Dr. Ursula von der Leyen (CDU)

Angaben zur Person
Dr. Ursula von der Leyen
Jahrgang
1958
Berufliche Qualifikation
Ärztin
Ausgeübte Tätigkeit
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Wohnort
-
Wahlkreis
Stadt Hannover II
Ergebnis
32,1%
Landeslistenplatz
1, Niedersachsen
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
17.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

in einer früheren Antwort auf dieser Plattform betonen Sie, dass nur Seiten mit Kinderpornographischen Inhalten oder welche, die auf solche verweisen gesperrt werden sollen.

Mir stellt sich die Frage, warum letztere gesperrt werden sollen. Angenommen, die Linkliste wäre noch erreichbar, die dort verlinkten Seiten dann aber gesperrt. Damit wäre der Schutz der Kinder doch nicht weniger gewährleistet als wenn man die Linkliste noch mitsperrt oder sehen Sie das anders?

Ich sehe allerdings die Möglichkeit dadurch Kritiker der Sperren an der Veröffentlichung ihrer Kritik zu verhindern und sie öffentlich zu diskreditieren. Schliesslich steht auf dem Stoppschild, dass diese Seite dokumentierten Kindesmissbrauch enthält obwohl es sich gegebenenfalls nur um eine kritische Analyse der Inhalte der Sperrliste handeln könnte. Das hätte zu Unrecht verheerende Konsequenzen für das Ansehen des Inhabers der Seite.

Gibt es deshalb Pläne, zwei verschiedene Stoppschilder einzuführen?
Eins für kinderpornographische Seiten und ein anderes für Linklisten.
Antwort von Dr. Ursula von der Leyen
4Empfehlungen
04.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

eine zusätzliche Sperre der Linklisten ist nicht erforderlich. Die Liste, auf dessen Grundlage die Sperrung erfolgt, wird der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht. Das Kinderpornografiebekämpfungsgesetz regelt ganz klar, dass die Sperrliste oder Teile daraus nicht an die Öffentlichkeit gelangen und von Personen, die am Abruf von kinderpornografischen Seiten interessiert sind, nicht als Quelle missbraucht werden. Die betroffenen Zugangsvermittler werden sogar gesetzlich verpflichtet, die Liste gegen Kenntnisnahme durch Dritte zu sichern.

Handelt ein Zugangsvermittler ordnungswidrig und sichert die Liste nicht, nicht richtig oder nicht vollständig, kann gegen ihn eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Wichtig ist hier aber auch hinzuzufügen, dass die täglich neu aktualisierte Liste von einem unabhängigen Kontrollgremenium regelmäßig auf ihre Richtigkeit hin überprüft wird, um sicherzustellen, dass ausschließlich kinderpornographische Seiten nach dem Straftatbestand § 184b StGB gesperrt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ursula von der Leyen
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Frage zum Thema Außenpolitik
18.08.2009
Von:

Sehr geehrter Frau Dr. Leyen,
als Familienministerin dürfte Ihnen auch das Schicksal von Familien aus den 40-er Jahren nicht egal sein.
In der vergangenen Woche wurden in Stettin/Polen über 2000 Leichen auf einem Kriegsgräberfriedhof bestattet. Die Skelette wurden in Marienburg/Polen bei Bauarbeiten gefunden und es handelt sich bei den Toten wahrscheinlich um ehemalige Bewohner/Deutsche von Marienburg.
Obwohl bei einigen Skeletten Einschüsse zu sehen waren, die Leichen nackt waren, kein Schmuck o.ä. gefunden wurde, spricht man jetzt von nicht nachvollziehbaren Todesursachen.
Ich habe mich für diesen "Vorfall" interessiert, da ich selbst Vorfahren in Schlesien habe.
Meine Fragen: Warum wurde so schlampig nach der Todesursache gesucht? Warum wurde von deutscher Seite so wenig zur Aufklärung dieses furchtbaren Verbrechens unternommen? Bei all den Verbrechen der Deutschen an den Polen nach dem 1.9.1939 wäre doch eine Forderung nach gerichtsmedizinischer/forensischer Untersuchung im Jahr 2009 möglich gewesen.
Warum haben Sie oder entsprechende deutsche Persönlichkeiten nicht an dieser Trauerfeier teilgenommen?
Warum wurden die Leichen nicht in Marienburg beerdigt?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Ursula von der Leyen
1Empfehlung
03.09.2009
Sehr geehrte Frau ,

bestattet werden die sterblichen Überreste von 2.116 Menschen, unter ihnen 1.001 Frauen und 377 Kinder, 381 Männer und 352 Menschen, deren Geschlecht und Alter nicht bestimmt werden konnte. So, wie es angesichts der Umstände keine Zweifel gibt, dass es sich um deutsche Zivilopfer handelt, so gibt es wohl kaum Hoffnung, zu erfahren, wer diese Menschen waren und wie sie zu Tode kamen.

