Dorothee Bär (CSU)
Abgeordnete Bundestag 2009-2013
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Angaben zur Person
Dorothee Bär
Geburtstag
19.04.1978
Berufliche Qualifikation
Diplom-Politologin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Ebelsbach
Wahlkreis
Bad Kissingen
Ergebnis
53,7%
Landeslistenplatz
7, Bayern
Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie meine Antwort nicht akzeptieren können, bleibe aber dennoch dabei: Wenn Länder und Kommunen jetzt alle Anstrengungen unternehmen, ist ein bedarfsgerechter Ausbau der U3-Betreuungsplätze bis zum 1.8.2013 zu schaffen. Selbst das Land NRW, das derzeit beim Ausbau am weitesten zurückliegt, ist zuversichtlich, den Bedarf bis dahin decken zu können. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dorothee Bär
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Frage zum Thema Sicherheit
11.10.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Bär,

heute hatten Sie in dem Duell mit Herrn Lauer von der Piratenpartei gesagt es müsste ein anderes Programm geben um den aktuellen "Staatstrojaner" zu ersetzen.

Dabei stelle ich ihnen als Netzpolitische Sprecherin der CDU/CSU, welche wohl die dortige Expertin für Internet Themen ist, folgende Fragen:

Wie sollte Ihrer Meinung nach ein Trojaner technisch aussehen um den Ermittlungsbehörden keine illegalen Zugriffe zu erlauben? Wie möchten Sie sicherstellen, dass der Trojaner nur die legalen Funktionen erhält? Um eine Analogie aus dem nicht Digitalen Leben zu nennen: "Lässt sich Papier herstellen welches nicht die Fähigkeit hat in ein Papierflugzeug umgewandelt zu werden?"

Ich hoffe Sie können als Expertin des Internets diese Fragen beantworten.

Des weiteren würde mich interessieren wie lange die 5 Überwachten Personen, auf die der Trojaner angesetzt wurde, für 13 Millionen Euro (Kosten des Trojaners in Bayern) von echten Polizisten hätten überwacht werden können.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Dorothee Bär
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25.10.2011
Dorothee Bär
Lieber Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie beziehen sich darin auf die am 11. Oktober 2011 auf NTV ausgestrahlte Sendung "Das Duell", in dem ich mit Herrn Lauer über verschiedene Fragestellungen der Netzpolitik in Deutschland sprach. Eine wesentliche Rolle nahm darin die Frage nach dem Umgang mit dem Staatstrojaner ein. Fakt ist, dass es das Instrument der Quellenüberwachung natürlich gibt, aber nur unter Achtung der klaren, hohen Auflagen des Bundesverfassungsgerichts. Klar ist: Die eingesetzte Technik darf technisch nur das können, das richterlich angeordnet ist. Wie dies zu realisieren ist, muss ich fähigen Programmierern überlassen.


Viele Grüße,
Ihre
Dorothee Bär, MdB
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
12.11.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Bär,

mit Erstaunen habe ich in den Medien die Haltung der Union zum Thema Betreuungsgeld verfolgt. Einerseits besteht ab 2013 zwar ein rechtlicher Anspruch für 33 Prozent der 1- bis 3-jährigen Kinder auf einen Krippenplatz. Andererseits forciert die Union jedoch das häusliche Betreuungsgeld für Frauen, die zu Hause ihr Kind erziehen wollen. Für mich hat es den Anschein, dass die Union in diesem Punkt inhaltlich widersprüchlich handelt. Aufgrund des demografischen Wandels sind wir ja darauf angewiesen, dass - besonders hochqualifizierte - Frauen Beruf und Erziehung unter einen Hut bringen können, dementsprechend sind sie und ihre Partner auf Krippenplätze angewiesen. Das Geld wäre in der Schaffung der versprochenen Krippenplätze besser angelegt. Das Argument, das Betreuungsgeld könne auch für den Krippenplatz des zu betreuenden Kindes ausgegeben werden, greift nicht, wenn gar nicht genügend Krippenplätze zur Verfügung stehen. Kinder bildungsferner Familien werden mit noch höherer Wahrscheinlichkeit zu Hause betreut werden. Dadurch wird eine wichtige Chance auf Bildungsvermittlung blockiert. Zudem führt eine noch längere berufliche Ausfallzeit von Frauen zu einer Reduktion der Rente im Alter. Die finanzielle Abhängigkeit vom Partner wird gefördert, die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau im Falle einer Trennung vom Staat abhängig wird, ist dadurch extrem hoch. Ein Wiedereinstieg in den Beruf, v.a. in qualifizierter Position, nach der Familienzeit wird um so schwieriger, je länger diese Pause dauert.

