Christoph Matschie (SPD)

Christoph Matschie
© Foto: Urban / SPD Thüringen
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Mechaniker, Krankenpflegehelfer, Diplom-Theologe
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Landes- und Fraktionsvorsitzender
Wohnort
Jena
Wahlkreis
Jena I
Ergebnis
26,9%
Landeslistenplatz
1
(...) 2. Eine Landesregierung unter meiner Verantwortung wird im Bundesrat die Initiative ergreifen, um das SGB II zu verbessern und bestehende Gesetzeslücken zu schließen. (...)
 
Fragen an Christoph Matschie
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
12.08.2009
Von:

Hallo Herr Matschie,

wie würden Sie folgenden Satz vervollständigen:
"Die Piratenpartei halte ich für... "

Vielen Dank für die Antwort
Antwort von Christoph Matschie
3Empfehlungen
20.08.2009
Christoph Matschie
... eine neue politische Partei, die noch zeigen muss, wie sie zu politischen Themen außerhalb des Internets steht.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Matschie
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
13.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Matschie,

viele Lehrer haben eine Vollzeitstelle beantragt und auch bekommen, das finde ich auch ganz richtig. Die Lehrer sollen für das viele Geld ruhig was tun. Was ich aber nicht verstehe ist, warum brauchen die Lehrer auch die kompletten Ferien. Jeder andere Bürger hat auch nur 30 Tage im Jahr zur Verfügung, warum brauchen die Lehrer mehr. Viele Lehrer gehen während der Schulzeit zu Weiterbildungen, warum nicht in den Ferien? Warum müssen Lehrer eigentlich verbeamtet sein, es ist doch auch nur ein Job wie jeder andere. Was würden sie dagegen tun?
Antwort von Christoph Matschie
1Empfehlung
21.08.2009
Christoph Matschie
Sehr geehrte Frau ,

angesichts Ihrer Fragen möchte ich eine Lanze für die Thüringer Lehrer brechen. Trotz aller Ungereimtheiten der CDU-Bildungspolitik, trotz unzulänglicher personeller und materieller Rahmenbedingungen arbeiten unsere Lehrer mit hohem Engagement und großem persönlichen Einsatz. Bei meinen vielen Besuchen in Thüringer Schulen habe ich mich davon immer wieder überzeugen können. Die Arbeit der Lehrer endet zudem nicht mit den Ferien. Die Gleichung Schulferien = Urlaubszeit stimmt so nicht. Lehrer nutzen die Ferien nicht nur zur persönlichen Erholung, sondern auch zur Organisation des kommenden Schuljahres, zur Vorbereitung des neuen Unterrichtsstoffes oder zur eigenen Einarbeitung in neue Wissensstände oder Unterrichtsmethoden.

Es ist auch nicht so, dass die Thüringer Pädagogen - wie Sie das ausdrücken - "das viele Geld" verdienen. Dadurch, dass tausende von Thüringer Lehrern aufgrund der Floatingverträge nur in Teilzeit angestellt sind, verdienen sie deutlich weniger als z.B. ihre Kollegen in den alten Bundesländern, wo für Lehrer eine Vollzeitstelle absolute Normalität ist. Eine SPD-geführte Landesregierung wird daher an dieser Stelle umsteuern. In Kooperation mit den Lehrerverbänden werden wir eine Lösung der Floatingproblematik herbeiführen.

Und zu Ihrem letzten Punkt: Ob Lehrer tatsächlich verbeamtet sein müssen, wird immer wieder diskutiert. In den alten Bundesländer ist bis auf ganz wenige Ausnahmen die Vollzeitverbeamtung der Lehrer die Regel. Die neuen Bundesländer haben dagegen gezeigt, dass es durchaus auch Lehrer im Anstellungsverhältnis geben kann. In Thüringen ist daher weniger als die Hälfte der Lehrerschaft verbeamtet.

"Ein Job wieder jeder andere" ist der Lehrerberuf, egal ob von Beamten oder Angestellten ausgeübt, für mich auf keinen Fall. Er fordert ein hohes Maß an fachlicher Qualifikation und menschlichen Qualitäten, an beruflichem Engagement und darüber hinaus gehendem persönlichen Einsatz.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Matschie
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Frage zum Thema Gesundheit
18.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Matschie,

was halten Sie von der Legalisierung von Drogen (Cannabis)?

