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Sehr geehrter Herr Dr. Friedrich,
was tut eigentlich die deutsche Bundespolizei im Auftrag des Rüstungskonzerns EADS in Saudi-Arabien?
Aus den öffentlich-rechtlichen Medien habe ich entnommen, dass deutsche Polizeibeamte anscheinend ohne klare rechtliche Grundlage und wohl auch unter unzureichender Information des Bundestags seit Jahren nach Saudi-Arabien entsendet werden, um im Rahmen eines Geschäfts der Aktiengesellschaft EADS saudische Polizisten auszubilden. Einen solchen Einsatz der deutschen Polizei in einem Staat, der seinen Einwohnern keinerlei Wahlrecht zugesteht und in dem unter anderem ein generelles Versammlungsverbot herrscht, empfinde ich als skandalös und im Kontext der angespannten Lage in der arabischen Welt als hochgradig brisant.
Daher meine Fragen:
1. Auf welcher rechtlichen Grundlage findet der Einsatz der deutschen Bundespolizei im Rahmen des in den Medien geschilderten EADS Rüstungsgeschäfts statt?
2. Mit welchen konkreten Aufgaben wurden die Beamten im Rahmen ihrer Entsendung betraut?
3. Wie schätzen Sie die Wahrnehmung deutscher Politik in der arabischen Welt ein, nachdem Deutschland zwar einerseits Polizeibeamte zur Ausbildung von Sicherheitskräften der absolutistischen Monarchie Saudi-Arabien entsendet, um diese (wie die Presse berichtet) auch an der Waffe auszubilden, sich gleichzeitig aber an der Durchsetzung einer Uno-Resolution zum Schutz von Zivilisten in Libyen nicht direkt beteiligt?
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Mit freundlichen Grüßen