Natürlich hat eine rechtmäßige gerichtsmedizinische/forensische Untersuchung der Leichen stattgefunden. Nach Angaben der Gerichtsmediziner lässt der Zustand der meisten Gebeine vermuten, dass diese Menschen durch Hunger, Kälte und Krankheiten umgekommen sind. Wenige Gebeine wiesen Merkmale eines gewaltsamen Todes durch Waffeneinsatz oder infolge von Kampfhandlungen auf. Gerade dies sollte aber noch einmal eingehender untersucht werden.

Der Opfer wurde mit einer ökumenischen Trauerfeier, die gemeinsam von einem deutschen und polnischen Kriegsgräberverband organisiert wurde, gedacht. Von deutscher Seite waren u. a. der deutsche Botschafter in Polen wie auch Vertreter des Bundes der Vertriebenen anwesend.

Es ist ein gutes Zeichen der Versöhnung, dass es ausgerechnet deutsche Heimatvertriebene und junge Polen waren, die sich für die Aufklärung dieses Massengrabes eingesetzt haben. Es ist daher zu begrüßen, dass Vertreter der heutigen Stadt Malbork ein Denkmal errichten wollen, an dem jährlich der Toten gedacht werden soll. Darüber hinaus fand die Bestattung in Stettin statt, weil hier ein gesondertes Gräberfeld gestaltet wurde, auf dem auch künftig zivile deutsche Kriegsopfer begraben werden sollen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ursula von der Leyen
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Frage zum Thema Soziales und Familie
19.08.2009
Von:

  • Opfer sexuellen Missbrauchs für Wahlkampfzwecke benutzt? -

Sehr geehrte Frau Dr. von der Leyen,
im Zuge der Diskussion um das Gesetz zur Verdeckung kinderpornographischer Inhalte (sog. ZugErschwG) im Internet (genauer: WWW) führen Sie gerne das Leid der missbrauchten Kinder an, um diese Netzsperren zu rechtfertigen. Dabei scheinen Sie auch nicht davor zurückzuschrecken, Bürgerrechtler und demokratische Parteien, wie die Piratenpartei, wider aller Realität in die Nähe von Kinderschändern zu rücken, wie ihre Rede in Sulzbach vom 17.08.09 zeigt.
Hier zur Verdeutlichung meines Anliegens der Link zum Mitschnitt der besagten Rede, sollte dieser nicht gewünscht sein, bitte entfernen.
www.youtube.com

Nun gibt es allerdings einen Verein namens "Missbrauchsopfer gegen Internetsperren" (MOGIS), der Ihnen unterstellt, mit dem Leid missbrauchter Kinder Einschnitte in Grundrechte zu begründen und damit auf Stimmenfang zu gehen, obwohl das Gesetz keinen Missbrauch als solchen verhindert.
Auch in der Piratenpartei gibt es durchaus Menschen, die im Kindesalter Opfer sexuellen Missbrauchs wurden und sich in ihrer Kampagne für Selbstdarstellungszwecke eingespannt fühlen. Diese Menschen fühlen sich benutzt und haben kaum eine Möglichkeit, sich angemessen Gehör zu verschaffen bzw. ihr Trauma öffentlich darzustellen.

Daher meine drei Fragen an Sie:

1. Auf welcher moralischen Basis rechtfertigen Sie einen Stimmenfang mit diesem entsetzlichen Leid fremder Menschen?

2. Was antworten Sie jenen Menschen, die Ihnen o.g. Vorwürfe unterbreiten? In wie fern kümmern Sie sich tatsächlich um die Anliegen dieser Gruppe?

3. Hatten sie im Vorfeld bzw. während des Gesetzgebungsprozesses zum ZugErschwG und vor dem Abschluss der Verträge mit den Providern Kontakt mit Missbrauchsopfern? Haben Sie diese angehört?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Ursula von der Leyen
3Empfehlungen
04.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

wir schützen mit dem Gesetz die Opfer: der immer wiederkehrende Missbrauch durch das ständige Aufrufen der Bilder ist nicht nur strafbar, sondern macht die Kinder immer wieder zu Opfern. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man auf den Gefühlen von Opfern herumtrampelt, wenn man die ungehinderte Verbreitung der Vergewaltigungsbilder erschwert. Wir schützen die Opfer vor erneutem Viktimisierung, das ist unser oberstes Ziel. Genau so sehen das die internationalen Nichtregierungsorganisationen, die seit vielen Jahren an dem Thema dran sind und auch im In- und Ausland Opfern zur Seite stehen: Unicef, Save the Childreen, Innocence in Danger und ECPAT, um nur vier Große zu nennen. Und es ist eine gemeinsame Strategie der EU: Wer kinderpornografische Bilder im Netz anklickt, der missbraucht die Kinder erneut und gibt einen Anreiz für die Produktion immer neuer Bilder. Wir erschweren den Zugang und wir tragen damit auch dazu bei, dass weniger kinderpornographische Seiten produziert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ursula von der Leyen
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Frage zum Thema Soziales und Familie
20.08.2009
Von:

