Dr. Wolfgang Wodarg (SPD)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Dr. Wolfgang Wodarg
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Arzt, leitender Medizinaldirektor
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
-
Wahlkreis
Flensburg - Schleswig
Ergebnis
32,8%
Landeslistenplatz
-, Schleswig-Holstein
(...) Für die Bundesreserve sind hier 7,5 Millionen Einheiten Tamiflu vorrätig und 1,5 Millionen Einheiten Relenza. (...)
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Frage zum Thema Gesundheit
12.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wodarg,

es würde mich interessieren, was Sie nun zu der Entgegnung des Präsidenten des Paul-Ehrlich-Institutes sagen. Sie hatten mitgeteilt, bezüglich der Impfung geg. die Schweinegrippe gebe es ev. die Gefahr, dadurch Krebs zu bekommen.

MfG
N. Grüner
Antwort von Dr. Wolfgang Wodarg
4Empfehlungen
22.09.2009
Dr. Wolfgang Wodarg
Sehr geehrter Herr Grüner,

Anfangs ließ das Bundesgesundheitsministerium verlautbaren, dass zur Sicherung der Impfstoffversorgung gegen die "Schweinegrippe" mit Firmen Absprachen getroffen waren. Es waren die Unternehmen Glaxo- Smith-Kline und der Novartis-Konzern. Nach meiner Intervention im Juli hieß es, dass nur noch der Glaxo-Impfstoff geordert werden soll.

Bei der letzten Gesundheitsausschusssitzung habe ich Herrn Professor Loewer, den Leiter des Paul Ehrlich Instituts gefragt, welchen Impfstoff der Firma Novartis die Bundesregierung erst reserviert und dann wieder abbestellt habe.

Diese Frage war notwendig, weil meine Kritik sich nur auf den auf Hundezellkulturen hergestellten Novartis-Impfstoff "Optaflu" bezog und die von Ihnen zitierte Argumentation des Herrn Professor Loewer den gleichermaßen für die "Schweinegrippe" vorbereiteten Impfstoff "Fluad" zum Gegenstand hatte.

Prof. Loewer teilte mir mit, dass man tatsächlich den von mir kritisch beurteilten Impfstoff "Optaflu" wieder abbestellt habe.

Ich hatte argumentiert, dass vor Verwendung des "Optaflu" eine Induktion von Tumorwachstum bei Geimpften sicher ausgeschlossen werden müsse, weil es durch Verunreinigungen aus den tumorartig wuchernden Hundezellen zu humoralen Wirkungen kommen könnte. Um eine Tumor fördernde Wirkung auszuschließen, braucht man jedoch erheblich länger als für einen reinen Wirksamkeitsnachweis oder den Ausschluss von allergenem Potential eines Impfstoffes. Nachbeobachtungszeiten sollten mehrere Jahre laufen, da Tumoren manchmal erst sehr spät auftreten.

Ich fühle mich in meiner vorsichtigen Haltung durch die vom Bundesgesundheitsministerium beschlossene Abbestellung des Impfstoffes "Optaflu" bestätigt.

Zu den mit Adjuvantien hergestellten Impfstoffen von Glaxo und Novartis gäbe es auch noch viele Fragen.

Zum Glück zeigt sich immer deutlicher, dass wir keinen Impfstoff gegen eine "Schweinegrippe" brauchen.

Eine normale Impfung der Risikopersonen gegen die wie in jedem Winter zu erwartende saisonale Grippewelle erscheint mir weiterhin sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Wolfgang Wodarg
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Frage zum Thema Gesundheit
23.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wolfgang Wodarg,

weil sich die Berichte in den Medien über die sogeannte "Tamiflu-Resistenz" mehren, würde mich interessieren wie genau die prozentuale Medikamentenverteilung von Tamiflu zu Relenza, bezogen auf die Bevorratung für die Bevölkerung, aussieht ?

Weiterhin würde es mich interessieren ob im Falle einer möglichen "Relenza-Resistenz" Alternativen wie Laninamivir oder Peramivir zur Bevorratung vorgesehen sind ("emergency-case") oder ggf. sogar schon bevorratet wurden ?

Mit freundlichen Grüßen
M.
Antwort von Dr. Wolfgang Wodarg
1Empfehlung
26.09.2009
Dr. Wolfgang Wodarg
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Die Berichte in den Meiden entsprechen der Wahrheit. Zumindest bei Tamiflu liegen auch dem Gesundheitsministerium immer mehr Hinweise auf Resistenzen vor. Bei Relenza ist das bislang noch nicht in dieser Form der Fall.

