Dr. Stefanie von Berg (DIE GRÜNEN)
Kandidatin Bürgerschaftswahl Hamburg 2011
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Angaben zur Person
Dr. Stefanie von Berg
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
Promotion und Staatsexamen
Ausgeübte Tätigkeit
Berufsschullehrerin, Landesschulbehörde Lüneburg
Wahlkreis
Stellingen - Eimsbüttel-West , Listenplatz 2, Stimmen (Wahlkreis): 10.458, 6,7%über Wahlkreis eingezogen
Landeslistenplatz
19, Stimmen (Liste): 3.578
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(...) Da Graffiti jedoch zum Teil wirklich zu Sachbeschädigung führt, gilt es hier, einen klassischen Zielkonflikt zu lösen. Dieser Konflikt kann nur durch die Schaffung von legalen Flächen gelöst werden. Und zwar überall in der Stadt, gut sichtbar für Passant/innen. (...)
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Frage zum Thema Verkehr und Mobilität
12.02.2011
Von:
-

Sehr geehrte Frau Dr. Berg,

wie lange soll der "Basselweg" in Stellingen noch als Abkürzung der Kieler-Straße dienen? Die Gehwege sind schmal, es gibt zwei Kitas, viele Kinder wohnen hier: Und da donnern Busse mit Leerfahrten vorbei, schwere LKW und viele PKW mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit.
Muss erst ein schlimmes Unglück geschehen, bevor die Stadt ein Einsehen hat und als Mindestmaßnahme im Basselweg Zone 30 einrichtet? Eigentlich müsste der Basselweg Einbahnstraße werden. Es geht hier um die Sicherheit der Kinder, aber nicht nur Kinder: Für alle Fußgänger ist es hier gefährlich! Von der Lärmbelästigung mal ganz zu schweigen.

Mit freundlichen Grüßen,

V. -
Antwort von Dr. Stefanie von Berg
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13.02.2011
Dr. Stefanie von Berg
Sehr geehrte Frau -,

herzlichen Dank für Ihre Frage. Die von Ihnen geschilderte Problematik ist mir bekannt - nicht nur durch Berichte von befreundeten Familien, die dort wohnen, nicht nur aus der Bezirkspolitik, sondern auch, weil ich des Öfteren mit dem Fahrrad dort fahre (und jedes Mal um meine Sicherheit bange). Folgende Lösungsmöglichkeiten gäbe es:
  • Einrichtung einer 30er-Zone
  • Verbot der Durchfahrt von Fahrzeugen über 7,5 t
  • Ausbau der Randstraße als Ausgleich für die HVV-Busse
Allerdings müssten meiner Ansicht nach auch die Bürgerinnen und Bürgern der Randstraße einbezogen werden.
Für diese Lösungsmöglichkeiten werde ich mich einsetzen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen.

Freundliche Grüße,

Stefanie v. Berg
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Frage zum Thema Verkehr und Mobilität
14.02.2011
Von:

Hallo Frau von Berg.

Leitgeprüft von der Fußgängerampel, die der Verlängerung vom Paciusweg über die Kielerstrasse dient:

Wie stehen Sie zu diesen sogenannten Bettelampeln? An einigen Ampeln muss man sehr viel länger warten als dies die Autofahrer müssen.

Viele Grüße

Antwort von Dr. Stefanie von Berg
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14.02.2011
Dr. Stefanie von Berg
Hallo Frau ,

herzlichen Dank für Ihre Frage.
Tatsächlich ist insbesondere die Ampel in der Verlängerung des Paciusweges zur Torstraße über die Kieler Straße ein Beispiel für eine Bettelampel, die "einen zur Demut erzieht" - nein, eigentlich macht sie mich wütend, denn eine Wartezeit von drei Minuten ist dort keine Seltenheit. Daher werde ich mich - gemäß der Forderungen des ADFC - für ein automatisches Grünsignal für Fußgänger und Radfahrer bei jedem Phasenumlauf einsetzen. Weiterhin werde ich mich für eine maximal mögliche Grünzeit im Vergleich zum parallelen Kfz-Verkehr einsetzen und für ein eigenes Signal für Radfahrer auf benutzungspflichtigen Radwegen, wenn die Grünzeit dadurch gegenüber Fußgängern deutlich länger sein kann. Das heißt, dass diese Art von Bettelampeln abgeschafft werden müssen, damit alle Verkehrsteilnehmer schneller vorankommen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit helfen.

