Clara Herrmann (DIE GRÜNEN)

Clara Herrmann
Jahrgang
1985
Berufliche Qualifikation
Studentin
Ausgeübte Tätigkeit
derzeit Studentin an der Humboldt-Universität zu Berlin, Geographie mit den Nebenfächern VWL und BWL
Wohnort
-
Wahlkreis
Friedrichshain-Kreuzberg WK 4
Ergebnis
14,4%
Landeslistenplatz
21, über Liste eingezogen, Friedrichshain-Kreuzberg
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Persönliche Website
www.claraherrmann.de
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
25.08.2006
Von:

Hallo Clara!

Was hältst du von dem Vorhaben, in der Nähe des Ostbahnhofs ein Riesenrad zu errichten? Begrüßt du es, lehnst du es ab?
Antwort von Clara Herrmann
bisher keineEmpfehlungen
28.08.2006
Clara Herrmann
Sehr geehrter Herr ,

die Bezirksverordnetenversammlung hat mehrheitlich gegen die Stimmen der GRÜNEN für einen Bau des Riesenrades gestimmt. Auch ich persönlich lehne das geplanten Riesenrad aus folgenden Gründen ab:

Die Anschutz-Entertainment-Group, die am Ostbahnhof eine Arena baut, plant auf dem Areal zusätzlich ein Riesenrad und Entertainment Center mit Kasino, Theater, Kino und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen. Die Bezirksverordnetensammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat mit den Stimmen von SPD, PDS, CDU und FDP für einen schnellen Bau des Riesenrades und des Entertainment Centers gestimmt, gegen die Stimmen der Grünen. Wir Grünen haben das Projekt aus städtebaulichen Gründen und wegen des zu erwartenden erhöhten Verkehrsaufkommens abgelehnt.

Das Riesenrad soll 1,5-3 Mio. BesucherInnen im Jahr anziehen, dies wird zu erheblichen Verkehrsbelastungen in den umliegenden Quartieren am Ostbahnhof und Warschauer Straßen führen. Durch die geplanten Bauvorhaben rund um den Ostbahnhof, die Arena, das Areal der Post und der Metro wird der Verkehr in den kommenden Jahren weiter zu nehmen, die Straßen dort können kaum weiteren Verkehr aufnehmen und wenn, dann nur zu Lasten der angrenzenden Wohnquartiere. Völlig unklar ist, welche Auswirkungen das Riesenrad auf die weitere städtebauliche Entwicklung des Spreeufers hat. Ursprünglich sind auf dem Anschutz-Areal neben Büros auch Wohnungen geplant. Ob dies nun auch so entwickelt werden kann, ist fraglich: wer möchte schon eine Wohnung neben einem "Kleine Las Vegas" kaufen oder mieten? Erfahrungen ähnlichen Großprojekten (Cargolifter oder die Chipfabrik in Frankfurt/ Oder)lehren, dass derartige Großprojekte nicht nur risikoreich sind und häufig scheitern, sondern zu Lasten der SteuerzahlerInnen gehen. Berlin kann und darf sich solche teurenExperimente nicht leisten. Auf welch tönernen Füßen dieses Projekt steht zeigt das Vorbild, das Riesenrad in London. In der 8-Millionen-EinwohnerInnen-Metropole London ist das dortige Riesenrad nach fünf Jahren Betrieb mit einem Schuldenberg von 313 Millionen US Dollar in den Konkurs geschlittert, obwohl es sogar 3,5 Mio BesucherInnen im Jahr hat. Wir Grünen unterstützen durchdachte Projekte, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen und perspektivisch eine Zukunft haben. Dies ist mit dem Riesenrad eindeutig nicht der Fall. Aus diesen Gründen haben wir auch vor den BürgerInneninformationsveranstaltungen, die in den letzten Wochen am Postbahnhof statt gefunden haben, ein Informationsblatt verteilt und uns kritisch in die Diskussion eingebracht.