Für eine Stellungnahme bedanke ich mich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dorothee Bär
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14.11.2011
Dorothee Bär
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Dass das Betreuungsgeld nur für die Eltern gezahlt wird, bei denen ein Elternteil - meistens die Mutter - auf die Erwerbstätigkeit verzichtet, ist ein Irrtum. Das Betreuungsgeld soll allen Eltern von Kleinkindern unabhängig von ihrer Erwerbsarbeit offenstehen. Wir wollen, dass sich Eltern frei entscheiden können, wie sie ihre Kinder erziehen und betreuen wollen. Wir investieren viele Steuermilliarden in den Ausbau der Krippenbetreuung - was ich gut und richtig finde. Doch nicht alle Eltern streben für ihre ein- und zweijährigen Kinder einen Platz in einer Kita an. Sie befürchten, dass die in Deutschland in vielen Kitas übliche Gruppengröße für ihre Kinder zu viel Stress bedeuten könnte. Sie wünschen sich eine individuellere Betreuung, die sie entweder selbst übernehmen oder die sie familiennah organisieren. Das Betreuungsgeld soll diesen Eltern dabei helfen, Alternativen zum Krippenplatz besser verwirklichen zu können.

Die Mittel für das Betreuungsgeld gehen nicht zu Lasten des Krippenausbaus, sondern werden zusätzlich aufgebracht. Das Geld für beide Maßnahmen ist sehr gut angelegt.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Dorothee Bär, MdB
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Frage zum Thema Familie
29.11.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Bär,

warum sprechen Sie sich bislang gegen die Pläne der Familienministerin aus, künstliche Befruchtungen wieder stärker finanziell zu fördern?

Die Regelung der rot-grünen Bundesregierung von 2005, derzufolge Betroffene für die ersten drei IVF- / ICSI-Versuche die Hälfte der Kosten selbst tragen müssen, belastet gerade Geringverdiener enorm und führt m.E. dazu, dass eine kinderarme Gesellschaft an der völlig falschen Stelle spart. Gegenüber geburtenreicheren Ländern in Europa hat Deutschland auch in puncto Förderung künstlicher Befruchtungen (Umfang der Förderung; Anzahl der geförderten Versuche) enormen Aufholbedarf (vgl. www.heute.de Womit werden Sie dieser m.E. verfehlten Politik entgegensteuern?

Kinderlosigkeit aufgrund der eigenen physischen Konstitution ist von der Weltgesundheitsorganisatino als Krankheit anerkannt. Warum werden die Folgen nur zur Hälfte von der KV übernommen, während das deutsche Gesundheitswesen die Pharmaindustrie in anderen Bereichen gleichzeitig mit aberwitzig hohen Medikamentenkosten subventioniert?

Mit dem Rückgang der Förderung sind die durchgeführten Versuche enorm eingebrochen (jedenfalls insofern man die um ohnehin nicht geförderte Kryo-Zyklen bereinigte Statistik berücksichtigt, www.wunschkinder.net ). Die von Ihnen vertretene Auffassung, die mögliche Erfolglosigkeit von Behandlungen belasteten die betroffenen Frauen sehr stark (ebd.), ist sicher richtig; ich kann darin aber aus zwei Gründen kein logisch nachvollziehbares Argument gegen eine stärkere Förderung erkennen. Erstens tut der Staat gut daran, den Betroffenen die Entscheidung über ihre persönliche Belastungsfähigkeit selbst zu überlassen. Zweitens sorgen finanzielle Hindernisse bei der IVF / ICSI ganz sicher nicht für eine Entlastung der Betroffenen.

