Sehr geehrter Herr

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wenn wir die Diskussion um Inklusion der letzten Monate verfolgen, und dabei das Regierungshandeln (schwarz-grün und jetzt schwarz) im Blick haben, teile ich ihre Sorge. Wir Sozialdemokraten haben klipp und klar erklärt, dass wir die Integrationsklassen und die integrativen Regelschulen als Modelle dafür sehen, wie Inklusion fortgeführt werden soll. Bei erheblicher Ausweitung der Nachfrage durch den Rechtsanspruch der Eltern auf integrative Beschulung für ihr behindertes oder von Behinderung bedrohtes Kind müssen wir allerdings viele Schulen gewinnen, deren Personal sich dieser Aufgabe stellt. Das gibt zweifelsohne Übergangsprobleme. Als langjähriger Klassenlehrer von Integrationsklassen wissen Sie sicherlich auch, dass es auch an den bisherigen Standorten ab und an Probleme mit einer wechselnden Anforderungen gerecht werdenden Fachpersonal-Versorgung gibt. Die derzeitige Regierung hat zugesagt, allen Schulen, die neu starten, eine Anschubfinanzierung im Umfang einer halben Lehrerstelle extra zuzuweisen. Gut so! Dazu muss dann selsbstverständlich die Normalausstattung für diese beiden bekannten Varianten kommen.
Sie sprechen in dem Zusammenhang den sog. Schulfrieden an. Nicht "trotz des Schulfriedens" können und müssen wir in Sachen Integration/Inklusion handeln. Der Schulfrieden gilt ausschließlich der Frage Schulstrukturveränderung zwischen den Systemen Grundschule, Stadtteilschule, Gymnasium. Alle anderen Schulsystemfragen sind davon nicht berührt. Wir können (und müssen) also die Ärmel aufkrempeln und gemeinsam für eine angemessene Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in unserem § 12 des Schulgesetzes sorgen.
Ihre zweite Frage zum Schulschwimmen will ich auch gerne beantworten. Die SPD hat der seinerzeitigen Privatisierung des Schulschwimmens (durch die CDU-Senatorin Dinges-Dierig) nicht zugestimmt. Die GAL hatte sich mit diesem outgesourcsten Schwimmunterricht in der Koalition mit der CDU dann scheinbar abgefunden, die schlechten Ergebnisse sogar im Parlament verteidigt.
Der Landesparteitag der SPD hat am 27.2.2010 einem Antrag, das Schulschwimmen wieder zu einem integralen Teil des Schulsportunterrichts zu machen, zugestimmt (wenn ich richtig erinnere, mit sehr großer Mehrheit).
www.spd-hamburg.de .
Von Parteitagsbeschlüssen zu Regierungshandeln ist zwar immer ein Weg. Aber angesichts des unbefriedigenden Zustands beim derzeitigen Schwimmunterricht wird die neue Regierung handeln müssen. Wie und in welchem Zeitfenster, so fragen Sie; das kann ich Ihnen derzeit nicht genau beantworten.
Ich bedanke mich für die Fragen und bitte Sie um Verständnis, dass die Antwort etwas ausführlicher ausfällt (ausfallen muss), und Kurzantworten mit Ja/Nein/Datum derzeit nicht möglich sind.
Ihr Gerhard Lein