Es wird immer von Sozialer Gerechtigkeit gesprochen, wie kann es dann sein das wirklich Kranke Menschen auf den Ämtern(sei es Hartz 4 Empfänger oder ALG 2 Empfänger) immer wieder Stellenangebote bekommen die sie Körperlich oder auch Seelisch gar nicht mehr ausführen können. Und anschliessend noch eine Sperre bekommen weil sie diese Arbeit nicht aufgenommen haben? Was würden Sie an dieser Situation ändern? Was würden Sie tun damit den wirklich Armen Familien geholfen wird, die hier in Deutschland leben?
Kann es sein das Armen immer ärmer werden und Reiche immer reicher? Wo bleibt der Mittelstand der den Armen die Arbeit giebt damit diese einigermaßen gut Leben können?
Was ist mit der Sozialen Gerechtigkeit in Deutschland passiert?

Es wird der Tag kommen an dem die Deutschen Bürger aufwachen werden, dann werden diejenigen die uns hierher gesteuert haben bittelich Weinen!

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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
20.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich kann nicht nachvollziehen, welche Disskussion hier um die Sperrung von Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt geführt wird. Ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb ihre Vorschläge zur Verschärfung des Kinder- und Jugendschutzes abgelehnt worden sind.
In Deutschland wird viel über Kinder geredet (besonders wenn Wahlkampf ist), aber effektiv sind sie jedem egal. Sogar in Amerika, dem Land der großen Freiheit gibt es ein Alkoholverbot für unter 21 Jährige.
Warum geht man den Kinder- und Jugendschutz nicht rigeroser an? Mit Prävention und Freiwilligkeit erreicht man augenscheinlich nichts!!!!! Der Mensch ist wohl definitiv so, dass er knallharte Grenzen braucht.
In Amerika gibt es im Netz einen digitalen Pranger für vorbestrafte Kinderschänder. Hier haben diese Ekel Persönlichkeitsschutz, ziehen um, und können in einer neuen Stadt wieder als Trainer oder nette Nachbern agieren. Weshalb gibt es das bei uns nicht?
Warum hat der Kinderschutz/Bildung/Erziehung in diesem Staat eine so geringe Lobby?
Warum antworten sie den Leuten, die gegen die Sperrung kinderpornografischer Seiten sind nicht knallhart das sie krank im Kopf sind? Warum enfernt man diese Seiten nicht europaweit - weltweit? Warum haben Kinder keine in der Verfassun verbrieften Rechte, sondern sind nach Artikel 6 sozusagen das Eigentum ihrer Eltern? Warum nimmt der Staat als Wächter seine Aufgabe nicht ernster?
Das mit dem neuen Elterngeld ist eine schöne Sache, aber man muss sich auch um die Kinder kümmern, die da sind!!!!!!
Antwort von Dr. Ursula von der Leyen
bisher keineEmpfehlungen
04.09.2009
Sehr geehrte Frau ,

Wenn Kinder und Jugendliche sexuelle Gewalt erfahren, ist das konsequent zu ächten und konsequent zu ahnden. Daher ist oberste Priorität meiner Arbeit, Gewalt zu bekämpfen, Kinderschutz präventiv und erfolgreich zu gestalten. Es geht dabei darum, jede Form der Gewalt zu vermeiden, aber sich auch um die jungen Opfer zu kümmern, die wirksame Hilfe brauchen.

Die Bekämpfung der Kinderpornographie in Deutschland ist dabei nur ein Baustein in der Gesamtstrategie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verfolgt. Mit dem Gesetz gilt der Grundsatz des Löschens vor dem Sperren von Seiten mit kinderpornografischem Inhalt. In Deutschland selbst können diese Seiten auch schnell gelöscht werden, in Europa haben wir Richtlinien, die die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden enorm erleichtern. Es gibt aber Länder auf dieser Welt, da sind die Mittel, an die Verbreiter von Bildern vergewaltigter Kinder heranzukommen äußerst beschränkt oder gar nicht vorhanden. Damit wird es für uns schwer, diese Seiten weltweit zu löschen. Dann ist Sperren das Mittel der Wahl. Nur so erreichen wir, dass die Zugänge zu diesen Seiten erschwert werden und die Betroffenen nicht stets von neuem viktimisiert werden.

Es ist natürlich im Rahmen einer Gesamtstrategie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen auch und in erster Linie wichtig, die Täter zu verfolgen und zu stellen und die Opfer zu identifizieren. Mit dem Kinderpornografiebekämpfungsgesetz setzen wir auch hier an. Bisher wurden eher sporadisch Seiten mit kinderpornografischem Inhalt gemeldet oder identifiziert.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ursula von der Leyen
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