Martin Tangeten (Willi-Weise-Projekt)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Martin Tangeten
Jahrgang
1978
Berufliche Qualifikation
ehemaliger Zeitsoldat
Ausgeübte Tätigkeit
Studium der Rechtswissenschaften an der Uni Bremen
Wohnort
Bremerhaven
Wahlkreis
Bremen II - Bremerhaven
Ergebnis
0,3%
Landeslistenplatz
keinen, Bremen
(...) Was mir sehr viel mehr Sorge bereitet ist, dass die Schüler, die derzeit eh schon den größten Leistungswillen zeigen auf den Gymnasien durch die Verkürzung von 13 auf 12 Jahre einem noch größeren Druck ausgesetzt werden und immer weniger einfach noch etwas Kind sein können. (...)
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Frage zum Thema Finanzpolitik
07.08.2009
Von:

Herr Tangeten.
Die meisten kennen Sie nicht. Mir geht es genau so. Also Sie tretten als parteilos an. Ich finde es durchaus positiv wenn Parteilose die Initiative ergreifen. Warum wollen Sie in den Bundestag? Und welchen Bezug haben Sie zu Bremen?
Antwort von Martin Tangeten
8Empfehlungen
09.08.2009
Martin Tangeten
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für ihr Interesse. Gern stelle ich mich ihnen und allen anderen Wählern vor.

Das Land Bremen ist seit meiner Geburt meine Heimat. Ich habe zwar zwischenzeitlich auch in Niedersachsen gelebt aber es hat mich, auch in der Zeit, immer wieder nach Bremerhaven gezogen. So war ich auf der Gutenbergschule (Hauptschule) in Bremerhaven und später insgesamt 6 Jahre auf der Abendschule Bremerhaven über mittlere Reife (2 Jahre) bis zum Abitur (4 Jahre). Unterdessen habe ich in verschiedensten Bereichen in Bremerhaven gearbeitet. Ich habe in Bremerhaven schon in fast jedem Stadtteil gewohnt und ein Großteil meiner Familie lebt in Bremerhaven.

Mein Bezug zur Stadt Bremen begann mit dem Studium meiner Schwester an der Universität Bremen. Sie zog dann nach Bremen und lebt dort heute noch. Ich begann nach dem Abitur mit zwei Semestern IT-Systemintegration an der Hochschule Bremerhaven und wechselte dann an die Universität Bremen in das Fach Jura (Rechtswissenschaften, Staatsexamen). Direkt zu Beginn dieses Studiums entwickelte ich einen enormen Wissensdurst in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und letztlich in politischen Fragen. Daraus habe ich sehr viele Erkenntnisse gewinnen können, welche ich gern möglichst vielen Menschen zugute kommen lassen möchte.

Jeder von uns kennt es, wenn nahezu alle sich einig sind, dass dies oder das doch völlig irrsinnig geregelt ist und in Verbindung damit steht dann fast immer die Aussage, dass man ja doch nichts ändern kann. Diese Erkenntnis ist abgeleitet aus vielerlei letztlich ignorierter Demonstrationen und abgelehnter Petitionen und das hat einen Grund. Dazu hat bereits die parteifreie Kandidatin Dr. die treffenden Worte formuliert und ich schließe mich dieser Worte an. Lesen Sie ihre Antwort! Ich denke es lohnt sich.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch anmerken, dass derzeit mit nur 36,3 % Zustimmung das bundespolitische Geschehen dominiert wird, womit viele Entscheidungen gegen die Mehrheit der Bürger ausfallen.
Daher sehe ich auch Volksentscheide und andere Formen der Bürgerbeteiligung als unverzichtbares demokratisches Instrument zum Schutze der Mehrheit gegen die Minderheit. Auf Länderebene gibt es diese Instrumente mit mehr oder weniger hohen Hürden breits. Auf Bundesebene gibt es sie leider nur im Falle der Neugliederung des Bundesgebietes.

