Ernst Kopp (SPD)
Abgeordneter Baden-Württemberg

Angaben zur Person
Geburtstag
14.05.1954
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Bürgermeister
Wohnort
Bietigheim/Baden
Wahlkreis
Rastatt
(...) Unsere Natur zu erhalten und zu schützen ist eine zentrale Aufgabe der neuen Landesregierung. Dabei achten wir neben den Belangen des Umweltschutz auch auf eine breite Beteiligung der Bevölkerung. Denn Naturschutz muss von dem Menschen jeden Tag neu gelebt werden. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
21.05.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Kopp.

Am 12.05. wurde in den Gemeinden , die von der Suchkulisse des geplanten Nationalparks betroffen sind eine Bürgerbefragung durchgeführt. Dabei hat sich die überwältigende Mehrheit der Bürger gegen den Nationalpark ausgesprochen und das mit einer Wahlbeteiligung, die Sie sich bei einer Landtagswahl nur wüschen könnten. Hat Ihre Einstellung zum Nationalpark durch das Votum der Bürger verändert ?

MfG
G.
Antwort von Ernst Kopp
bisher keineEmpfehlungen
23.05.2013
Ernst Kopp
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Anfrage bezüglich meiner Einstellung zum Nationalpark beantworte ich gerne.

Die Einrichtung eines Nationalparks ist ein Projekt für das ganze Bundesland Baden-Württemberg. Deshalb wurde auch eine Bürgerbeteiligung in den Entscheidungsprozess mit einbezogen, die es allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes ermöglichte, ihre Meinung, Fragen, Kritik und Anregungen zu äußern.
All das fand in dem gutachterlichen Verfahren Berücksichtigung.

Es war jedoch nie davon die Rede, dass eine Entscheidung, die das ganze Land betrifft, durch das Votum einzelner Kommunen getroffen wird.
Ich glaube, hier gibt es einige Missverständnisse hinsichtlich der Unterscheidung von Bürgerbeteiligung und Bürgerentscheid.

Ich finde es persönlich schade, dass sich Kommunen gegen die Einrichtung eines Nationalparks entschieden haben. Verfolgte man jedoch die Presse, so war schon vor Bekanntgabe des Gutachtens in einigen Kommunen die Entscheidung für ein Nein getroffen worden - obwohl noch gar nicht alle Fakten auf dem Tisch lagen.
Demgegenüber stehen aber Städte und Gemeinden, die sich gerne an der Einrichtung eines Nationalparks beteiligen und unterstützend sogar eigene Areale mit einbringen wollen.

Kurzum - meine Einstellung zum Nationalpark hat sich nicht geändert.
Ein Nationalpark in Baden-Württemberg - der erste überhaupt - ist eine Chance für unser Land.

Mit freundlichen Grüßen
Ernst Kopp MdL
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Frage zum Thema Tourismus
22.08.2014
Von:

Sehr geehrter Hr. Kopp,

Die Universität Köln kommt zu folgender Erkenntnis:
" "Trotz Anwendung verschiedener Methoden konnte kein eindeutiger Zusammenhang zwischen den ökologischen Schäden und der Frequentierung durch Mountainbiker festgestellt werden. Die Erosionsschäden werden durch den hohen Nutzungsgrad der Wege und erosionsbegünstigende Faktoren des Geländes verursacht. …… Auch weitere Erosionsschäden im Siebengebirge konnten nicht eindeutig auf Mountainbiker zurückgeführt werden. Es liegt nahe, dass auch Wanderer, die sich abseits von Wegen aufhalten, für ökologische Schäden erheblich mitverantwortlich sind."

Aus: Universität Köln, Geographisches Institut, Ergebnisbericht zum Geländepraktikum "Natursportarten und Ökologie, Sommersemester 2002, Seite 59.

