Claudia Stamm (GRÜNE)
Abgeordnete Landtag Bayern

Grunddaten
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
Studium der Philosophie + Politologie
Ausgeübte Tätigkeit
Freie Mitarbeiterin beim Bayerischen Rundfunk, MdL
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Giesing
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(...) Außerdem hat sich in den letzten Wachstumsphasen gezeigt, dass es keine gerechte Verteilung des durch Wachstum entstandenen zusätzlichen Einkommens gegeben hat. (...) Um eine nachhaltige Entwicklung ohne Wachstumszwang zu erreichen, müssen wir Wege finden, wie die Generierung von Wirtschaftsleistung/Wertschöpfung noch stärker als bisher vom Umwelt-/ Energieverbrauch zu entkoppeln ist. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Umwelt
11.11.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Stamm,

was unternehmen Sie gegen die Erweiterung der Schießanlage im Forstenrieder Park?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudia Stamm
1Empfehlung
20.08.2010
Claudia Stamm
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, was ich gegen die Erweiterung der Schießanlage im Forstenrieder Park unternehme.

Mit der Bürgerinitiative gegen die Schießanlage stehe ich schon seit einem Jahr in engem Kontakt mit Treffen und Telefonaten. Denn das Vorhaben der Schießanlage ist absurd. Die Schießanlage ist mir ein absoluter Dorn im Auge.

Es gibt also gar keinen Grund nicht zu antworten. Dass die Antwort so lange ausblieb, tut mir leid. Es gab technische Probleme, da das Portal abgestürzt war und die Nachricht noch an meine alte private Emailadresse ging.

Aber ich habe nichts zu verbergen, ganz im Gegenteil: Der Aktuellste Stand ist, dass der Schießstand Hubertus die Zuständigkeit für Genehmigung teilen möchte: einmal auf das Landratsamt München und zum anderen auf die Stadt München. Das sehen die beiden aber anders; Kommune wie Landkreis sehen die Zuständigkeit bei der Stadt München. Die Frage der Zuständigkeit für die Genehmigung hängt also gerade in der Schwebe! Hoffentlich haben die damit keinen Erfolg, denn die Erweiterung der Schießanlage muss unbedingt verhindert werden. Dafür werde ich mich weiter engagieren.

Herzliche Grüße
Claudia Stamm
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Frage zum Thema Finanzen
03.06.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Stamm,

angesichts der Probleme die durch unser Geldsystem verursacht, versuche ich zu Verstehen wo die Ursachen und wie die alternative einer nachhaltigen Wachstumspolitik aussehen kann.

1.Warum leihen Regierungen das Geld von Privaten Banken gegen Zinsen,wenn sie das Geld, das sie benötigen,genauso-gut selbst-und Zinsfrei-erstellen Könnten?

2.Wieso überhaupt Geld als Schuld generieren wieso nicht Geld Schaffen, das ständig umläuft und nicht fortwährend gegen Zinsen erneut geliehen werden muss um überhaupt zu Existieren?

3.Wie kann ein Geldsystem, das nur unter andauernd beschleunigtem Wachstum Funktioniert, genutzt werden, um eine Nachhaltige Wirtschaft zu schaffen?
Ist es denn nicht einleuchtend das andauernd beschleunigtes Wachstum und Nachhaltigkeit inkompatibel sind ?

4.Warum ist unser Jetziges System vollständig abhängig von andauernden Wachstum? Was muss geändert werden, um die Entstehung einer Nachhaltigen Wirtschaft zu ermöglichen?

Mit freundlichen Grüßen

F.
Antwort von Claudia Stamm
1Empfehlung
22.07.2010
Claudia Stamm
Sehr geehrter Herr Frühwirt,

vielen Dank für Ihre Fragen. Hier meine Antworten entsprechend Ihrer Nummerierung:

1. Damit wäre aber die Geldwertstabilität gefährdet. Es wäre zu viel Geld im Markt, das Geld würde wertlos und als Zahlungsmittel unbrauchbar. Wer verkauft schon etwas, wenn das Geld, das er bekommt, wertlos zu werden droht? Wer arbeitet, wenn er dafür mit wertlosem Geld "entlohnt" wird?

Besonders nachhaltig sind weder die Erhöhung der Geldmenge noch ständig steigende Schulden. Die Lösung kann nur sein, dass der Staat auf Dauer mit seinen Einnahmen auskommt und dass er sich das für notwendige Ausgaben erforderliche Geld nicht leiht, sondern über Steuern einnimmt.

2. Das ist im Prinzip das Gleiche wie in Frage 1. Mehr Geld zu schaffen, bedeutet das Geld zu entwerten. Das führt letztlich dazu, dass im Zweifelsfall gar kein Geld mehr umläuft.

3. Das Geldsystem muss vor Missbrauch geschützt werden. Insbesondere der Bankensektor muss seine eigentlich Aufgabe erfüllen: Die Bereitstellung von Geld in Form von Krediten. Viele Banken haben in den vergangenen Jahren mehr spekuliert als das Geld innovativen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Das Aufblasen der Geldmenge über Derivate muss massiv eingeschränkt werden. Dazu muss die staatliche Kontrolle der Banken deutlich verbessert und international abgestimmt werden.