Dass diese Möglichkeiten so schwer Einzug in die Politik nehmen, liegt meines Erachtens darin, dass eine jede Partei immer so konstituiert ist, dass sie möglichst viel Einfluss erreicht und sobald sie diesen Einfluss hat ihn höchst ungern abgibt und das eben auch nicht an die Bürger. Das liegt nicht an deren Kandidaten, die zumeist auch sehr gute Vorsätze hegen. Das liegt an der Institution der sie sich verpflichtet haben. Häufig kann man auch beobachten, dass Vorschläge anderer Parteien schon allein, weil sie nicht von der eigenen Partei stammen abgelehnt werden. Als Bürger fragt man sich dann ob es da um die Sache oder vielleicht doch um andere Dinge geht.
Es gibt also viele Gründe für eine parteifreie Kandidatur. Das haben mittlerweile sehr viele Bürger erkannt und ergreifen diese Möglichkeit. Leider haben sich bisher nur sehr wenige der vielen Einzelbewerber hier auf der Seite eingetragen. Aus der Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Bremen geht aber hervor, dass z.B. für den Wahlkreis Bremen I zwei Einzelbewerber antreten wobei ich mit dem Jan schon persönlich gesprochen habe und eine Verbundenheit empfinde. Bundesweit weiß ich von sehr vielen parteifreien Kandidaten, die z.B. über grundeinkommen.eu oder fuerVolksentscheide.de oder wie ich über das Projekt Willi Weise ( www.williweise.de ) verbunden sind. Diese Verbundenheit hilft bei der Kandidatur durch Erfahrungs- und Wissensaustausch und gibt jedem Kandidaten eine verlässliche Identität, die sonst oft bei parteilosen Kandidaten von den Wählern vermisst wird. Wir nutzen damit die Vorteile die sich sonst nur aus Parteien ergeben ohne uns in deren Nachteile zu verstricken.

Ich hoffe ich konnte Ihnen Ihre Fragen damit zufriedenstellend beantworten und freue mich auf jede weitere Frage.

Mit freundlichem Gruß

Martin Tangeten
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Frage zum Thema Soziales und Familie
13.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Tangeten,


wie denken Sie über das Bedingungslose Grundeinkommen? Haben Sie sich mit dieser Idee gründlich befasst?


Mit freundlichen Grüßen


Arbeitskreis Grundeinkommen Göttingen
Antwort von Martin Tangeten
6Empfehlungen
18.08.2009
Martin Tangeten
Sehr geehrte Frau ,

ich bedanke mich für ihre Anfrage. Bevor ich nun meine Befürwortung oder Ablehnung ausdrücke möchte ich deutlich herausstellen, dass die verschiedenen Ansätze und die Vielzahl der Modelle und der verschiedenen Begriffe in den Diskussionen häufig zu Missverständnissen führen, was ja jetzt schon zu vielerlei pauschaler Äußerungen geführt hat, in denen häufig nur einzelne Kriterien den Sprecher zu der Anmaßung verleiteten, genau absehen zu können, dass ein nicht näher bezeichnetes Grundeinkommen genau die oder die Folgen hätte.

Ich sehe die Forderungen nach einem Grundeinkommen als logische Konsequenz aus den Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte und viele der Ansätze als geeignete Lösungsansätze einiger, wenn auch nicht aller, unserer heutigen Zivilisationsprobleme.

Unsere Eltern und Großeltern haben sich der allmählichen Verknappung der Liquidität unterworfen um unter diesem Druck stets die Produktivität zu steigern und den Menschen weitestgehend von schwerer Arbeit zu befreien und Luft zu schaffen für künstlerische, soziale und Dienstleistungstätigkeiten aller Art. Was sie dabei versäumt haben ist die Ergebnisse der enorm gesteigerten Produktivität auf die verlagerten Tätigkeitsfelder in gesundem Maße umzulegen. So wird heute das gewaltige Potenzial der Mehrzahl unserer Bürgerinnen und Bürger oft nur ehrenamtlich, unterbezahlt oder gar nicht in Anspruch genommen. Dass dabei die Motivation überhaupt etwas zur Gemeinschaft beizutragen stark gesunken ist, ist eine Folge dieses Versäumnisses und nicht, wie gern behauptet, der Faulpelz, der uns allen angeboren sei. Ich denke es ist an der Zeit sich dieser Errungenschaft der Befreiung der Menschen von der Produktionsarbeit bewusst zu werden und die Früchte unserer Produktivität mindestens dafür einzusetzen, dass jeder völlig unkompliziert mit dem Mindesten versorgt ist um sich darüber hinaus aus dem natürlichen Trieb heraus, seine Fähigkeiten einbringen zu wollen, auch lohnend (!) einbringen zu können.

