Dennis Thering (CDU)
Abgeordneter Landtag Hamburg

Grunddaten
Jahrgang
1984
Berufliche Qualifikation
Bankkaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
MdHB, Angestellter
Wohnort
Hamburg Alstertal
Wahlkreis
Alstertal - Walddörfer , über Wahlkreis eingezogen
Landeslistenplatz
keinen
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(...) Durch Volksentscheide über alle erdenklichen Themen und zu allen Zeiten besteht das Risiko, dass Einzelinteressen zu sehr in den Vordergrund rücken und das Gemeinwohl auf der Strecke bleibt. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Bürgerinnen und Bürger und damit die Demokratie als solche in einen dauerhaften Erregungszustand versetzt wird. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.12.2011
Von:

Guten Tag Herr Thering,

Demokratie ist im anbetracht des Wandels in vielen nordafrikanischen Staaten derzeit ein wichtiges Thema. Daher wäre für mich von großem Interesse, wie sie zu Direkter Demokratie stehen und was sie von der Idee Volksentscheide auch auf Bundesebene zu halten.

Über eine Antwort wäre ich sehr erfreut.
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

und (12. Klasse des Heilwig Gymnasiums)
Antwort von Dennis Thering
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17.12.2011
Dennis Thering
Liebe , lieber Moritz Spiegel,

vielen Dank für Eure Frage.

Direkte Demokratie ist in Zeiten gestiegenen Bürgerengagements zu einem sehr wichtigen Thema geworden. Wir haben in der Bundesrepublik Deutschland eine starke, über Jahrzehnte gewachsene parlamentarische Demokratie. Diese sorgt für eine hohe Stabilität des politischen Systems in Deutschland. Damit unterscheiden wir uns eklatant von den nordafrikanischen Staaten, in denen die Demokratie erst langsam zu wachsen beginnt.

Die Stabilität unserer Demokratie ist ein sehr hohes Gut und darf nicht angetastet werden.

Durch Volksentscheide über alle erdenklichen Themen und zu allen Zeiten besteht das Risiko, dass Einzelinteressen zu sehr in den Vordergrund rücken und das Gemeinwohl auf der Strecke bleibt. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Bürgerinnen und Bürger und damit die Demokratie als solche in einen dauerhaften Erregungszustand versetzt wird. Insbesondere radikale Gruppierungen könnten von einem solchen Klima profitieren. Dieses Risiko dürfen wir nicht eingehen. Die parlamentarische Demokratie ist ein voller Erfolg und bedarf keiner großen Veränderung. Darüber hinaus besteht für jeden Bürger die Möglichkeit sich in Parteien, Organisationen oder Vereinen für das Allgemeinwohl zu engagieren. Dieses Engagement muss wo immer möglich gefördert werden.

Ich hoffe ich konnte Eure Frage umfassend beantworten. Wenn Ihr noch Nachfragen oder weitere Fragen habt, setzt euch gerne mit mir in Verbindung. Ihr findet meine Kontaktdaten auf meiner Homepagewww.Dennis-Thering.de. Gerne könnt ihr mich auch in meinem Bürgerbüro Alstertal besuchen kommen.

Herzliche Grüße,

Dennis Thering
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.01.2012
Von:

Guten Tag Herr Thering,

ich habe gerade Ihre Antwort auf die Frage wie Sie zu mehr direkter Demokratie und Volksentscheiden auf Bundesebene stehen von Moritz Spiegel und Sophie Prüfert gelesen.

Ihre Antwort hat mich nicht so richtig überzeugt.

Im Rahmen einer Hausarbeit muss ich mich jetzt mit diesem Thema beschäftigen. Zu beginn meiner Informationssammlung war ich ähnlicher Überzeugung wie Sie.

Die Forderer von mehr direkter Demokratie bemängelen unteranderem fehlende Transparenz in der Politik. Sie berichten von einer immer größer werdenden Unzufriedenheit mit den Politikern und deren Politik, die zum Teil am Volk vorbei geht.
Dies ist in meinen Augen ein nicht zu leugnender Zustand, die Menschen gehen immer weniger zu Wahlen, weil der Gedanke "Die tun doch eh was die wollen" immer stärker verbreitet ist.

Dies ist nicht die alleinige Schuld der Politiker. Die ganze deutsche Gesellschaft ist in einem Tümpel von immer mehr Egoismus und der fehlenden Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen angekommen.

