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- Opfer sexuellen Missbrauchs für Wahlkampfzwecke benutzt? -
Sehr geehrte Frau Dr. von der Leyen,
im Zuge der Diskussion um das Gesetz zur Verdeckung kinderpornographischer Inhalte (sog. ZugErschwG) im Internet (genauer: WWW) führen Sie gerne das Leid der missbrauchten Kinder an, um diese Netzsperren zu rechtfertigen. Dabei scheinen Sie auch nicht davor zurückzuschrecken, Bürgerrechtler und demokratische Parteien, wie die Piratenpartei, wider aller Realität in die Nähe von Kinderschändern zu rücken, wie ihre Rede in Sulzbach vom 17.08.09 zeigt.
Hier zur Verdeutlichung meines Anliegens der Link zum Mitschnitt der besagten Rede, sollte dieser nicht gewünscht sein, bitte entfernen.
www.youtube.com
Nun gibt es allerdings einen Verein namens "Missbrauchsopfer gegen Internetsperren" (MOGIS), der Ihnen unterstellt, mit dem Leid missbrauchter Kinder Einschnitte in Grundrechte zu begründen und damit auf Stimmenfang zu gehen, obwohl das Gesetz keinen Missbrauch als solchen verhindert.
Auch in der Piratenpartei gibt es durchaus Menschen, die im Kindesalter Opfer sexuellen Missbrauchs wurden und sich in ihrer Kampagne für Selbstdarstellungszwecke eingespannt fühlen. Diese Menschen fühlen sich benutzt und haben kaum eine Möglichkeit, sich angemessen Gehör zu verschaffen bzw. ihr Trauma öffentlich darzustellen.
Daher meine drei Fragen an Sie:
1. Auf welcher moralischen Basis rechtfertigen Sie einen Stimmenfang mit diesem entsetzlichen Leid fremder Menschen?
2. Was antworten Sie jenen Menschen, die Ihnen o.g. Vorwürfe unterbreiten? In wie fern kümmern Sie sich tatsächlich um die Anliegen dieser Gruppe?
3. Hatten sie im Vorfeld bzw. während des Gesetzgebungsprozesses zum ZugErschwG und vor dem Abschluss der Verträge mit den Providern Kontakt mit Missbrauchsopfern? Haben Sie diese angehört?
Mit freundlichen Grüßen