Um das zu vereinfachen verwende ich immer gerne einen Vergleich:

Stellen Sie sich eine Familie vor, die gerade von allen möglichen Dingen mehr als genug zuhause hat (Exportweltmeister). Hier wird der Vater wohl die Mutter kaum darum bitten 10 Brote zu backen mit dem Hintergrund, dass sie sonst nicht am Abendessen teilhaben darf, oder!? Genau dieses Verhalten fördern wir aber mit dem derzeitigen Verständnis der Wirtschaft, der Arbeit und der sozialen Sicherung. Wir halten krampfhaft an der Gesetzmäßigkeit der Forderung des Vaters fest, dass die Mutter nur dann teilhaben darf, wenn sie ihre 10 Brote gebacken hat und wenn diese Brote dann keiner haben möchte schicken wir die Kinder los die Brote, die schon gebacken und noch wohlbekömmlich sind in den Müll zu werfen um der Tätigkeit der Mutter einen Sinn zu verleihen (Abwrackprämie).

Meines Erachtens benötigen wir keine Schutzschirme für die Unternehmungen "Brote backen" sondern vielmehr einen Schutzschirm für die Mutter und Kinder am Abendbrot teilhaben zu dürfen und begrüße daher die Forderungen der vielen Bürgerinnen, Bürger und Bürgerinitiativen als deren Sprachrohr ich mich mit meiner Kandidatur verstehe.

Für die Bürgerinnen und Bürger könnten derartige Lösungen eine soziale Sicherheit bedeuten, in der die derzeitig ehrenamtlich, unterbezahlt oder wenig anerkannten Tätigkeiten wie z.B. der Vollzeitjob Kindererziehung eine feste Grundlage unter die Füße bekommen und jede zusätzliche Arbeit auch zusätzliches Einkommen bedeuten würde anstatt angerechnet zu werden, was ja heute die Grundlage der Schwarzarbeit ist. Diese Erscheinung unterstreicht die Forderung nach anderen Regeln. Wenn die Regeln fair sind, wird das Brechen der Regeln nicht zum Volkssport werden können.

Ich hoffe ich konnte damit ihre Fragen ausreichend beantworten.

Mit herzlichen Grüßen

Martin Tangeten
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
29.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Tangeten,

eine Frage, die ich allen Kandidaten meines Wahlkreises gern stellen möchte: Welche Form eines modernen Schulsystems halten Sie für die Beste? Sind Sie ein Anhänger der Einheitschule, fordern Sie eine grundlegende Reform des mehrgliedrigen Schulsystems und halten Sie das derzeitige System prinzipiell für funktional?

Gibt es sonst bildungspolitische Positionen, die Sie für wichtig erachten?

Danke im Voraus,
Antwort von Martin Tangeten
3Empfehlungen
04.09.2009
Martin Tangeten
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für ihre Frage. Es ist mir ein Vergnügen auf diese Fragen einzugehen. Wie Sie meiner ersten Antwort entnehmen können habe ich persönlich im dreigliedrigen Schulsystem jede Stufe durchlaufen. Über diesen Weg kann ich mich nicht beklagen. Was mir sehr viel mehr Sorge bereitet ist, dass die Schüler, die derzeit eh schon den größten Leistungswillen zeigen auf den Gymnasien durch die Verkürzung von 13 auf 12 Jahre einem noch größeren Druck ausgesetzt werden und immer weniger einfach noch etwas Kind sein können.

Die Orientierung an einer Studie wie der Pisa Studie sehe ich als zu einseitiges Maß. Ich schließe mich der Kritik an, dass Pisa lediglich das Wissens- aber nicht das Bildungsniveau spiegelt.

Wenn man sich mit dem Begriff Bildung mal etwas genauer befasst bekommt man ein Gespür dafür, wie dieser immer mehr als Ausbildung zu ökonomisch verwertbarer Arbeit mutiert, was meines Erachtens uns immer weiter von dem entfernt, was Deutschland einst ausgezeichnet hat. Ich hätte z.B. der Umstellung vom Diplom zu Bachelor- und Masterstudiengängen nie zugestimmt. Wenn wir weiter dem Weg des angelsächsichen Bildungsideals folgen haben wir bald so viel an der Fachwissensschraube optimiert, dass die ursprüngliche Bedeutung der Bildung, nämlich die Formung des Menschens im Hinblick auf sein "Menschsein" völlig in den Schatten tritt und dann werden Amokläufe oder andere Gesellschaftsausstiegssymptome sehr wahrscheinlich immer mehr in unseren Alltag Einzug nehmen.

