jeweils spezifischen Bejagungsmethode. Das heißt in der Praxis, dass ein einziges Gewehr für den Jäger nicht ausreicht.

Schützenvereine leisten eine erhebliche gesellschaftliche Aufgabe. Sie führen Menschen überVeranstaltungen wie Schützenfeste zusammen, kümmern sich um Jugendliche und organisieren das sportliche Schießen bis zu den Olympischen Spielen.

Ohne Jäger würde es staatlicherseits notwendig werden, den Wildbestand in Deutschland, einer der wildreichsten Länder der Erde (!), zu bewirtschaften. Immerhin wurden in Deutschland im Jagdjahr 2010/11 u.a. über 1,1 Mio. Stück Rehwild, mehr als 130.000 Hirsche, 585.000 Wildschweine und fast 520.000 Füchse erlegt.

Ein Jagdrevier zu betreuen, ist eine Ganzjahresaufgabe. Unser bewährtes Reviersystem mit den verantwortlichen Jagdberechtigten, ist in jeder Hinsicht unübertroffen. Der Staat wäre mit eigenen Mitteln zu diesen Konditionen dazu überhaupt nicht in der Lage. Jäger sorgen nicht nur für Wildbret in den Läden, sondern auch für eine Wilddichte, die erträglich ist. In unserem dicht bevölkerten Land werden die Wildunfälle im Straßenverkehr minimiert. 236.000 zum Teil folgenreiche Unfälle mit großem Haarwild, vor allem Rehe, gab es trotzdem im letzten Jahr.

Die wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die Jäger und Schützen wahrnehmen, darf daher nicht noch zusätzlich auf einem Nebengebiet, dem legalen Waffenbesitz, besteuert werden.

Es grüßt Sie

Gerriet Kohls
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Frage zum Thema Arbeit
31.12.2012
Von:

Ver.di-OV für den LK Leer, im Dez. 2012
Offener Brief an die Kandidatinnen und Kandidaten ( WK 83 und 84) der Landtagswahl in Niedersachsen 2013
Sehr geehrte Damen und Herren, am 20. Januar 2013 wird darüber entschieden, wem die politische Verantwortung für unser Bundesland Niedersachsen für die nächsten Jahre übertragen wird.
"Die Sonntage und staatlich anerkannte Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt." So fordert es Artikel 140 unseres Grundgesetzes.
Das Bundesverfassungsgericht hat im Dezember 2009 in seinem Urteil festgestellt, dass die derzeit praktizierten sonntäglichen Ladenöffnungszeiten einen Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Sonn- und Feiertagsruhe darstellen, der nur in engen Grenzen zu rechtfertigen sei.
Das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass ein ausreichender Sachgrund für die Sonntagsöffnungen vorhanden sein muss. Weder das alltägliche Einkaufsinteresse von Kunden noch das wirtschaftliche Interesse von Händlern rechtfertigen nach unserer Ansicht solche weitgehende Ausnahmeregelungen wie in Niedersachsen.
In Leer waren Ladengeschäfte sogar am Muttertag und am 3. Oktober 2012 geöffnet.
Zudem waren in Leer im Jahr 2012 an sieben Samstagen Geschäfte in der Innenstadt bis 24:00 Uhr geöffnet. Sogar an allen vier Adventssamstagen wurde zum Mitternachts-Shopping eingeladen. Wir als Ver.di OV LK Leer sind der Ansicht: Sog. Mitternachts-Shopping-Events und Sonderöffnungen an Sonntagen sind frauen- kinder- und familienfeindlich.
Wir fragen Sie als Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl 2013:
1. Wie beurteilen Sie sog. "Events" wie "Moonlight"- und "Mitternacht-Shopping"?
2. Sind Sie auch der Ansicht, dass das Ladenöffnungsgesetz in Niedersachsen mit seinen zahlreichen Ausnahmeregelungen dringend geändert werden muss? Wie soll diese Änderung nach Ihrer Ansicht aussehen?
3. Für welche konkreten Maßnahmen des Sonntags- und Feiertagsschutzes würden Sie sich im Falle Ihrer Wahl einsetzen?
Antwort von Gerriet Kohls
bisher keineEmpfehlungen
07.01.2013
Gerriet Kohls
Sehr geehrte Frau ,

gerne beantworte ich Ihren Offenen Brief an uns Landtagskandidaten aus meiner Sicht.