Freundliche Grüße,
Stefanie v. Berg
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Frage zum Thema Verkehr und Mobilität
15.02.2011
Von:
Jan

Werden Sie die Einführung der Stadtbahn unterstützen? Warum?
Antwort von Dr. Stefanie von Berg
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16.02.2011
Dr. Stefanie von Berg
Sehr geehrter Herr ,
vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich bin entschieden für den Bau der Stadtbahn und möchte dies auch gerne begründen:
1. Vergleich mit PKWs:
  • Eine Person in einer Stadtbahn verbraucht kaum Platz auf der Straße (0,8 m² im Vergleich zum 10 m² in einem PKW) - das führt zu weniger Staus.
  • Der Verkehrsfluss ist nachweislich besser (Beispiele in allen anderen Großstädten zeigen dies).
  • Stadtbahn braucht kein Erdöl, sondern Strom - z. B. aus erneuerbaren Energien.
  • Die Stadtbahn ist nahezu lautlos und erniedrigt dadurch die Lärmbelastung für die Anwohner/innen erheblich.
2. Vergleich mit Bussen:
  • Eine Stadtbahn ersetzt drei Stadtbusse - das heißt, dass die Personalkosten um ein Drittel reduziert werden und auch die Energiekosten deutlich geringer ausfallen (auch im Vergleich zu Wasserstoffbussen!)
  • Die Lebensdauer eines Stadtbahnwagens ist drei Mal höher als die eines Busses
  • Stadtbahn ist sehr viel komfortabler, schneller und leiser als Busse. Zudem ist sie immer barrierefrei.
  • Ein Doppelgelenkbus braucht 70 l Diesel auf 100 km, die Stadtbahn fährt abgasfrei mit Strom aus erneuerbaren Quellen
  • Die Stadtbahn schließt die Lücke zwischen den Bussen mit 18 m und der U-Bahn mit 120 m Länge.
  • Die Betriebskosten der Stadtbahn sind nachhaltig geringer.
  • Die Busse auf der geplanten Trasse (20 und 25) sind schon jetzt völlig überlastet und zudem unglaublich personalintensiv - und dies bei ständig wachsenden Fahrgastzahlen.
  • Die Unfallzahlen sind auf Strecken mit Stadtbahnen um 60% geringer als bei Strecken mit Bussen.
3. Vergleich mit U-Bahn:
  • Der Bau einer U-Bahn wäre vier Mal teurer; die Betriebskosten sind deutlich höher.
  • Die Stadtbahn holt durch die überirdische Streckenführung Menschen in die Läden (das zeigen auch andere Großstädte).
  • Der Bau von Stadtbahntrassen würde auch gleichzeitig die Straßenzüge grundsanieren (Austausch der Kanalisation und der Bleirohre) - das sind etwa die Hälfte aller geplanten Kosten.
4. Zu den Kosten:
  • Die Kosten für den ersten Teilabschnitt betragen 338 Mio €, die sich wie folgt zusammensetzen: 61 Mio € für den Betriebshof, 48 Mio € für 14 Fahrzeuge (werden von der Hochbahn übernommen); 98 Mio € fest zugesagte (und zweckgebundene) Zuschüsse vom Bund, 74 Mio € beantragt - bleiben 57 Mio €, die vom Hamburger Haushalt übernommen werden müssen. 152 Mio € entfallen auf Baukosten, 77 Mio € auf die Planung, den Grunderwerb und andere Leistungen. Wichtig hierbei: Die Investitionen verteilen sich über 15 bis 20 Jahre!!! Zudem haben Studien ergeben, dass jeder investierte Euro sich mit 1,18 € Ertrag wieder auszahlt.

Was die Trassenführung angeht, sind sicherlich noch Gespräche zu führen - die bisherige Streckenführung Bramfeld - Winterhude - Altona ist die Strecke, auf der die meisten zusätzlichen Fahrgäste zu erwarten sind. Ich persönlich wäre sehr für die Strecke der jetzigen Buslinie 5.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage zufriedenstellend beantworten und Sie so von der Stadtbahn überzeugen!

Freundliche Grüße,
Stefanie v. Berg
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Frage zum Thema Stadtplanung
16.02.2011
Von:

Hamburg nennt sich Umwelthauptstadt. Da passt es für mich nicht, dass Jahr für Jahr mehr Bäume gefällt werden, als neu gepflanzt werden. Selbst wenn genug Neupflanzungen erfolgen würden, ist ein kleiner neu gepflanzter Baum in seinem Wert für die Umwelt mit einem mehrere Jahrzehnte alten Baum nicht zu vergleichen.
Fazit: Hamburgs Umweltqualität "Grün durch Bäume" nimmt seit Jahren ab.

