Dr. Friederike Föcking (CDU)
Kandidatin Bürgerschaftswahl Hamburg 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Dr. Friederike Föcking
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
Dr. phil.
Ausgeübte Tätigkeit
Historikerin, Familienfrau
Wohnort
-
Wahlkreis
Rahlstedt , Listenplatz 2, Stimmen (Wahlkreis): 5.957, 7,5%
Landeslistenplatz
16
(...) Rückblickend muss gesagt werden: Die Entscheidung des damaligen rot-grünen Senats, die HEW vollständig zu privatisieren, war falsch. Man hätte den Einfluss der Stadt nicht vollkommen abgeben sollen, auch wenn ein guter Kaufpreis erzielt wurde. (...)
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Frage zum Thema Arbeit
10.02.2008
Von:

Hallo Frau Dr.Friedericke Föcking,
die Ärzte/in stellen um auf Billiglohn!!!
Bei den Bewerbungen um einen neuen Arbeitsplatz im Bereich Gesundheit, machte ich folgende Erfahrungen:
fast 90% der Angebote in den entsprechenden Publikationsmitteln, waren Jobs auf der 400 € Basis. Der Rest teilte sich auf in 15 bis 30Std. Jobs und Personalvermietungen auf seltene Angebote 38,5Std..

Wie wollen Sie diese schlechten Bedingungen für Arbeitslose (nicht nur im Bereich Gesundheit) verbessern.
mfg
K.
Antwort von Dr. Friederike Föcking
1Empfehlung
19.02.2008
Dr. Friederike Föcking
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Arbeitslosigkeit.

Ich muss zugeben, dass mir die Beantwortung Ihrer Frage einiges Kopfzerbrechen bereitet. Denn einerseits hat sich die Lage für viele Arbeitslose in Hamburg in den letzten Jahren massiv verbessert (fast 23.000 neue Arbeitsplätze allein im letzten Jahr, Verringerung der Arbeitslosenquote um 12.653 von 9,9 auf 8,3 Prozent, wovon gerade auch die Langzeitarbeitslosen profitieren). Andererseits beschreiben Sie negative Erfahrungen bei der Arbeitsplatzsuche im Gesundheitsbereich, die ich alarmierend finde.

Allerdings halte ich die Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme hier eher für gering. Gerade die starke Regulierung des Arbeitsmarktes hat ja über viele Jahre dazu beigetragen, dass in der Bundesrepublik Arbeitsplätze abgebaut wurden. So sehe ich z.B. keine Möglichkeit und auch keinen Sinn darin, etwa Teilzeit-, Pauschal- oder befristete Beschäftigung einzuschränken. Letztlich baue ich darauf, dass die Arbeitgeber - auch im Gesundheitsbereich - immer häufiger die Erfahrung machen, dass solche Beschäftigungsformen auf Dauer zu Lasten der Qualität der Arbeitsleistung gehen und damit auch zur Unzufriedenheit der Patientinnen und Patienten
führen.

Gerade in einer Großstadt wie Hamburg mit ihrem großen Angebot an Kliniken, der hohen Zahl an Arztpraxen und anderen medizinischen Leistungsanbietern herrscht bis zu einem gewissen Grad Konkurrenz, so dass sich eine unzureichende Versorgung der Patienten mittelfristig nicht rechnen dürfte. Überdies gibt es klare bundesgesetzliche Vorgaben für die Leistungsqualität von Krankenhäusern (vgl. § 108 SGB V), die nur mit entsprechendem Personal dauerhaft gesichert werden kann. Der Hamburger Krankenhausplan 2010, der vor einem halben Jahr vom Hamburger CDU-Senat beschlossen wurde, sieht vor, dass nur solche Krankenhäuser in den Plan aufgenommen werden dürfen, die diese Qualität auch tatsächlich sichern. Der Plan schreibt auch ein eigenes Qualitätsmanagement der Kliniken vor. Der Senat stellt auch weiterhin Investitionen in Höhe von jährlich über 100 Mio. Euro in diesem Bereich zur Verfügung; damit nimmt Hamburg im Bundesvergleich einen Spitzenplatz ein.

In der Hoffnung, dass Sie unter diesen Voraussetzungen bald doch einen angemessenen Arbeitsplatz finden, verbleibt

mit freundlichen Grüßen

Friederike Föcking
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Frage zum Thema Gleichstellung
21.02.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Föcking,

auch wenn Sie schon sehr viele Interessante Antworten zum Thema Hundegesetzt gegeben haben, möchte ich doch noch einige Anmerkungen machen.
Seit einem Einbruch hatte ich große Angst, alleine zu sein und hatte ich mich zur Anschaffung eines Hundes aus dem Tierheim entschlossen. Ich hatte mich in eine ruhige, süße Rottweiler-Hündin entschieden, da diese nicht auf der Liste standen. Sie war ängstlich, war Menschen und Tieren gegenüber aber sehr lieb.

Die Wende kam, als der Rottweiler auf die Liste kam und die Presse nur noch über den Kamphund Rottweiler berichtete.
Ich wurde von bepöbelt, Mütter haben panisch ihre Kinder weggerissen und die Straßenseite gewechselt. Als Schülerin konnte ich weder die 350 € für den Test noch die 180€ Gebühren bezahlen. Ich habe fast ein Jahr gespart, mir Gelder von anderen geliehen um Wesenstest und Leinenbefreiung doch noch machen zu können.
Weder mein Hund noch ich haben jemals etwas schlimmes getan und doch fühle ich mich von der Gesellschaft ausgegrenzt.