Mit freundlichen Grüßen,
Clara Herrmann
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Frage zum Thema Verkehr
10.09.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Herrmann,

seit vielen Monaten scheint Herr Thomas Necker von der BVG eine Kampagne gegen die betriebseigene Straßenbahn. Etwas abstruse Ansichten über die massive Feinstaubbelastung durch dieses Verkehrsmittel setzen dem ganzen die Krone auf.
Von der zuständigen Senatorin Junge-Reyer ist auch nichts zu hören, wichtige Verlängerungen (zum Hauptbahnhof, zum Hermannplatz, zum Potsdamer Platz und auch beispielsweise ins Märkische Viertel) werden verschleppt, kommen nicht in die Gänge. Und das, obwohl massiv Betriebskosten gegenüber einem Buseinsatz gespart werden könnten. Von den zusätzlichen Fahrgästen und dem dadurch reduzierten Autoverkehr gar nicht zu sprechen.
Setzen Sie sich für den Erhalt und Ausbau der Berliner Straßenbahn ein, und wenn ja, wie?
Antwort von Clara Herrmann
1Empfehlung
11.09.2006
Clara Herrmann
Sehr geehrter ,

nicht nur aus den von ihnen angesprochenen Gründen setzte ich mich für den Erhalt und den Ausbau des Berliner Straßenbahnnetzes ein, z.B. die alte Planung aus den 90´er Jahren, die Tram über die Warschauer- und Oberbaumbrücke bis zum Hermannplatz und darüber hinaus über die Urbanstraße zu verlängern. Ich halte die Straßenbahn nicht nur aus ökologischen Gründen sondern auch wegen des Komforts und wegen der Zuverlässigkeit - sofern im eigenen Gleisbett - (kein Stau) sowie wegen der im Vergleich zur sehr teuren U-Bahn für das beste Fortbewegungsmittel - neben dem Fahrrad. Wir Grünen haben uns bereits gleich nach der Wende für eine Ausweitung der Tram ins alte Westberlin eingesetzt und sind mit den bisherigen Strecken noch lange nicht zufrieden. Im Ostteil der Stadt, gerade der Stadtrand darf nicht vom Tramnetz abgeschnitten werden. Deshalb halte ich die Vorstellung der BVG, massiv Strecken stillzulegen für ebenso kontraproduktiv, wie ihre Planung weiterer massi
ver Preiserhöhungen. Folgender Ausschnitt aus dem Landeswahlprogramm macht deutlich, dass ich mit meiner Position nicht alleine da stehe, sondern unter einer grünen Regierungsbeteiligung eine ökologische und verbraucherInnenfreundliche Verkehrspolitik in den Mittelpunkt gerückt wird:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben es sich zum Ziel gesetzt, den finanziellen Spielraum zu schaffen, um das öffentliche Verkehrssystem konsequent zu verbessern und die Fahrpreise um mindestens ein Drittel zu senken. So werden wir verlorene Fahrgäste zurück- und neue hinzugewinnen. Schüler- und Semestertickets müssen bezahlbar bleiben, Leistungskürzungen und Preiserhöhungen, wie etwa beim Jobticket, sind nicht zielführend.
Wir planen den Ausbau der Tram bis in westliche Bezirke, am liebsten auf Rasengleisen. Wir setzen uns für den Bau neuer Stationen und neuer Zugänge zum Schienenverkehr ein, für neue Busspuren und Anrufsammeltaxis in den Außenbezirken. Die ersatzlose Streichung von Tram-Linien in den Außenbezirken wollen wir verhindern.

Im Wahlprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unter: www.gruene-berlin.de ab Seite 29 finden Sie weitere grüne Positionen zum Thema Verkehr.

vielen Dank für Ihre Frage,
mit freundlichen Grüßen,

Clara Herrmann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.09.2006
Von:
Ude

Sehr geehrte Frau Herrmann, warum sollte ich Sie wählen, da Sie noch nie in einem normalen Beruf gearbeitet haben? Was qualifiziert Sie für das Parlament aus Ihre Jugend?
Antwort von Clara Herrmann
1Empfehlung
13.09.2006
Clara Herrmann
Sehr geehrter Herr Ude,

vielen Dank für Ihre Frage(n).
Natürlich möchte ich nicht nur wegen meinem Alter gewählt werden. Ich habe bereits in der Frage vom 9.August beantwortet warum ich der Meinung bin, dass junge Leute nicht aus der Politik ausgeschlossen werden dürfen. Ich vertrete die Position, dass ein Parlament das gesamte gesellschaftliche Spektrum wiederspiegeln sollte, ob jung oder alt, weiblich oder männlich ... es lassen sich noch viele weitere Beispiele finden. Dabei geht es mir aber auch darum, dass es selbstverständlich um Inhalte geht. Zu diesem Thema empfehle ich Ihnen neben meiner Antwort auf die bereits oben angesprochene Frage von Jochen Mayer auch den Artikel "Generationswechsel" auf meiner Homepage www.claraherrmann.de .

