Christian Dürr (FDP)
Abgeordneter Landtag Niedersachsen

Grunddaten
Jahrgang
1977
Berufliche Qualifikation
Wirtschaftswissenschaftler
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Vorsitzender der FDP-Fraktion
Wohnort
-
Wahlkreis
Oldenburg-Land
Ergebnis
11,2%
Landeslistenplatz
6
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(...) Die FDP-Fraktion und ich auch ganz persönlich nehmen das Thema sehr ernst. Die Freiheit im Internet zu erhalten hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich halte es ausdrücklich für unverhältnismäßig, wenn bei einer Neuregelung des Glücksspielstaatsvertrages Netzsperren billigend in Kauf genommen würden – zumal es sich bei der geplanten sog. "Deep Packet Inspection", also der Kontrolle der konkreten Dateninhalte, um eine besonders schwere Form der Netzkontrolle handelt. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
05.05.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dürr,

beim Zugangserschwernisgesetz scheint sich die FDP durchgesetzt zu haben, der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag mit der Verpflichtung zu Internetsperren ist (vorerst) in NRW gescheitert und im Europäischen Parlament scheint sich auch eine Mehrheit gegen Internet-Sperren abzuzeichnen. Nun musste ich von dem neuen Entwurf des Glücksspielstaatsvertrags lesen, wo auch wieder Internet-Sperren angedacht sind.
Ursprünglich hieß es, diese sollten nur "in absoluten Notfällen" angewendet werden, nun sind wir inzwischen bei Glückspiel angelangt. Ich bin kein besonderer Fan von Glückspiel, aber ich bin klar gegen den Aufbau einer Zensur-Infrastruktur in Deutschland/Europa. "Die Politik" scheint dies aber, mit immer neuen Begründungen, beharrlich durchsetzten zu wollen.

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema und würden Sie einem Glücksspielstaatsvertrag mit solchen Regelungen im Landtag zustimmen?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Christian Dürr
1Empfehlung
18.05.2011
Christian Dürr
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre kenntnisreiche Anfrage, vor allem auch deswegen, weil mir das Thema Internetzensur ein ebenso wichtiges Anliegen ist wie Ihnen. Als Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion habe ich schon seit Monaten auf die Gefahr der "Internetzensur durch die Hintertür" hingewiesen. Es erstaunt mich besonders, dass auch Grüne und Sozialdemokraten, die sich in Sonntagsreden gern als Anwälte der Bürgerrechte darstellen, sich beim Thema Glücksspielstaatsvertrag schamlos für Netzsperren aussprechen um einzelne Anbieter vom Markt fern zu halten und somit den Einstieg in die Netzzensur in Kauf nehmen. Die FDP-Fraktion und ich auch ganz persönlich nehmen das Thema sehr ernst. Die Freiheit im Internet zu erhalten hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich halte es ausdrücklich für unverhältnismäßig, wenn bei einer Neuregelung des Glücksspielstaatsvertrages Netzsperren billigend in Kauf genommen würden – zumal es sich bei der geplanten sog. "Deep Packet Inspection", also der Kontrolle der konkreten Dateninhalte, um eine besonders schwere Form der Netzkontrolle handelt. Sie können sich daher meines Engagements in dieser Angelegenheit sicher sein. Die Freiheit des Internet ist für mich ein hohes Gut, das es zu verteidigen gilt!

Mit freundlichen Grüßen
Christian Dürr
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
14.07.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dürr,

mit großem Interesse wurde von den Bürgern der Gemeinde Hude-Tweelbäke zur Kenntnis genommen,dass es eine Bahnumgehungstrasse um Oldenburg und und von dort in die Gemeinde Hude geben soll. Es handelt sich wohl um den Güterverkehr der eine Trasse vorbei am Tweelbäker See erhalten soll. Ein Güterbahnhof direkt an der Schnittstslle Oldenburg Neuenwege-Tweelbäke ist angedacht.
Mit allen uns zur verfügung stehenden mitteln werden wir uns gegen die Trassenführung wehren. Tweelbäke wurde schon einmal zerissen durch den Autobahnbau. Durch die ländliche Prägung werden viele Landwirte inn ihrer Existenz bedroht.

Sehr geehrter Herr Dürr, wie stehen Sie zu dieser Vision?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christian Dürr
bisher keineEmpfehlungen
10.08.2011
Christian Dürr
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Trassenführung Oldenburg-Hude und der Diskussion um eine Bahnumgehungstrasse. Ihre Sorgen vor allem für Tweelbäke sind sehr nachvollziehbar. Ich habe mich daher in dieser Angelegenheit im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erkundigt. Obgleich vor Ort eine Umgehungstraße immer wieder diskutiert wird, kann ich Ihnen jedoch mitteilen, dass es derzeit weder vom Bund noch seitens der Bahn Planungen für eine solche Trasse gibt. Weder die kapazitative Auslastung noch die Wirtschaftlichkeit würde eine solche Umgehungstraße rechtfertigen. Eine Gefahr, dass Tweelbäke durch eine solche Trasse zerschnitten würde, besteht daher glücklicherweise derzeit nicht.