Ich finde es in Ordnung, das etwas gemacht wird, der Ansatz ist aber der falsche. Rasselisten sind unsinnig, jeder Hund kann durch die falsch Erziehung agressiv werden. So weit ich weiß, sind Zwischenfälle mit Schäferhunden öfter als mit Rottweilern, warum steht nur der eine auf der Liste?
Warum können bestimmte Rassen auch mit Wesenstest nicht vom Maulkorb befreit werden?
Hunde können das Leben lebenswert machen, Kinder in Ihrer Entwicklung unterstützen -müssen diese Tier aus unserem Altag verband werden, weil einige Halter nicht in der Lage sind ihr Tier artgerecht zu Halten?
Mein Hund lebt zur Zeit in Niedersachsen in einem kleinen Ort, die Hunde dort laufen frei herum spielen miteinander, es gibt dort keine Zwischenfälle!
Hamburg Hunde sind oft wesensgestört, da eine artgerechte Haltung nicht möglich ist! Das Problem Hund wird in Zukunft nur schlimmer!

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Friederike Föcking
1Empfehlung
24.02.2008
Dr. Friederike Föcking
Sehr geehrte Frau ,

gerade habe ich Ihre Anmerkungen gelesen. Da ich über meine Antwort noch etwas nachdenken muss, heute aber noch viel zu tun habe (Fahrdienst zu Wahllokalen usw.), bitte ich um Ihr Verständnis, wenn ich mich erst im Laufe der Woche bei Ihnen melde.

Viele Grüße

Friederike Föcking
Ergänzung vom 29.02.2008
Sehr geehrte Frau ,

hier nun die versprochene Antwort auf Ihre Fragen zu den Bestimmungen des Hamburger Hundegesetzes über "gefährliche Hunde". Wie die alte Hundeverordnung benennt auch das Hundegesetz bestimmte Rassen, die automatisch als gefährlich gelten und für die keine Befreiung von den entsprechenden Halterpflichten (Sterilisation, Maulkorb usw.) vorgesehen ist. Diese Hamburger Liste umfasst all die Hunde, für die bundesweit gilt, dass sie nicht nach Deutschland eingeführt werden dürfen. Neu aufgenommen wurde der Bullterrier. In der Fachliteratur wird nämlich davon ausgegangen, dass nicht allein falsche Erziehung durch den Halter Tiere dieser Rassen aggressiv und für den Menschen gefährlich macht, sondern dass durch die teilweise jahrhundertelange Zuchtpraxis diese Tiere bereits mit einer genetisch bedingten angeborenen Aggressivität auf die Welt kommen.. So seien etwa Bullterrier durch genetisch bedingte Verhaltensstörungen geprägt, zu denen u. a. der Kampf ohne ritualisierte Ausdrucksbewegungen, ein gestörtes Paarungsverhalten und eine schwer gestörte Mutter-Welpen-Beziehung gehören. Das bedeutet nicht, dass diese Tiere "böse" sind, macht aber deutlich, dass der Mensch durch seine Zuchtauswahl hier ganz bewusst eigentlich widernatürliche Eigenschaften der Tiere dauerhaft installiert hat.

Neben dieser Liste gibt es eine zweite Liste mit Rassen, die so lange als gefährlich gelten, bis der Halter/die Halterin durch einen Wesenstest das Gegenteil bewiesen hat. Die Rottweiler wurden auf die Liste neu aufgenommen aufgrund ihrer Körpergestalt, ihres Wesens und da es eine Reihe von - darunter ein sehr schwerer - Bissvorfällen mit einem Rottweiler in Hamburg gegeben hatte. Nach dem internationalen Rassestandard des FCI (Fédération Cynologique Internationale) ist der Rottweiler ein kraftstrotzender, stämmiger Hund mit wuchtiger Gesamterscheinung. Schon allein wegen der Körpermasse sind Angriffe auf Menschen (insbesondere Kinder) bei diesen großen, kräftigen Hunden ein erhebliches Gefahrenpotenzial, das durch ihre schnell einsetzende Aggressions- und Wehrbereitschaft noch erhöht wird.

Sie haben für Ihre Rottweiler-Hündin ja nun offenbar durch einen Wesenstest nachgewiesen, dass sie ein freundliches und für Menschen nicht gefährliches Tier ist, das Sie auch entsprechend anleiten und halten können.

Ich denke, dass diese wohl überlegten Rasselisten die einzige praktische Möglichkeit sind, die Haltung gefährlicher Hunde in einer eng bewohnten Stadt wie Hamburg zu regeln: Einerseits kann und soll nicht jeder einzelne Hamburger Hund einen Wesenstest durchlaufen. Das wäre nicht sinnvoll und auch gar nicht zu machen. Zum anderen sind solche Listen auch ein guter Weg, Menschen, die Hunde bestimmter Rassen halten wollen, auf ihre besondere Verantwortung aufmerksam zu machen. Vor rund zehn Jahren waren sogenannte "Kampfhunde" ja eine regelrechte Mode, und viele Menschen haben ein solches Tier gekauft, ohne mit ihm umgehen zu können. Mit den bekannten, zum Teil entsetzlichen Folgen.

Mein Eindruck ist, dass durch das verantwortungsvolle Verhalten der meisten Hundehalter und infolge der Diskussionen im Zusammenhang mit dem Hundegesetz nun auf allen Seiten mehr Sachlichkeit und auch Wissen vorhanden sind. Ich hoffe daher, dass Sie mittlerweile keine Pöbeleien mehr erleben müssen, bitte Sie auch um Geduld mit ängstlichen Spaziergängern, wünsche Ihnen weiterhin Freude an Ihrer Hündin und verbleibe

mit besten Grüßen

Friederike Föcking
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