Mit freundlichen Grüßen,

.
Antwort von Dorothee Bär
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07.12.2011
Dorothee Bär
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Es ist richtig, dass ich Bedenken gegen die Pläne des Bundesfamilienministeriums geäußert habe, die Kinderwunschbehandlung aus Steuermittel zu fördern - über die anteilige Kostenerstattung durch die GKV hinaus, die ich nicht in Frage stelle. Ich habe mir die Freiheit genommen, auf emotionale und gesundheitliche Risiken hinzuweisen, die mit der künstlichen Befruchtung verbunden sind und die die Paare sehr belasten können. Natürlich sollen die Paare selbst entscheiden, ob sie bereit sind, diese Belastungen auf sich zu nehmen. Nur wissen eben viele Paare überhaupt nicht, was mit einer Kinderwunschbehandlung auf sie zukommt. Das zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum aus diesem Jahr. Danach sind besonders die Frauen auf die Achterbahnfahrt der Gefühle nicht angemessen vorbereitet. Über körperliche Risiken fühlen sie sich von den behandelnden Ärzten gut aufgeklärt, nicht aber über die emotionalen Belastungen.

Da sich die Mehrheit meiner Fraktion für die zusätzliche Förderung der Kinderwunschbehandlung aus Steuermitteln ausgesprochen hat, trage ich diese Entscheidung mit. Meinen Bedenken wurde dadurch Rechnung getragen, dass wir versuchen werden, die psychosoziale Beratung vor einer Behandlung zu verbessern, damit die Paare gut informiert die Entscheidung für eine künstliche Befruchtung treffen können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Dorothee Bär
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.12.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Bär,

wie bewerten Sie, angesichts der Wahlmanipulationen in Russland sowie der nachweislichen Menschenrechtsverletzungen und der Unterdrückung der Meinungsfreiheit, das Engagement von Gerhard Schröder bei Gazprom und seine immer wieder bekräftigte Aussage, Wladimir Putin sei ein Demokrat?

Beste Grüße
Antwort von Dorothee Bär
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04.01.2012
Dorothee Bär
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Die friedlichen Demonstrationen in Moskau und weiteren Städten Russlands nach den Duma-Wahlen haben gezeigt, dass das Modell einer "gelenkten Demokratie" von den Bürgern Russlands nicht länger hingenommen wird. Die Menschen haben erkannt, dass das System von Wladimir Putin nicht Stabilität, sondern Stagnation bedeutet. Den von Ihnen angesprochenen Vorwürfen der Wahlmanipulation müssen Untersuchungen folgen.

Das Engagement des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder im Aufsichtsrat des russischen Konzerns Gazprom möchte ich an dieser Stelle nicht bewerten. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass sich Deutschland und die Europäische Union in Fragen der Energieversorgung nicht von einem der größten Gaslieferanten der Welt abhängig machen sollten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Dorothee Bär
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
21.12.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Dorothee Bär,

Sie sind sehr engagiert in Sachen gleicher Lohn für Frauen und Männer /1/. Dort führen Sie aus, dass es nur einen unerklärten Rest von 8% zwischen den Löhnen der Männer und Frauen gäbe, die Angabe von 23% sei also Quatsch.

Meine Wenigkeit war auf der, aus öffentlichen Geldern geförderten Veranstaltung des BPW /2/ in Nürnberg zur "Ausbildung" von Multiplikatorinnen. Genau so wie Sie, hatte Herr Beck von destatis erklärt: Nur 8% sind unerklärlich und diese wären keine Diskriminierung.

Herr Beck hatte das verwendete Regressionsmodell vorgestellt.

Ich hatte versucht - da ich was von Regressionsmodelle verstehe - die Zuhörer aufzuklären, dass das verwendete Modell unvollständig sei. So wurden nur zwei unabhängige Variablen aus dem privaten Bereich verwendet, nicht aber die zwei Wichtigsten: a) Lohn des Ehepartners und b) bezogener Unterhalt.