Zu den Vorräten, die angelegt wurden: Grundsätzlich wird dies von den Ländern gemacht. Dabei gilt das eine Abdeckung der Bevölkerung von 20 Prozent erreicht werden soll. In den Ländern Sachsen, Bayern und NRW liegen die Vorräte bereits darüber, im Norden, zum Beispiel in Hamburg oder Schleswig-Holstein sind die 20 Prozent noch nicht ganz erreicht. Zusätzlich gibt es eine Bundesreserve, die dann unterstützend zum Zuge kommt, wenn in einem Land besonders viele Fälle auftreten.

Sie hatten auch nach dem Verhältnis von Tamiflu und Relenza gefragt. Für die Bundesreserve sind hier 7,5 Millionen Einheiten Tamiflu vorrätig und 1,5 Millionen Einheiten Relenza.

Außerdem wollten Sie wissen, ob Alternativen wie Laninamivir oder Peramivir zur Bevorratung vorgesehen sind. Die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung dieser Wirkstoffe, allerdings ist hier noch nichts konkretes vorgesehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Wodarg
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Frage zum Thema Soziales und Familie
26.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Wodarg,

in den letzten Jahren waren Sie unmittelbar an den "sozialen Leistungen" der Regierung beteiligt, wenn nicht sogar direkt mit verantwortlich. Sie schufen und verteidigen den Sozialabbau und unterstützten die soziale Kälte in diesem Land.
Meine Frage:
Warum sollen wir gerade für diese Legislaturperiode glauben, dass Sie auch nur einen Bruchteil der Wahlversprechen einhalten?
In einer großen Koalition hatten Sie alle Möglichkeiten für Soziales einzutreten, Sie haben es nicht geschafft. Wie wollen Sie in einer Rot/Grünen Regierung das toppen? Noch mehr Hartz IV, nein danke.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Wolfgang Wodarg
6Empfehlungen
27.09.2009
Dr. Wolfgang Wodarg
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Bemerkungen kann ich nicht auf mich beziehen. Ich habe zum Beispiel nicht für die Rente mit 67 und gegen die Gesundheitsreform gestimmt und bin auch in anderen Bereichen der sozialen Sicherung weiterhin sehr kritisch. Deshalb halte ich Ihre Vorwürfe für unberechtigte Unterstellungen.

Die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Armut sehe ich sehr deutlich. Ich glaube, dass wir die Sozialgesetzgebung nicht nur nachbessern können, sondern sie völlig neu denken müssen:

Die Produktivität steigt und das quantitative Wirtschaftswachstum erreicht längst seine Grenzen. Die Arbeit wird in Deutschland kontinuierlich immer weniger. Die Versuche, dieser Folge der zunehmenden Produktivität mit den Hartz-Maßnahmen zu begegnen hat eine solche Entwicklung nicht bremsen können.

Durch ein Überangebot von Arbeitskräften sind Arbeitnehmer zunehmend erpressbar und arbeiten zum Teil zu menschenunwürdig niedrigen Löhnen. Bei diesen Menschen mit Niedriglohn-Tätigkeiten entsteht gleichzeitig Unmut, weil Sozialleistungsempfänger manchmal mehr Geld (und Zeit) zur Verfügung haben als jene, die lange Wege zur Arbeit auf sich nehmen müssen, um für einen Hungerlohn zu malochen.

Natürlich müssen wir bei den "Reichen" mehr Steuern erheben, um Bildung zu finanzieren und andere Bereiche der Daseinsvorsorge noch aufrechterhalten zu können.

Ich bin sicher, dass wir Themen wie die Neuverteilung der Arbeit, das bedingungslose Grundeinkommen und die Rolle von dezentralen Sozialraumbudgets gründlich und zügig im Bundestag diskutieren müssen, damit Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft ohne Diskriminierung als "Arbeitsloser" wieder möglich wird.

Ich möchte hierzu eine Enquête-Kommission einrichten und bin der festen Überzeugung, dass wir mit dem rückwärtsgerichteten Geklage nicht weiterkommen. Ich suche nach Lösungen für eine sozialere, menschenwürdige und deshalb demokratische Gesellschaft, zu der jede/ jeder freiwillig etwas beitragen kann und in der man nicht durch drohende Armut und Arbeitslosigkeit erpressbar ist .

Mit freundlichen Grüssen

Wolfgang Wodarg
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