Als marktwirtschaftliches Instrument ist eine Finanztransaktionssteuer ein geeignetes Instrument, um Geldgeschäfte, die reiner Selbstzweck sind, einzudämmen.

Dauerhaftes Wachstum hat es eigentlich noch nie gegeben. Es gab immer wieder konjunkturelle Einbrüche, die das Wachstum zumindest unterbrochen haben. Es hat sich außerdem gezeigt, dass sich das Wachstum zumindest in Europa in den letzten Jahrzehnten ständig verlangsamt hat. Es ist in Deutschland auch kein dauerhaftes starkes Wachstum mehr zu erwarten: Die Bevölkerung schrumpft und wird älter. Dazu kommt, dass eine nachhaltige Entwicklung und dauerhaftes materielles Wachstum, wie Sie zu Recht schreiben, inkompatibel sind. Eine Politik, die nur auf Wachstum setzt, muss daher zwangsläufig in der Sackgasse enden.

Das heißt aber nicht, dass Wachstum in einzelnen Bereichen nicht mehr möglich ist. Ein Wachstum im Bereich erneuerbare Energien ist zum Beispiel sehr erwünscht und kompatibel mit einer nachhaltigen Entwicklung.

4. Wir sind nicht zwangsläufig abhängig vom Wachstum, aber viele glauben es zu sein. Außerdem ist das Setzen auf Wirtschaftswachstum eine sehr einfache Lösung für viele Probleme: Mehr Wachstum bedeutet mehr Arbeit, mehr Einkommen und höhere Steuereinnahmen für den Staat. Ökologische Probleme und das Problem der Begrenztheit von Ressourcen werden dabei aber völlig ausgeblendet. Außerdem hat sich in den letzten Wachstumsphasen gezeigt, dass es keine gerechte Verteilung des durch Wachstum entstandenen zusätzlichen Einkommens gegeben hat. Mittlere und untere Einkommensgruppen haben überhaupt nicht profitiert. Die Reallöhne sind im Gegenteil sogar gesunken.

Um eine nachhaltige Entwicklung ohne Wachstumszwang zu erreichen, müssen wir Wege finden, wie die Generierung von Wirtschaftsleistung/Wertschöpfung noch stärker als bisher vom Umwelt-/ Energieverbrauch zu entkoppeln ist. Instrumente, deren Einsatz das von uns geforderte Umsteuern befördern und die die notwendige Umverteilung stützen, können wir ja sehr wohl anbieten: Beispiele sind eine höhere Einkommenssteuer im oberen Bereich, höhere Erbschaftssteuer, Fortführung der ökologischen Steuerreform (höhere Sätze, Abschaffen von Ausnahmen Š). Arbeit ist durchaus reichlich vorhanden (z.B. in der Bildung/Erziehung, in der Betreuung, in der Pflege). Um allerdings hieraus in größerem Maße auskömmliche Erwerbsarbeit zu generieren, bedarf es der hierfür notwendigen Finanzen, d.h. die Umverteilung ist eine der Kernvoraussetzungen für das Umsteuern in unserem Wirtschaften.

herzliche Grüße

Claudia Stamm
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Frage zum Thema Gesundheit
17.02.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Stamm,

was halten Sie von einer Entkriminalisierung von Erwachsenen Cannabiskonsumenten ?

Durch die Entkriminalisierung Erwachsener Cannabiskonsumenten könnten viele Kosten die zur Zeit im Repressionsbereich entstehen, effektiv eingespart werden um mehr Präventionsarneit finanzieren zu können.


Wie stehen Sie zu dem Antrag der Linke Cannabis durch Cannbis Clubs zu legalisieren ?

Vielen Dank

H.

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Frage zum Thema Umwelt
07.03.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Stamm,

als Grüne-Abgeordnete setzen sie sich glücklicherweise auch gegen Massentierhaltung ein.

Wie kommt es nun dazu, dass Sie sich im Landratswahlkampf vom einen Grillhähnchenstandbetreiber im Wahlkampf unterstützen lassen und dadurch auch Werbung für sein Geschäft machten?
Haben sie vorher sichergestellt dass der Betrieb nur Biohähnchen verarbeitet?
Oder ist Ihnen im Wahlkampf die Werbung wichtiger als bisherige Positionen?

Mit freundlichen Grüßen,

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Frage zum Thema Finanzen
24.04.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Stamm,

in einer Diskussionsrunde in BR 3 am heutigen 24.4.2012 äußerten Sie sich zu Familiensubventionen. Dabei bezeichneten Sie das Ehegattensplitting als Subventionierung des Trauscheines. Habe ich die Bemerkung so richtig verstanden, dass Sie und Ihre Partei das Ehegattensplitting abschaffen wollen?

Mit freundlichen Grüßen

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