Dirk Niebel (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dirk Niebel
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
29.03.1963
Berufliche Qualifikation
Diplom-Verwaltungswirt (FH)
Ausgeübte Tätigkeit
MdB; Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Heidelberg
Ergebnis
12,0%
Landeslistenplatz
2, Baden-Württemberg
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(...) Im Koalitionsvertrag zwischen FDP und Union haben wir uns zur besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel als jüdischem Staat bekannt und das überragende Interesse an Frieden, Stabilität und demokratischer Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten benannt. Im Nahost-Friedensprozess treten wir mit Nachdruck für eine Zwei-Staaten-Lösung ein: für einen Staat Israel, der von allen Nachbarn anerkannt wird und dessen Bürger in Frieden und Sicherheit leben können, sowie für einen lebensfähigen palästinensischen Staat, dessen Bürger ihr Schicksal in Würde und Frieden selbst bestimmen können. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
31.03.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Niebel,

im April wird der Posten des Präsidenten der Weltbank neu besetzt. Traditionsgemäß stellen die Amerikaner den Weltbank-Präsidenten und die Europäer den Geschäftsführenden Direktor des IWF. Die USA haben dazu den Mediziner Jim Yong Kim nominiert. Erstmals in der Geschichte der Weltbank gibt es dieses Mal jedoch mehr als einen Kandidaten. Und dies aus guten Grund. Herrn Kim fehlt es schlicht an der notwendigen Qualifikation für den Top-Job der wichtigsten Entwicklungshilfeinstitution der Welt (siehe dazu die NYT oder FAZ in den vergangenen Tagen).

Hinzu kommt eine ideologische Ausrichtung, die gerade einem Liberalen zu denken geben sollte. Dazu ein Zitat aus der aktuellen Ausgabe des Economist: "In an introduction to a 2000 book called "Dying for Growth”, he wrote that "the quest for growth in GDP and corporate profits has in fact worsened the lives of millions of men and women”, quoted Noam Chomsky and praised Cuba for "prioritising social equity”. Were Mr Kim hoping to lead Occupy Wall Street, such views would be unremarkable. But the purposes of the World Bank, according to its articles of agreement, are "to promote private foreign investment…[and to] encourage international investment for the development of the productive resources of members.” The Bank promotes growth because growth helps the poor. If Mr Kim disagrees, he should stick to medicine.""

Mit Frau Okonjo-Iweala gibt es hingegen eine Kandidatin, die sowohl über die notwendige berufliche Qualifikation verfügt, als auch die Bedeutung von Wachstum für die Entwicklungschancen von armen Ländern aus erster Hand kennt.

Mir ist klar, dass die langjährige informelle Absprache zwischen Europa und den USA gewichtig ist. Solange die USA qualifizierte Kandidaten ins Rennen geschickt haben, war diese Absprache auch unschädlich. Dieses Mal liegen die Dinge jedoch anders. Daher meine Frage: Werden Sie und die FDP Frau Okonjo-Iweala unterstützen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dirk Niebel
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24.04.2012
Dirk Niebel
Sehr geehrte Frau ,

zum ersten Mal in der Geschichte der Weltbank ist die Neubesetzung des Postens des Präsidenten in einem Auswahlverfahren entschieden worden. Ich habe dies ausdrücklich begrüßt. Noch mehr hat mich gefreut, dass mit Jim Yong Kim, Ngozi Okonjo-Iweala und Jose Antonio Ocampo gleich drei hervorragende Kandidaten ihre Bewerbung abgegeben haben.

Um alle wesentlichen Aspekte in die Auswahl einbeziehen zu können, habe ich Wert darauf gelegt, die Kandidaten auch in einem persölichen Gespräch kennen zu lernen. Zusammen mit meinen europäischen Kollegen habe ich mir daher bei einer gemeinsamen Vorstellungsrunde ein persönliches Bild von allen drei Kandidaten gemacht und ihnen gegenüber unsere deutschen Erwartungshaltungen an die zukünftige Amtsführung zum Ausdruck gebracht. Alle drei Bewerber haben sich dabei als sehr qualifizierte und kenntnisreiche Kandidaten erwiesen.