Die Regierung des Kanton Zug kommt zu fogendem Ergebnis:
"Trotz immer mehr Leuten, die in ihrer Freizeit auf das Mountainbike steigen: Eine Zunahme an Zwischenfällen lasse sich nicht belegen..."
( www.srf.ch )

Welche wichtigen belgebaren Gründe sprechen in Baden-Württemberg aus Ihrer Sicht und der Sicht der SPD für eine rigide Einschränkung des Betretungsrecht im Wald durch Radfahrer?

Vielen Dank,

Antwort von Ernst Kopp
bisher keineEmpfehlungen
25.08.2014
Ernst Kopp
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Frage. Ich begrüße Ihr Engagement für das Mountainbiken ebenso, wie ich jeden Einsatz für den Naturschutz honoriere. Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass ein Miteinander von Naturschutz und Tourismus unser gemeinsames Ziel sein muss. Dieses Bestreben verfolgen wir als Landtagsfraktion in vielfältiger Weise. Dies haben Sie ja bereits in den Antworten meiner Kollegen sehen können. Vor dem Hintergrund der Antworten meiner Kollegen beschränke ich mich in meiner Antwort auf die von Ihnen angeführte Studie.

Ich habe mich mit der Studie "Natursportarten und Ökologie" beschäftigt und möchte deshalb zu Ihrer Konklusion einige Anmerkungen machen.

Zunächst möchte ich kurz auf das Forschungsdesign eingehen und festhalten, dass es sich um eine empirische Erhebung mit konkretem Bezug zum Untersuchungsort Siebengebirge handelt. Hierbei wurden sowohl quantitative Befragungen wie auch qualitative Interviews durchgeführt. Inwieweit hierbei umfassend Aussagen über alle ökologischen Aspekte getroffen werden können, bleibt meiner Ansicht nach offen.

Zudem nennt die Studie einen konkreten Schadensfall (Erosion am Aufgang Löwenburg). Unter diesem Blickwinkel wurden Befragung durchgeführt. Deshalb kann festgehaltenwerden, dass sich das Ergebnis der Studie auf Erosionsschäden bezieht und keine Aussagen über weitere Beeinträchtigungen der Natur trifft.

Ihr Zitat aus der Studie muss deshalb im Zusammenhang betrachtet werden, weshalb ich mir erlaube, das Zitat um Ihre Auslassung zu ergänzen: "Bei dem kartierten Weg am Löwenburger Hof konnten die Mountainbikes nicht als Hauptursache des Erosionsschadens ausgemacht werden. Es ist zu vermuten, dass hauptanteilig die Fußgänger, hier insbesondere die Kinder, die Erosionsschäden verursachen. Dieses Ergebnis lässt sich jedoch nicht ohne weitere Untersuchungen auf andere Gebiete des Siebengebirges übertragen."

Mit dieser Ergänzung wird deutlich, dass es sich zum einen um eine Vermutung handelt und zum anderen das Ergebnis nicht einfach übertragen werden kann. Die Studie führt deshalb weiter aus "Darum sollte die Natursportart Mountainbiken im Siebengebirge zumindest nicht weiter gefördert werden. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass ökologische Folgewirkungen – wenn auch nicht gesondert auf die Mountainbiker – doch zu einem gewissen Anteil auf die Mountainbiker zurückzuführen sind." (S. 60 ebenda).

In diesem Lichte betrachtet kommt die Studie mitnichten zu einem so eindeutigen Ergebnis.

Gerne setze ich mich weiterhin für ein Miteinander von Naturschutz und Tourismus ein.

Beste Grüße
Ernst Kopp
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Frage zum Thema Tourismus
25.08.2014
Von:

Sehr geehrter Hr. Kopp,

vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort.

Können Sie im Gegenzug einen Beleg nennen, der dagegen eindeutig nahelegt, Fahrradfahren auf schmalen Wegen (in Baden-Württemberg) füre zu Erosion oder anderen Schäden?

Mit freundlichen Grüßen aus dem Remstal,


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