Dr. Joachim Pfeiffer (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Joachim Pfeiffer
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
25.04.1967
Berufliche Qualifikation
Diplomkaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Waiblingen
Wahlkreis
Waiblingen , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
43,0%
Landeslistenplatz
keinen, Baden-Württemberg
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Die Einführung von Euro-Bonds ist für mich zum jetzigen Zeitpunkt indiskutabel. Dies wäre in der Sache verfehlt und sendet politisch ein völlig falsches Signal aus. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
02.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pfeiffer,

bezugnehmend auf Ihre Antwort vom 02.02.2012 auf die Frage des Vertrauensschutzes, möchte ich gerne mit einer Gegenfrage auf die von Ihnen getätigte Frage antworten.

Zitat:
"Ich erlaube mir an dieser Stelle im Gegenzug eine Frage an Sie: Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie Arbeitgeber wären, sich auf bestehende Tarifverträge verlassen hätten, und nun unvorhergesehen mit nicht zu stemmenden Nachforderungen konfrontiert würden, deren Zahlung in letzter Konsequenz zur Vernichtung von Arbeitsplätzen bis hin zu Insolvenzen führen könnte? Gerne höre ich Ihr Feed back, ob Sie angesichts dieser Sachlage unseren Beschluss nun nachvollziehen können?"

Ich zitiere aus dem Panorama-Interview mit Herrn Professor Schüren:
"Nach Einschätzung des Arbeits- und Tarifrechtsexperten Prof. Peter Schüren ist das CDU-Argument des Vertrauensschutzes der Zeitarbeitsfirmen "irrwitzig", da jeder Arbeitgeber das Risiko hätte ausräumen können, indem er die Tariffähigkeit der CGZP hätte klären lassen."
Wieso haben das die Zeitarbeitsfirmen nicht gemacht? Wenn sie dazu finanziell nicht in der Lage sind, eine solche Prüfung vornehmen zu lassen, dann ist doch der Arbeitgeberverband der richtige Ansprechpartner. Wieso hat man zur Prüfung diese Organisation nicht angerufen?

Auf Ihre Antwort hoffend verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

J.
Antwort von Dr. Joachim Pfeiffer
bisher keineEmpfehlungen
07.02.2012
Dr. Joachim Pfeiffer
Sehr geehrter Herr ,

ich antworte mit einem Gegenzitat aus dem Jahresgutachten des Sachverständigenrats für Wirtschaft von November 2011, der sich ebenfalls explizit dafür ausgesprochen hat, den betroffenen Zeitarbeitsunternehmen Vertrauensschutz für die Zeiten vor der Urteilsverkündung zuzuerkennen. Hier ein Auszug aus dem Jahresgutachten:

"Nach Ansicht des Sachverständigenrates sollte den betroffenen Zeitarbeitsunternehmen ein Vertrauensschutz für die Zeiten vor der Urteilsverkündung zuerkannt werden. [...] Das vom BAG angewandte Kriterium zur Feststellung einer Tariffähigkeit ist nach seinem eigenen Bekunden sowie gemäß der Auffassung der juristischen Literatur neu [...]. Die betroffenen Unternehmen hätten nicht vorhersehen können, dass die mit der CGZP abgeschlossenen Tarifverträge aufgrund einer Änderung der Rechtsprechung rechtsunwirksam sind, zumal die Tarifverträge der CGZP damals über drei Jahre angewendet worden waren, ohne dass die DGB-Gewerkschaften ein arbeitsgerichtliches Verfahren eingeleitet hätten [...]. Mithin bestand für die den CGZP-Tarifvertrag anwendenden Leiharbeitsfirmen kein Anlass, an der Rechtswirksamkeit ihres Tarifvertrags zu zweifeln. Selbst wenn die rückwirkende Unwirksamkeit der CGZP-Tarife endgültig von der Arbeitsgerichtsbarkeit bejaht wird, sollte sie aus den genannten Gründen einen Vertrauensschutz gewähren."