Bei der Wahl des Präsidenten haben wir uns im gesamten Prozessverlauf eng mit unseren europäischen Partnern und anderen Anteilseignern abgestimmt. Zuletzt stellte sich uns die Wahl zwischen Frau Okonjo-Iweala und Herrn Jim Yong Kim. Am Ende haben wir uns, zusammen mit einer sehr deutlichen Mehrheit der Mitglieder der Weltbank, für Herrn Jim Yong Kim als nächsten Weltbankpräsidenten entschieden. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Ich danke Frau Ngozi Okonjo-Iweala für ihre starke Bewerbung und freue mich darauf, mit Herrn Jim Yong Kim die gute und enge Kooperation Deutschlands mit der Weltbank fortzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dirk Niebel
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Frage zum Thema Kultur
18.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Niebel,

es steht mir nicht zu, die Qualität des Gedichtes von Günther Grass beurteilen zu wollen. Dass Herr Netanjahu in den USA auf Unterstützung bei einem möglichen Angriff des Iran gedrängt hat, ging aus allen Berichten hervor. Mit der Furcht, was daraus entstehen könnte, steht Herr Grass bekanntermaßen nicht allein da.
Bezug nehmend auf Ihre Teilnahme an der Talkrunde bei Günther Jauch am 15.4.12 , bei der Sie Günther Grass wegen seiner Zeit bei der Waffen-SS die Berechtigung absprechen, sich zum Geschehen in Israel zu äußern, wüsste ich gern von Ihnen, wie "reif" Sie mit 15 bzw. 16-17 Jahren waren. Herr Grass ist mit 15 Jahren der Demagogie, Deutschland retten zu können, erlegen und in die Wehrmacht eingetreten - wie sehr, sehr viele im gleichen Alter auch - und dann in die Waffen-SS eingezogen worden. Als der Krieg endete, war er 17 1/2 Jahre alt. Wir haben mehrere Enkel im etwa gleichen Alter, und wie unreif sie sind, kann - bei aller Liebe - nicht angezweifelt werden. Sogar in der Rechtsprechung werden sehr viele junge "Erwachsene" bis zum Alter von 20 Jahren nach dem Jugendstrafrecht beurteilt - in Kenntnis dieser Unreife.
Ich bin der Überzeugung, dass es uns Heutigen, die wir nicht in der damaligen Situation gewesen sind, nicht zusteht, darüber zu urteilen, wie sich Menschen in dieser Zeit eingefügt haben - natürlich von unmoralischen und unmenschlichen Verhaltensweisen abgesehen!
Halten Sie es wirklich für wahrscheinlich, dass Herr Grass ein Antisemit ist und noch heute seine jugendliche Zugehörigkeit zur Waffen-SS darauf schließen lässt?

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Dirk Niebel
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27.04.2012
Dirk Niebel
Sehr geehrte Frau ,

Ihre Darstellung meiner angeblichen Äußerungen ist nicht richtig. Im Gegenteil: Ich habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich Günter Grass _nicht_ für einen Antisemiten halte. Selbstverständlich hat Günter Grass das Recht auf freie Meinungsäußerung wie auch Kritik an der israelischen Regierung nicht gleichzusetzen ist mit Antisemitismus. Allerdings kann ein Schriftsteller dazu beitragen, antisemitisches Denken in der Mitte der Gesellschaft salonfähig zu machen, wenn sich der rechte Rand hinter seinen Gedanken aufstellt.

Schrille Worte nützen keiner Seite, weder in Gedichtform noch durch Einreiseverweigerung. Internationale Beobachter und die Kontrollbehörde IAEA gehen davon aus, dass das iranische Regime sein Nuklearprogramm für militärische Zwecke nutzen will. Israel sieht sich unmittelbar und existenziell bedroht. Wer diese Bedrohung verharmlost, verweigert sich der Realität. Die Staatengemeinschaft stimmt überein, dass eine nukleare Bewaffnung Irans verhindert werden muss. Das betrifft die weltweite Sicherheit, nicht nur Israel. Eine Debatte über militärische Szenarien ist kontraproduktiv. Wir setzen auf diplomatische und politische Lösungen.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
26.04.2012
Von:

Nachdem Ihre Partei diese Problematik schon vor Jahren öfters thematisiert hat, würde mich interessieren: haben Sie inzwischen die Nationale Erbsenreserve abgeschafft?

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Frage zum Thema Finanzen
22.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Niebel,

Warum wird von Seiten der Bundesregierung das Thema Eurobonds immer mit einer kompletten Vergemeinschaftung der Schulden im Euroraum gleichgesetzt? Es wäre doch auch denkbar, dass solche gemeinsam garantierten Anleihen von einzelnen Ländern zeitlich begrenzt und in begrenztem Volumen ausgegeben werden. Italien beispielsweise hat seinen Haushalt in Ordnung gebracht, muss aber weiterhin hohe Marktpreise zur Refinanzierung der Staatsschuld zahlen. Dieses Geld fehlt dann an anderer Stelle und dadurch wird die wirtschaftliche Stagnation in Italien weiter zementiert. Statt erst einzugreifen wenn es eigentlich schon zu spät ist wäre es doch naheliegender den Italienern für einen begrenzten Zeitraum die Möglichkeit zu geben sich mit Eurobonds zu refinanzieren. Dadurch würden Mittel frei mit denen die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs gebracht werden könnte. Was spricht Ihrer Ansicht nach gegen eine derartige Lösung oder warum wurde derartiges von der Bundesregierung bisher nicht in Betracht gezogen?

Mit freundlichen Grüssen,

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