Die Befürworter von Volksentscheiden sehen die direkte Demokratie, als einen Harken, der uns aus diesem Sunf befreien könnte.
Wenn Politiker mehr tun würden wofür Sie gewählt wurden, nämlich sich für das Volk einzusetzen und dieses mit allen Informationen versorgen würde, währe der Ruf nach mehr direkter Demokratie in meinen Augen nicht so stark erwacht.

Sie schreiben "Die parlamentarische Demokratie ist ein voller Erfolg und bedarf keiner großen Veränderung". Irgendwie passt das nicht ganz zu Ist-Zustand unserer Gesellschaft. Haben Sie einen besseren Vorschlag wie man aus dieser Bedroullie herauskommt bzw. was ist Ihre Meinung?

Wenn die Politiker das tun wofür Sie gewählt wurden gibt es keinen Grund sie durch einen Volksentscheid/Volksbegehren auszubremsen. Warum dann ein so großer Wiederstand der CDU/CSU gegen direkte Demokratie? Ist es nicht die Aufgabe der Politik/einer Domkratie den Willen des Volkes zu vertreten?

Liebe Grüße
Antwort von Dennis Thering
bisher keineEmpfehlungen
24.01.2012
Dennis Thering
Liebe ,

vielen Dank für Ihre Nachfrage zu dieser sehr wichtigen Thematik.

Die Aussage "Die parlamentarische Demokratie ist ein voller Erfolg", auf die Sie Bezug nehmen, möchte ich gerne noch einmal unterstreichen. Wie hat sich Deutschland seit Beginn der Bundesrepublik denn entwickelt? Wir sind heute eine gefestigte Demokratie in der Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität von der überwiegenden Mehrheit aus voller Überzeugung mitgetragen werden. Unsere Demokratie im Zentrum Europas ist äußerst stabil und kaum durch radikale Kräfte in ihrer Existenz bedroht, dies ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man einen Blick zurück in die Geschichte wirft.
Das alles ist eben auch die Folge einer parlamentarischen Regierungsform. Von diesen grundsätzlichen Überlegungen abgesehen, sind wir heute eine Nation, die in ihrer wirtschaftlichen Stärke und ihrem gut funktionierenden sozialen und solidarischen Austausch wie kaum eine andere in der Welt führend ist. Dieses ist das Ergebnis jahrzehntelanger parlamentarischer Demokratie in Deutschland.

Im Konkreten geht es darum, dass wir als Gesamtgesellschaft auch weiterhin nur so erfolgreich sein können, wie wir uns um das Allgemeinwohl sorgen und für das Allgemeinwohl eintreten. Das ist für mich als Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft Aufgabe und Verpflichtung zugleich.

Das schließt keineswegs Volksabstimmungen in ganz bestimmten Sachfragen aus, ganz im Gegenteil. Es schließt jedoch aus, dass eine gut organisierte Minderheit über eine Mehrheit bestimmt und derartige Volksabstimmungen ständig und zu jedem Thema benötigt werden. Daher auch meine Unterstützung von Quotenregelungen bei Volksabstimmungen. Denn "der Wille des Volkes" kann nicht durch eine kleine Minderheit ausgedrückt werden. Verglichen mit der Beteiligung an bisherigen Volksabstimmungen z.B. in Hamburg, sind gewählte Parlamente deutlich stärker demokratisch legitimiert, wenn man die Wahlbeteiligung zu Grunde legt.

Ich sehe unter anderem in der Kommunikation von Politik und politischen Entscheidungen eine große Aufgabe, wenn es um die Bewältigung von Politikverdrossenheit geht. In der heutigen Medien- und Informationsgesellschaft, ist es von enormer Bedeutung politische Entscheidungsverfahren frühzeitig und transparent zu kommunizieren. Persönlich versuche ich insbesondere über das Internet und soziale Medien die Bürgerinnen und Bürger mit Ihren Fragen, Wünschen und Anliegen an meiner politischen Arbeit zu beteiligen. Parlamentarische Demokratie heißt eben nicht, über die Köpfe der Menschen hinweg Entscheidungen zu treffen, sondern mit den Menschen gemeinsam und in Abwägung unterschiedlicher Interessen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Dennis Thering
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