Werden diese miteinbezogen, dann werden Sie auch die restlichen 8%, mehr als erklärt bekommen.

Wie Sie unseren Ausführungen bei Ihrem Kollegen entnehmen können /3/, haben Frauen - aufgrund des bezogenen Unterhaltes - einen, um 5% höheres Einkommen als die Männer, trotz der falschen Berücksichtigung des gezahlten Unterhaltes bei den Männern.

Mehr noch, wenn Sie das ganze Bild berücksichtigen, werden Sie feststellen, dass Männer im Schnitt 39% mehr arbeiten müssen als die Frauen, um 23% mehr Lohn zu bekommen /4/.

Ich hatte auf der Veranstaltung in N lediglich versucht, nachzufragen, warum der Unterhalt nicht als erklärende Variable einbezogen wird: Mir wurde in feministisch-demokratischer Manier die Antwort auf meine Frage verweigert!

Warum haben die Feminist.I.nnen Angst vor der Wahrheit? Warum darf mann die Fakten zur Diskriminierung der Männer nicht bekannt geben? Gibt es eine Möglichkeit, die wahren Zusammenhänge Ihrer Fraktion oder im BT bekannt zu geben?

MfG
MB

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Antwort von Dorothee Bär
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21.05.2012
Dorothee Bär
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht. In Deutschland beträgt die geschlechtsspezifische Lohnlücke (Gender Pay Gap) rund 23 Prozent. Das Statistische Bundesamt stellt hierbei die durchschnittlichen Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern gegenüber. Das Ergebnis ist die sogenannte "unbereinigte" Lohnlücke - die deshalb vergleichsweise hoch ist, weil Unterschiede wie Berufswahl, Position, Ausbildung und Beschäftigungsform (Vollzeit/Teilzeit) nicht berücksichtigt werden. Gerade in diesen Merkmalen unterscheiden sich Frauen und Männer jedoch häufig, insbesondere hinsichtlich des Beschäftigungsumfangs. So kann zumindest ein Teil der unbereinigten Lohnlücke strukturell erklärt werden. Die "bereinigte" Lohnlücke von acht Prozent hingegen ist das Ergebnis aus dem Lohnvergleich von Frauen und Männern mit denselben, individuellen Merkmalen wie Beruf, Branche, Qualifikationsniveau, Beschäftigungsform (vereinfacht: wenn gleich qualifizierte Frauen im gleichen Beruf für die gleiche Tätigkeit weniger Entgelt bekommen). Nicht abschließend geklärt ist, worauf diese verbleibenden acht Prozent zurückzuführen sind. Ursachen könnten Diskriminierung sein oder auch ein unterschiedliches Verhandlungsverhalten von Frauen und Männern. Amtliche Aussagen sind hierzu jedenfalls nicht vorhanden. Die Tatsache, dass sich etwa zwei Drittel der Lohnlücke strukturell erklären lassen, ändert jedenfalls nichts am Handlungsbedarf. Im Gegenteil: Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen führen offensichtlich zu Nachteilen von Frauen im Entgelt und müssen deshalb verändert werden. Würde nur noch die bereinigte Lohnlücke betrachtet, so bestünde die Gefahr, dass die Gründe, die zur Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern führen - namentlich vor allem Unterbrechungen des Erwerbslebens, unterschiedliches Berufswahlverhalten und die geringere Bewertung von typischen Frauentätigkeiten - bagatellisiert bzw. vernachlässigt würden. Zudem würde bei alleiniger Betrachtung der bereinigten Lohnlücke unsichtbar gemacht, dass strukturelle Merkmale ihrerseits Diskriminierungspotenziale bergen können - man denke hier beispielsweise an die Besetzung von Führungspositionen. Die Höhe der unbereinigten Lohnlücke bleibt damit ein Kernindikator für Gleichstellung, da sie strukturelle Unterschiede deutlich macht. Sie ist insofern Ansatzpunkt für unser politisches Handeln.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Dorothee Bär
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Ihre Frage an Dorothee Bär
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