Bitte zögern Sie nicht, mich jederzeit wieder zu kontaktieren. In der Hoffnung, Ihre Frage beantwortet zu haben verbleibe ich


mit freundlichen Grüßen
Christian Dürr
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
03.01.2012
Von:

Betreff: Informationsfreiheitsgesetz (IFG)

Sehr geehrter Herr Dürr,

nun haben mehr als 115 Staaten mit mehr als 5,5 Milliarden Einwohnern entweder Informationsfreiheitsgesetze oder entsprechende Verfassungsbestimmungen (siehe: right2info.org ). In Europa fehlt ein IFG im Wesentlichen nur in Weißrussland. Weltweit fast nur in ca. 70 % der Staaten in Afrika und im nahen Osten. Selbst Bananrepublikken haben meist Informationsfreiheitsgesetze.

Das Menschenrecht des Zugangs zu Dokumenten der öffentlichen Verwaltung (Zivilpakt, EMRK) wird international als Voraussetzung für die Demokratie angesehen.
Dies wird auch im "General Comment No. 34 on Article 19 of the ICCPR" (Internationaler Paktes über bürgerliche und politische Rechte, Zivilpakt) bestätigt ( www2.ohchr.org ):

"18. Article 19, paragraph 2 embraces a general right of access to information held by public bodies. Such information includes all records held by a public body, regardless of the form in which the information is stored, its source and the date of production."
"19. (...) States parties should also enact the necessary procedures, whereby one may gain access to information, such as by means of freedom of information legislation."

Bisher gibt es in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Sachsen allgemeine voraussetzungslose Akteneinsichtsrechte nur für Umwelt (UIG) und Verbraucherinformationen (VIG).

In Schleswig-Holstein haben die 2 Abgeordneten der dänischen Minderheit trotz der Untätigkeit der Regierung schließlich eine Mehrheit für ein IFG bekommen. Auch in Berlin, im Bund, in Hamburg, in Thüringen und in Rheinland-Pfalz hat das Parlament selber IFG Gesetzentwürfe erarbeitet und trotz des Widerstandes der Verwaltung und der Regierungen verbaschiedet.

In Bayern haben 30 Gemeiden Informationsfreiheits-Satzungen verabschiedet.

Wann wird Bayern ein Informationsfreiheitsgesetz bekommen? Wird der Landtag die Initiative ergreifen?

Mit freundlichen Grüssen,

Standard-Antwort von Christian Dürr
bisher keineEmpfehlungen
05.01.2012
Christian Dürr
Sehr geehrter Herr ,

bitte wenden Sie sich bezüglich Fragen zur bayerischen Landespolitik an die Kollegen der FDP-Fraktion im bayerischen Landtag: www.fdp-fraktion-bayern.de

Mit freundlichen Grüßen

Christian Dürr MdL
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dürr,

danke für Ihren Hinweis mich an die Bayerische FDP Fraktion zu wenden. Das habe ich getan: www.abgeordnetenwatch.de

Deshalb die Frage: Wann wird Niedersachen ein Informationagesetz bekommen? Diese Recht haben ja schon 5,5 Milliarden Menschen auf der Welt ( right2info.org ).

Wird der Landtag in Niedersachsen die Initiative ergreifen, wie schon im Bund und 5 Bundesländern?

Mit freundlichen Grüßen


Netizen
Antwort von Christian Dürr
bisher keineEmpfehlungen
03.02.2012
Christian Dürr
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Informationsfreiheitsgesetz.

Transparenz in Verwaltung und Bürokratie ist ein Anliegen, das die FDP in vollem Umfang unterstützt. Als Befürworter einer aktiven und liberalen Bürgergesellschaft halten wir es für selbstverständlich, dass Bürger die sie betreffenden Informationen zur Ausübung ihrer Rechte beziehen können.

Obwohl es in Niedersachsen bereits viele Gesetze und Normen gibt, die Transparenz in der Verwaltung sicherstellen sollen, gibt es bisher noch kein Informationsfreiheitsgesetz im engeren Sinne. Gleichwohl wissen Sie sicher, dass eine Koalition immer Kompromisse der Partner verlangt. Der Koalitionsvertrag von CDU und FDP in Niedersachsen sieht leider keine weitergehende Regelung vor. Wir werden uns jedoch trotzdem weiterhin dafür einsetzen, dass Niedersachsen eine klare Regelung für die Bürgerinnen und Bürger erhält.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser kurzen Antwort geholfen zu haben. Zögern Sie nicht, sich bei weiteren Fragen jederzeit wieder an mich zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Dürr MdL
Fraktionsvorsitzender
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