Sehr geehrter Herr

, sehr geehrte Damen und Herren des Caritasverbandes,
vielen Dank für Ihre Fragen zum Thema Pflege. Wir werden uns nicht nur dafür einsetzen, dass die Pflege stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rückt, sondern vor allem aktiv an Lösungen arbeiten.
In der Pflege werden, gerade auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, viele schwierige Aufgaben zu bewältigen sein. Die FDP setzt sich daher dafür ein, dass die pflegerische Versorgung auch in Zukunft ein tragfähiges Fundament behält. Dieses Ziel kann durch das Pflege Neuausrichtungs- Gesetz erreicht werden. Die Pflegeversicherung soll den pflegebedürftigen Menschen helfen, selbstständig und selbstbestimmt zu leben sowie ihnen ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben - soweit es eben geht - teilzuhaben. In diesem Zusammenhang haben die Liberalen dafür gesorgt, dass neben die heutige Umlagefinanzierung eine staatliche Förderung privater, kapitalgedeckter Pflegevorsorge tritt. Sie stärkt die Eigenvorsorge und berücksichtigt, dass ein Teilleistungssystem wie die gesetzliche Pflegeversicherung nur zukunftsfähig gestaltet werden kann, wenn Eigenvorsorge und Pflegeversicherung richtig ausbalanciert sind.
Auch die Nachwuchsgewinnung in der Pflege ist von großer Bedeutung. Wir freuen uns deshalb, dass Niedersachsen sich hier auf dem richtigen Weg befindet. Allein zwischen 2008 und 2011 ist die Zahl der Auszubildenden von 4.600 auf mehr als 6.200 gestiegen - ein absoluter Spitzenwert. Die Niedersächsische Landesregierung hat die Schulgeldförderung für Schüler an privaten Altenpflegeschulen rückwirkend zum 1. August 2012 auf bis zu 200 Euro monatlich erhöht. Damit sind alle Altenpflegeschüler in Niedersachsen vom Schulgeld befreit. Diese neuerliche Erhöhung der Schulgeldförderung auf jetzt 200 Euro ist bundesweit einmalig und wird von der FDP unterstützt. Für die Schulgeldförderung werden damit im Haushaltsjahr 2013 insgesamt 4,3 Millionen Euro aus Mitteln des Sozialministeriums bereitgestellt.
Die FDP erkennt ausdrücklich das hohe Engagement und die Professionalität der in diesem Bereich Beschäftigten an. Wir sind der Auffassung, dass eine leistungsfähige, tarifgerecht bezahlte und unter fairen Bedingungen zu leistende soziale Arbeit eine Säule unseres demokratischen Sozialstaats ist. Wir stimmen Ihnen zu, wenn Sie feststellen, dass dies am besten über Tariflöhne erreicht werden kann. Ein gesetzlich vorgegebener Mindestlohn ist aus unserer Sicht immer schlechter als ein zwischen den Beteiligten ausgehandelter Tarifvertrag. Dies gilt selbstverständlich ebenfalls im Ausbildungsbereich. Die FDP ermuntert daher die Gewerkschaften zu Anstrengungen, die zu höherer Tarifbindung im Arbeitnehmerbereich führen. Wir sind überzeugt davon, dass dies ein wichtiger Beitrag wäre, das in Deutschland bewährte System der Tariffindung in Verantwortung der Tarifpartner zu stärken.
Bezüglich der Pflegesätze weise ich darauf hin, dass das Land hier keinen unmittelbaren Einfluss auf die Höhe hat. Die Pflegesatzverhandlungen finden zwischen den Kommunen als örtliche Sozialhilfeträger, den Pflegekassen sowie den Trägern der Einrichtungen statt. Das Land sitzt bei den Verhandlungen nicht mit am Tisch. Im Rahmen des im November 2011 geschlossenen Pflegepaktes haben sich die Beteiligten, namentlich die Kassen, die Einrichtungsträger und die Verbände, darauf verständigt, dass in den Pflegesatzverhandlungen die Tarifverträge beziehungsweise Tariflöhne, die in den Einrichtungen gezahlt werden, Grundlage werden und auch anerkannt werden. Im Pflegepakt ist auch deutlich gemacht, dass diejenigen, die sich auf einem Niedrigpflegesatzniveau befinden, in die Pflegesatzverhandlungen einsteigen sollen. Dies ist aus Sicht der FDP der richtige Weg.
Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern über diese Plattform oder auf anderen Wege nochmals melden.
Herzliche Grüße
Gabriela König