Bei der Aufschlüsselung des von Ihnen angesprochenen Problems sind wesentlich zwei betroffene Gruppen auszumachen. Einmal die arbeitenden Geschäftsinhaber und deren Angestellte. Zum andern die Besucher und Kunden, die die Angebote im Innenstadtbereich annehmen und offenbar auch bereit sind, zu abendlicher Stunde einzukaufen.

Die Geschäftsinhaber hoffen auf einen guten Umsatz. Viele Angestellten nehmen Wochenendarbeit und die damit verbundene bessere Bezahlung gerne wahr. Die Mehrarbeitsstunden werden in der Woche als freie Zeit ausgeglichen. Offenbar steht diese Regelung bei den meisten Angestellten nicht in der Kritik.

Die Besucher empfinden erst recht keinen Zwang, denn niemand treibt sie in die Stadt. Vielmehr freuen sie sich darüber, dass von den 52 Wochenenden des Jahres dann wenigstens ab und zu an den Samstagabenden mal etwas Betrieb in Leer herrscht.

Sie stellen fest, dass für Verdi diese Arbeitszeiten frauen- kinder- und familienfeindlich sind. Warum eigentlich nicht auch männerfeindlich?

Diese Sichtweise teile ich mit Ihnen allerdings nicht. Sind doch am Samstagabend auch viele Familien mit Papa, Mama und ihren Kindern unterwegs. Diese werden ja gerade in diesen Stunden durch gemeinsames Erleben zusammen geführt. Und die Eltern, die im Verkauf arbeiten, haben in der Woche die eine oder andere Stunde Zeit für die Kinder. Die gesetzlich vorgeschriebenen "U-Untersuchungen" können Eltern zum Beispiel nur an Wochentagen wahrnehmen.

Bleiben noch die zwei von Ihnen angesprochenen Sonntage, die "dem Kommerz geopfert" wurden. Damit hätte ich ein Problem, wenn davon hohe christliche Feiertage betroffen wären. Also Feiertage, die quasi seit 2000 Jahren christliche Feiertage sind und damit eine fundamentale Stellung in unserer Kultur und Tradition haben.

Der Muttertag hat aber seinen Ursprung in der englischen und amerikanischen Frauenbewegung. In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 vom Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber mit Plakaten "Ehret die Mutter" in den Schaufenstern etabliert und - betont unpolitisch - als Tag der Blumenwünsche gefeiert. Der Muttertag ist nicht gesetzlich verankert, vielmehr basiert dessen Datum auf Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden. Sie sehen, dieser "Feiertag" ist ohnehin schon der Wirtschaft "gewidmet".
Dass Sie als Gewerkschaft plötzlich patriotisch werden und den Tag der Deutschen Einheit geschützt sehen wollen, freut mich sehr. Im Gegensatz zum Muttertag ist der Tag der Deutschen Einheit am 03. Oktober eines jeden Jahres tatsächlich ein gesetzlicher Feiertag.

An diesem Freudentag die Geschäfte in der Leeraner Innenstadt zu öffnen, ist schon frevelhaft. Fast schon so schlimm, wie am 1. Mai (gesetzlicher Feiertag) zu großen Demonstrationen aufzurufen und damit Väter und Mütter von den Familien wegzulocken. Auf die "besonderen Veranstaltungen" zum 01. Mai, etwa in Berlin-Kreuzberg und anderswo, will ich erst gar nicht hinweisen.

Im Falle meiner Wahl würde ich mich dafür einsetzen, dass nur die Dinge gesetzlich geregelt werden, die wirklich nötig sind. Ansonsten setze ich auf eine hohe Bürgerbeteiligung. Was vor Ort geregelt werden kann, muss auch vor Ort entschieden werden. Das ist das Subsidiaritätsprinzip.

Ich hoffe, ein paar fruchtbare Gedanken geäußert zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Ihr Gerriet Kohls
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