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer MdB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
03.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Doktor Pfeiffer,

wie Sie vielleicht mitbekommen haben, hat sich Ihr Fraktionskollege Ansgar Heveling in einem Gastkommentar lautstark zum Thema Netzpolitik geäußert. Hierbei fand er drastische Worte, schreckte vor der unfassbar arroganten Verunglimpfung einer ganzen, seiner Meinung nach "verlorenen" Generation nicht zurück und forderte Gesetze zum besseren Schutz des geistigen Eigentums im Internet, nach den Vorbildern SOPA und ACTA. Gesetze dieser Art bedrohen nicht nur die Freiheit, sondern auch die Sicherheit und Integrität der Kommunikation im Internet.

Es drängt sich mir als Angehöriger der "verlorenen Generation" der Eindruck auf, dass das Thema Internet in der Politik nur sehr stiefmütterlich und ohne tiefergehendes technisches Verständnis, dafür umso mehr im Sinne starker Lobbygruppen behandelt wird. Pauschalisierungen und hohle Phrasen vom rechtsfreien Raum, wie Sie nicht nur von Heveling zu hören sind, stellen Internetnutzer unter einen generellen Verdacht, während die Lobbyarbeit der Musik- und Filmindustrie auf offene Ohren und Türen in der Politik stößt.

Herr Dr. Pfeiffer, darf ich mir Hoffnung machen, dass auch Ihre Partei erkennt, welch herausragende Rolle das Internet im Leben von nicht nur jungen Menschen spielt und endlich zu einer vernünftigen, sachlichen Netzpolitik übergeht? Oder muss ich die Piraten wählen, bis die Uhls und Schäubles und Friedrichs dieses Landes in Pension gehen und auch bei den Konservativen die ersten netzaffinen Menschen Führungspositionen innehaben? Welche Rolle spielt die Netzpolitik in Ihrer täglichen Arbeit und der des Parlaments? Was halten Sie persönlich (!) von den Ausführungen Ihres Kollegen Heveling? Spricht er für die Fraktion?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Joachim Pfeiffer
bisher keineEmpfehlungen
07.02.2012
Dr. Joachim Pfeiffer
Sehr geehrter Herr ,

Sie müssen sich nicht sorgen, dass das Thema Internet in der Politik und in meiner Partei zu stiefmütterlich behandelt würde, denn seit 2010 befasst sich der Deutsche Bundestag auf Initiative der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in einer extra dafür eingerichteten Enquete-Kommission "Internet und Digitale Gesellschaft" damit. Die Arbeit der Kommission ist in vier Projektgruppen zu den Themen "Netzneutralität", "Datenschutz/Persönlichkeitsrechte", "Urheberrecht" und "Medienkompetenz" aufgeteilt. Am 02.02.2012 hat die Kommission ihren 4. Zwischenbericht zum Thema Netzneutralität (Bundestags-Drucksache 17/8536) vorgelegt. Der 3. Zwischenbericht vom 23.11.2011 befasst sich mit dem Urheberrecht (Drs. 17/7899). Im 2. Zwischenbericht vom 21.10.2011 wird das Thema Medienkompetenz behandelt. Den ersten 1. Zwischenbericht vom 19.04.2011 mit einem Überblick über die Arbeit finden Sie unter der Drucksache Nr. 17/5625.

In dieser Enquete-Kommission haben nicht nur die je 17 Sachverständigen und Abgeordneten das Wort, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger. Im Mittelpunkt der Beteiligung steht die Plattform www.enquetebeteiligung.de . Als registrierter Nutzer verfügt man hier über die Möglichkeit, online den verschiedenen Projektgruppen beizutreten, um auf diese Weise den einzelnen Themen und Diskussionen zu folgen, aber darüber hinaus auch selbst Vorschläge zu formulieren und einzubringen. Die Ergebnisse dieser Diskussionen werden dann regelmäßig in den Projektgruppensitzungen besprochen. Dort wird geprüft, wie die Anregungen der Nutzer aufgegriffen werden können. Die Bürgerbeteiligung dürfte gerne höher ausfallen, denn aktuell verzeichnet die Plattform nur knapp 2100 registrierte Nutzer und ca. 380 Vorschläge zu einzelnen Themen und Diskussionen. Auch Sie, Herr , dürfen sich hier gerne einbringen.