Welche Veränderungen in Sachen Rauch-, Alkoholverbot können noch eingeführt werden?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antwort von Christoph Matschie
1Empfehlung
21.08.2009
Christoph Matschie
Sehr geehrte Frau ,

zu den Aufgaben einer Landesregierung gehört es auch, die Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Drogen stellen eine gesundheitliche und soziale Gefahr dar, die eine Regierung nicht tolerieren kann. Oberstes Ziel im Umgang mit Drogen muss deshalb die Vermeidung ihres Konsums sein. Will man die Reduzierung des Konsums erreichen, so ist die Legalisierung von Drogen kontraproduktiv. Mit der Legalisierung unterbindet man nicht die Nachfrage, sondern akzeptiert und unterstützt ihre Existenz.

In Sachen Rauch- und Alkoholverbot ist es wichtig, auf die bereits bestehenden gesetzlichen Einschränkungen zu dringen und die Kontrollen zielgerichteter durchzuführen. Über eine Ausweitung der Verbote, wie beispielsweise ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, wird noch auf Grundlage entsprechender Gutachten und Ergebnisaussichten zu diskutieren sein.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Matschie
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Frage zum Thema Arbeit
20.08.2009
Von:
Jan

Sehr geehrter Herr Matschie

Was werden Sie tun, dass Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Zukunft bessere Chancen auf den Arbeitsmarkt bekommen?
Es ist sehr schwierig für Menschen die in die Lage versetzt werden, durch Schwerbehinderung oder gesundheitlicher Beeinträchtigung die richtigen Ansprechpartner bzw Netzwerke zur Beratung und Hilfe zu finden. Die ARGEn und Arbeitsämter sind aus eigener Erfahrung nicht die kompetentesten Ansprechpartner. Rententräger eher, aber tun auch nur das nötigste nicht das Mögliche, Integrationämter verweisen auch nicht auf Ihre Integrationsfachdienste bei der Antragstellung bzw. Anerkennung. von Anträgen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christoph Matschie
bisher keineEmpfehlungen
26.08.2009
Christoph Matschie
Sehr geehrter Herr ,

um Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Zukunft bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen, müssen und werden wir in vielfältigen Politikbereichen ansetzen.

Zunächst muss Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und der Verkehrsinfrastruktur so weit es geht gewährleistet werden, um Menschen mit Behinderungen die möglichst uneingeschränkte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Die Förderung von Menschen mit Behinderung muss von Beginn an verbessert werden: Im Bereich der Bildungspolitik muss eine integrative Beschulung gewährleistet werden. Die Thüringer SPD tritt dafür ein, die personellen und materiellen Rahmenbedingungen an den allgemein bildenden Schulen so zu verbessern, dass integrative Beschulung dort tatsächlich gelebter Alltag werden kann. Gleichzeitig wollen wir mit der Thüringer Gemeinschaftsschule unser Modell eines längeren gemeinsamen Lernens bis Klasse 8 realisieren. Die Thüringer Gemeinschaftsschule ist eine Schule der Integration mit dem Ziel, sich zu einer Schule der Inklusion zu entwickeln. Sie betrachtet die Verschiedenheit von Kindern als Vorteil. Alle Kinder, unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft oder einer etwaigen Behinderung, werden an der Entwicklung des Schullebens beteiligt. Kinder, die auf diese Weise erlebnisorientiert lernen, können sich kognitiv, emotional und sozial besser entwickeln. Schülerinnen und Schüler mit zusätzlichem sonderpädagogischem Förderbedarf wird in enger Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Förderpädagogen, die im Lehrerteam integriert sind, und durch ein System gestufter Hilfen eine Teilnahme am gemeinsamen Unterricht ermöglicht, aber auch spezifische Förderung geboten.

Die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen müssen weiter gestärkt werden, um ausreichende und vor allem angemessene Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen bieten zu können. Gleichzeitig müssen den Werkstätten Anreize geboten werden, geeignete Mitarbeiter in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Die Zahl der Betriebe, die keinen einzigen Menschen mit Behinderung beschäftigen, obwohl sie dazu verpflichtet sind, werden wir weiter deutlich reduzieren. Außerdem muss die Umsetzung des betrieblichen Eingliederungsmanagements in den Betrieben verbessert werden. Den mit der "unterstützten Beschäftigung" eingeschlagenen Weg werden wir fortsetzen, damit noch mehr Menschen mit schwerer Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt realistische und dauerhafte Perspektiven erhalten.

