Sehr geehrter Herr

,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gern beantworte.
Ihre Einschätzung, dass die Knappheit des Wohnraumes zu den drängenden sozialen Problemen in Hamburg gehört, teile ich. Zwar scheint mir die von Ihnen genannte Zahl von 40.000 zweckentfremdeten Wohnungen recht hoch angesetzt zu sein, dennoch begleitet auch die CDU-Bürgerschaftsfraktion das Thema seit Jahren mit Sorge.
So wurde unter dem CDU-geführten Senat die "Verordnung über die Feststellung einer Gefährdungslage" erlassen, welche die notwendigen Voraussetzungen geschaffen hat, um gegen die Zweckentfremdung von Wohneigentum vorgehen zu können.
Ein Problem sehe ich dann auch eher beim Vollzug der gesetzlichen Regelungen. Insbesondere bei der von Ihnen erwähnten Genehmigungspraxis und bei der Kontrolle von zweckentfremdeten Wohnungen werden wir auf Verbesserungen drängen.
Gleichzeitig darf man nicht aus den Augen verlieren, dass die Anwendung der gesetzlichen Regeln immer auch einen Einschnitt in das Eigentumsrecht des Betroffenen darstellt und daher sorgfältig abgewogen werden muss. Hinzu kommt in vielen Fällen auch ein Bestandsschutz für Freie Berufe und Praxen, den man heute nicht mehreinräumen würde.
Den von Ihnen aufgeworfenen Einzelfall "Am Elisabethgehölz" werde wir aufnehmen und versuchen, weitere Einzelheiten in Erfahrung zu bringen.
Selbstverständlich wird sich die CDU-Bürgerschaftsfraktion auch in Zukunft für bezahlbaren Wohnraum in Hamburg einsetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Dietrich Wersich