Wenn wir das Prinzip eines freien Internets bewahren wollen, sind sowohl Eigenverantwortung als auch die Einhaltung gesellschaftlicher Normen im Netz unverzichtbar. Das Internet ist schließlich kein rechtsfreier Raum. Freiheit endet immer dort, wo die Rechte anderer tangiert werden. Das ist etwa der Fall, wenn Straftaten begangen werden. Man muss die Nutzer aufklären, aber auch die Unternehmen in die Verantwortung nehmen. Firmen und Behörden müssen die Sicherheit ihrer Systeme ständig weiterentwickeln, Bürger und Verbraucher die verfügbaren Sicherheitsprodukte allerdings auch nutzen. Der sensible Umgang mit den eigenen Daten gehört unabdingbar dazu.

In der Debatte um das Urheberrecht im digitalen Zeitalter geht es darum, einen Ausgleich der Interessen zu schaffen. Wer kreative Inhalte erstellt oder vertreibt, hat einen Anspruch darauf, dass seine Rechte gewahrt bleiben. Das wird nicht in Frage gestellt. Das Urheberrecht bedarf jedoch einer dringenden Anpassung. Der Handlungsbedarf ist deutlich vor allem im Bereich Privatkopie. Die gegenwärtige Regelung "bestraft" am Ende denjenigen, der einen Film ordnungsgemäß erworben hat.

Seien Sie versichert, Herr , dass die CDU sehr genau weiß, dass das Internet heute ein fester Bestandteil unseres – auch meines – Alltags ist. Das Thema Netzpolitik ragt als Querschnittsthema in nahezu jedes Politikfeld hinein. Nicht zuletzt deshalb haben wir auch in einer fraktionsoffenen Sitzung am 24.01.2012 mit Experten darüber diskutiert.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer MdB
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Frage zum Thema Soziales
04.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Pfeiffer,

mit grossem Interesse habe ich in diesem Forum Ihren Kommentar vom 16.03.2009 gelesen, Was fuer ein weitsichtiger und intelligenter Bundestagsabgeordneter Sie doch sind!

Endlich trifft man einen aufrechten Schergen, der nichts dagegen hat, wenn sich die durch seine Entscheidungen unmittelbar Betroffenen an ihm uneingeschraenkt schadlos halten werden.

Ich stimme Ihnen zu, es ist ja wohl nur gerechtfertigt, wenn man dann Bundestagsabgeordneten gesamtschuldnerisch fuer die Buerger in die Haftung nimmt, wenn die eingegangenen Euro-Buergschaften einmal schlagend werden.

Nun sind die Risiken aus Buergschaften seither deutlich angewachsen. Waren es im Dezember 2011 nur etwa 600 Milliarden EUR, fuer die Sie persoenlich haften, ist es seit letzter Woche deutlich mehr geworden.

Am 28.01.2012 meldete das Handelsblatt Online:

"Am Donnerstag hat der Bundestag für die Reaktivierung des 480 Milliarden Euro schweren Bankenrettungsfonds Soffin gestimmt. Mit den EU-Hilfen stehen die deutschen Steuerzahler nun für mehr als eine Billion Euro gerade."

Nun betraegt das Gesamtrisiko also mehr als der dreifache jaehrliche Bundeshaushalt.

Man kann es hier nicht sehen, ob Sie an diesem Donnerstag auch fuer den Soffin gestimmt haben, oder zumindest dafuer gesorgt haben, dass er genehmigt wird.

Nun also meine erste Frage: Waren Sie auch dabei, als ueber diesen Unsinn abgestimmt wurde, und wofuer haben Sie gestimmt? Auf Abgeordnetenwatch kann man darueber nichts sehen.

Und die zweite Frage: meine Frau hat auf Anraten der Bundesregierung ihre gesamte Altersversorgung durch Riesterrenten-Papiere abgedeckt. Werden Sie persoenlich meine Frau im Rentenalter dann monatlich unterstuetzen, wenn die Allianz uns erklaert, dass ihre Ersparnisse alle in Griechenland versenkt wurden? Der Kollaps ist doch durch Sie mitverschuldet und billigend in Kauf genommen. Da ist es doch nur Recht, wenn Sie persoenlich uns dann monatlich Geld zuschicken.

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