Ich denke, dass ein Vorteil der Jugend ist, für frischen Wind zu sorgen, nicht in verkrusteten Strukturen und/oder verschiedenen Lobbyverbänden verankert zu sein. Ich möchte klar zurückweisen, dass ich noch keine Erfahrungen im Leben gemacht hätte (ich habe diese bereits u.a. als Putzkraft und in einem 400 € Job gesammelt). Ich möchte nur kurz die Problemfelder und Lösungsansätze aufzeigen, weiteres können Sie meinen anderen Beiträgen und meiner Homepage entnehmen z.B. zum Thema Rechtsextremismus.

In Berlin brechen viele junge Menschen ihre Schulausbildung ab, es fehlen Ausbildungsplätze, ca. 300.000 Menschen haben keine Arbeit - darunter sind 30.000 junge Menschen, und auch dieses Jahr werden wieder zahlreiche junge Menschen von den Berliner Universitäten abgewiesen.
Klare Akzente müssen im Bildungsbereich gesetzt werden. Der zentralste Gerechtigkeitsfrage stellt ein chancengerechtes Bildungssystem dar, es kann nicht sein, dass die Lebens- und Bildungsperspektiven eines jungen Menschen vom Geldbeutel der Eltern abhängig sind. Gute Bildung ist Schlüssel zur gesellschaftlicher Teilhabe.
Die Probleme im Schulbereich werden nicht gelöst, wenn die heutigen Schultypen einfach zusammengewürfelt werden, vielmehr kommt es auf die Qualität an. Spielerisches Lernen in der KiTa, statt Aufbewahrungszentrum, kleiner Klassen, andere Lernmethoden, individuelle Förderung, Lerntagebücher statt Ziffernnoten, Abschaffung des Sitzenbleibens, sind nur einige Beispiele in diesem Bereich. Wir Grüne setzen eine klare Priorität und wollen jeden fünften Euro der Mehreinnahmen in die beste Bildung investieren. Denn jede Einsparmaßnahme im Bildungssystem heute, kostet morgen ein Vielfaches mehr. Die neuen Studien haben eindrücklich gezeigt, dass in Deutschland zu wenig in das Bildungssystem investiert wird und es zu wenig gut ausgebildete Menschen gibt.

weitere Themenfelder möchte ich nur kurz anreißen:

Es ist ein Skandal, dass die öffentlichen Betriebe, wie die BVG, nicht genügend Ausbildungsplätze anbieten - hier muss gegengesteuert werden. Gerade in den neu aufkommenden Berufen (bspw. im Gesundheitsbereich) könnten auch neue Ausbildungsgänge entstehen. Jedem jungen Menschen in Berlin muss eine kostenfreie Ausbildung ermöglicht werden.
Die Universitäten/der Wissensbereich und die Kulturszene sind Berlins "Hamburger Hafen" - diese Bereiche gilt es zu unterstützen. Wir setzten uns u.a. für 100.000 Studienplätze OHNE Studiengebühren ein.
Berlin sollte auf seine wirtschaftlichen Stärken aufbauen. Besonders die Kreativwirtschaft, Gesundheitswirtschaft und der Umwelt-, so wie Wissensbereich müssen gefördert werden.
Arbeit statt Arbeitslosigkeit muss finanziert werden, das grüne Konzept des "gemeinwirtschaftlichen Sektors" setzt dort an.
Energiepreise für Gas und Strom steigen immer weiter. Der rot-rote Senat versäumt es hier gegenzusteuern. Dabei bietet die Kündigung der Konzessionsverträge mit den Energieversorgern die Chance, den Anstieg der Preise zu bremsen.
Rot-rot trägt die Verantwortung für einen drohenden Hausmüll-Notstand. Mit den Entsorgern BSR und Alba wurden Verträge geschlossen, durch die das Land mehr für die Entsorgung des Mülls bezahlt als nötig. Diesen Schaden haben die BerlinerInnen, die mit der Erhöhung der Gebühr um 14,4% stärker als notwendig zur Kasse gebeten werden.

weitere Positionen finden Sie in den Wahlprogrammen unter www.gruene-berlin.de und www.frieke.de, gerne stehe ich auch persönlich zu Gesprächen bereit. Donnerstag ab 21Uhr findet meine Wahlparty im Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Str. 130 statt, am Freitag und Samstag bin ich wie in den vergangenen Wochen mit mobilen Ständen im Wahlkreis unterwegs.

Wer keine Fortsetzung der rot-roten Landespolitik und einen grünen Bürgermeister in Friedrichshain-Kreuzberg möchte muss am Sonntag GRÜN wählen,

mit freundlichen Grüßen,
Clara Herrmann
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