Zuletzt ist die Einführung der Studiengebühren ein klarer Bruch einstiger unterzeichneter Vosätze auf kostenlose Bildung hinzuarbeiten und wohl vielmehr dazu geeignet die Erforderlichkeit immer neuer Schuldner im derzeitig schneeballsystemartig konstruierten Finanzsystem zu finden als das Land der Dichter und Denker zu erhalten.

Ich bedanke mich für ihr Interesse und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Martin Tangeten
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
09.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Tangeten,

ich habe als passionierter "Gamer" in den letzten Jahren die gerade nach Gewalttaten von Jugendlichen immer wieder auftretenden Ausbrüche von Politikern gegenüber sog. "Killerspielen" oder Computerspielen allgemein mit Sorge verfolgt.

Welche Position vertreten Sie gegenüber dem Medium Computerspiel?

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, die Angriffe auf Games ließen sich wissenschaftlich nicht vertreten und würden ein aufkommendes Medium diskreditieren?

Wie stehen Sie auf der anderen Seite zum Gewaltgehalt mancher Spiele?

Was sagen zur oft grob fehlerhaften Berichterstattung der Medien?

Danke im Voraus,
Antwort von Martin Tangeten
1Empfehlung
19.09.2009
Martin Tangeten
Hallo Herr ,

Ich bedanke mich für diese interessante Frage. Mir sind die Kritiken an den sogenannten "Killerspielen" bekannt und auch die in diesem Zusammenhang grob fehlerhafte Berichterstattung, welche oft sehr viel mehr Meinungsmache gleicht als einer objektiven Berichterstattung.

Ich sehe das eher sehr nüchtern. Zu Zeiten, als es diese virtuellen Spielfiguren und Spielfelder noch nicht gab, gab es andere Spielfiguren, mit denen man auch die extremsten Situationen nachbilden konnte. Charakteristisch für Computerspiele aber ist es, dass die Nachbildungen solcher Situationen immer realistischer wirken. Das gilt für alle Computerspiele, ob Fußballmanager, Autorennen oder Kriegsschauplatznachstellungen.

Ganz besonders interessant ist in meinen Augen, dass genau diejenigen, die diese Schießspiele so verteufeln und so den Eindruck erwecken, dass sie gewaltsame Auseinandersetzungen ächten würden die Parteien vertreten, die mit dem Lissabon-Vertrag (modifizierte EU-Verfassung) für Deutschland Aufrüstung, Angriffskrieg und Militäreinsätze im Inland gegen wütende Bürger vorantreiben, weil ihnen wohl schon lange, dem einen mehr, dem anderen weniger bewusst ist, dass ihre Politik der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger nicht zum Wohle ist.
Hier beweisen die größten juristischen Personen der Politik (Parteien), dass sie sich für die Durchsetzung der Interessen der größten juristischen Personen im öffentlichen Leben (Pharmakonzerne, Waffenhersteller usw.) eignen aber den Interessen der natürlichen Personen eher fern liegen und wie es für juristische Personen typisch ist mit Gewissenlosigkeit glänzen.

Meine Sorge bei den Computerspielen aber auch beim Fernsehen und anderen Teilen der Unterhaltungsindustrie ist, dass sie anscheinend noch zu viele Bürgerinnen und Bürger davon abhalten diese alamierenden Entwicklungen, die real ernstzunehmende Folgen haben werden, zu erkennen und dementsprechend zu handeln.
Ich denke, wenn die Leute sich nur halb so viel, wie sie sich mit Unterhaltung beschäftigen mit ernsten Themen beschäftigen würden, keine einzige, der immer wieder genannten, aufrüstungsbefürwortenden und somit keinesfalls gewaltächtenden Koalitionen, mehr möglich wäre.

Andererseits lässt es doch hoffen, dass ein "leidenschaftlicher Gamer" sich hier in die öffentliche Diskussion und so in das öffentliche Bewusstsein einbringt. In diesem Sinne bedanke ich mich nochmals für ihre Frage und hoffe weiterhin auf ihre kritische Beobachtungsgabe.

Mit spielenden Grüßen

Martin Tangeten
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