Auch Büsche und vor allem dichtes Buschwerk werden vielerorts weggeschnitten. Gerade dichtes Buschwerk ist für viele Kleintiere, Insekten und Singvögel notwendiger Lebensraum. Sieht dann für manche Menschen wohl ordentlicher aus, wenn es nur noch vereinzelte große Bäume gibt und unter diesen einen kurzgeschorenen Rasen. Die Folge: viele kleine und größere Lebewesen finden kene Nahrung und keinen Unterschlupf mehr..

Ein allgemein zu beobachtender Trend zur wirksamen Verminderung der Umweltqualität Hamburgs ist die "Pflasteritis. Ehemalige Grünflächen werden zugepflastert. Neue Anlagen wie z.B. in der Hafencity bestehen fast nur noch aus Pflasterplatten. So lässt sich eine Fläche sicher leichter sauber halten. Sind die Kosten für
die Müllentfernung also das Hauptkriterium für die Gestaltung unserer Hansestadt?.
Nicht nur unsere natürliche Umwelt wird unnötiger Weise eingeschränkt, auch die Entwicklung unserer Kinder
wird benachteiligt. Denn welchen Bezug bekommen sie zur Natur und damit zum Leben und zu sich selbst, wenn sie z.B. in der Hafencity groß werden, wo ihre Erlebniswelt fast ausschließlich aus Stein, Beton und Glas besteht?
Mit einem anderen Bewusstsein für unser Leben im Zusammenhang mit unserer Umwelt und Natur hätte man leicht kleine lebendige Flecken schaffen oder erhalten können, wie z.B. am Ende des Sandtorhafens.
Dort lief das Hafenbecken schräg nach oben aus, was eine kleine Schilfwildnis entstehen ließ...

Was gedenken Sie unter diesen Gesichtspunkten dafür zu tun, dass Hamburg sich auf den Weg macht, den Titel "Umwelthauptstadt" zu verdienen?
Antwort von Dr. Stefanie von Berg
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17.02.2011
Dr. Stefanie von Berg
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

Auch ich frage mich täglich, wenn ich in Hamburg unterwegs bin, was wir als Grüne und ich als Mitglied dieser Partei (und hoffentlich auch als zukünftige Bürgerschaftsabgeordnete) zum Status der Umwelthauptstadt beitragen kann. Ihre Frage bezieht sich ja ganz konkret auf einen Teilbereich: Den Erhalt von Bäumen und von Naturflächen.

Zunächst möchte ich ganz kurz darlegen, welche Erfolge die Grünen in Hamburg schon vorweisen können: Die Grünen haben sich dafür eingesetzt, dass nicht nur Beton und Pflaster - so wie von Ihnen beschrieben - geschaffen werden, sondern auch ganz viel Natur ermöglicht wird. So wurden zum Beispiel zwei neue Naturschutzgebiete geschaffen und die mit 40 Millionen Euro ausgestattete Elbe-Stiftung gegründet. Außerdem wurde durch das neue Landesnaturschutzgesetz u.a. dafür gesorgt, dass Uferzonen naturbelassen bleiben, auch im Hafen Naturschutzregeln gelten und 15 Prozent der Landesfläche als Biotopverbund verankert sind. Weiterhin ist der Hafen nicht länger eine naturschutzfreie Zone. Für Eingriffe in die Natur werden auch hier Ausgleichsmaßnahmen fällig. Besonders hochwertige Bereiche, die seit langer Zeit aus der Nutzung genommen sind, müssen auf jeden Fall dauerhaft für die Natur erhalten bleiben. Insbesondere die Peute und die Hohe Schaar zählen dazu. Ich selber werde mich für mehr ökologische "Wildnis" in großen Parks und in Wohnsiedlungen einsetzen, um auch Kindern in der Stadt zu zeigen, wie Natur auch sein kann (ohne dass sie weite Strecken zurücklegen müssen). Ich bin sehr dafür, auch im Hafen mehr Natur zuzulassen und nicht genutzte Flächen - vielleicht auch nur übergangsweise - sich selbst zu überlassen. Auf nicht genutzten Flächen sollte sich die Natur im Hafen zumindest zeitweise ungestört entwickeln dürfen. Ich setze mich dafür ein, dass die vielen Straßenbäume in Hamburg (230.000) erhalten bleiben und für Nachpflanzungen genügend Geld zur Verfügung gestellt wird. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die Naturschutzverwaltung auf bezirklicher Ebene gestärkt wird. Um diese Aufgaben wahrzunehmen, müssen die Bezirke wieder eigenständige Naturschutzreferate erhalten.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage hinreichend beantworten.

Freundliche Grüße,
Stefanie v. Berg
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Ihre Frage an Dr. Stefanie von Berg
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