Wir werden prüfen, inwieweit eine Erhöhung der Pflichtquoten sinnvoll und zielführend ist. Vorrangig wollen wir dafür sorgen, dass bereits vorhandene Unterstützungsmaßnahmen zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt ausgebaut und qualifiziert werden sowie konsequent angewendet werden. Die Vermittlungszahlen der Integrationsfachdienste auf den ersten Arbeitsmarkt müssen erhöht werden.

Es müssen auch neue Wege ausgelotet und erprobt werden, um mehr Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zugänglich zu machen. Die Thüringer SPD hat sich dafür ausgesprochen, im Freistaat ein Modell ähnlich dem rheinland- pfälzischen Modell ‚Budget für Arbeit’ einzuführen, um mehr Menschen mit Behinderungen den Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Durch die Landesregierung wird dies jedoch abgelehnt.

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat für die Verbesserung gleicher Lebenschancen behinderter Menschen weltweit neue Impulse gegeben. Darauf aufbauend werden wir in Deutschland konsequent unsere Politik zur vollen Teilhabe und Selbstbestimmung behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft fortsetzen. Wir wollen erreichen, dass möglichst alle Menschen mit Behinderungen so lernen, arbeiten, wohnen und leben können, wie sie es selbst möchten. In diesem Zusammenhang ist es auch unerlässlich, die Beratungsstrukturen zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Matschie
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
20.08.2009
Von:

Werte Kandidatin, werter Kandidat,


ich möchte Ihnen im Namen des "Prager Haus e.V. Apolda", welcher sich mit der geschichtlichen Erforschung und Aufbereitung der persönlichen Schicksale von im 3. Reich zwischen 1933 und 1945 verfolgten und ermordeten Bürgern speziell aus Apolda als auch thüringenweit befasst und in den Broschürenreihen "gesucht" und "gefunden", sowie zu öffentlichen Veranstaltungen u.a. mit Zeitzeugen, wie gerade zur Veranstaltungsreihe "Stolpersteine" in Apolda bürgernah erinnert und informiert, im Sinne einer weithin erfolgreichen Vereinsarbeit folgende Frage stellen.

Seit Anfang 2009 gilt eine neue Thüringer Archivgebührenordnung mit deutlich gestiegen Gebühren, so das dem ehrenamtlichen Verein eine bei den Thüringer Archiven recherchierte Seite Archivmaterial nunmehr rund 3.-EUR kostet, was die weitere auch bildungspolitisch wichtige Vereinsarbeit stark einschränkt und langfristig finanziell in Frage stellen wird, Was, Wie und Wann werden Sie im neugewählten Thüringer Landtag machen, um ehrenamtlichen und nicht kommerziellen privaten Nutzern der Thüringer Archive den freien Zugang zum Allgemeingut der Thüringer Geschichte zu gewähren oder zumindest finanziell tragbar zu gestalten?

Mit freundlichen Grüßen

, Apolda
Antwort von Christoph Matschie
2Empfehlungen
21.08.2009
Christoph Matschie
Sehr geehrter Herr ,

ich kann Ihr Anliegen sehr gut verstehen. Initiativen wie der Prager Haus e.V. leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufarbeitung der Thüringer Landes- und Regionalgeschichte in der NS-Zeit und zum Wachhalten der Erinnerung an die vom Nazi-Regime Verfolgten, Entrechteten und Ermordeten. Sie sind bei ihrer Arbeit auf die Nutzung der staatlichen und kommunalen Archiven angewiesen und sollten seitens des Landes und der Kommunen dabei nicht durch zu hohe Nutzungsentgelte behindert werden.

Eine SPD-geführte Landesregierung wird daher die Problematik in der kommenden Legislaturperiode gemeinsam mit den Thüringer Staatsarchiven sowie Vertretern der Geschichtsinitiativen prüfen und anschließend die notwendigen Änderungen bei den Nutzungsentgelten der Staatsarchive vornehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Matschie
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